{"id":630,"date":"2018-06-17T14:36:47","date_gmt":"2018-06-17T12:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/?p=630"},"modified":"2018-06-26T12:48:39","modified_gmt":"2018-06-26T10:48:39","slug":"politik-vertuscht-flugrouten-am-ber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/2018\/06\/17\/politik-vertuscht-flugrouten-am-ber\/","title":{"rendered":"Politik vertuscht Flugrouten am BER"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<figure id=\"attachment_674\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" style=\"width: 625px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-674\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/people-2500990__340-300x158.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/people-2500990__340-300x158.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/people-2500990__340.jpg 646w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/07\/13\/16\/25\/people-2500990__340.jpg<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Der Kampf der B\u00fcrgerinitiativen<\/h2>\n<p><strong>BERLIN, Deutschland<\/strong> \u2014 Trotz der guten Organisation innerhalb der B\u00fcrgerinitiativen (BI) werden ihnen immer wieder b\u00fcrokratische H\u00fcrden in den Weg gelegt &#8211; teilweise un\u00fcberwindbar.<\/p>\n<p><strong>Matthias Schubert<\/strong>,<strong> Vorsitzender der BI Kleinmachnow gegen Flugl\u00e4rm e.V.<\/strong>, berichtet \u00fcber vertuschte und bewusst zur\u00fcckgehaltene Informationen, <strong>Christine Dorn, Vorsitzende der BI BVBB<\/strong> vertraute f\u00e4lschlicherweise auf staatliche Verfahren und der <strong>B\u00fcrgermeister von Blankenfelde-Mahlow Ortwin Baier<\/strong> wei\u00df nicht wohin mit 20 Mio. Euro.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Lug und Trug am BER &#8211; ein Interview mit Matthias Schubert<\/h2>\n<p>Mit dem Beginn der Planungen f\u00fcr den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) im Jahr 1998 wurde ein Planfeststellungsbeschluss ver\u00f6ffentlicht, in dem die Planfeststellungsbeh\u00f6rde (PFS, das brandenburgische Ministerium f\u00fcr Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (MSWV)) die Deutsche Flugsicherung (DFS) befragt hat, wo die prognostizierten Flugrouten liegen werden und welche Regionen demnach betroffen sind. Die Antwort darauf: Die Flugrouten werden in einer Geraden zu den Startbahnen liegen.<\/p>\n<h3>Wo liegt nun das Problem?<\/h3>\n<p>1. \u201eAbknickende Flugrouten wurden bewusst verheimlicht\u201c<\/p>\n<p>Bereits am 20. August 1998, acht Jahre vor dem ersten Spatenstich, informierte die DFS das MSWV \u00fcber die zwingende Notwendigkeit einer Divergenz der Flugrouten von mindestens 15\u00b0 direkt nach dem Abheben bei unabh\u00e4ngigen Parallelstarts.<br \/>\nDies ist notwendig, da die beiden Startbahnen lediglich 1200 Meter von einander entfernt gebaut wurden, anstatt, wie gefordert, 1500m; unabh\u00e4ngige Parallelstarts bedeutet, dass die Flugzeuge parallel auf den Startbahnen eins und zwei starten k\u00f6nnen, ohne warten zu m\u00fcssen, damit so Engp\u00e4sse und Spitzen besser abgefangen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Daraufhin weist das MSWV die Projektplanungs-Gesellschaft mbH Sch\u00f6nefeld (PPS) an, mit der 15\u00b0 Divergenz weiter zu planen; am 29. September 1998 stehen die abknickenden Flugrouten fest. &#8211; Der \u00d6ffentlichkeit wird davon nichts gesagt, die These \u201egerade Flugrouten\u201c wurde beibehalten.