{"id":951,"date":"2023-10-24T11:19:09","date_gmt":"2023-10-24T09:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=951"},"modified":"2024-02-22T12:38:58","modified_gmt":"2024-02-22T11:38:58","slug":"praktikum-in-einem-universitaetsklinikum-in-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/10\/24\/praktikum-in-einem-universitaetsklinikum-in-norwegen\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Universit\u00e4tsklinikum in Norwegen"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich aufgrund von Corona nicht die M\u00f6glichkeit hatte, ein normales Erasmussemester in Norwegen zu absolvieren, war f\u00fcr mich relativ schnell klar, wenigstens einen Teil meines Praktischen Jahres in Norwegen zu verbringen. Bergen war f\u00fcr zu diesem Zeitpunkt definitiv nicht mein Wunschort, nachdem ich auf meiner Rundreise durch Norwegen 2019 das typische Bergenwetter mit ganz viel Regen erfahren hatte. Bergen war jedoch die einzige Universit\u00e4t, die mir zusicherte, mir alle erforderlichen Dokumente f\u00fcr meinen Aufenthalt und die Anerkennung an meiner Heimatuniversit\u00e4t auszustellen. Und direkt vor ab \u2013 Bergen hat sich w\u00e4hrend meines Aufenthalts von seiner besten Seite gezeigt. Von -12 Grad und Schnee \u00fcber Regen bis zu Sonne und 30 Grad war in meinen knapp 4 Monaten alles dabei. Und auch die Arbeitsbedingungen best\u00e4tigten, dass Bergen trotz meinen Vorurteilen \u00fcber die regenreichste Stadt Europas eine perfekte Wahl f\u00fcr meinen Auslandsaufenthalt waren. Mein Praktikum am Universit\u00e4tsklinikum in Bergen war Teil meines praktischen Jahres.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Ich habe mein Tertial der Inneren Medizin hier absolviert. Ab dem ersten Tag an wurde ich sofort als Teil des Teams gesehen und habe eine Einarbeitung in alle verwendeten Computerprogramme und den Arbeitsablauf bekommen. Mein Arbeitsalltag begann morgens um 8 Uhr mit einer Fr\u00fchbesprechung gefolgt von einer weiteren Besprechung aller Patienten auf Station. Besonders beeindruckt hat mich, dass sich jeden morgen die Zeit f\u00fcr eine 15 min\u00fctige Fortbildung gefunden hat, an der alle internistischen Abteilung gemeinsam \u00fcber Teams oder im H\u00f6rsaal teilgenommen haben. Im Anschluss ging der Klinikalltag mit Pr\u00e4visite und Visite beim Patienten weiter. Mit der Zeit konnte ich hier eigene Patientengespr\u00e4che \u00fcbernehmen und diese auch selbstst\u00e4ndig dokumentieren sowie weitere notwendige Untersuchungen anfordern. Auch die geplanten Patientenaufnahmen habe ich nach einiger Zeit ohne Probleme durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Auch wenn ich zu Beginn noch Probleme mit der norwegischen Sprache hatte (es gibt einfach viel zu viele verschiedene Dialekte), stellte dies am Ende meines Aufenthaltes keine Probleme mehr da, so dass ich auch in der Notaufnahme unter Aufsicht eigenst\u00e4ndig Patienten aufnehmen konnte. Da ich nicht fest in den Dienstplan eingeteilt war, hatte ich die M\u00f6glichkeit mir alle verschiedenen Unterabteilungen der Gastroenterologie anzugucken. Neben der Funktionsdiagnostik (Magen- und Darmspiegelungen sowie Ultraschall) konnte ich auch in den Sprechstunden dabei sein oder eben in der Notaufnahme spannende F\u00e4lle verfolgen oder eigenst\u00e4ndig Patienten untersuchen. Dienstschluss war sp\u00e4testens um 16 Uhr, wenn man vorher seine Aufgaben erledigt hatte, konnte man aber auch direkt nach der Nachmittagsbesprechung, welche um 15 Uhr begann, den Feierabend einl\u00e4uten. \u00dcberstunden gibt es in Norwegen so gut wie nie. Und auch das Arbeitsklima war ganz anders als in Deutschland. Egal ob Oberarzt, Pflege oder Assistenzarzt, alle sind einem auf Augenh\u00f6he begegnet und haben einem gerne alle Fragen beantwortet oder auch selbstst\u00e4ndig medizinische Fragestellungen erkl\u00e4rt. Doch das wichtigste, auch die noch so kleine Unterst\u00fctzung wurde wertgesch\u00e4tzt! Eine Wohnung findet ihr entweder \u00fcber Sammen (Studentenwohnheim, teils deutlich g\u00fcnstiger als ein WG-Zimmer) oder \u00fcber hybel.no (die norwegische Website f\u00fcr Wohnungssuchen). Ich habe mit einer norwegischen Krankenschwester