{"id":813,"date":"2023-05-15T11:55:21","date_gmt":"2023-05-15T09:55:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=813"},"modified":"2024-02-22T12:21:45","modified_gmt":"2024-02-22T11:21:45","slug":"praktikum-in-einem-universitaetskrankenhaus-in-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/05\/15\/praktikum-in-einem-universitaetskrankenhaus-in-norwegen\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Universit\u00e4tskrankenhaus in Norwegen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr mein 12-w\u00f6chiges Erasmuspraktikum im Universit\u00e4tskrankenhaus in Troms\u00f6 (UNN) bewarb ich mich \u00fcber meine Heimatuniversit\u00e4t an der UiT.\u00a0 Am UNN absolvierte ich mein 3. Tertial des Praktischen Jahres in der Chirurgie.<!--more--><\/p>\n<p>Eine Zuteilung in zwei chirurgische Abteilungen erfolgt \u00fcber die Erasmusverantwortliche f\u00fcr Incomings an der Medizinischen Fakult\u00e4t. Vor Ankunft hatte ich zun\u00e4chst gro\u00dfe Sorge, einen Wohnheimplatz von Samskipnaden zu erhalten, da ich in vorhergehenden Berichten las, dass es lange Wartelisten g\u00e4be. Ich erhielt nach meiner Anfrage direkt am n\u00e4chsten Tag eine Zusage f\u00fcr meinen Wunschplatz (4er WG in Stakkevollan, fu\u00dfl\u00e4ufig vom Krankenhaus entfernt). Am ersten Tag stellte ich mich beim Empfang des Haupteingangs vor und erhielt eine Karte, mit der ich Zugang zu den Umkleiden und in den OP bekam. Auf der Station empfing mich der Chef und ich wurde dem Team vorgestellt und umgekehrt. Nach der Morgenbesprechung erhielt ich Arbeitskleidung, ein Diensttelefon und auch ein Platz in einem Arbeitszimmer eines Assistenzarztes wurde f\u00fcr mich organisiert und ich erhielt eine F\u00fchrung durch das Krankenhaus. F\u00fcr die Bewerbung wird nur Englisch erwartet, da ich aber bereits ein Erasmussemester in Schweden studierte, fand die Kommunikation auf \u201eSkandinavisch\u201c statt und ich gew\u00f6hnte mich schnell an die norwegische Sprache. Ich kann zuk\u00fcnftigen Bewerbern nur empfehlen die Sprache zu lernen, da es einem mehr T\u00fcren \u00f6ffnet. Von anderen Praktikantinnen im Krankenhaus wei\u00df ich, dass das Personal auf den meisten Stationen bem\u00fcht ist, Englisch zu sprechen und dies auch in der Regel kein Problem ist, aber gerade in der Inneren Medizin und nicht-chirurgischen F\u00e4chern kann es ohne norwegische Sprachkenntnisse ziemlich langweilig werden. Ich hatte sehr gro\u00dfes Gl\u00fcck mit meinen zwei Stationen: Plastische Chirurgie und Brust-\/endokrine Chirurgie. Nach je einer Woche Eingew\u00f6hnung konnte ich in beiden Abteilungen im OP viel mitoperieren und nicht nur assistieren. In den 12 Wochen Praktikum erhielt ich eine gute Grundausbildung in Naht- und Fadenkunde, f\u00fchle mich sicherer in der Wundbehandlung und kann die Schnittf\u00fchrung f\u00fcr kleinere Hauteingriffe selbstst\u00e4ndig planen sowie lokale An\u00e4sthesie setzen. Der Arbeitsalltag begann um 7.30 Uhr bzw. 8.00 Uhr und endete f\u00fcr mich fr\u00fcher als f\u00fcr die \u00c4rzt_innen, da f\u00fcr mich die Dokumentation entfiel. T\u00e4glich konnte ich f\u00fcr mich entscheiden, wo es am spannendsten ist und wohin ich gehen will. Es gibt keinen festen Rotationsplan, aber nach ein, zwei Wochen, hat man den \u00dcberblick, wo was l\u00e4uft. Die Operationen sind in den Haupt-OP (Innslusa), die Dagkirurgi und f\u00fcr die Plastische Chirurgie zus\u00e4tzlich in einen kleinen ambulanten OP eingeteilt. Au\u00dferdem gibt es die Stationsarbeit, an der ich aber nur wenig teilnahm, da die