<\/p>\n<p>Seit dem 01. Oktober 1998 liegen nun der DFS neue Flugrouten vor, die in dem urspr\u00fcnglichen Planfeststellungsbeschluss nicht festgehalten wurde. Eine Anpassung des Beschlusses wird nicht durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIn einer internen DFS-E-Mail vom 09. Oktober 1998 zwischen Herrn B (DFS Region Ost) und Herrn St (DFS &#8211; FLL) hei\u00dft es w\u00f6rtlich \u201e[&#8230;] und die neuen Verfahren behalten wir in der Hinterhand.\u201c<\/p>\n<p>Der aktuelle Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider nimmt eine andere Position zu dem Thema ein. Seine Ansicht beruht auf der ihm zugrundeliegenden Information, dass die Start- und Landebahnen 1900 Meter auseinander liegen, und demnach ein unabh\u00e4ngiger Parallelbetrieb ohne weiteres m\u00f6glich w\u00e4re. Stellt sich also die Frage, wo dann das Problem ist? Aus seiner Sicht liegt der Grund der abknickenden Flugrouten darin, dass die Gemeine Blankenfelde-Mahlow entlastet werden soll.<\/p>\n<p>Diese Unmengen an unterschiedlichen Informationen erschweren den Diskurs enorm. Fragt man zwei Experten, bekommt man drei Meinungen. Eine ehrliche und differenzierte Auseinandersetzung ist mittlerweile enorm schwer, da sich die Fronten auf den Seiten zunehmend verh\u00e4rten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <strong>\u201e Abknickende Flugrouten verdoppeln Zahl\u00a0<\/strong><strong>der Betroffenen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>2. Politische Einflussnahme<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Ein Weiteres Problem ist, dass die \u00f6ffentliche Hand sowohl Vorhabentr\u00e4ger &#8211; Unternehmer &#8211; als auch Genehmigungsbeh\u00f6rde ist.<\/p>\n<p>Da auch der \u00f6ffentliche Diskurs von staatsnahen Sendern gef\u00fchrt wird, ist ein durchkommen hier mitunter schwer. Matthias Schubert berichtet von einem Auftritt beim RBB, wo er nach der Erw\u00e4hnung des Reizwortes \u201eFlugroutenbetrug\u201c stummgeschaltet wurde. Und weiter, dass ein Bekannter Schuberts, der als Journalist f\u00fcr den RBB gearbeitet hat, Informationen an die \u00d6ffentlichkeit bringen sollte &#8211; heute geht er keiner journalistischen T\u00e4tigkeit mehr beim RBB nach.<\/p>\n<p>Dies zeigt, wie schwer es ist, als B\u00fcrger oder als BI Zugriff auf den \u00f6ffentlichen Diskurs zu bekommen, da die politischen Interessen leider oft als voranging angesehen werden sind.<\/p>\n<p><strong>Folgen<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<p>Die B\u00fcrgerinitiative Kleinmachnow gegen Flugl\u00e4rm hat daraufhin Klage beim Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Leipzig erhoben. Die Klage lautete, dass der Planfeststellungsbeschluss rechtswidrig sei, die Abw\u00e4gung der L\u00e4rmbelastung auf unzutreffenden Tatsachen beruhe, es kein faires Verfahren gab und der effektive Rechtsschutz (Art. 19 (IV) GG) verletzt worden sei, da die Klagefrist nicht eingehalten werden konnte, aufgrund von verschleierten Informationen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">Allerdings sind diese Klagen sowohl vor dem BVG als auch vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Nun wird auf die letzte Instanz gesetzt: Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR).<\/div>\n<\/div>\n<div title=\"Page 3\"><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong><\/div>\n<div title=\"Page 3\"><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u201e Der Staat darf nicht l\u00fcgen!