{"id":896,"date":"2023-06-27T08:56:56","date_gmt":"2023-06-27T06:56:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=896"},"modified":"2024-02-22T12:35:02","modified_gmt":"2024-02-22T11:35:02","slug":"forschungspraktikum-an-einem-universitaetsinstitut-in-lissabon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/06\/27\/forschungspraktikum-an-einem-universitaetsinstitut-in-lissabon\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum an einem Universit\u00e4tsinstitut in Lissabon"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe ein zweimonatiges Forschungspraktikum an der ISCTE in Lissabon bei einer Professorin im Fachbereich Psychologie absolviert, deren Forschungsschwerpunkte virtuelle Teamarbeit und mentale Gesundheit am Arbeitsplatz sind. Den Kontakt habe ich \u00fcber eine meiner Dozentinnen von der FU erhalten, was mir die Praktikumssuche sehr erleichtert hat. Neben meinem fachlichen Interesse an diesem Arbeitsfeld bestand f\u00fcr mich auch ein gro\u00dfer Vorteil darin, dass ich keine Kenntnisse in der Landessprache ben\u00f6tigte.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIm Vorfeld f\u00fcr das Praktikum war die Wohnungssuche f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung. Alle Leute, die bereits einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit dort waren, haben mir von dem gro\u00dfen Wohnungsmangel berichtet. Letztendlich hatte ich das Gl\u00fcck, das WG-Zimmer einer Bekannten \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen. Die Kommunikation mit dem Vermieter hat mich jedoch einiges an Nerven gekostet. Er sprach kein Wort Englisch, hielt sich nicht an Absprachen und wollte mir auch keinen Mietvertrag oder schriftliche Best\u00e4tigung ausstellen. Das scheint in Lissabon keine Seltenheit zu sein und sollte einen deswegen nicht direkt verunsichern, jedoch h\u00f6rt man auch immer wieder von Betrugsf\u00e4llen. Aufgrund von mangelnden Alternativen habe ich ihm die erste Monatsmiete im Voraus \u00fcberwiesen und auf meine Bekannte<br \/>\nvertraut, die mir versicherte, dass er \u201ean sich nett und vertrauensw\u00fcrdig\u201c war. Die Wohnung an sich war sch\u00f6n und letzten Endes hat auch alles gut funktioniert, dennoch war es f\u00fcr mich bis zum Ende meines Aufenthaltes sehr ungewohnt, dass die Miete einmal pro Monat in bar von allen Bewohner:innen eingesammelt wurde und das gesamte Mietverh\u00e4ltnis ohne jegliche Form der Absicherung f\u00fcr beide Parteien existierte.<br \/>\nWas ich vorher nicht erwartet habe, war, dass die Preise in Lissabon absolut vergleichbar mit denen in Berlin sind, weshalb ein Zimmer direkt im Zentrum auch mal zwischen 600 und 700 Euro kosten kann.<br \/>\nAuch die Preise f\u00fcr Lebensmittel, Bars und Restaurants sind meiner Meinung nach vergleichbar. Deutlich g\u00fcnstiger sind Bolt und Uber und Eintritte in die Clubs. Ich habe etwas weiter au\u00dferhalb gewohnt und<br \/>\nw\u00fcrde empfehlen, in dem Fall besonders darauf zu achten, gut an eine der U-Bahn-Linien angebunden zu sein.<br \/>\nDa ich im Gegensatz zu Auslandsstudierenden keine neuen Leute \u00fcber die Partneruniversit\u00e4t kennenlernen konnte, war ich anfangs etwas besorgt, ob und wie ich in Lissabon Bekanntschaften schlie\u00dfen kann. Da ich w\u00e4hrend des Praktikums nur mit der Professorin und einem Doktoranden<br \/>\nzusammengearbeitet habe, war dieser \u201eklassische\u201c Weg f\u00fcr mich ausgeschlossen. Ich habe daher die App Bumble Friends (das auf Freundschaften ausgelegte Pendant der Dating-App) benutzt, womit ich<br \/>\nwirklich gute Erfahrungen gemacht und sehr nette Leute kennengelernt habe. Generell habe ich den Eindruck, dass in Lissabon sehr viele Leute nur vor\u00fcbergehend, also entweder f\u00fcr ein Auslandssemester\/ Masterstudium, Praktikum oder ein paar Monate Remote-Work, sind. Das hat zum einen den Vorteil, dass man schnell neue Leute kennenlernt, weil diese eben auch daran Interesse haben, in der begrenzten Zeit Bekanntschaften zu machen. Zum anderen habe ich pers\u00f6nlich jedoch kaum Kontakt zu Portugies:innen gehabt. Das mag auch daran liegen, dass Lissabon ein enormes Problem mit<br \/>\nGentrifizierung hat, was dazu f\u00fchrt, dass sich die Locals die teuren Mieten etc. aufgrund eines sehr geringen Mindestlohns nicht leisten k\u00f6nnen.