Neuer Themenfilm in der Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“

Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin Fotograf: Unbekannt

Langweilig wird es nie in der Kleintierklinik der Freien Universität – während der Alltag wie in einer humanmedizinischen Klinik abläuft, stellen das fehlende Sprachvermögen der Patienten und die die Sorge der Besitzer um ihr geliebtes Haustier das Personal immer wieder vor neue Herausforderungen.

Hund und Katz und auch mal ein Seeadler – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuen Themenfilm.


Das „Außenministerium“ der Freien Universität Berlin und sein „Minister“: Horst W. Hartwich

Horst W. Hartwichs Nachlass und der Altaktenbestand des Akademischen Außenamtes sind fertig erschlossen.

Hartwich, Horst W.

Gründung der Außenkommission und frühe Aufgaben (1949)

Die Außenkommission der Freien Universität Berlin wird im Jahr 1949 für die Erfüllung aller Aufgaben rund um die Außenbeziehungen der Universität ins Leben gerufen. Laut Beschluss des Akademischen Senats vom 10. Januar 1949 soll in seine Zuständigkeit nicht nur die Durchführung von Gastvorlesungen und -vorträgen ausländischer und westdeutscher Gäste, sondern auch die Initiierung und Betreuung des Studierendenaustausches sowie die Veranstaltungsorganisation mit Bezug zu auswärtigen Verbindungen fallen.

Internationale Ausrichtung der jungen Universität

Direkt nach ihrer Gründung und nicht zuletzt durch die von Beginn an enge ideelle Verbindung zu den USA, die sich anfänglich vor allem in der großzügigen finanziellen Förderung der Freien Universität durch die amerikanische Ford Foundation widerspiegelt, orientiert sich die junge Universität nach außen und beginnt, zahlreiche internationale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen – eine Aufgabe, die schnell über die ursprünglich vorgesehenen Tätigkeitsfelder der Außenkommission hinauswächst.

Vom Ehrenamt zur Verwaltungsstruktur: Das Akademische Außenamt

1958 wird parallel zur Außenkommission das Akademische Außenamt gegründet, um dem über die Jahre sich ausdifferenzierenden und wachsenden Tätigkeitsfeld mit entsprechender Infrastruktur innerhalb der Universitätsverwaltung gerecht werden zu können.

Horst W. Hartwich und vier Jahrzehnte Außenbeziehungen

Untrennbar verknüpft mit dem Auf- und Ausbau der Außenkommission bzw. des Akademischen Außenamtes ist sein langjähriger Geschäftsführer bzw. Leiter Horst W. Hartwich, der im Juli 1949 – damals noch Medizinstudent der Gründergeneration und Außenreferent des Allgemeinen Studentenausschusses der Freien Universität – als Sekretär in zunächst studentischer Anstellung die Arbeit rund um die Außenangelegenheiten der Freien Universität aufnimmt. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1994 und über einige interne Umstrukturierungen und Umbenennungen der Abteilung hinweg hat Horst W. Hartwich die Leitung des Akademischen Außenamtes inne, prägt damit die Außenbeziehungen der Freien Universität über mehr als vier Jahrzehnte ohne Unterbrechungen und trägt maßgeblich zu ihrem Aufbau und nachhaltigen Bestehen bei.

Kontinuität über die Pensionierung hinaus

Kaum verwunderlich, dass kurz vor seiner planmäßigen Pensionierung im Jahr 1989 zahlreiche Vertreter der Fachbereiche und des Lehrkörpers den Präsidenten Prof. Dr. Dieter Heckelmann ihr Bedauern über das Ausscheiden von Horst W. Hartwich ausdrücken und um Prüfung von Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung über die offizielle Altersgrenze hinaus bitten. Tatsächlich übernimmt Horst W. Hartwich die kommissarische Leitung des Akademischen Außenamtes noch für einige Jahre bis 1994. Noch über seine endgültige Pensionierung hinaus engagiert er sich zudem als Leiter des Deutsch-Amerikanischen Informationsbüros auf dem Feld der internationalen Beziehungspflege und bleibt der Freien Universität als Geschäftsführer der Ernst-Reuter-Gesellschaft verbunden.

Der Aktenbestand des Akademischen Außenamtes

Der Bestand Akademisches Außenamt, dem die Akten der Außenkommission aufgrund der häufig nicht eindeutig abgrenzbaren Provenienzen zugeordnet wurden, gibt Einblicke in die Zusammenarbeit der Freien Universität mit der Ford Foundation und in diesem Zusammenhang insbesondere in die Verwendung der amerikanischen Spendengelder für den Auf- und Ausbau der Universität, so u. a. für den Bau des Henry-Ford-Baus und der Universitätsbibliothek in der Garystraße und die Weiterentwicklung der Fakultäten und Institute auf dem Gebiet von Forschung und Lehre.

