Siegfried Lenz Preis an Richard Ford

Richard Ford (2014); Bild: Frankie Fouganthin via Wikimedia Commons (Lizenz: CC-BY-SA-4.0)
Richard Ford (2014)

Der diesjährige Siegfried Lenz Preis geht an den US-amerikanischen Schriftsteller Richard Ford, wie die Siegfried Lenz Stiftung gestern bekanntgab.

Der 1944 in Jackson, Mississippi, geborene Ford kam verhältnismäßig spät zum Schreiben. Nach der Schule und dem frühen Tod des Vaters arbeitete er in verschiedenen Gelegenheitsjobs, so etwa als Heizer bei der Eisenbahn, war zeitweise beim U.S. Marine Corps stationiert, brach ein Hotelmanagement- und Jura-Studium ab und versuchte sich als Sportjournalist. 1966 schloss Ford ein Studium im Fach Englische Literatur ab. Er wird von der Literaturkritik als realistischer Erzähler mit feinem Gespür für psychologische Details gefeiert (vgl. Kindlers Literatur-Lexikon) und mit William Faulkner, Ernest Hemingway, John Updike und Walker Percy verglichen. Verlust und Versöhnung, Flüchtigkeit und Identität, Gewalt und Leidenschaft, die Abgründe hinter dem Alltäglichen und die Wechselfälle des Lebens sind wiederkehrende Motive in seinen Werk (vgl. Munzinger Online), das auch zahlreiche Kurzgeschichten umfasst.

1976 debütierte Ford mit A Piece of My Heart (dt. Ein Stück meines Herzens) als Romanautor. Der endgültige Durchbruch stellte sich mit seinem dritten Roman The Sportswriter (1986; dt. Der Sportreporter) ein. Die Geschichte um den modernen Mittelstandsamerikaner Frank Bascombe, der als hoffnungsvoller Romancier beginnt und dann als Sportreporter und später als Immobilienmakler arbeitet, widmete Ford mit Independence Day (1995; dt. Unabhängigkeitstag) und The Lay of the Land (2006; dt. Die Lage des Landes) eine Roman-Trilogie. Auch sein letzter Roman, dem aus vier Novellen bestehenden Werk Let Me Be Frank with You (2014; dt.: Frank) bedient sich Bascombe als Protagonisten. Independence Day wurde als bis heute einziger Roman sowohl mit dem Pulitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award ausgezeichnet. 2016 erhielt Ford den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Geisteswissenschaften und Literatur.

Mit einem Preisgeld von 50.000 Euro zählt der Siegfried Lenz Preis neben dem Georg-Büchner-Preis, dem Joseph-Breitbach-Preis und dem auch für Wissenschaftler offenen Siegfried Unseld Preis zu den am höchsten dotierten Literaturpreisen in Deutschland. Geehrt werden seit 2014 internationale Schriftsteller, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist Siegfried Lenz’ (1926-2014) nah ist. Bei der ersten Verleihung des noch zu Lebzeiten von Lenz initiierten Preises war der mit ihm befreundete israelische Schriftsteller Amos Oz ausgezeichnet worden. 2016 wurde der Brite Julian Barnes geehrt.

Der Siegfried Lenz Preis wird Ford persönlich am 28. September 2018 im Hamburger Rathaus verliehen.

Bild: Frankie Fouganthin via Wikimedia Commons (CC-BY-SA-4.0)

Nominierungen für Preis der Leipziger Buchmesse 2018 bekanntgegeben

In Leipzig fängt man zwar erst vom 15. bis 18. März 2018 zu lesen an, wie uns der altbewährte Messe-Slogan weißmachen will, doch schon heute sind die Nominierten für den Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse in den drei Sparten Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben worden. Einige Titel sind noch im Erscheinen begriffen, andere bereits in den FU-Bibliotheken als Printausgabe oder E-Book verfügbar (Update: 12.02.18):

Belletristik:

