{"id":886,"date":"2023-06-19T14:29:54","date_gmt":"2023-06-19T12:29:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=886"},"modified":"2024-02-22T12:34:20","modified_gmt":"2024-02-22T11:34:20","slug":"praktikum-in-einem-forschungsinstitut-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/06\/19\/praktikum-in-einem-forschungsinstitut-portugal\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Forschungsinstitut Portugal"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich seit \u00fcber einem Jahr vor Praktikumsbeginn auf dieses Praktikum gefreut. Mein Traum war es schon lange Wale zu sehen und ich war sehr neugierig darauf ein Meeresbiologisches Recherche Institut kennen zu lernen. Online fand ich dann in Seacolors die perfekte Kombination an Recherche, Natur-und Tierschutz, Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik, sowie Photojournalistische Arbeit. Dass ich weder Portugiesisch konnte noch Erfahrung in der Meeresbiologie hatte, schien nicht weiter zu st\u00f6ren. Die Monate vor meinem Praktikumsbeginn habe ich \u00f6fters mit der Person vor Ort telefoniert. Sie hat mir schon vorab vom Alltag auf dem Wasser und im B\u00fcro erz\u00e4hlt. Nat\u00fcrlich stieg die Vorfreude dadurch umso mehr.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAls ich ankam, war nicht das ganze Team auf Sao Miguel (der gr\u00f6\u00dften Insel der Azoren) anwesend. Es sollte einige Wochen dauern, bis ich die Person, mit der ich die ganze Zeit Kontakt hatte, kennen lernen w\u00fcrde. Bis zu dem Zeitpunkt wurde mir auch nie ganz klar, wie die Saisonplanung aussah und was meine Aufgaben sein w\u00fcrden.<br \/>\nVon einer Mit-Praktikantin, die schon einige Zeit da war, erfuhr ich recht schnell, dass die Kommunikation generell zu W\u00fcnschen \u00fcbriglie\u00df.<br \/>\nLeider wurden ziemlich viele Erwartungen entt\u00e4uscht. Die interne Atmosph\u00e4re und Kommunikation zwischen den sich trennenden EhepartnerInnen, die Seacolors leiteten, war nicht gerade einladend und oft erhielten wir zueinander kontr\u00e4re Anweisungen, die wiederum Frustration ausl\u00f6sten. Abgesehen von der schlechten emotionalen Ebene, war auch wenig von dem mir vorab beschriebenem Alltag Realit\u00e4t. Das \u201eRechercheboot\u201c stand ohne Mast auf einer anderen Insel, das Recherche-Segelboot musste erst von uns in Stand gebracht werden und die Recherche an sich beschr\u00e4nkte sich im Endeffekt auf das Fotografieren von Walflossen, ohne dabei weiter Erkl\u00e4rungen zu bekommen. Wir mussten sehr darauf bestehen, mit den Daten arbeiten zu d\u00fcrfen, was uns nach einiger Zeit auch wieder entsagt wurde.<br \/>\nNat\u00fcrlich war es dennoch ein wundersch\u00f6nes Erlebnis in solch einer Umgebung diese wundervollen Tiere beobachten zu k\u00f6nnen. Aber w\u00e4re mir vorab transparenter die Arbeitsweise bei Seacolors geschildert worden, h\u00e4tte ich mich nach einer anderen M\u00f6glichkeit Erfahrungen zu sammeln entschieden. Tats\u00e4chlich habe ich durch eine Recherchegruppe an der lokalen Uni auf Sao Miguel ein Projekt mitmachen k\u00f6nnen, sodass ich dennoch in dem Feld etwas lernen konnte. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass Seacolors in den Jahren vor der Pandemie eventuell mehr Recherche betrieben hat. Leider hat der pers\u00f6nliche Konflikt der beiden Chefs sehr von der eigentlichen Arbeit abgelenkt.<br \/>\nDie Telefonate mit den vielf\u00e4ltigen Beschreibungen ihrer Arbeit, die ich vor dem Praktikum mit der Chefin gef\u00fchrt hatte, sehe ich r\u00fcckblickend als ihren Wunsch Seacolors mal auf diese Weise zu organisieren, der wenig mit der jetzigen Realit\u00e4t zu tun hat. Grob gesagt, bestand der gr\u00f6\u00dfte Teil unserer Arbeit daraus, die Touris vor-und auf dem Wasser zu begleiten.<br \/>\nTrotzdem habe ich mich bem\u00fcht Seacolors auf diverse Weise auszuhelfen und bin sogar f\u00fcr ein paar Wochen als Babysitterin eingesprungen, damit sie ihr Chaos lichten. Allerdings sollte ich dann immer wieder als \u201enanny\u201c einbezogen werden, sodass ich sie daran erinnern musste nicht deswegen gekommen zu sein.<br \/>\nIm Gro\u00dfen und Ganzen hatte ich trotz all dem eine sch\u00f6ne Zeit und konnte einen Einblick in ein Institut, das sich mit der Meeresbiologie besch\u00e4ftigt gewinnen. Als Laiin zu dem Thema konnte ich mir die gro\u00dfartigen Aspekte vor Augen halten und gr\u00f6\u00dften Teils das Chaos von Seacolors ausblenden. Meine Mit-Praktikantin, die selbst Meeresbiologie studierte, war von Seacolors weitaus mehr desillusioniert, da sie gehofft hatte in der zeit Daten f\u00fcr ihre Masterarbeit zu sammeln. Auch ihr wurde von der Recherche auf zwei verschiedenen Booten erz\u00e4hlt, die M\u00f6glichkeit Unterwasserfotografie zu lernen, Segeln zu lernen, und in die Datenerhebung eingebunden zu werden. All das fand leider nur in den gr\u00f6bsten Ans\u00e4tzen statt.<br \/>\nKurz um; f\u00fcr Studierende der Meeresbiologie k\u00f6nnte Seacolors schnell zur Entt\u00e4uschung werden.<br \/>\nAllerdings h\u00e4tte es online nicht den geringsten Anschein davon gehabt, sodass ich es nicht auf fehlende Vorbereitung liegen kann. Abgesehen davon, wurde mir am Telefon mehrmals spektakul\u00e4r erz\u00e4hlt, was alles so gemacht wird.<br \/>\nOhne dieses Praktikum w\u00e4re ich aber vermutlich nicht auf die Azoren gesto\u00dfen\/gekommen und h\u00e4tte nicht die wunderbaren Erfahrungen auf dem Wasser und auf den Inseln erlebt. Es ist trotzdem ein riesiger Erfahrungsschatz, der durchaus auch besser h\u00e4tte laufen k\u00f6nnen, mich aber trotzdem sehr dankbar macht f\u00fcr die einzigartige Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich seit \u00fcber einem Jahr vor Praktikumsbeginn auf dieses Praktikum gefreut. Mein Traum war es schon lange Wale zu sehen und ich war sehr neugierig darauf ein Meeresbiologisches Recherche Institut kennen zu lernen. 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