\u00a0Wir wurden dreist belogen.\u201c<\/strong><\/div>\n<div class=\"column\">\n<div title=\"Page 3\"><\/div>\n<div title=\"Page 3\"><\/div>\n<div title=\"Page 3\"><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong><\/div>\n<p>Als Entsch\u00e4digung fordert Matthias Schubert, gemeinsam mit der B\u00fcrgerinitiative, ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 06 Uhr.<\/p>\n<figure id=\"attachment_675\" aria-describedby=\"caption-attachment-675\" style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-675\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280-1200x801.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/files\/2018\/06\/night-flight-2307018_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-675\" class=\"wp-caption-text\">https:\/\/pixabay.com\/de\/nachtflug-flugzeug-flughafen-2307018\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eEs w\u00fcrde lediglich einen Aufschlag in H\u00f6he von 5\u20ac pro Ticket bedeuten\u201c konstatiert Schubert. Die Sch\u00e4den die dadurch abgefangen werden k\u00f6nnen, wie mangelnde Schulleistungen der Kinder und steigendes Herzinfarktsrisiko, st\u00fcnden in keinem Verh\u00e4ltnis, so Schubert.<\/p>\n<p>Wir werden die Klage vor dem EGMR weiter mit Spannung verfolgen.<\/p>\n<h2>Beitritt einer B\u00fcrgerinitiative &#8211; ein Interview mit Christine Dorn<\/h2>\n<p><strong>Christine Dorn<\/strong>, von Haus aus Diplomingenieurin, h\u00e4tte sich gut vorstellen k\u00f6nnen, ohne je einer B\u00fcrgerinitiative beitreten zu m\u00fcssen, alt zu werden; Sie trat jedoch aus gutem Grund der <strong>B\u00fcrgerinitiative Berlin Brandenburg e.V. (BVBB)<\/strong> bei.<\/p>\n<p>Zwei Jahre zuvor hatten ihr Mann und sie ein Grundst\u00fcck erworben, welches sie, im Vertrauen auf ein rechtsstaatlich durchgef\u00fchrtes Raumordnungsverfahren, bebauen wollten. Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens 1994: Der Flugplatz Sperenberg, ca. 40 Kilometer s\u00fcdlich vom Flughafen Sch\u00f6nefeld, sei f\u00fcr den Hauptstadtflughafen geeignet, Sch\u00f6nefeld hingegen nicht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Im Jahr 1996 erfuhr Frau Dorn dann zuf\u00e4lligerweise von einem Ausbauprojekt am Flughafen Sch\u00f6nefeld, woraufhin sie im Rathaus Pl\u00e4ne zu Gesicht bekam, die der \u00d6ffentlichkeit eigentlich vorenthalten werden sollten.<\/p>\n<p>Sie war bis dato der \u00dcberzeugung, dass sie solche Pl\u00e4ne nie sehen m\u00fcsse, weil die Personen, die diese Pl\u00e4ne erstellen und genehmigen, sich an die Gesetze halten w\u00fcrden; ihre \u00dcberzeugung \u00e4nderte sich im Laufe des Verfahrens. Trotz dieses Raumordnungsverfahrens fanden Bauvorbereitungen f\u00fcr einen Hauptstadtflughafen in Sch\u00f6nefeld statt, welche genauso intransparent waren wie die entsprechenden B\u00fcrgeranh\u00f6rungen und deren Protokollierung.<\/p>\n<p><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u201e Na, dann klagen Sie doch! \u201c<\/strong><\/p>\n<p>Nur m\u00fchselig konnte Frau Dorn alle 88 Protokolle der B\u00fcrgeranh\u00f6rungen zusammenfassen, wodurch die B\u00fcrger und Anw\u00e4lte ihre Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vorbringen konnten.