<br \/>\nInsgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Aufenthalt in Lissabon und kann die Stadt nur empfehlen. Gerade im Vergleich zu Berlin empfand ich die Gr\u00f6\u00dfe und Struktur der Stadt sehr angenehm, da man sich schnell zurechtfindet und einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Stadt hat. Besonders die N\u00e4he zu wirklich sch\u00f6nen Str\u00e4nden (mein Favorit war der Strand in Caparica, auch gut zum Surfen) ist ein Highlight.<br \/>\nLissabon ist eine super sch\u00f6ne Stadt, die einem viel bietet. Gerade der Zeitraum von M\u00e4rz bis Juli war meiner Meinung nach ideal, da man so dem oft noch grauen und nassen Deutschland entkommt und aber auch noch nicht mit zu hei\u00dfen Temperaturen in Lissabon konfrontiert ist.<\/p>\n<p><em><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nGenug Zeit f\u00fcr die Wohnungssuche einplanen. Zu fr\u00fch im Voraus macht es jedoch auch keinen Sinn, weil viele Zimmer auch erst sehr kurzfristig angeboten werden.<\/p>\n<p><em>Beantragung Visum<\/em><br \/>\nNicht notwendig<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nF\u00fcr Forschungspraktika kann es sinnvoll sein, die Dozierenden der FU nach Universit\u00e4ten\/ Forschenden im Ausland zu fragen, mit denen sie zusammenarbeiten.<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nKann sehr schwierig in Lissabon sein. Das Pendant f\u00fcr Portale wie ImmoScout u. \u00c4. w\u00e4re idealista, ansonsten gibt es einige Facebook- und WhatsApp-Gruppen, \u00fcber die WG-Zimmer vermittelt werden. Leider gibt es aber auch immer wieder Betrugsf\u00e4lle. Bei Portalen wie Spot a Home kann man Gl\u00fcck haben aber leider auch Pech und der Nachteil besteht darin, dass man nie wei\u00df, mit welchen anderen Personen man zusammenleben wird.<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nAbh\u00e4ngig davon, was der Praktikumsgeber \u00fcbernimmt. F\u00fcr eine Auslandskrankenversicherung kann es sich lohnen, bei der deutsche Krankenversicherung anzufragen. Diese haben manchmal Kooperationen f\u00fcr g\u00fcnstigere Konditionen f\u00fcr die eigenen Versicherten (z. B. TK).<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nNicht notwendig<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nNicht notwendig, deutsche Girokarte \/ Kreditkarte reicht aus.<\/p>\n<p><em>Sonstiges<\/em><br \/>\nEs empfiehlt sich, sich eine Monatskarte f\u00fcr den Nahverkehr zu besorgen. Der Prozess ist zwar etwas aufw\u00e4ndig, da man zu einer Art \u201eBezirksamt\u201c gehen muss und ein Formular mit Passbild ben\u00f6tigt, aber wenn man die teurere Version f\u00fcr 40 Euro im Monat w\u00e4hlt, kann man damit auch an die<br \/>\nStr\u00e4nde fahren, wodurch sich die Investition schnell lohnt.<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><br \/>\nIn Lissabon gibt es super viele Bars \/ Caf\u00e9s, die man am besten einfach selbst beim Rumschlendern entdeckt. Ich w\u00fcrde empfehlen, die touristische Pink Street zu vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe ein zweimonatiges Forschungspraktikum an der ISCTE in Lissabon bei einer Professorin im Fachbereich Psychologie absolviert, deren Forschungsschwerpunkte virtuelle Teamarbeit und mentale Gesundheit am Arbeitsplatz sind. Den Kontakt habe ich \u00fcber eine meiner Dozentinnen von der FU erhalten, was mir die Praktikumssuche sehr erleichtert hat. Neben meinem fachlichen Interesse an diesem Arbeitsfeld bestand f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/06\/27\/forschungspraktikum-an-einem-universitaetsinstitut-in-lissabon\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eForschungspraktikum an einem Universit\u00e4tsinstitut in Lissabon\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":897,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[309092,339553,12055,1928],"class_list":["post-896","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-forschungspraktikum","tag-lissabon","tag-portugal","tag-psychologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=896"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":909,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896\/revisions\/909"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/897"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}