• Isabel Fargo Cole: „Die grüne Grenze“ (Edition Nautilus, September 2017) – Philologische Bibliothek
• Anja Kampmann: „Wie hoch die Wasser steigen“ (Hanser, Januar 2018) – Philologische Bibliothek
• Esther Kinsky: „Hain: Geländeroman“ (Suhrkamp, Februar 2018) – Philologische Bibliothek/Universitätsbibliothek
• Georg Klein: „Miakro“ (Rowohlt, März 2018) – Philologische Bibliothek
• Matthias Senkel: „Dunkle Zahlen“ (Matthes & Seitz, Februar 2018) – Philologische Bibliothek/Univesitätsbibliothek

Sachbuch/Essayistik:

• Martin Geck: „Beethoven. Der Schöpfer und sein Universum“ (Siedler, September 2017)
• Gerd Koenen: „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“ (C. H. Beck, November 2017) – E-Book-Version / Printausgabe in der UB vormerkbar
• Andreas Reckwitz: „Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne“ (Suhrkamp, Oktober 2017) – UB, Philologische Bibliothek vormerkbar / Campusbibliothek auf Anfrage
• Bernd Roeck: „Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance“ (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung, C. H. Beck, Januar 2018) – E-Book-Version / Printausgabe in Geschichte/FMI bzw. Kunstgeschichte/KHI vormerkbar
• Karl Schlögel: „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“ (Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, C. H. Beck, Januar 2018) – E-Book-Version / Printausgabe in der UB/Sozialwissenschaftlichen Bibliothek vormerkbar

Übersetzung:

• Robin Detje, für die Übersetzung von Joshua Cohens Roman „Buch der Zahlen“ aus dem amerikanischen Englisch (Schöffling, Januar 2018)
• Olga Radetzkaja, für die Übersetzung von Viktor Schklowskijs „Sentimentale Reise“ aus dem Russischen (Die Andere Bibliothek, Juni 2017) – Printausgabe in der Philologischen Bibliothek vormerkbar
• Sabine Stöhr und Juri Durkot, für die Übersetzung von Serhij Zhadans Roman „Internat“ aus dem Ukrainischen (Suhrkamp, März 2018) – Printausgabe in der Philologischen Bibliothek vormerkbar
• Michael Walter, für die Übersetzung der „Werksausgabe“ in drei Bänden von Laurence Sterne aus dem Englischen (Galiani, März 2018) – Philologische Bibliothek (in Bearbeitung)
• Ernest Wichner, für die Übersetzung von Catalin Mihuleacs Roman „Oxenberg und Bernstein“ aus dem Rumänischen (Paul Zsolnay Verlag, Januar 2018)

Die siebenköpfige Jury um Kristina Maidt-Zinke sichtete laut Pressemeldung insgesamt 403 eingereichte Titel von 132 Verlagen. Der Preis wird traditionell zu Beginn der Buchmesse in der Glashalle vergeben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert, aber auch ein schlechtes Stimmungsbarometer für den im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse vergebenen Deutschen Buchpreis. Bis jetzt konnte keine Romanautorin oder -autor beide Preise gewinnen.

Buchvorstellungen am 06.02.18 in der Universität Potsdam

Am 06. Februar 2018 haben Sie die Möglichkeit, näheres zu der Geschichte der deutschen UN-Politik zu erfahren. In der Universität Potsdam werden zwei Werke aus dem letzten Jahr vorgestellt. Es handelt sich hierbei um „Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen. Geschichte, Organisation und politisches Wirken, 1952-2017“ von den Herausgebern und Gästen Prof. Dr. Norman Weiß und Dr. Nikolas Dörr, erschienen im Nomos Verlag und umKalter Krieg zwischen den beiden deutschen UN-Gesellschaften 1952-1968“ von dem Herausgeber und Gast Prof. Dr. Klaus Hüfner, erschienen in dem Verlag Frank & Timme.