<br \/>\nTrotz aller Anh\u00f6rungen und Klagen wurde 2006 vom Bundesverwaltungsgericht die Genehmigung zum Bau des Flughafens erteilt &#8211; von einer Einigung bez\u00fcglich der gesetzwidrigen Aspekte seitens der verantwortlichen Politiker des BER\u2018s war ganz abzusehen. Sie setzten stattdessen darauf, dass einerseits der Flughafenbetreiber die \u00f6ffentlichen Hand war und andererseits seine Genehmigungs- und Kontrollfunktion durch die Beh\u00f6rden und somit auch durch die Politik ausge\u00fcbt wurde. Die Verantwortlichen konnten damit schalten und walten, wie sie wollten. Den B\u00fcrgern blieb somit nur der Rechtsweg offen. Doch auch hier zeigten sich die Betreiber erschreckend uneinsichtig.<\/p>\n<p>Frau Dorn bekam von mehreren Politikern geraten, sie solle doch klagen, denn sie wussten, dass \u201esie [die Politiker] alles Geld der Welt haben &#8211; n\u00e4mlich unser Steuergeld\u201c, konstatiert Frau Dorn. Nach ihrer Aussage wurden alle weiteren Auseinandersetzungen \u00fcber den Rechtsweg gekl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Schallschutzma\u00dfnahmen?<\/h3>\n<p>Vor allem bez\u00fcglich des gro\u00dfen Themas Schallschutz wurde bisher wenig f\u00fcr die betroffenen B\u00fcrger unternommen.<br \/>\nIm Vergleich zum Frankfurter Flughafen, der nach den aktuellen Daten nur etwas mehr Passagiere abfertigt, als der BER es einmal bewerkstelligen soll, liegen die n\u00e4chsten Siedlungen in Frankfurt ca. sieben bis acht Kilometer entfernt &#8211; um den BER fangen die ersten Siedlungen bei zweieinhalb Kilometern an.<\/p>\n<p>Durch die extreme N\u00e4he des Bauvorhabens BER zu den bestehenden Wohnsiedlungen werden die an- und abfliegenden Flugzeuge des BER eine enorme L\u00e4rmbelastung bei den Anwohnern verursachen &#8211; in Blankenfelde-Mahlow betragen die ma\u00dfgeblichen Maximalpegel au\u00dfen zwischen 90 und 108 Dezibel (siehe hier: <a href=\"http:\/\/www.berlin-airport.de\/de\/_dokumente\/nachbarn\/karten-isolinien\/161130-ssp-karte-2-3-www.pdf\">http:\/\/www.berlin-airport.de\/de\/_dokumente\/nachbarn\/karten-isolinien\/161130-ssp-karte-2-3-www.pdf<\/a>).<\/p>\n<p>Dennoch bot die Flughafengesellschaft den Anwohnern \u00fcber Jahre nur Schallschutzfenster an, mit denen der laut Baugenehmigung einzuhaltende Grenzwert von 55 Dezibel im Rauminneren, bei geschlossenen Fenstern, durchschnittlich t\u00e4glich 6 mal \u00fcberschritten wurde (ca. 2000 mal pro Jahr), und die Beh\u00f6rde schaute tatenlos zu, so dass die B\u00fcrger die Einhaltung dieses Grenzwertes erst vor Gericht einklagen mussten.<\/p>\n<p>(siehe z.B. hier: <a href=\"https:\/\/www.moz.de\/meinung\/kommentare-der-redaktion\/artikel-ansicht\/dg\/0\/1\/1138243\/\">https:\/\/www.moz.de\/meinung\/kommentare-der-redaktion\/artikel-ansicht\/dg\/0\/1\/1138243\/<\/a>\u00a0 ,hier:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/hauptstadtflughafen-brisanter-aktenfund-zum-schallschutz-am-ber\/8087982.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/hauptstadtflughafen-brisanter-aktenfund-zum-schallschutz-am-ber\/8087982.html\u00a0<\/a>\u00a0und hier: <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/gerichte\/oberverwaltungsgericht\/presse\/pressemitteilungen\/2013\/mdb-senatsverwaltungen-justiz-gerichte-ovg-entscheidungen-urteil_schallschutz_ber.pdf\">https:\/\/www.berlin.de\/gerichte\/oberverwaltungsgericht\/presse\/pressemitteilungen\/2013\/mdb-senatsverwaltungen-justiz-gerichte-ovg-entscheidungen-urteil_schallschutz_ber.pdf<\/a> ).<\/p>\n<p>Und auch nach gewonnener Klage bez\u00fcglich der Schallschutzfenster wurde oft versucht, durch bestimmte \u201efrei erfundene Regelungen\u201c, sich von dieser Verbindlichkeit zu dr\u00fccken.