{"id":934,"date":"2023-09-19T12:25:13","date_gmt":"2023-09-19T10:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=934"},"modified":"2024-02-22T12:37:44","modified_gmt":"2024-02-22T11:37:44","slug":"praktikum-an-der-universitaet-pune","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/09\/19\/praktikum-an-der-universitaet-pune\/","title":{"rendered":"Praktikum an der Universit\u00e4t Pune"},"content":{"rendered":"<p><em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nDa ich bereits in Pune gelebt hatte, meldete ich mich sofort bei meinen Freund*innen vor Ort, als ich die Zusage der Partneruniversit\u00e4t bekam und die Corona-Situation besser war. Ich versuchte es schonmal ein Jahr vorher, aber wegen der Corona-Pandemie verz\u00f6gerte sich das Vorhaben aufgrund der Schwere der Infektionszahlen in Indien im Fr\u00fchjahr 2021. Meine Freund*innen und ich suchten gemeinsam nach Wohnungsm\u00f6glichkeiten und ich beantragte das Visum.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Beantragung Visum<\/em><\/p>\n<p>Die Beantragung des Visums gestaltete sich als kleine Zerrei\u00dfprobe. Da alles sehr schnell gehen musste (meine Praktikumszusage aus Indien kam erst sehr sp\u00e4t wegen der Pandemie), konnte ich den Flug nach Indien auch nur sehr kurzfristig buchen. So blieben f\u00fcr die Beantragung des Visums etwa 3 Wochen Zeit. Da es in der Visa-Agentur zu Kommunikationsproblemen kam, war ich in dieser Zeit sehr gestresst und hoffte auf die baldige Erledigung des Visum-Prozesses, sodass ich auch p\u00fcnktlich f\u00fcr das Praktikum und Studium ankomme. Ich war 4-mal in dieser Agentur und jedes Mal wurden neue Formulare und Best\u00e4tigungen von mir verlangt, die vorher nicht kommuniziert wurden oder auch nicht so als Voraussetzung f\u00fcr das Studenten-Visum online angegeben wurden. Das war sehr frustrierend. Deshalb mein Tipp: so bald wie m\u00f6glich mit der Beantragung des Visums beginnen und gleich beim ersten Mal in der Agentur nach weiteren ben\u00f6tigten Dokumenten fragen (Ich sollte beispielsweise Kontoausz\u00fcge mit einem Kontostand von mehr als 3000\u20ac vorweisen k\u00f6nnen, was mir aber erst beim dritten Besuch gesagt wurde). Nach zweieinhalb Wochen hatte ich dann nach einem anstrengenden, nervenzerrei\u00dfenden Prozess und vielen Besuchen endlich mein Visum f\u00fcr 6 Monate und beruhigt fliegen.<\/p>\n<p><em>Zum Prozess:<\/em><br \/>\nDas (Studenten-)Visum beantragt man zuerst online (https:\/\/indianvisaonline.gov.in\/visa\/index.html), druckt das Formular aus und unterschreibt es. Achtung: man ben\u00f6tigt Visum-Fotos im Format 5 cm x 5 cm! Dieses Foto l\u00e4dt man online hoch und man braucht es auch f\u00fcr das gedruckte Formular.<br \/>\nMit diesem Formular, dem Reisepass und den ben\u00f6tigten Unterlagen geht man in Berlin zu<\/p>\n<p>IVS GLOBAL SERVICES<br \/>\nT\u00fcrkenstr. 25A, 13349 Berlin Website: http:\/\/ivs-germany.in\/<\/p>\n<p>und bezahlt etwa 80 \u20ac f\u00fcr das Visum in bar (Kartenzahlung nicht akzeptiert!).<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nDie Praktikumssuche gestaltete sich als einfach, da die Universit\u00e4t in Pune auch eine Partneruniversit\u00e4t der FU ist und der Kontakt nach Pune so schnell aufgebaut werden konnte. In meinem Studiengang (Master: Deutsch als Fremdsprache \u2013 Kulturvermittlung) ist das Auslandspraktikum und -studium obligatorisch.<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><\/p>\n<p>Eine deutsche Freundin von mir, die schon seit 10 Jahren in Indien lebt und arbeitet, lie\u00df mich bei ihr wohnen. Ich zahlte ihr 15000-20000 INR monatlich f\u00fcr die sch\u00f6ne Wohnung mit Garten im Stadtteil Koregaon Park.<\/p>\n<p>Versicherung<br \/>\nIch schloss privat eine Auslandskrankenversicherung ab, von der ich auch wirklich Gebrauch machte.<br \/>\nMeine in Deutschland bestehende Haftpflichtversicherung bestand weiterhin.<\/p>\n<p><em>Sonstiges<\/em><br \/>\nDies war mein zweiter Aufenthalt in Indien, der \u00fcber einige Monate ging. Beide Male bin ich sehr krank geworden.