{"id":833,"date":"2023-05-15T13:04:01","date_gmt":"2023-05-15T11:04:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=833"},"modified":"2024-02-22T12:25:12","modified_gmt":"2024-02-22T11:25:12","slug":"praktikum-in-einem-krankenhaus-in-irland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/05\/15\/praktikum-in-einem-krankenhaus-in-irland\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Krankenhaus in Irland"},"content":{"rendered":"<p>Meine Freundin und ich absolvierten die letzte H\u00e4lfte unseres letzten PJ-Tertials (Innere Medizin) am St. Luke\u2019s General Hospital in Kilkenny, Irland. Die Organisation des Aufenthalts lief super einfach und unkompliziert per E-Mail. Neben den Formalit\u00e4ten rund um das Praktikum hat uns die Klinik auch eine Wohnung in Kilkenny vermittelt. Unser Vermieter war selbst Mitarbeiter in der Klinik und vermietet seine Doppelhaush\u00e4lfte an Austauschstudenten. Dort wohnten wir zusammen mit einer weiteren Studentin aus Deutschland, die ebenfalls ein Praktikum am St. Luke\u2019s Hospital absolvierte.<!--more--><\/p>\n<p>Zu zweit zahlten wir 720 \u20ac Miete pro Monat zzgl. der Gaskosten f\u00fcr Heizung, Warmwasser und den Gasherd, welche per Prepaidkarte abgerechnet wurden. Unser Vermieter stellte uns Fahrr\u00e4der zur Verf\u00fcgung mit denen wir in ca. 10-15 min zur Klinik fahren konnten. Generell empfiehlt es sich, sich ein Fahrrad oder ein Auto f\u00fcr den Aufenthalt zur organisieren, der der \u00d6PNV in Irland abseits der Gro\u00dfst\u00e4dte eher m\u00e4\u00dfig ausgebaut ist.<br \/>\nIn der Klinik wurden wir am ersten Tag vom Klinikdirektor pers\u00f6nlich in Empfang genommen, welcher uns durch die gesamte Klinik f\u00fchrte und den unterschiedlichen Teams vorstellte. Anders als in Deutschland ist man als Austauschstudent keinem festen Team zugeteilt, sondern kann sich frei entscheiden, welches Fachgebiet einen interessiert und zwischendrin auch jederzeit wechseln. In der Regel beginnt der Tag um 9 Uhr mit den Ward Rounds (Visite), bei denen man mitunter durch die gesamte Klinik l\u00e4uft, da die Patienten nicht wie in Deutschland nach Fachgebieten sortiert auf einer Station, sondern bunt durcheinander liegen. W\u00e4hrend der Ward Round f\u00fchrt meist der rangh\u00f6chste Arzt das Patientengespr\u00e4ch, sodass man eher mitl\u00e4uft und zuh\u00f6rt als selbst aktiv zu werden &#8211; Fragen sind aber jederzeit willkommen. Anschlie\u00dfend werden die Aufgaben des Tages unter den Interns (Assistenz\u00e4rzte im ersten Jahr), Senior House Officers und Registrars (erfahrenere Assistenz\u00e4rzte) verteilt und abgearbeitet. Wenn man m\u00f6chte, kann man sich dort anschlie\u00dfend. Alternativ kann man auch mit einem der Consultants (Ober\u00e4rzte) in die Outpatient Clinic (Ambulanz) oder in die von spezialisierten Pflegekr\u00e4ften geleitete Notaufnahme gehen.<br \/>\nVon 11-13 Uhr fand t\u00e4glich eine sehr gute Repetitoriums-Vorlesung f\u00fcr die Irischen Studenten im dritten und vierten Studienjahr statt, die super zur Vorbereitung aufs M3 war. Erg\u00e4nzt wurde die Vorlesung durch Fallbesprechungen, welche t\u00e4glich von 16-17 Uhr online stattfanden. Zus\u00e4tzlich fand jeden Dienstag von 8.30-9.30 Uhr eine Neurologie Vorlesung statt, welche durch Patientenuntersuchungen und Fallbesprechungen mit demselben Oberarzt am Freitagnachmittag erg\u00e4nzt wurde. Am Freitag fand au\u00dferdem von 13-14 Uhr eine Fortbildung f\u00fcr die \u00c4rzte (mit kostenlosen Sandwiches) statt.