Aufgabenbeschreibung ca. 1960

Internationale Studierende, Austausch und Partnerschaften

Darüber hinaus finden sich Unterlagen zum Studium ausländischer Studierender an der Freien Universität und zur Gründung eines Studienkollegs für die Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen und Vorbereitung der Aufnahme eines regulären Studiums an der Universität. Ein großer Teil der Akten dokumentiert die Etablierung und Pflege der zahlreichen internationalen Kontakte der Freien Universität zu ausländischen Universitäten in Form von Partnerschaften und akademischem Austausch sowohl auf der Ebene des Lehrkörpers als auch der Studierenden auf nahezu allen Kontinenten.

Internationale Netzwerke und herausragende Partnerschaften

So ist neben dem Kontakt zu zahlreichen anderen renommierten Universitäten die Verbindung zur Columbia University – erste offizielle ausländische Partneruniversität der Freien Universität – und zu ihren Vertretern, wie beispielweise dem Politikwissenschaftler Franz L. Neumann, im Bestand umfassend dokumentiert.

Gastdozierende, Kooperationen und Stipendienprogramme

Dementsprechend finden sich weitere Unterlagen zur Gewinnung von prominenten Gastdozierenden- und professor*innen für die Freie Universität durch das Akademische Außenamt bzw. die Außenkommission, bspw. zum Mitbegründer des Leo Baeck Institute Prof. Adolf Leschnitzer, der zunächst als Gastprofessor und später Honorarprofessor zwischen 1955 und 1972 Judaistik und Jüdische Geistesgeschichte an der Freien Universität lehrte. Aber auch Kooperationen und Kontakte mit Organisationen im Inland, v. a. mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Fulbright-Kommission, hier insbesondere auf dem Feld der Begabtenförderung und Stipendienvergabe, lassen sich anhand der Akten detailliert nachvollziehen.

Repräsentation und akademische Festkultur

Nicht zuletzt gibt der Bestand des Akademischen Außenamtes Einblicke in die Planung und Durchführung zahlreicher Festveranstaltungen an der Freien Universität wie die Besuche des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und seines Bruders Robert, Empfänge für wichtige – nicht nur ausländische – Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft und Feiern anlässlich der Verleihung von Ehrendoktor- und Ehrenbürgerwürden. Diese und viele weitere feierliche Anlässe sind in der Fotosammlung des Universitätsarchivs umfangreich dokumentiert.

Erschließung, Nutzung und Forschungspotenzial des Bestandes

Nicht nur das gesamte Berufsleben von Horst W. Hartwich, sondern zahlreiche spannende Aspekte der Entwicklung der Freien Universität hin zu einer international bestens vernetzten Universität spiegeln sich im Aktenbestand des Akademischen Außenamtes wider. Die Erschließung des Altaktenbestandes bis 1970, des kleinen beruflichen Nachlasses von Horst W. Hartwich sowie des korrespondierenden Protokollbestandes der Außenkommission konnte in diesem Jahr im Universitätsarchiv finalisiert werden.

Zugang und Kontakt zum Universitätsarchiv

Schon vor Abschluss der Verzeichnungsarbeiten erfreute sich der Bestand Akademisches Außenamt eines regen Interesses durch Archivnutzende. Durch die inzwischen vollständige Veröffentlichung aller Erschließungsinformationen in der Online-Findhilfe des Universitätsarchivs ist aufgrund der größeren Sichtbarkeit eine weiterhin hohe Nutzungsfrequenz zu erwarten.

Inhaltliche Anfragen nimmt das Team des Universitätsarchivs gerne unter der E-Mail-Adresse archiv@fu-berlin.de entgegen.

Text von: Judith Kraus | Universitätsarchiv

10 Jahre Campusbibliothek

2025 war ein aufregendes Jahr für die Campusbibliothek: Sie feierte ihr 10-jähriges Bestehen. Ein ganzes Jahrzehnt voller Veränderungen, Projekte, Überraschungen und vor allem vieler Menschen, die die Bibliothek zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Eine Präsentation im PDF-Format vermittelt einen bildlichen Eindruck des Jubiläumsjahres.

Die Planungen für das Jubiläumsjahr begannen bereits 2024. In einem kleinen Jubiläumsteam wurde ein vielfältiges Programm für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt. Viele der Ideen stammten ursprünglich aus den Vorbereitungen für das 5-jährige Bestehen, das aufgrund der Corona-Pandemie nicht umgesetzt werden konnte.
Bevor die Aktionen des Jubiläumsjahres vorgestellt werden, lohnt sich zunächst ein Blick zurück auf die Anfänge der Campusbibliothek.

Der Weg bis zur Eröffnung

In der neuen Campusbibliothek wurden insgesamt 24 Instituts- und Bereichsbibliotheken zusammengeführt. Ab 2012 wurde dafür die ehemalige Erziehungswissenschaftliche Bibliothek saniert – der heutige Altbau – und gleichzeitig der Grundstein für den Neubau gelegt.