<br \/>\n1. Mal: starke Erk\u00e4ltung, die sich \u00fcber Monate gezogen hatte.<br \/>\n2. Mal: Dengue-Fieber. Das war eine furchtbare Erfahrung, mit langanhaltenden Nebenwirkungen. Deshalb mein Tipp: immer M\u00fcckenspray auftragen und lange Bekleidung tragen!<br \/>\nVor allem im Monsun muss man aufpassen, was man isst, da man sehr leicht Bauchschmerzen und Durchfall bekommen kann. Deswegen Achtung bei Street Food.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nMeine Freund*innen organisierten eine Telefonkarte f\u00fcr mich, da es f\u00fcr Ausl\u00e4nderinnen nicht so leicht ist, einen Vertrag zu bekommen, wenn man keine feste Anschrift hat oder nur auf einem Visum im Land ist.<br \/>\nDer Internetanschluss bei meiner Freundin war gr\u00f6\u00dftenteils stabil, aber es kommt in Indien immer wieder zu Stromausf\u00e4llen, vor allem in der Monsunzeit, die einige Stunden dauern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nIch aktivierte mein altes Bankkonto (ICICI Bank), dass seit meinem ersten Aufenthalt (2019- 2020) bestand und eingefroren war.<br \/>\nJedoch sollte es kein Problem sein, ein Konto zu er\u00f6ffnen. Man braucht daf\u00fcr das FRRO- Certificate (siehe n\u00e4chster Punkt).<br \/>\nIch konnte immer mit meiner deutschen EC-Karte Geld abheben. Mit meiner Visa Debitkarte (funktioniert wie eine Kreditkarte) konnte ich auch bezahlen.<\/p>\n<p><em>Sonstiges<\/em><br \/>\nAls Ausl\u00e4nder*in muss man sich in Indien 10 Tage nach der Einreise registrieren. Das geht \u00fcber das e-FRRO-Online-Portal (https:\/\/indianfrro.gov.in\/eservices\/home.jsp). F\u00fcr die Registrierung ben\u00f6tigt man wieder allerlei Dokumente. Ich war damals auch bei der Polizei und habe mich dort angemeldet.<br \/>\nHat man die Registrierung abgeschlossen, darf man im Land reisen.<br \/>\nAllgemein funktioniert fast alles online in Indien. Ich empfehle die Apps Uber und Ola, mit denen man Rikschas und Taxis bestellen kann. Und immer wenn ich mit einer Rikscha gefahren bin, habe ich eine Maske getragen, da die Luftverschmutzung sehr stark ist.<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><br \/>\nDie Inder*innen wissen, wie man feiert! Es hat immer wieder Spa\u00df gemacht, feiern zu gehen und dabei einen Mix aus Bollywood und internationaler Musik zu h\u00f6ren und dazu zu tanzen. In dem Stadtteil, in dem ich wohnte, oder auch in den Stadtteilen Magarpatta und Kalyani Nagar konnte man wunderbar feiern gehen und auch wunderbar Essen gehen.<br \/>\nWenn man sich an Streetfood trauen m\u00f6chte (was man auch unbedingt versuchen sollte!), empfehle ich, den Garden Vada Pav zu essen. Allgemein gibt es in Pune ganz leckere Gerichte zu entdecken. Vegetarisch wie nicht-vegetarisch, alles schmeckt vorz\u00fcglich!<\/p>\n<p><em>Sonstiges<\/em><br \/>\nEs kann passieren, als europ\u00e4ische Person besonders stark angesehen und angesprochen zu werden. Oft hat man mich nach Selfies gefragt, oder aber auch versucht, heimlich Fotos und Videos von mir zu machen. Darauf muss man sich mental einstellen \u2013 das ist nicht immer sch\u00f6n.<br \/>\nDas Reisen mit Bus und Bahn innerhalb Indiens ist sehr, sehr, sehr g\u00fcnstig und immer wieder eine Erfahrung wert. Es gibt viele Sleeper-Z\u00fcge und -Busse, die das Reisen einfacher machen. Da es durch Klimaanlagen in den Verkehrsmitteln sehr kalt werden kann, empfehle ich, eine Reisedecke und\/oder einen Schlafsack mitzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbereitung Da ich bereits in Pune gelebt hatte, meldete ich mich sofort bei meinen Freund*innen vor Ort, als ich die Zusage der Partneruniversit\u00e4t bekam und die Corona-Situation besser war. Ich versuchte es schonmal ein Jahr vorher, aber wegen der Corona-Pandemie verz\u00f6gerte sich das Vorhaben aufgrund der Schwere der Infektionszahlen in Indien im Fr\u00fchjahr 2021. 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