Universitätsbibliothek veröffentlicht NS-Raub und Beutegutdatenbank

Seit 2014 beLCAmüht sich die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin im Rahmen ihrer NS-Raub- und Beutegutforschung um eine stärkere Vernetzung der Projekte in Berlin und Brandenburg. Unter dem Motto „Vier Institutionen unter einen Dach“ ist mit der Veröffentlichung der gemeinsamen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets ein wichtiger Meilenstein erreicht.
Die Datenbank führt die Ergebnisse der Recherchen nach NS-Raub- und Beutegut in den Beständen der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, der Universitätsbibliothek der Universität Potsdam und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zusammen und stellt sie einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Besonderheit der Datenbank liegt darin, dass sie alle Vorbesitzermerkmale verzeichnet, die in den beteiligten Bibliotheken gefunden werden und Auskunft über die Rechercheergebnisse gibt. Intern werden die Informationen zu einzelnen Provenienzen aus den verschiedenen Projekten verknüpft und so eine gemeinsame Bearbeitung einzelner Fälle ermöglicht. Looted Cultural Assets bietet für Interessierte die Möglichkeit nach Provenienzen zu suchen, eigene Sammlungen anzulegen und Kommentare zu hinterlassen.
Interessierten öffentlichen Einrichtungen steht die Möglichkeit offen sich an der Kooperation zu beteiligen und so bei eigenen Projekten von der Erfahrung aller Kooperationsteilnehmer zu profitieren.
Mit dem Ansatz Rechercheergebnisse der beteiligten Projekte und die Erfahrung der Teams zusammenzubringen, Transparenz der eigenen Arbeit für eine interessierte Öffentlichkeit zu schaffen und Offenheit für die Mitarbeit anderer Projekte sowie interessierte Laien schließt Looted Cultural Assets eine Lücke in der Provenienzforschung in deutschen Bibliotheken.

Drei weitere EU-Datenbanken neu in der Digitalen Bibliothek

europa-flagAb sofort sind folgende freie EU-Datenbanken in der Digitalen Bibliothek zu finden:

Transparenz-Register
Um den EU-Beschlussfassungsprozess transparenter zu machen, haben das Europäische Parlament und die Europäische Kommission am 23. Juni 2011 ein gemeinsames öffentliches Transparenz-Register eingeführt.
Es setzt das von der Europäischen Kommission 2008 eingerichtete Register der Interessenvertreter (Lobbyisten-Register) fort, in das sich bereits über 4000 Organisationen hatten eintragen lassen. Das „neue“ Transparenz-Register enthält weit mehr als nur die herkömmlichen Interessenvertreter; es erfasst u.a. auch Anwaltskanzleien, Nichtregierungsorganisationen, Denkfabriken oder auch freiberuflich tätige Einzelpersonen, die Einfluss auf die EU-Politik und Entscheidungsprozesse der europäischen Institutionen zu nehmen suchen.
Das Transparenz-Register will Antworten geben auf Fragen wie: Welche Interessen werden verfolgt? Wer verfolgt diese Interessen? Welche Finanzmittel stehen diesen Personen zur Verfügung?
Die Organisationen und Personen, die sich registrieren lassen, müssen u.a. Angaben machen über die Anzahl der Personen, die beratend tätig sind, die wichtigsten Gesetzesvorhaben, an denen sie mitgewirkt haben, und die empfangenen EU-Mittel.

Eurostat
Eurostat ist das statistische Amt der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg. Es hat den Auftrag, die Union mit europäischen Statistiken zu versorgen, die Vergleiche zwischen Ländern und Regionen ermöglichen.
Die wichtigste Aufgabe Eurostats ist die Verarbeitung und Veröffentlichung vergleichbarer statistischer Daten auf europäischer Ebene.
Eurostat selbst erhebt keine Daten. Das tun die Statistikbehörden der Mitgliedstaaten. Sie prüfen und analysieren nationale Daten und übermitteln sie an Eurostat, dessen Aufgabe es ist, die Daten zu sichern und zu gewährleisten, dass sie vergleichbar sind, d.h. nach einer einheitlichen Methodik erstellt werden. Die statistischen Daten lassen sich in der Eurostat-Datenbank u.a. nach Themen abrufen.

Eurobarometer
Die Datenbank Eurobarometer bietet ein interaktives Suchsystem zu den Trend-Fragen der Länder der Europäischen Union.
Daten können für ein bestimmtes Land oder eine Gruppe von Ländern gesucht werden. Für eine bestimmte Frage können nicht nur die Ergebnisse mehrerer Länder miteinander verglichen werden, auch eine Analyse der Ländertrends ist möglich. Die Daten können als Graf, Kreisdiagramm, Excel-Tabelle oder in Spalten angezeigt werden.
Die Umfrageergebnisse lassen sich auch auf einer Karte der EU anzeigen. Mithilfe der Farbcodes sind Ländervergleiche rasch und einfach möglich.