zusammengewohnt, wodurch sich mein Norwegisch ebenfalls deutlich verbessert hat. Durch unsere unterschiedlichen Schichten hatten wir aber leider nicht die M\u00f6glichkeit viel gemeinsam zu unternehmen. Doch dies hat nicht dazu gef\u00fchrt, dass ich mich in meiner Freizeit gelangweilt habe. Daf\u00fcr gab es n\u00e4mlich BSI, Sammen Trening und Freundschaften die dar\u00fcber entstanden sind. Eines meiner sch\u00f6nsten Erlebnisse in Norwegen hatte ich relativ fr\u00fch nach meiner Ankunft. Mit der BSI hatte ich die M\u00f6glichkeit nach Hoddevikka zu fahren um dort bei 4 Grad Au\u00dfentemperatur, Schneeresten und ganz viel Sonne einen Surfkurs zu absolvieren. Dick eingepackt in Wollunterw\u00e4sche, Wollsocken, Neoprenanzug, -handschuhen und -schuhen haben auch die Wassertemperaturen nicht gest\u00f6rt und wir haben gemeinsam die Wellen bezwungen. Das Panorama war einfach atemberaubend und ich kann wirklich jedem empfehlen, diesen Surfkurs mitzunehmen, der einmal pro Semester organisiert wird. Denn neben dem Spa\u00df am Surfen hatte man hier auch die M\u00f6glichkeit neue Freundschaften zu kn\u00fcpfen, mit denen man dann zur\u00fcck in Bergen die 7 Berge der Stadt erklimmen konnte. So kam es, dass wir gegen Ende des Semesters den Vidden (Hochebene vom Ulriken zum Floyen) \u00fcber Nacht gelaufen sind. Auch dies war eine einzigartige Erfahrung, denn dunkel wurde es nicht. Die Abendd\u00e4mmerung ist direkt in die Morgend\u00e4mmerung \u00fcbergegangen, sodass wir ca. 5h lang einen rot-orange gef\u00e4rbten Himmel bewundern konnten. Aber Achtung beim Wandern, es springen gerne kleine Fr\u00f6sche \u00fcber den Weg, also nicht erschrecken! Doch neben den sch\u00f6nen Wanderungen sollte auch das Schwimmen im Fjord oder Meer nicht zu kurz kommen. Passend dazu wird von Norwegern gerne der Einwegsgrill ausgepackt und W\u00fcrstchen gegrillt \u2013 neben dem Taco-Friday eine typische Essgewohnheit der Norweger. Auch eine Kayaktour durch einen der Fjorde (West-)Norwegens kann ich euch bei sch\u00f6nem Wetter nur empfehlen. Aber eigentlich ist es komplett egal, wo ihr euch in und um Bergen aufhaltet, jeder Ort ist einfach atemberaubend! Wer kein eigenes Auto hat, kann auch gut mit dem Zug, Bus oder sogar den Speed-F\u00e4hren einen gro\u00dfen Teil von Norwegens Natur erkunden. Nach meinen knapp 4 Monaten in Norwegen kann euch sagen, mit fehlt Bergen nach weniger als einem Monat zur\u00fcck in Berlin jetzt schon. Die Menschen wirkten einfach viel entspannter und weniger gestresst. Und auch wenn ich nie ein Wandermensch war und ohne jegliche Wanderausstattung nach Bergen gegangen bin, fehlen mir tats\u00e4chlich auch die Berge mit ihrem Ausblick \u00fcber das Meer. Daher gilt: Norwegen \u2013 wir werden uns wieder sehen! Ob zum Arbeiten oder zum Urlaub machen, spielt dabei erstmal keine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nSprachkurs an der VHS<\/p>\n<p><em>Beantragung Visum<\/em><br \/>\nnicht notwendig<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nPer Email bei der Eramuskoordination angefragt<br \/>\nWohnungssuche<br \/>\n\u00dcber hybel.no<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nVor Antritt selber abgeschlossen \u00fcber die deutsche \u00c4rztefinanz bzw. schon gehabt.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nHandy-Simkarten bei Narvesen g\u00fcnstig zu erwerben, nur f\u00fcr Rabatte in Superm\u00e4rkten, Zustellung von Paketen notwendig. An sich ist der deutsche Handyvertrag meist auch in Norwegen g\u00fcltig. Internet meist in Wohnung inkludiert.<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nNicht erforderlich<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><br \/>\nMehrere Bars in der Innenstadt, aber bedenkt die hohen Preise f\u00fcr Alkohol. Im Supermarkt kein Alkoholverkauf nach 18\/20 Uhr<br \/>\nSonstiges<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich aufgrund von Corona nicht die M\u00f6glichkeit hatte, ein normales Erasmussemester in Norwegen zu absolvieren, war f\u00fcr mich relativ schnell klar, wenigstens einen Teil meines Praktischen Jahres in Norwegen zu verbringen. 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