Bettenanzahl sehr gering ist und die Sprechstunde in der Poliklinik. Zus\u00e4tzlich verf\u00fcgt die Plastische Chirurgie \u00fcber ein mikrochirurgisches Labor, in dem man am Modell unter dem Mikroskop n\u00e4hen \u00fcben kann und im Brustdiagnostischen Zentrum kann man auch die Radiologen bei den Untersuchungen und Befundungen begleiten. In der Regel ist f\u00fcr eine Mittagspause Zeit. Die meisten Norweger bringen sich ihr eigenes Essen mit. Aufw\u00e4rmm\u00f6glichkeiten, eine Kantine und Kioske sind vorhanden. An den Nachmittagen war ich meistens beim Sport bei den Troms\u00f6hallen. F\u00fcr mich ging es meist in die Kletter- und Boulderhalle oder in das Fitnesscenter. Alle zwei Wochen fand an der Uni ein Stricktreff statt. Ein Platz ist hei\u00df begehrt und es gibt eine lange Warteliste. F\u00fcr das volle Norwegenerlebnis war eine Teilnahme f\u00fcr mich ein Muss. Von hohem Freizeitwert ist auch das Loipensystem, das die ganze Insel von Nord nach S\u00fcd durchzieht. Je nach Wohnlage kann man so sogar mit den Langlaufskiern zur Uni\/Arbeit laufen. Alternativ ist vieles zu Fu\u00df, per Rad oder mit dem exzellent ausgebauten Busnetz zu erreichen. Selbst ohne Auto kann man auch mit den Busverbindungen und einer gewissen Planung gro\u00dfartige Ziele in der Umgebung erreichen. Zu empfehlen sind die Apps skisp\u00e5ret (Langlauftracks mit dem Zeitpunkt der letzten Pr\u00e4parierung), ut.no (Tourenvorschl\u00e4ge und DNT-H\u00fctten), yr (Norwegische Wetter-App), varsom (Lawinenwarn-App), Aurora (Nordlicht-Vorhersage), Troms Biljett und Tur f\u00fcr Tickets und Verbindungen. Die drei Monate in Troms\u00f6 haben mir au\u00dferordentlich gut gefallen. Ich habe sowohl fachlich in der Chirurgie als auch \u00fcber die Kultur, Sprache und Landschaft Norwegens viel gelernt. Am meisten habe ich mich am Ende dar\u00fcber gefreut, dass mich beide Teams herzlich eingeladen haben zur\u00fcck zu kommen.<\/p>\n<p><strong><em>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p><em>Beantragung Visum<\/em><\/p>\n<p>Entf\u00e4llt innerhalb der EU<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nWebseite der Gast- und Heimatuniversit\u00e4t zu Erasmuspraktika<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nSamskipnaden<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nKostenlose Berufshaftpflicht- und Auslandskrankenversicherung \u00fcber den Marburger Bund\/Hartmannbund<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nInternet im Wohnheim \u00fcber eduroam, norwegische SIM-Karten gibt es ab 30 NOK zu kaufen, die Freischaltung f\u00fcr Ausl\u00e4nder erfolgt im Telia-Store im Nerstranda Shoppingcenter in der Innenstadt<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nOhne norwegische Personnummer nicht m\u00f6glich<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p>Viele g\u00fcnstige Sportangebote \u00fcber die Universit\u00e4t (Kraft Fitnesscenter, TSI Sportgruppen), viele unterschiedliche Student Unions, kostenloser Freizeitausr\u00fcstungsverleih bei Turbo neben der Stadtbibliothek, insgesamt viele kostenlose Events \u00fcber Uni-Newsletter<\/p>\n<p><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><br \/>\nAusreichend in der Stadt, z.B. Driv oder Storgata Camping, einige Bars<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mein 12-w\u00f6chiges Erasmuspraktikum im Universit\u00e4tskrankenhaus in Troms\u00f6 (UNN) bewarb ich mich \u00fcber meine Heimatuniversit\u00e4t an der UiT.\u00a0 Am UNN absolvierte ich mein 3. 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