{"id":997,"date":"2023-11-16T10:20:03","date_gmt":"2023-11-16T09:20:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=997"},"modified":"2024-02-22T12:42:15","modified_gmt":"2024-02-22T11:42:15","slug":"praktikum-in-einem-wissenschaftszentrum-in-abisko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/11\/16\/praktikum-in-einem-wissenschaftszentrum-in-abisko\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Wissenschaftszentrum in Abisko"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Bericht widmet sich meinem dreimonatigen Praktikum an der Abisko naturvetenskapliga station (ANS) in Abisko, Schwedisch-Lappland, im Sommer 2023. Mit der Gr\u00fcndung der Abisko Scientific Research Station 1913 wurde der Grundstein f\u00fcr ein mitterweile international genutztes, multidisziplin\u00e4res Wissenschaftszentrum gelegt. Nachdem vor \u00fcber 100 Jahren mit kontinuierlichen Boden- und Luft- Temperaturmessungen an mehreren Standorten in der Umgebung begonnen wurde, wird heute neben meteorologischer Datenerfassung auch unter anderem die Limnologie, \u00d6kologie und Geologie der einzigartigen subarktischen Umgebung erforscht.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die ANS liegt an der s\u00fcdlichen K\u00fcste des Sees Tornetr\u00e4sk, unmittelbar an der Grenze des Abisko Nationalparks, n\u00f6rdlich des Polarkreises.<br \/>\nFest angestellt an der Station sind 12 Personen, doch \u00fcber das Jahr verteilt werden \u00fcber 500 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beherbergt. Geleitet wird ANS von dem Swedish Polar Research Secretariat, und durch den Beitritt zum internationalen Netzwerk \u201eUniversity of the Arctic\u201c steht auch vielen Studierenden der Zugang zu Bildung und praxisorientierter Wissenschaft offen. An der Station wird international geforscht, daher wird auf dem gesamten Gel\u00e4nde gr\u00f6\u00dftenteils auf Englisch kommuniziert.<br \/>\nDank der guten Zug\u00e4nglichkeit und der Pr\u00e4senz representativer Flora und Fauna f\u00fcr das arktische Klima und dementsprechend der Aufmerksamkeit von Forschenden, wurde die Umgebung zu einem gesch\u00fctzen Nationalpark erkl\u00e4rt. In diesem k\u00f6nnen nachhaltig repr\u00e4sentativ alpine und subalpine \u00d6kosysteme erforscht werden, welche durch den Nationalpark-Status unter besonderem Schutz stehen. Durch die Erforschung der Effekte von Langzeit-Klimaver\u00e4nderungen auf naturbelassene \u00d6kosysteme, k\u00f6nnen fr\u00fchzeitig Trends erkannt werden, welche Schlussfolgerungen im gr\u00f6\u00dferen, globalen Ma\u00dftab erlauben. Die Polarregionen sind besonders stark von Klimaver\u00e4nderungen betroffen, und k\u00f6nnen Anhaltspunkte geben, f\u00fcr Umweltver\u00e4nderungen auch in anderen, st\u00e4rker bev\u00f6lkerten Gegenden der Erde.<br \/>\nKoordiniert von der Umea University wird das umfangreiche Projekt \u201eClimate Impact Research Centre\u201c (CIRC), welches Effekte der Klimaver\u00e4nderungen auf arktische \u00d6kosysteme untersucht. Dazu geh\u00f6ren Arbeitsgruppen mit der Thematik Pflanzen-Best\u00e4uber Interaktionen, Pflanzen<br \/>\nPh\u00e4nologie, Pflanzen Boden Interaktionen und viele weitere. Auch mein Projekt, \u201eArcticBuzz\u201c, welches sich der Netzwerk-Zusammensetzung hinsichtlich Pflanzen und Best\u00e4ubern, sowie deren Interaktionen und der Ph\u00e4nologie widmet, steht unter dem Namen des CIRC Projektes.