Die Beschreibungstexte sind weitgehend den Anbieterseiten entnommen.

Datenbanken und Zeitzeugenarchive zum Thema Holocaust

193px-Auschwitz-birkenau-main_trackAnläßlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau möchte die Universitätsbibliothek auf Datenbanken zu dem Themenkomplex Nationalsozialismus, Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden und anderer Opfergruppen hinweisen, die die Freie Universität Berlin lizenziert hat oder die frei im Netz zur Verfügung stehen.

Neben Online-Katalogen und Enzyklopädien sind es besonders die Zeitzeugen-Archive, die beeindrucken, denn hier erzählen Menschen aus persönlicher Perspektive von dem Grauen des Erlebten. Hervorzuheben ist hier das von Steven Spielberg initiierte Visual History Archive (VHA), zu dem nur wenige Institutionen in Europa einen Zugang anbieten können.

Bitte beachten Sie die Zugangsberechtigungen für lizenzierte Datenbanken.

Foto: „Auschwitz-birkenau-main track“. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Schulung: Psychologie-Datenbanken von EBSCO

logoEhostLgAm Donnerstag, den 4.12.2014 findet in der Universitätsbibliothek (Raum 163) um 14.00 Uhr eine Schulung zu Datenbanken für das Fachgebiet Psychologie statt. Durchgeführt wird die Schulung von einem Trainer des Datenbankanbieters EBSCO, der sich in seiner Präsentation vor allem auf die Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO konzentrieren wird. Interessierte sind herzlich eingeladen.

ESO European Sources Online steht seit Dezember 2013 kostenfrei zur Verfügung

ESODie Datenbank ESO European Sources Online steht seit Dezember 2013 weltweit kostenfrei zur Verfügung.

ESO ist ein umfassender, internetbasierter Informationsdienst in englischer Sprache mit bibliographischen und Volltextinformationen über die Europäische Union, ihre Institutionen, politischen Prozesse und Mitgliedsstaaten. ESO beinhaltet sowohl eigene redaktionelle Angebote als auch Inhalte aus externen Quellen (vgl.: About ESO).

Bisher wurde die Datenbank von der UB lizenziert.

Inzwischen konnte sich der Informationsdienst, der von dem Europäischen Dokumentationszentrum (EDZ) Cardiff herausgegeben wird, als Gemeinschaftsprojekt des internationalen EDZ-Netzwerkes etablieren und somit kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Die besonders hilfreichen Informationsführer zu den Politikbereichen, den Mitgliedsstaaten und Institutionen der EU sind fast alle 2013 aktualisiert worden.

Unterstützung bei der Recherche in dieser Datenbank bietet das Dokumentationszentrum UN-EU.

Thesaurus Linguae Graecae (TLG): Sperrung des Zugriffs bei „intensiver“ Nutzung?!

Der Thesaurus Linguae Graecae (TLG) stellt eine einzigartige Sammlung von Texten der klassischen griechischen Literatur aus der Zeit vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis 600 n. Chr. sowie Screen01 2013-12-17 historiographischen, lexikographischen und scholastischen griechischen Texten des Mittelalters von 600 bis 1453 dar. Der Umfang der Online-Ausgabe beträgt ca. 12.000 Texte von 3.700 Autoren. Die Freie Universität Berlin hat den Zugang zu dieser wichtigen Online-Datenbank subskribiert.

Leider hatten wir in den vergangenen Monaten einige Male die Situation, dass NutzerInnen, die aus dem IP-Kreis der FU Berlin heraus auf den TLG zugegriffen hatten, an dem betr. Rechner gesperrt worden sind. Zu solchen Zugriffssperren greift der Anbieter der Datenbank, die University of California (Irvine), offenbar bereits, wenn auch nur der Verdacht besteht, dass ein massenhaftes Herunterladen von Dokumenten aus der Datenbank stattfindet. Hierzu zählt unter Umständen auch das (zu?) rasche Hin- und Herklicken zwischen einzelnen Dokumenten. Leider wird die FU Berlin und das Team der Digitalen Bibliothek nicht automatisch vom Lizenzgeber über solche „Vorfälle“ informiert. Wir erfahren dies bislang nur, wenn sich gesperrte NutzerInnen an uns wenden. Die betr. Dunkelziffer und der potentielle Grad an Nutzerfrustration ist folglich schwer einzuschätzen.