Die beiden Bücher werden im Campus Griebnitzsee, August-Bebel-Str. 89 im Haus 6, Raum 3.06.S18 im Rahmen von „UNO und UNESCO – zivilgesellschaftliche Diskursthemen und Gegenstände wissenschaftlicher Forschung in Deutschland“ in der Zeit von 16.15 – 17.45 Uhr vorgestellt. Als weiterer Gast wird Dr. Christian Stock anwesend sein.

Noch mehr Informationen zur UN bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Online-Material zu Literaturnobelpreisträgern García Márquez und Ishiguro

Gabriel García Márquez (2009)
Gabriel García Márquez (2009)

Kurz nach der Ehrung der diesjährigen Nobelpreisträger am Sonntag hat das Harry Ransom Center an der Universität von Texas in Austin die Gabriel García Márquez Collection kostenfrei online veröffentlicht.

Die Sammlung bietet Zugriff auf zahlreiche digitalisierte Objekte aus dem Nachlass des kolumbianischen Schriftstellers und Journalisten (1927-2014). Enthalten sind u. a. Manuskripte zu veröffentlichten und unveröffentlichten Werken, Forschungsmaterial, Fotografien, Sammelalben, Briefwechsel, Zeitungsausschnitte, Notizbücher, Drehbücher, Druckmaterialien, Ephemera sowie eine Tonbandaufnahme von García Márquez‘ Nobelpreisrede aus dem Jahr 1982. Nicht enthalten sind die zehn Entwürfe zu seinem letzten, nicht fertiggestellten Roman En agosto nos vemos (engl.: We’ll See Each Other in August), dessen erstes Kapitel 2014 von der spanischen Zeitung La Vanguardia veröffentlicht wurde.

Der Nachlass des Autors war im Jahr 2014 für 2,2 Mio. US-Dollar durch das Harry Ransom Center angekauft worden. Es wird eine englische und spanischsprachige Nutzer-Oberfläche angeboten. Insgesamt verbrachten Bibliothekare, Archivare, Studenten und Techniker rund 18 Monate, um das Material im Volltext in den beiden Sprachen durchsuchbar zu machen (vgl. INFOdocket.com). Laut Anbieter ist gegenwärtig die Hälfte des Archivguts online abrufbar.

Eine Inspiration war García Márquez scheinbar auch für den diesjährigen Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, wenn man dessen Nobelpreisvorlesung studiert. Im auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Text  Mein napoleonischer Abend – und andere kleine Offenbarungen nimmt uns der Brite japanischer Herkunft mit auf eine Reise in den Herbst 1979 und die entscheidenden Momente, die ihn zum Schriftsteller werden ließen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bob Dylan nahm Ishiguro am Sonntag die Auszeichnung persönlich in Stockholm entgegen. Sein  überschaubares Œuvres aus sieben Romanen sowie einem Kurzgeschichtenband ist gerade frisch von der Universitätsbibliothek eingekauft worden (Ausgaben des Heyne-Verlags, 2016) und über das Bibliotheksportal Primo vorbestellbar:

Bild: Festival Internacional de Cine en Guadalajara (CC-BY-2.0, via Wikimedia Commons)

Nie zu Ende gelesene Romane …

Bei der ein oder anderen Romanlektüre kommt es schon mal vor – man verliert die Lust und das Buch verstaubt, nie zu Ende gelesen, in einer Ecke des Bücherregals. Der französische Radiosender France Culture hat seine Hörer in den sozialen Netzwerken nach solchen Titeln gefragt. Aus den über 3000 Antworten wurde im letzten Monat eine Top-10-Liste veröffentlicht:

  1. Ulysses von James Joyce (1922)
  2. Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell (2006)
  3. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust (1913-1927)
  4. Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien (1954/55)
  5. Die Schöne des Herrn von Albert Cohen (1968)
  6. Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil (1930-1943, unvollendet)
  7. Rot und Schwarz von Stendhal (1830)
  8. Madame Bovary von Gustave Flaubert (1856/57)
  9. Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (1967)
  10. Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline (1932)

Ist die französische Liste auch auf deutsche Lesegewohnheiten zu übertragen? Oder welche Titel liegen bei euch nie beendet im Bücherregal?