<br \/>\nAuf dem im Nationalpark befindlichen Berg Mt. Nuolja befinden sich entlang des H\u00f6hegradienten festgelegte Transekte, auf welchen die Datenerfassung stattfindet. Seit f\u00fcnf Jahren wird jeweils in den Monaten Mai-September die gleiche Methode angewandt, um Langzeitdaten zur Pflanzenph\u00e4nologie, sowie zur Netzwerzusammensetung bez\u00fcglich Pflanzen und Hummeln in verschiedenen Habitaten zu erfassen. Die Zonen unterscheiden sich durch die Position auf dem Berg und durch die damit einhergehenden Temperaturunterschiede auch in den sie besiedelnden Organismen. Tiefere Zonen, wie der alte Wald und der neue Wald, dominiert von Birken, bieten einen Lebensraum f\u00fcr andere Best\u00e4uber, als die h\u00f6her gelegenen Strauch- oder Weide Zonen. An Best\u00e4ubern werden ausschlie\u00dflich Hummeln untersucht, daher auch der Projektname \u201eArcticBuzz\u201c. In festgelegten Zeitr\u00e4umen werden diese in den Transekten mit Netzen gefangen, deren Art bestimmt, DNA Proben genommen bevor sie anschlie\u00dfend wieder befreit werden. Protokolliert wird au\u00dferdem, welche Pflanzen in den Transekten vorkommen, und welche Hummelspezies mit welcher Pflanzenspezies interagiert.<br \/>\nAls Praktikantin in dem Projekt bin ich gr\u00f6\u00dftenteils in der Feldarbeit t\u00e4tig gewesen, doch lernte auch neue Methoden im Labor kennen, um morphologische Daten zu Pflanzen und Hummeln zu erfassen. Statistische Arbeit und Datenverarbeitung musste ich nicht eigenst\u00e4ndig durchf\u00fchren, doch ich konnte reichlich Einblicke in die Projekte der anderen Mitglieder meiner Arbeitsgruppe bekommen. Dies waren gr\u00f6\u00dftenteils Studenten und Studentinnen im Master, die zu den erfassten Daten Hypothesen aufgestellt haben, und dazu einen wissenschaftlichen Bericht verfassen mussten. Meine Arbeitsgruppe bestand neben mir noch aus einem weiteren Praktikanten, vier Masterstudenten und einer PhD.<br \/>\nAufmerksam bin ich auf das Praktikum geworden durch eine kurze Internetrecherche nach Erasmus+ Praktika, die Feldarbeit beinhalten w\u00fcrden, einen \u00f6kologischen Ansatz verfolgen, und von meiner Universit\u00e4t mit Leistungspunkten angerechnet werden k\u00f6nnen. Nachdem ich mein Motivationsschreiben, sowie meinen Lebenslauf eingereicht hatte (Oktober 2022, Projektstart sollte Sommer 2023 sein), wurde ich zu einem Kennenlernen \u00fcber Zoom eingeladen. In dem kurzen, zwanglosen Videotelefonat haben mir Projektleiter Richard Gill, sowie PhD Aoife Cantwell-Jones etwas mehr zu dem Projekt erz\u00e4hlt, sowie mir einige Fragen<br \/>\nzu meinen Interessen und bisherigen Erfahrungen und Erwartungen gestellt. Zwei Monate vor Projektbeginn wurde ich erneut kontaktiert um meine An- und Abreisedaten zu best\u00e4tigen, damit war der Bewerbungsprozess alles in allem recht unkompliziert. Zwischen Oktober 2022 und Februar 2023 wurde nur sehr wenig kommuniziert, in dieser Zeit wusste ich nicht, ob mein Aufenthalt in Schweden stattfinden wird, oder nicht. Hier h\u00e4tte ich mir etwas mehr Austausch gew\u00fcnscht.<br \/>\nMeine Erwartungen an das Praktikum hinsichtlich der Feldarbeit wurden erf\u00fcllt, und haben mir Erkenntnisse gebracht, die ich vorher nicht erwartet h\u00e4tte. Zu sehen, wie ein Projekt in so gro\u00dfem Ausma\u00df umgesetzt wird, wie viel Organisation n\u00f6tig ist, und wie viele Fehlerquellen beachtet werden m\u00fcssen um akkurat, replizierbar und wissenschaftlich korrekt zu arbeiten, hat mich doch \u00fcberrascht. Die k\u00f6rperliche Belastung war gerade zu Beginn sehr anspruchsvoll, als auch noch k\u00e4ltere Temperaturen und Schneest\u00fcrme herrschten, doch mit dem Sommerbeginn und der Vertrautheit mit den Abl\u00e4ufen wurde es wesentlich angenehmer. Mein Ziel Menschen zu treffen, die sich f\u00fcr eine Karriere in der Wissenschaft, und all den Verpflichtungen, die dies mit sich bringt, entschieden haben, habe ich erreicht, und dadurch eine bessere Vorstellung davon, wie meine Zukunft aussehen k\u00f6nnte.