<\/p>\n<\/div>\n<p>Frau Dorn legte uns noch eine bemerkenswert zutreffenden Darstellung und Einsch\u00e4tzung, warum der\u00a0 BER ein musterhaftes Beispiel f\u00fcr ein gescheitertes Projekt ist, vor: <a href=\"http:\/\/projekt-manager.eu\/projektmanagement-BER.html\">http:\/\/projekt-manager.eu\/projektmanagement-BER.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><b>Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung<\/b>: Die FBB hat in den Baugenehmigungsverfahren Antr\u00e4ge regelm\u00e4\u00dfig versp\u00e4tet und unvollst\u00e4ndig eingereicht. Es kann unterstellt werden, das dies geschah weil die Hoffnung gehegt wurde, dass die Bauherren, als Dienstherren der genehmigenden Beh\u00f6rde, diese in jedem Fall zur Erteilung der notwendigen Genehmigungen veranlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Regelverst\u00f6\u00dfe<\/b>: Im Gegensatz zu den Bauarbeiten wurden Bauleitung und Baukontrolle in eine Hand gelegt: Die PG-BBI wurde sowohl mit der Generalplanung, als auch mit der Bau\u00fcberwachung des Projektes beauftragt. Damit unterlagen Projektcontrolling und Projektdokumentation ausschlie\u00dflich der Selbstkontrolle. Auch hier kann eine Ursache f\u00fcr fehlende Planungsunterlagen, welche die Fertigstellung bis heute verhindern, vermutet werden.<\/p>\n<p><b>Kommunikation<\/b>: Nachdem gesch\u00f6nte Berichte einen verschlafenen Aufsichtsrat glauben lie\u00dfen was er glauben wollte, entwickelt sich sich zunehmender N\u00e4he zum Terminziel 2012 im Projekt ein Klima der Angst: &#8222;Wer ein Problem kommunizierte, wurde zum Problem&#8220;. Immer schnellere Personalwechsel versch\u00e4rften das Problem.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Wir brauchen keinen wirtschaftlichen Boom in unserer Region &#8211; ein Interview mit Ortwin Baier<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst einmal kritisiert <strong>Ortwin Baier<\/strong> (SPD), <strong>B\u00fcrgermeister von Blankenfelde-Mahlow<\/strong>, die Standortwahl des Flughafens Berlin Brandenburg. Im engeren Auswahlkreis standen acht Standorte im Kreis um Berlin, wobei der Standort Sch\u00f6nefeld von Anfang an als schlechtester eingestuft wurde. Hauptproblem in Sch\u00f6nefeld seien die direkt anliegenden Wohngebiete &#8211; unter anderem Blankenfelde-Mahlow. Die Landebahn endet nur 300m vor den ersten Wohnh\u00e4usern von Blankenfelde.<\/p>\n<h3><strong>Neuformierung der Ziele<\/strong><\/h3>\n<p>Seitdem feststeht, dass der BER in Sch\u00f6nefeld gebaut wird, musste Herr Baier seine politischen Ziele neu setzen. Als prim\u00e4res Ziel stand seitdem der L\u00e4rmschutz f\u00fcr seine B\u00fcrger im Vordergrund. Hierf\u00fcr wollte er Ma\u00dfnahmen in der Projektleitung des BER\u2019s durchsetzen, dort leider ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Herr Baier l\u00f6ste das Problem teilweise durch innovative Projekte in Kooperation mit jungen Studenten. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist zum Beispiel ein kuppelartiges Konstrukt \u00fcber einem Schulhof, welches Kindern und Jugendlichen erm\u00f6glichen soll, befreit von L\u00e4rm spielen zu k\u00f6nnen. Dies ist nur eines von vielen Projekten die f\u00fcr den L\u00e4rmschutz der B\u00fcrger von Blankenfelde-Mahlow ins Leben gerufen wurden.