Die Erziehungswissenschaftliche Bibliothek im Jahr 2012 (links) und 2014 (rechts):


Bereits zwei Jahre später nahmen Altbau, Neubau und Eingangsbereich deutlich Gestalt an. Parallel dazu bereiteten sich mehrere kleinere Bibliotheken auf ihre Schließung ab März 2015 vor; rund 30 Kilometer Bücher mussten in dieser Zeit bewegt werden.
Am 20. April 2015 war es schließlich so weit: Nach jahrelanger Planung öffnete die Campusbibliothek für Natur-, Kultur- und Bildungswissenschaften, Mathematik, Informatik und Psychologie erstmals ihre Türen. Die ersten Nutzenden wurden feierlich vom damaligen Bibliotheksleiter Martin Lee begrüßt – mit Blumenstrauß und Büchergutschein. Im Mai folgte die offizielle Eröffnungsfeier.

Begrüßung der ersten Nutzenden durch Martin Lee (rechts) am 20.04.2015

Highlights und Neuerungen aus 10 Jahren

Am ersten Öffnungstag lief noch nicht alles reibungslos, doch seit 2015 hat sich die Campusbibliothek kontinuierlich weiterentwickelt. Für jedes Jahr wurde eine beispielhafte Neuerung ausgewählt:

  • 2016: Einführung eines Meinungskastens mit Pinnwand.
  • 2017: Die Schließfächer erhielten per Abstimmung liebevoll ausgewählte Städtenamen – aus allen Kontinenten sowie aus Fantasiewelten unserer Nutzenden.
  • 2018: Einzug der Kunst-am-Bau-Tapete sowie des Maskottchens, des Kojoten „Trickster“.
  • 2019: Start der Coffee Lectures – zehnminütige Kurzvorträge inklusive kostenlosem Kaffee.
  • 2020/2021: Pandemie-Betrieb
  • 2022: Premiere des Aktionsstandes zum Semesterstart mit Glücksspiel, Kaffee und hohem Wiedererkennungswert für Erstsemester wie Stammnutzende.
  • 2023: Der bisherige Stille Lesesaal wurde zur Learning Lounge umgestaltet – ein Ort für Gruppenarbeit und Austausch.
  • 2024: Der frühere Kopierraum wurde zum Veranstaltungsraum und bietet seither Platz für Coffee Lectures, Bewegte Pausen, Primo-Einführungen und weitere Angebote.

Das Jubiläumsjahr 2025

Das Jubiläumsjahr begann traditionsgemäß im April: Die erste Person, die an diesem Tag begrüßt wurde, erhielt ein nachhaltiges Geschenk in Form einer Topfpflanze sowie ein Goodie-Bag.

Begrüßung der ersten Nutzenden (links) durch Bibliotheksleiterin Monika Schade und dem kommissarischen Benutzungsleiter Francisco Lourenço am 23.04.2025


Zeitgleich starteten eine Instagram-Zeitreise und eine Jubiläumsausstellung im Altbau, in der unter anderem kuriose Fundsachen aus den vergangenen Jahren gezeigt wurden – darunter ein Skateboard, ein Cartier-Ring und sogar ein Erwachsenenspielzeug.

Im Juni erhielt die Campusbibliothek ein besonderes Geburtstagsgeschenk: ein Kunstwerk der Künstlerin Lea Ebeling. Es schmückt heute das Terrassenfenster im 1. Obergeschoss des Neubaus und spiegelt die Tier- und Pflanzenwelt des Campus wider. Auch das Maskottchen „Trickster“ ist darin vertreten.

Ende Juni folgte die große Feier im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften. Auf dem Programm standen Führungen mit exklusiven Einblicken hinter die Kulissen, Escape Rooms mit langen Warteschlangen, eine Stempel-Rallye zur Veranschaulichung der vielfältigen Bibliotheksarbeit sowie zahlreiche weitere Aktionen. Die Fotos in der PDF-Präsentation zeigen die Ruhe vor dem Sturm – kurz nach Beginn war die Bibliothek stark frequentiert. Ein intensiver, aber sehr gelungener Abend.

Jubiläumsfeier zur Langen Nacht der Wissenschaften am 28.06.2025

Im Oktober fand schließlich eine interne Jubiläumsfeier statt. In entspannter Atmosphäre und gemeinsam mit vielen ehemaligen Kolleg*innen wurde auf zehn Jahre Campusbibliothek zurückgeblickt und Erinnerungen ausgetauscht.

Danke für 10 Jahre – und auf die nächsten!

Mit dem Jahresende ging auch das Jubiläumsjahr zu Ende. Der Dank gilt allen, die die Feierlichkeiten begleitet und die Campusbibliothek in den vergangenen zehn Jahren unterstützt haben. Die Vorfreude auf kommende Anlässe zum gemeinsamen Feiern ist bereits groß.

Maskottchen „Trickster“

Link zur PDF-Präsentation (36 Seiten)

Vielen Dank an Diana Merten für das Verfassen dieses Beitrags.