<br \/>\nHauptteil<br \/>\nDas Projekt in dem ich eingebunden war, befasst sich mit Pflanzen-Best\u00e4uber-Interaktionen, der Netzwerkzusammensetzung, den Effekten von Klimaver\u00e4nderungen und morphologischen Merkmalen von Hummeln und Pflanzen entlang des H\u00f6hegradienten auf dem Berg Mt. Nuolja. Auf dem Berg werden je nach H\u00f6he und dementsprechenden klimatischen Verh\u00e4ltnissen Klimazonen unterschieden, die durch unterschiedliche Vegetationen gepr\u00e4gt sind. Beginnend am Fu\u00df des Berges mit dem alten Wald, folgt der neue Wald, die Strauchzone, sowie die subalpine und zuletzt die alpine Tundra. Nachdem \u00fcber viele Jahre Ver\u00e4nderung in der Habitatspr\u00e4ferenz der Pflanzen festgestellt wurden, wird nun seit 5 Jahren daran geforscht, ob auch die Best\u00e4uberpopulationen sich in ihrer Biodiversit\u00e4t und Abundanz ver\u00e4ndern.<br \/>\nDie Datenerfassung ist nur in der Feldsaison von Anfang Mai bis Ende August m\u00f6glich, da Hummeln den Rest des Jahres in Hibernation (Winterschlaf) verbringen. W\u00e4hrend dieser Monate kommen Student*innen zur ANS, um in Form eines Praktikums, oder der<br \/>\nVorbereitung ihrer Thesis (Master) an der Feldarbeit teilzuhaben. Eingearbeitet wurden wir in der ersten Woche von Projektleiter Richard Gill, welcher nach zwei Wochen wieder abgereist ist, sowie von PhD Aoife Cantwell-Jones, die nun bereits im dritten Jahr an der Feldarbeit mitwirkt und die Hauptansprechpartnerin war. F\u00fcr alle Mitglieder in unserer Arbeitsgruppe steht die Datenerfassung, also die Arbeit im Feld an h\u00f6chster Priorit\u00e4t. Einmal pro Woche war au\u00dferdem Laborarbeit zu erledigen, doch neben der Vor- und Nachbereitung f\u00fcr die intensive Feldarbeit, wurde dies manchmal vernachl\u00e4ssigt.<br \/>\nDa ich zu meinem Praktikum keine wissenschaftliche Arbeit schreiben musste, habe ich keine statistische Analyse der Daten durchgef\u00fchrt. Dennoch hatte ich durch die gemeinsame Arbeit im Feld die M\u00f6glichkeit, mir die Ans\u00e4tze der anderen Gruppenmitglieder hinsichtlich der Datenverwertung erkl\u00e4ren zu lassen. Untersucht wurden beispielsweise die phylogenetische Zusammensetung der Bienenpopulationen \u00fcber und unter der Baumgrenze \u00fcber die letzten Jahre, die St\u00e4rkte der Abh\u00e4ngigkeit von spezifischen Bienenspezies gegen\u00fcber spezifischen Pflanzenspezies, sowie der Einfluss von Temperaturunterschieden \u00fcber die Jahre auf die Aktivit\u00e4t der verschiedenen Bienenspezies. Ich hatte das Gef\u00fchl alle Herangehensweisen auf Grund meiner Vorkenntnisse aus dem Studium logisch nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Die statistischen Tests, das Erstellen von Graphen etc. kamen mir sehr vertraut vor.<br \/>\nAuch die Methoden im Labor f\u00fcr die morpholischen Untersuchungen sind mir sehr leicht gefallen, da wir an meiner Heim-Universit\u00e4t \u00e4hnliche Pr\u00e4parationen durchgef\u00fchrt haben. Ich denke ich hatte ein sehr gutes Grundverst\u00e4ndniss f\u00fcr alles, was wir in der Arbeitsgruppe durchgef\u00fchrt haben, doch konnte spezifisches Wissen zu Bienen und Pflanzen deutlich vertiefen. W\u00e4hrend mir beispielsweise die Insektenmorphologie und Best\u00e4ubungsabl\u00e4ufe im Groben bekannt waren, war mir die spezifische Biologie von Hummeln, mit deren Kastensystem, teilweise parasit\u00e4rem Verhalten, Generationszyklus, sowie sonderbarer Zungenmorphologie vollst\u00e4ndig unbekannt. Auch einige Ph\u00e4nomene, die ich sonst nur aus Lehrb\u00fcchern kannte, wie Mimikry bei einigen Fliegen, die aussehen wie Bienen, konnte ich hier im Feld erstmals real erleben.