(Gesehen im schneeschmelze-Blog)

Prix Goncourt an Éric Vuillard

Nach Deutschland (Deutscher Buchpreis an Die Hauptstadt von Robert Menasse) und Großbritannien (Man Booker Prize an den US-Amerikaner George Saunders für Lincoln in the Bardo) hat auch Frankreich seine wichtigste Auszeichnung für den besten Roman des Jahres vergeben. Der Prix Goncourt geht 2017 an Éric Vuillard für die Erzählung L’ordre du jour. Der Prix Goncourt ist symbolisch mit „nur“ 10 Euro dotiert, sorgt aber im vorweihnachtlichen Buchhandel in aller Regel für hervorragende Verkaufserlöse.

Preisträger 2017: L’ordre du jour (Verlag Actes Sud)

Der 1968 in Lyon geborene französische Schriftsteller und Filmregisseur hat die eigenwillige Technik entwickelt, große Momente der Geschichte neu zu erzählen. In L’ordre du jour, was man mit „Tagesordnung“ oder „Tagesbefehl“ übersetzen kann, erzählt Vuillard vom Aufstieg der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Zentrale Rollen spielen dabei das Geheimtreffen Hitlers mit zahlreichen Industriellen am 20. Februar 1933, an dem auch der auf dem Cover abgebildete Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Vorsitzender des Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie) teilnahm, sowie der Anschluss Österreichs 1938. Der 150-seitige Roman ist in der Philologischen Bibiothek vorrätig. Dort finden sich auch weitere Geschichtserzählungen Vuillards, darunter Congo (2012, über die Berliner Kongokonferenz 1884-1885), Tristesse de la terre (2014, über Buffalo Bill und den Wilden Westen) und 14 juillet (2016, über die Französische Revolution).  Im deutschsprachigen Raum ist der Franzose insbesondere durch La Bataille d’Occident (2012) bekannt geworden, das 2014 in Deutschland unter dem Titel Ballade vom Abendland erschien und den Ersten Weltkrieg thematisiert. Eine deutsche Übersetzung von L’ordre du jour ist laut boersenblatt.net für März 2018 von Vuillards deutschem Verlag Matthes & Seitz angekündigt.

Vuillard setzte sich im Finale der besten vier Romane gegen  Yannick Haenel (Tiens ferme ta couronne), Véronique Olmi (Bakhita) und Alice Zeniter (L’art de perdre) durch. Yannick Haenel lässt in seinem Roman nach Introduction à la mort française (2001) und Cercle (2007) erneut sein Alter Ego Jean Deichel als Erzähler auftreten. Der gescheiterte Pariser Bohémien und Filmfanatiker ist von dem Wunsch beseelt, den US-amerikanischen Regisseur Michael Cimino von einer Verfilmung seines Drehbuchs über Herman Melville zu überzeugen. Véronique Olmi nahm sich in Bakhita (u. a. Literaturpreis der französischen Handelskette Fnac 2017) der Lebensgeschichte der in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrten Ordensschwester Josefine Bakhita (1869-1947) an, die als Kind von arabischen Sklavenhändlerin aus ihrer Heimat Darfur verschleppt wurde. Alice Zeniters L’art de perdre (u. a. Literaturpreis der Le Monde 2017) berichtet über mehrere Generationen hinweg vom Schicksal einer algerisch-stämmigen Familie in Frankreich, die ihre Abstammung von Kabylen und Harkis zu vergessen droht. Der Roman soll im Sommer 2018 unter dem Titel Die Kunst zu verlieren im Berlin Verlag erscheinen.

