{"id":956,"date":"2023-10-24T11:43:02","date_gmt":"2023-10-24T09:43:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=956"},"modified":"2024-02-22T12:39:15","modified_gmt":"2024-02-22T11:39:15","slug":"praktikum-bei-der-deutschen-akademie-rom-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/10\/24\/praktikum-bei-der-deutschen-akademie-rom-in-italien\/","title":{"rendered":"Praktikum bei der Deutschen Akademie Rom in Italien"},"content":{"rendered":"<p>Im Sommersemester 2023 habe ich f\u00fcr drei Monate ein Praktikum in der Casa Baldi, einem Ableger der deutschen Akademie in Rom, absolviert. Im Rahmen des kuratorischen Praktikums habe ich die drei Stipendiat*innen in Olevano Romano betreut und sie in ihren Projekten f\u00fcr die Jahresabschlussveranstaltung, das Festa dell\u2019Arte, unterst\u00fctzt.<br \/>\nAuf das Praktikum bin ich \u00fcber den deutsch-italienischen Jugendaustausch Viavai (https:\/\/buero-viavai.eu\/ ) gesto\u00dfen. F\u00fcr alle, die nach einem Praktikum in Italien suchen, kann ich deren Website sehr empfehlen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBewerbung:<\/p>\n<p>Beworben habe ich mich ca. ein Dreivierteljahr im Voraus \u2013 gerade f\u00fcr die Casa Baldi werden aber auch hin und wieder kurzfristiger Praktikumspl\u00e4tze vergeben. Wer ein Praktikum bei der Villa Massimo in Rom absolvieren m\u00f6chte, sollte sich jedoch fr\u00fcher bewerben.<br \/>\nDas Bewerbungsgespr\u00e4ch fand auf Deutsch und Italienisch statt. In dem Gespr\u00e4ch ging es vor allem um Erfahrungen im Bereich K\u00fcnstler*innenbetreuung und um den Ort Olevano Romano, in dem Casa Baldi und Villa Serpentara (diese geh\u00f6rt zur Akademie der K\u00fcnste, wird aber von der Deutschen Akademie mitverwaltet) liegen.<br \/>\nDie Bewerbung f\u00fcr eine Erasmus-F\u00f6rderung beinhaltet verschiedene Dokumente und den Abschluss bestimmter Versicherungen. Hier ist es gut, sich bereits vorab zu informieren. Seitens meines Studiengangs Kultur- und Medienmanagement und der Deutschen Akademie wurden die Dokumente sehr schnell unterschrieben. Die verschiedenen Formulare wirken erst abschreckend, lassen sich aber eigentlich schnell ausf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Vorbereitungen:<\/p>\n<p>Die Vorbereitungen waren im Vergleich zu anderen Auslandsaufenthalten sehr unkompliziert. Von der Deutschen Akademie bekommen Praktikant*innen in Olevano Romano eine (sehr sch\u00f6ne!) Wohnung in der Casa Baldi gestellt. Dadurch f\u00e4llt dieser anstrengende Punkt weg. Auch Bettw\u00e4sche und Handt\u00fccher sind dort vorhanden, was das Gep\u00e4ck bei mir stark reduziert hat.<\/p>\n<p>Ablauf:<\/p>\n<p>Praktikant*innen der Casa Baldi verbringen die erste Woche in Rom, wo sie in einem kleinen Zimmer in der Villa Massimo untergebracht werden. Da ich um Ostern herum angekommen bin, hatte ich mit den Feiertagen zehn Tage in Rom und damit viel Zeit, die Stadt und Umgebung anzuschauen. In dieser ersten Woche lernt man die Mitarbeiter*innen und einige der Rompreistr\u00e4ger*innen kennen und bekommt einen Eindruck von der Arbeit der deutschen Akademie.<br \/>\nNach der Zeit in Rom bin ich dann mit einer Mitarbeiterin nach Olevano Romano gefahren, wo ich die Stipendiat*innen kennengelernt und meine Wohnung bezogen habe.<br \/>\nW\u00e4hrend dem Praktikum hatte ich allerdings immer wieder die M\u00f6glichkeit, das ein oder andere Wochenende in der Villa Massimo in Rom zu verbringen.<br \/>\nAm Ende war ich f\u00fcr den Aufbau des Festa dell\u2019Arte noch einmal zehn Tage in Rom.