<br \/>\nIn der Klinik gilt das Motto \u2013 man kann (fast) alles, muss aber nichts machen. Im Gegensatz zu deutschen Kliniken ist man nicht als Arbeitskraft fest eingeplant, sondern als Student wirklich zum Lernen in der Klinik. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass man ohne Eigeninitiative eher nur hinterherl\u00e4uft oder in der Ecke rumsitzt. Was wir als sehr hilfreich empfanden, war sich den irischen Studenten anzuschlie\u00dfen, die von Ihren Teams h\u00e4ufig Patienten zugeteilt bekamen, von welchen Anamnese und k\u00f6rperlicher Untersuchungsbefund erhoben werden sollten. Anschlie\u00dfend wurden die Patienten einem Arzt vorgestellt und die jeweiligen F\u00e4lle besprochen. Auf diese Weise kommt man mit den irischen Studenten in Kontakt, verbessert die Sprache und \u00fcbt die Untersuchungstechniken f\u00fcrs Examen. Was die Gestaltung der Studienzeit anging, bestand absolute Flexibilit\u00e4t \u2013 man kann entweder einen Tag in der Woche freinehmen, nachmittags fr\u00fcher gehen oder auch die Studientage sammeln und geb\u00fcndelt freinehmen.<br \/>\nIn unserer Freizeit reisten wir f\u00fcr einige Tage nach Dublin \u2013 das geht mit der Bahn gut und g\u00fcnstig. Dort k\u00f6nnen wir eine Free Walking Tour sehr empfehlen, um ein bisschen was \u00fcber die interessante und bewegte irische Geschichte zu erfahren. In Kilkenny verbrachten wir viel Zeit in unterschiedlichen Pubs (Left Bank, Cleere\u2019s, Paris Texas etc.) oder beim Joggen entlang des Nore (Fluss der durch Kilkenny flie\u00dft). Au\u00dferdem lohnen sich eine Besichtigung des Kilkenny Castle sowie ein Besuch in Sullivan\u2019s Taproom (gutes Bier und Pizza aus dem Steinofen). Zudem sollte man sich unbedingt eines der Hurling Spiele im Stadion in Kilkenny angucken. F\u00fcr das verl\u00e4ngerte Wochenende um den St. Patricks Day mieteten wir uns ein Auto und fuhren zun\u00e4chst nach Cork (eher etwas entt\u00e4uschend) um anschlie\u00dfend einen Roadtrip \u00fcber den Ring of Kerry zu machen. Diesen w\u00fcrden wir jedem empfehlen, der sich von den engen Stra\u00dfen und dem Linksverkehr nicht abschrecken l\u00e4sst. Die irische Natur ist wundersch\u00f6n und insbesondere die Steilk\u00fcste am Atlantik sehr beeindruckend! Was sich au\u00dferdem noch lohnt ist ein Ausflug nach Belfast, welches sich relativ bequem mit der Bahn erreichen l\u00e4sst. Die Stadt fanden wir noch deutlich sch\u00f6ner als Dublin.<br \/>\nInsgesamt hatten wir eine sehr gute Zeit und k\u00f6nnen ein Auslandstertial am St. Luke\u2019s in Kilkenny jedem empfehlen. Unser pers\u00f6nliches Highlight waren die Iren, die \u2013 genau wie man es Ihnen nachsagt \u2013 unglaublich freundlich und offen waren. Wir werden sicher wiederkommen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Freundin und ich absolvierten die letzte H\u00e4lfte unseres letzten PJ-Tertials (Innere Medizin) am St. Luke\u2019s General Hospital in Kilkenny, Irland. Die Organisation des Aufenthalts lief super einfach und unkompliziert per E-Mail. Neben den Formalit\u00e4ten rund um das Praktikum hat uns die Klinik auch eine Wohnung in Kilkenny vermittelt. 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