<br \/>\nUnser Team setzte sich zusammen aus dem Projektleiter Richard Gill, der uns eingearbeitet hat und leider nach wenigen Wochen bereits wieder abreiste, der PhD Aoife Cantwell-Jones, die bereits gut vertraut mit dem Projekt war und somit auch Ansprechpartnerin f\u00fcr alle Fragen<br \/>\nund Organisation war, zwei Masterstudentinnen und ein Masterstudent vom London Imperial College, die zu den Daten ihre Thesis geschrieben haben. Desweiteren eine Masterstudentin und ein Praktikant (im Bachelstudium) aus den Niederlanden, sowie ich, Praktikantin im Bachelorstudium. Das Arbeitsklima war sehr angenehm, und die Hierachien wurden meinem Gef\u00fchl nach sehr flach gehalten. Bei der Arbeit im Feld machte es keinerlei Unterschied, ob man am Beginn oder Ende seiner wissenschaftlichen Karriere stand, sondern einzig, ob man die physische Leistung erbringen kann. Das Terrain war nicht immer leicht zu h\u00e4ndeln, und gerade zu Beginn (Mai 2023) hat der Schnee und die K\u00e4lte die Bedingungen erschwert.<br \/>\nOft war nicht vorherzusehen, wie es sich den Tag \u00fcber wettertechnisch verhalten wird, und ob eine Datenerfassung m\u00f6glich ist, oder nicht. Dementsprechend wurde morgens aufgebrochen, und abgebrochen, falls die Konditionen kein sicheres Arbeit erlaubten. Da noch nie so viele Personen auf einmal in das Projekt eingebunden waren, gab es keine Vorerfahrung zur Planung der Arbeitstage. An jedem Tag, an dem die Bedingungen es zugelassen haben, wurden Daten in so vielen Transekten wie m\u00f6glich erfasst. Dies f\u00fchrte leider in den ersten Wochen zu vielen Arbeitstagen mit 10-14h Arbeit im Feld, die sehr an den Kr\u00e4ften aller Mitglieder zehrten. Eine sehr intensive Einarbeitung k\u00f6nnte man also sagen, doch da jedem von uns ein Verst\u00e4ndnis des Nutzens dieser Daten, und damit eine gro\u00dfe Verbundenheit zum Projekt nahelag, waren wir alle bereitwillig weiterzumachen.<br \/>\nNach einiger Zeit hat die Vernunft doch gesiegt, und ein neuer Arbeitsplan wurde erstellt. Die Arbeitszeiten haben sich auf knapp 8-10h pro Tag normalisiert, und als Ende Juni auch der Skilift f\u00fcr die Touristensaison ge\u00f6ffnet hat, war das Arbeitspensum nachhaltiger umsetzbar. Der Skilift hat uns morgens zu den h\u00f6hergelegenen Transekten bef\u00f6rdert, und somit die k\u00f6rperliche Belastung deutlich verringert. Einmal pro Woche, in der Regel samstags, gab es ein Teammeeting, in dem sich ausgetauscht wurde, die n\u00e4chste Woche geplant wurde und Fragen gekl\u00e4rt wurden. Die Arbeit im Feld wurde immer mindestens in Zweierteams durchgef\u00fchrt, die Laborarbeit konnte alleine bewerkstelligt werden, die Bienen f\u00fcr morphologische Untersuchungen wurden meist in einer Gruppe von 3-5 Personen gesammelt. \u00dcber eine Whatsapp Gruppe hatte man immer die M\u00f6glichkeit in der Gruppe zu kommunizieren und einen Ansprechpartner*in zu haben.<br \/>\nMir ist erst nach einigen Wochen aufgefallen, wie viel k\u00f6rperlich intensiver mein Projekt gegen\u00fcber allen anderen an der Forschungsstation war. \u00dcber viele Wochen hinweg vier bis f\u00fcnf mal w\u00f6chentlich je 10-13h pro Tag den Berg hoch und herunter zu laufen, Bienen zu fangen, Pflanzen zu messen und zu bestimmen, sowie meist nur sehr kurze Pausen zu haben, hat auf die Dauer sehr an meinen Kr\u00e4ften gez\u00e4hrt. Die Arbeit war sehr erf\u00fcllend, hat ganzheitlich Spa\u00df gemacht, stetig neue Erkenntnisse gebracht, und war sehr effizient durchgef\u00fchrt, doch ohne die n\u00f6tigen Regenerationsphasen, hat man allen Mitgliedern die hohe Belastung nach etwa 6 Wochen deutlich angemerkt. Die Wohnsituation war meiner Meinung nach nicht angemessen f\u00fcr ein Projekt solcher Intensit\u00e4t.