<\/p>\n<p>Aufgaben:<\/p>\n<p>In dem Praktikum geht es vor allem darum, als Ansprechpartner*in vor Ort zu sein und die Stipendiat*innen zu unterst\u00fctzen. Die Unterst\u00fctzung beinhaltet sowohl allt\u00e4gliche Dinge als auch \u00dcbersetzung ins Italienische und die Mithilfe bei k\u00fcnstlerischen Projekten. Dadurch h\u00e4ngen die tats\u00e4chlichen Aufgaben auch stark von den Stipendiat*innen ab. Der Zeitraum in dem ich dort war (April \u2013 Juni), ist besonders interessant, weil die K\u00fcnstler*innen dann Teil der gro\u00dfen Abschlusspr\u00e4sentation in Rom sind und so viel vorbereitet werden muss.<br \/>\nIch habe insbesondere bei einem Fotoprojekt mitgeholfen, das sich mit der Landschaftsmalerei der Romantik in Olevano Romano besch\u00e4ftigt hat. Diese Aufgabe hat mir besonders viel Spa\u00df gemacht, weil<br \/>\nich daf\u00fcr mit den K\u00fcnstler*innen mehrere Orte in der Umgebung besucht habe und bei einer F\u00fchrung auf dem Gel\u00e4nde der Serpentara \u00fcbersetzen durfte.<br \/>\nDa in meinem Zeitraum zwei bildende K\u00fcnstlerinnen und ein Architekt ein Stipendium hatten, konnte ich viel \u00fcber diese Bereiche lernen und einen Einblick in deren Arbeitsweisen bekommen. Gerade dadurch, dass man mit den Stipendiat*innen im selben Haus wohnt, kriegt man den k\u00fcnstlerischen Prozess von Anfang bis Ende mit.<br \/>\nAndere Aufgaben bestanden darin, mit zur Druckerei oder zur Tischlerei zu fahren. Auch war ich als Praktikantin hin und wieder Ansprechpartnerin f\u00fcr Techniker*innen, Reinigungskr\u00e4ften und G\u00e4rtner*innen, die in auf dem Gel\u00e4nde gearbeitet haben.<br \/>\nBesonders spannend fand ich am Ende auch die Organisation und den Aufbau der Abschlussausstellung.<br \/>\nW\u00e4hrend des Praktikums kommt ca. einmal w\u00f6chentlich eine Mitarbeiterin der Villa Massimo vorbei. Auch hatte ich h\u00e4ufig telefonischen Kontakt. So ist man zwar gewisserma\u00dfen auf sich allein gestellt, hat aber feste Ansprechpartner*innen, die einem immer helfen k\u00f6nnen.<br \/>\nDa die Aufgaben stark an die Bed\u00fcrfnisse der K\u00fcnstler*innen gekn\u00fcpft sind, ist jedoch unterschiedlich viel zu tun. Phasenweise hatte ich viele Aufgaben und war den ganzen Tag unterwegs, an anderen Tagen hatte ich sehr viel Zeit, an meiner Masterarbeit zu schreiben. Deshalb w\u00fcrde ich das Praktikum vor allem Studierenden empfehlen, die noch ein eigenes Projekt (egal ob Uni oder anderes) mitbringen. Das eigene B\u00fcro in der Casa Baldi bietet die M\u00f6glichkeit, intensiv daran zu arbeiten und trotzdem allen Praktikumsaufgaben vollst\u00e4ndig nachzukommen.<br \/>\nAuf der anderen Seite liegt die Herausforderung darin, auch abschalten zu k\u00f6nnen, obwohl man auf demselben Gel\u00e4nde lebt und arbeitet. Ich habe dabei gelernt, meine Grenzen besser abzustecken.<\/p>\n<p>Sprache:<\/p>\n<p>Bevor ich mein Praktikum in Italien begonnen habe, hatte ich bereits ein Erasmus-Semester in Verona verbracht und dort auch Vorlesungen \/ Seminare auf Italienisch belegt. Weiterhin habe ich schon in der Schule Italienisch gelernt und w\u00e4hrend dem Studium weitere Sprachkurse besucht. Ein Niveau von B2 \/ C1 ist f\u00fcr das Praktikum notwendig und auf jeden Fall sinnvoll. Gerade mit den \u00dcbersetzungen von Fachbegriffen wie \u201eSiebdruck\u201c oder \u201eKeilrahmen\u201c bin ich trotzdem immer wieder an meine Grenzen gekommen. Mir ist im Rahmen des Aufenthalts auch klar geworden, wie schwer \u00dcbersetzen ist.<br \/>\nWer wirklich die ganze Zeit am Arbeitsplatz Italienisch sprechen m\u00f6chte, ist in dem Praktikum vielleicht eher unzufrieden, da man mit den Stipendiat*innen auch viel Deutsch spricht und in der Villa Massimo beide Sprachen gesprochen werden. Trotzdem hatte ich das Gef\u00fchl, meine Sprachkenntnisse haben sich verbessert. Auf jeden Fall bin ich sicherer darin geworden, auf Italienisch zu telefonieren.