<\/p>\n<h3><strong>Der BER bringt den Gemeinden einen wirtschaftlichen Schub<\/strong><\/h3>\n<p>Als Hauptargument f\u00fcr den BER in Sch\u00f6nefeld wird oft der wirtschaftliche Aspekt herausgehoben. Es entstehen tausende neue Arbeitspl\u00e4tze durch Hotels, Gastst\u00e4tten und Industrieunternehmen, die jedoch die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, mit rund 28.000 Einwohnern, gar nicht selber auff\u00fcllen kann. Die Kommune verdient dementsprechend lediglich an den neu entstehenden Gewerben &#8211; rund 2000 Gewerbeansiedelungen &#8211; durch eine gesenkte Gewerbesteuer, nicht jedoch an den Mitarbeitern, die zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Berlin kommen werden.<\/p>\n<h3><strong>Problem<\/strong><\/h3>\n<p>Mit dem daraus resultierenden wirtschaftliche Boom kann die Gemeinde Blankenfelde- Mahlow allerdings nichts anfangen, berichtet Ortwin Baier. Die Kommune ist finanziell auch ohne den Flughafen, aufgrund der guten Lage &#8211; N\u00e4he zu den Landeshauptst\u00e4dten Potsdam und Berlin &#8211; finanziell bestens aufgestellt. \u00dcber 20 Mio. Euro hat die Kommune \u00fcbersch\u00fcssig vorhanden.<\/p>\n<p>Das Problem liegt einerseits darin, dass man ab einem Verm\u00f6gen von \u00fcber 1 Mio. Euro Strafzinsen in H\u00f6he von 4% zahlen muss, sich das Geld also im Laufe der Jahre verringert, und auf der anderen Seite das Geld anzulegen beim heutigen Zinssatz keinen Wertzuwachs erwirtschaftet; zudem hat die Kommune auch keinen echten Investitionsbedarf. Schulen und Kitas zum Beispiel sind regionalweit auf dem neusten Stand und bestens ausgestattet. Der Lebensstandard ist in Blankenfelde \u00fcberdurchschnittlich hoch.<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>Danksagung<\/strong><\/h2>\n<div class=\"column\">\n<p>Das Verdeutlichen und Herausarbeiten der dargestellten Problematik verdanken wir dem Interview vom 04. Juni 2018 mit Matthias Schubert, B\u00fcrgerinitiative Kleinmachnow gegen Flugl\u00e4rm e.V., dem Interview vom 07. Juni 2018 mit\u00a0Christine Dorn, BVBB e.V.,\u00a0und dem Interview\u00a0 vom 07. Juni 2018 mit\u00a0Ortwin Baier,\u00a0B\u00fcrgermeister von Blankenfelde-Mahlow,\u00a0 durchgef\u00fchrt von Studenten und Studentinnen an der Freien Universit\u00e4t Berlin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kampf der B\u00fcrgerinitiativen BERLIN, Deutschland \u2014 Trotz der guten Organisation innerhalb der B\u00fcrgerinitiativen (BI) werden ihnen immer wieder b\u00fcrokratische H\u00fcrden in den Weg gelegt &#8211; teilweise un\u00fcberwindbar. Matthias Schubert, Vorsitzender der BI Kleinmachnow gegen Flugl\u00e4rm e.V., berichtet \u00fcber vertuschte und bewusst zur\u00fcckgehaltene Informationen, Christine Dorn, Vorsitzende der BI BVBB vertraute f\u00e4lschlicherweise auf staatliche Verfahren &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/2018\/06\/17\/politik-vertuscht-flugrouten-am-ber\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePolitik vertuscht Flugrouten am BER\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3328,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[221554],"tags":[229521,221554,229159,229029,229903],"class_list":["post-630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buergerinitiativen","tag-blankenfelde-mahlow","tag-buergerinitiativen","tag-bvbb","tag-fluglaerm","tag-kleinmachnow"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3328"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=630"}],"version-history":[{"count":73,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":864,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/630\/revisions\/864"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/ber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}