Auch mit dem traditionell am selben Tag wie der Prix Goncourt vergebene Prix Renaudot wurde ein Werk ausgezeichnet, das die dunkle deutsche Geschichte beleuchtet. Der 1974 in Straßburg geborene Olivier Guez erzählt im preisgekrönten Roman La disparition de Josef Mengele von der Flucht des gleichnamigen, früheren KZ-Lagerarztes nach Südamerika. Für den Prix Renaudot werden traditionell immer zwei mögliche Preisträger ausgewählt, um nicht mit dem Prix Goncourt übereinzustimmen. Guez‘ Werk war unter die besten acht Romane der Académie Goncourt gelangt, hattes es aber nicht unter die finalen vier geschafft.

Das Cover des Romans liegt ein Bild des Bundesarchivs zugrunde (Bundesarchiv, Bild 102-12331 / CC-BY-SA 3.0).

Lesen als Lebenselixier

Die Zeitschrift Geo berichtet über eine Studie der Yale University School of Public Health, nach der regelmäßiges Lesen die Lebenserwartung erhöht. Über zwölf Jahre wurden mehr als 3600 Probanden im Alter von mindestens 50 Jahren begleitet und in Nichtleser, Leser oder Vielleser (mehr als 3,5 Stunden pro Woche Lektüre) aufgeteilt. Nach Abzug von Faktoren wie Einkommen und Lebensstandard kamen die Wissenschaftler zum Ergebnis, dass regelmäßiges Lesen im Schnitt die Lebenserwartung um 23 Monate ansteigen lässt.

Wer sich näher für die englischsprachige Studie interessiert, kann Sie im FU-Campusnetz kostenfrei über die Online-Plattform ScienceDirect lesen – und seine Lebenserwartung hoffentlich ebenfalls etwas steigern 😉 …

Avni Bavishi, Martin D. Slade, Becca R. Levy:
A chapter a day: Association of book reading with longevity
In Social Science & Medicine, Volume 164, 2016, Pages 44-48, ISSN 0277-9536
https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2016.07.014

Gesehen im netbib weblog

Literaturnobelpreis an Kazuo Ishiguro

Bild: Mariusz Kubik, Lizenz: GFDL/CC-BY-SA-3.0-migrated/CC-BY-2.5
Kazuo Ishiguro (2005)

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an Kazuo Ishiguro, wie am Donnerstag das Nobelpreis-Komitee in Stockholm bekannt gab. Der ursprünglich in Japan geborene, englische Schriftsteller habe in seinen „Romanen von starker emotionaler Wirkung den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufgedeckt hat“, so die offizielle Begründung.

(Bild: Mariusz Kubik, Lizenz: GFDL/CC-BY-SA-3.0-migrated/CC-BY-2.5)

Der Sohn eines Ozeanografen wurde im japanischen Nagasaki geboren, wuchs aber ab 1960 bedingt durch einen Arbeitsplatzwechsel des Vaters in Guildford, Surrey, in der Nähe von London auf. Ishiguro, der ursprünglich Popmusiker werden wollte, studierte an der Universität von Kent Philosophie und Anglistik. 1980 erwarb er an der University of East Anglia einen Master in „creative writing“, wo sein Mentor Malcolm Bradbury war. Ishiguro selbst gab an, sich nicht als Japaner zu verstehen. Er sieht seine literarischen Vorbilder in der westlichen Literatur, vor allem bei Dostojewski und Tschechow (vgl. Autorenprofil im KLfG).

Nachdem Ishiguro als Sozialarbeiter gearbeitet hatte, widmete er sich ab 1983 ganz seiner Karriere als Schriftsteller. Trotz seines überschaubaren Œuvres von sieben Romanen, sowie einigen Kurzgeschichten und Drehbüchern, wird er heute zu den bedeutendsten englischsprachigen Autoren der Gegenwart gezählt. Bekannt ist er vor allem für seine „vielschichtige psychologische Ausleuchtung seiner Ich-Erzähler, die zwischen Selbstbetrug und Selbsterkenntnis mit ihren Erinnerungen ringen“ (vgl. Kindlers Literatur-Lexikon). Dazu zählt der loyale und seinem Herrn ergebene Butler Stevens in Ishiguros drittem Roman The Remains of the Day (dt. Was vom Tage übrig blieb), der ihm 1989 den renommierten Booker Prize einbrachte. Das Buch wurde 1993 erfolgreich von James Ivory mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt.