<br \/>\nDies ist denke ich mein einziger, wenn auch gravierender Kritikpunkt. Die Gemeinschaftsunterkunft war ein kleines Schwedenhaus mit Vierbettzimmern, einer Dusche f\u00fcr M\u00e4nner, sowie einer Dusche f\u00fcr Frauen und einer Gemeinschaftsk\u00fcche, die definitiv nicht f\u00fcr die Anzahl an untergebrachten Personen ausgerichtet ist. Permanent keine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit zu haben \u00fcber einen langen Zeitraum, war f\u00fcr mich nach der Feldarbeit, die ebenfalls immer im Team durchgef\u00fchrt wird, zu viel. \u00dcber mehrere Tage nach \u00fcber 10h k\u00f6rperlich belastender Arbeit und Interaktion mit Arbeitskollegen in die Unterkunft zu kommen, und zwischen 16 anderen Menschen und einem sehr hohen Ger\u00e4uschpegel mein Essen einzunehmen und den n\u00e4chsten Tag vorzubereiten, hat sich in meiner Gesundheit bemerkbar gemacht. Ich h\u00e4tte mir R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten, und wenig ab und zu die M\u00f6glichkeit auf ein wenig Privatsph\u00e4re gew\u00fcnscht, um dann wieder die Zeit mit den anderen Menschen auf der Station zu genie\u00dfen.<br \/>\nErst in den letzten ein bis zwei Wochen meines Praktikums wurde es etwas ruhiger auf der Station hinsichtlich des Arbeitspensums und der Menge an Menschen. Hier hatte ich zum Gl\u00fcck noch einmal die M\u00f6glichkeit die sch\u00f6ne Umgebung, das Miteinander mit den anderen Stationsbewohner*innen und die Station selbst zu genie\u00dfen.<br \/>\nEs war au\u00dferdem eine neue Erfahrung f\u00fcr mich, viele Leute in kurzer Zeit sehr gut kennenzulernen, da kaum Ablenkung durch die Umwelt vorhanden ist, und sich genauso schnell wieder zu verabschieden. Da jede Person hier nur projektgebunden vor Ort ist, muss man sich oft an neue Gesichter gew\u00f6hnen, und st\u00e4ndig lebewohl sagen.<br \/>\nFazit<br \/>\nAlles in allem denke ich das Praktikum hat mich weiter darin bekr\u00e4ftigt meinen Werdegang als Biologin fortzusetzen. Gerade die Romantisireung von Feldarbeit konnte ich ablegen, und nun realistischer in die Zukunft blicken, wie gro\u00df der Anteil an theoretischer und praktischer Arbeit meinen Anspr\u00fcchen und Bed\u00fcrfnissen nach sein sollte. Ich kann mir nach dem Praktikum in Abisko vorstellen, als Biologin mit \u00f6kologischem Schwerpunkt im Bereich Klimaforschung zu arbeiten, sowie mein Wissen \u00fcber Interaktions\u00f6kologie und Netzwerkzusammensetzung zu vertiefen. Ich kann sehr viel aus meinem Praktikum mitnehmen, und bin unglaublich dankbar f\u00fcr die Erfahrung. Desweiteren bin ich stolz darauf, die Arbeit hier geleistet zu haben, und w\u00fcrde es vermutlich weiterempfehlen. Wiederholen w\u00fcrde ich die Arbeit nicht, da mich die Wohnsituation auf Dauer \u00fcberstimuliert hat, und es keine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten gab. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, noch viele Jahre von meinen Erfahrungen und Erlebnissen hier z\u00e4hren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Bericht widmet sich meinem dreimonatigen Praktikum an der Abisko naturvetenskapliga station (ANS) in Abisko, Schwedisch-Lappland, im Sommer 2023. 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