Wir sind als Lizenznehmer sehr unzufrieden mit dieser „Praxis“ und wären daher an weiterem Feedback (digibib@ub.fu-berlin.de) zu Ihren Erfahrungen mit der Datenbank interessiert. Auf einer breiteren Grundlage möchten wir dann ggf. in kritische Gespräche und Verhandlungen mit dem Datenbankanbieter eintreten.

Link des Monats August 2012: Gallica

Gallica ist das in den 1990er Jahren gestartete Digitalisierungsprojekt der Französischen Nationalbibliothek (BnF), unser Link des Monats August. Aktuell haben Benutzer Zugriff auf mehr als 1,8 Mio. Dokumente, darunter E-Bücher, Karten, Handschriften, Fotografien aber auch einen reichen Bestand an Tageszeitungsarchiven vor Ende des Zweiten Weltkriegs, darunter Le Figaro. Seit Ende Juni ist die Suchoberfläche auch in deutscher Sprache verfügbar.

Bild des Jahres bei Wikimedia Commons gewählt

Eine nebelverhangene Landschaft ist diese Tage zum „Bild des Jahres 2011“ auf Wikimedia Commons gewählt worden. Das Motiv passt vielleicht ganz gut zur melancholischen Stimmung, die den ein oder anderen  nach Deutschlands gestriger Niederlage im Fußball-EM-Halbfinale gegen Italien erfasst hat (und verbreitet eventuell bei aktuell mehr als 30 Grad Hitze in Berlin-Dahlem auch kühle Gedanken!).

Blick auf den Bondhus-See in Norwegen
(Fotograf: Heinrich Pniok/Alchemist-hp (CC BY-NC-ND 3.0/Free Art Licence)

Wikimedia Commons ist das zentrale Online-Medienarchiv, das Wikimedia-Projekte wie die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia mit freien Bildern, Videos oder Tondateien versorgt. Die Datenbank verfügt mittlerweile über mehr als 13 Mio. Dateien.
Die Inhalte sind gemeinfrei oder unterliegen freien Lizenzen, die auch die (kostenfreie) Weiternutzung für (unter jeweiligen Bedingungen) möglich macht. Neben privaten Schnappschüssen findet man auf Commons auch regelmäßig Bildspenden verschiedenster Institutionen. 2008/09 wurden beispielsweise mehr als 100.000 Bilder vom deutschen Bundesarchiv und der Deutschen Fotothek zur Verfügung gestellt.

Weiterer Korpus zur französischen Literatur verfügbar

Mit dem Corpus de la littérature narrative du moyen âge au XXe siècle hat die FU Berlin von Classiques Garnier Numérique dauerhaft eine weitere Volltextsammlung zur französischen Literatur lizenziert.

Enthalten sind Werke zur erzählenden Literatur vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert – ca. 1000 Romane, Erzählungen, Novellen und weiteren Texttypen (u. a. Chanson de geste, Chantefable, Fable, Fabliau, Lai). Die Texte des rund 30,2 Millionen Wörter und über 268.000 Wortformen umfassenden Korpus werden vollständig, in der Regel nach der jeweiligen Ausgabe letzter Hand oder nach einer anerkannten Referenzausgabe wiedergegeben.

Die vertretenen Editionstypen reichen von der diplomatischen Transkription über die orthographisch modernisierte Edition bis zur Übertragung in das moderne Französisch bei alt- und mittelfranzösischen Texten.

Obiger Text ist im Wesentlichen der Produktinformation bei digento.de entnommen.

Patrologia Latina Database lizenziert

Ebenfalls neu lizenziert ist die Patrologia Latina Database. Es handelt sich dabei um die vollständige elektronische Ausgabe von Jacques-Paul Mignes Patrologiae cursus completus, Series Latina. Diese beläuft sich auf 217 Text- und 4 Index-Bände, die 1844-1855 und 1862-1865 erschienen.

Die Volltextdatenbank enthält die Werke der Kirchenväter von Tertullian 200 n. Chr. bis zum Tod von Papst Innozenz III im Jahr 1216 und macht damit die wichtigen christlich-lateinischen Autoren und die einflussreichsten Werke spätantiker und frühmittelalterlicher Theologie, Philosophie, Geschichte und Literatur zugänglich. Neben den Originaltexten beinhaltet die Datenbank auch alle einleitenden Texte, den kritischen Apparat, die Register, Mignes Kolumnenziffern und die Illustrationen.

Die Datenbank ist wie die vorangeganenen beiden Datenbanken zu Bertolt Brecht und der Deutsche Lyrik vom selben Anbieter.

Obiger Text ist im Wesentlichen der Produktinformation bei digento.de entnommen.