Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Carolin Emcke

Carolin Emcke (Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag ist Carolin Emcke mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die deutsche Publizistin nahm die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Laudatio auf sie hielt ihre frühere Doktormutter von der Harvard University, die Philosophin Seyla Benhabib. Emcke habe „[…] die Gabe, die Dinge so benennen und erzählen zu können, dass das Schweigen, in das sich Gewalt, Grausamkeit und Folter hüllen, durchbrochen wird. Es ist diese Gabe, die sie heute zu einer der einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit macht.“, so Benhabib in ihrer Laudatio.

Carolin Emcke, Tochter einer Argentinierin und eines Deutschen, wurde 1967 in Mühlheim/Ruhr geboren und studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Harvard und Frankfurt/Main. Sie schloss ihr Studium 1993 mit dem Magister Artium in Philosophie bei Jürgen Habermas ab und promovierte als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes bei Axel Honneth in Frankfurt und Seyla Benhabib von der Harvard University über den Begriff „Kollektive Identitäten“ zum Dr. phil.

(Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)

Ihre Karriere als Journalistin begann sie als Kriegsreporterin für den Spiegel und berichtete u. a. aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Pakistan, Irak und Gaza. In Von den Kriegen – Briefe an Freunde (2004) reflektierte Emcke ihre eigene Rolle als Reporterin an den Krisenherden der Welt. Den Zusammenhang von Gewalt und Sprachlosigkeit thematisierte Emcke, die seit 2007 als freie Publizistin tätig ist, auch in ihren späteren Werken wie dem 2013 erschienenen Essayband Weil es sagbar ist (vgl. Porträt bei Munzinger Online). Neben Reportagen und Essays für die ZEIT aus Albanien oder Haiti schrieb sie mit Stumme Gewalt (2008) ein Buch, das zum Dialog zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF), deren Opfern und den Ermittlern aufrief (Emckes eigener Patenonkel Alfred Herrhausen war 1989 von der RAF ermordet worden). Mit Wie wir begehren (2012) stellte sich die Autorin der eigenen Homosexualität, während sich ihr in diesem Monat neu erschienener Essayband Gegen den Hass Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit zum Thema hat. Auch in ihrer lesenswerten Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels nimmt Emcke Stellung zu den Themen Fanatismus, Freiheit und Homosexualität. Mit dem Gedanken „Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“, schließt die in Berlin lebende Autorin ab und rief erneut zum Dialog miteinander auf (vgl. sueddeutsche.de).

Autor: Marc Spieseke

Universitätsbibliothek, Team Digitale Dienste und Team des Informationszentrums

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