<br \/>\nFreizeit und Leben in Olevano Romano:<br \/>\nIn Olevano Romano zu wohnen, war f\u00fcr mich eine spannende Erfahrung. Der Ort liegt \u00f6stlich von Rom und ist mit dem Auto circa eine Stunde von der Stadt entfernt. Da man als Praktikantin aber \u00fcber kein Auto verf\u00fcgt, muss man mit Bus + Metro bzw. Bus + Zug nach Rom fahren. Die Anbindung ist, besonders am Wochenende, nicht sehr gut. Und einmal musste ich nach Hause trampen, weil der Bus nicht kam.<br \/>\nF\u00fcr ein paar Monate hatte ich so das Gef\u00fchl, tats\u00e4chlich auf dem Land zu leben.<br \/>\nIn dem Ort gibt es, obwohl er recht klein ist, alle Gesch\u00e4fte, die man braucht. So kommt man auch ohne Auto gut klar. Auch findet man zahlreiche Caf\u00e9s, Restaurants und ein Schwimmbad.<br \/>\nZum Gl\u00fcck waren in meinem Zeitraum sehr nette Stipendiat*innen da, mit denen ich viel unternommen habe. Am Wochenende haben wir hin und wieder einen Ausflug gemacht oder sind zusammen Essen gegangen. Gerade Ausfl\u00fcge nach Anagni, Subiaco und Tivoli sind sehr sch\u00f6n.<br \/>\nObwohl man immer wieder Zeit in Rom verbringen kann, sollte man sich nur f\u00fcr das Praktikum bewerben, wenn man auch Lust hat, Zeit alleine zu verbringen. Mir hat es sehr gefallen auf der Terrasse zu lesen, im Olivenhain zu liegen und schwimmen zu gehen. Allerdings habe ich mich auch immer sehr auf Besuch und die Wochenenden in Rom gefreut!<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><br \/>\n<em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nUnkomplizierte Vorbereitung dadurch das Wohnungssuche wegf\u00e4llt.<\/p>\n<p><em>Beantragung Visum<\/em><br \/>\nIch musste (als EU-B\u00fcrgerin) kein Visum beantragen<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nF\u00fcr Praktika in Italien: Deutsch-Italienischer Jugendaustausch Viavai, https:\/\/buero-viavai.eu\/<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nWer ein Praktikum bei der Deutschen Akademie Rom absolviert, bekommt auch in Olevano Romano eine Wohnung gestellt. Diese liegt ebenfalls in der Casa Baldi und ist sehr sch\u00f6n.<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nF\u00fcr das Praktikum ben\u00f6tigt man die Standard-Versicherungen f\u00fcr ein Erasmus-Ausslandspraktikum<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><br \/>\n<em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nIm B\u00fcro in der Casa Baldi hat man auch ein Telefon. Das Internet in der Praktikant*innenwohnung ist nicht besonders gut<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nIch hatte bereits eine Konto mit einer Debitkarte, mit der ich geb\u00fcrenfrei im Ausland zahlen kann. Das war f\u00fcr den Aufenthalt sehr sinnvoll<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><br \/>\n<em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><br \/>\nAusgehm\u00f6glichkeiten gab es vor allem bei Besuchen in Rom. In Olevano Romano selbst gibt es zahlreiche kleine Caf\u00e9s und Bars sowie ein Schwimmbad. Auch in der Umgebung kann man sch\u00f6ne Ausfl\u00fcge unternehmen (Subiaco, Anagnina, Tivoli) jedoch sind viele der Orte schlecht mit dem Bus zu erreichen.<br \/>\nSonstiges<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommersemester 2023 habe ich f\u00fcr drei Monate ein Praktikum in der Casa Baldi, einem Ableger der deutschen Akademie in Rom, absolviert. Im Rahmen des kuratorischen Praktikums habe ich die drei Stipendiat*innen in Olevano Romano betreut und sie in ihren Projekten f\u00fcr die Jahresabschlussveranstaltung, das Festa dell\u2019Arte, unterst\u00fctzt. 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