Drei weitere Male stand Ishiguro auf der „Short List“ zum Booker Prize – mit dem in Japan angesiedelten Werk An Artist of the Floating World (Der Maler der fließenden Welt, 1986), der in Shanghai spielenden Detektivgeschichte When We Were Orphans (Als wir Waisen waren, 2000) sowie mit Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten, 2005). Letztgenanntes Buch über ein Internat, in dem menschliche Klone zum Zweck der Organspende aufgezogen werden, kam 2010 mit Carey Mulligan, Andrew Garfield und Keira Knightley auf die Kinoleinwand. Ishiguros bisher letzter Roman, The Buried Giant (Der begrabene Riese, 2015), spielt im kriegerischen Britannien des 5. Jahrhunderts und stellt ein Elternpaar in den Mittelpunkt, das sich auf die Suche nach seinem Sohn begibt.

Literatur von Kazuo Ishiguro, besonders seine englischsprachigen Romane, lässt sich auch in den Bibliotheken der FU finden, vor allem in der Philologischen Bibliothek.

Die Auszeichnung an Ishiguro kann durchaus als Überraschung gewertet werden. Bei bekannten Wettanbietern hatten in den vergangenen Tagen Namen wie der Kenianer Ngũgĩ wa Thiong’o, der Japaner Haruki Murakami oder die Kanadierin Margaret Atwood vorne gelegen. Nach der Preisvergabe an den US-amerikanischen Singer-Songwriter Bob Dylan (2016) und die weißrussische Journalistin und Autorin Swetlana Alexijewitsch (2015) hatten Experten eine diesmal eher konservativere Wahl prognostiziert. Ishiguro passt als 62-jähriger, englischsprachiger Romanautor nahezu perfekt in eine Analyse, die die NZZ letzte Woche unter dem Titel Was den typischen Literaturnobelpreisträger auszeichnet veröffentlichte.

Die Preisübergabe an die Nobel-Laureaten erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Finalisten des Deutschen Buchpreises 2017 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs nominierten Romane, die sogenannten „Shortlist“, für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

Aus 20 mach‘ 6

Die Jury um Sprecherin Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post) haben insgesamt 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen sind. Nachdem sie im letzten Monat die „Longlist“ mit 20 Titeln präsentierten, wetteifern nur noch sechs Autoren – vier Deutsche und zwei Österreicher – um die Auszeichnung:

Der ausgebildete Buchhändler und versierte Lyriker Gerhard Falkner stellt in seinem zweiten Roman Romeo oder Julia (in Erwerbung) einen Schriftsteller in den Mittelpunkt, der mit seltsamen Geschehnissen konfrontiert wird – jemand dringt in sein Hotelzimmer in Innsbruck ein, nimmt ein Schaumbad und hinterlässt absichtlich Spuren. In Madrid wird eine tote Frau vor seinem Zimmerfenster gefunden. Der Grund scheint in der Vergangenheit des Autors zu liegen.

Der Österreicher Franzobel nimmt sich in Das Floß der Medusa der wahren Geschichte einer französischen Fregatte an, die 1816 an der westafrikanischen Küste auf Grund läuft. Für 147 Überlebende wird ein Floß gebaut, das den Kontakt zu den Rettungsbooten verliert und manövrierunfähig zwei Wochen auf dem Ozean treibt. Aus der Sicht des Küchenjungen Victor wird vom Überlebenskampf berichtet – nur 15 Menschen entkommen dem Tod auf dem Meer. Die Tragödie führte zu einem Regierungsskandal und inspirierte auch mehrere Künstler. Bekanntestes Werk ist das großformatige Louvre-Gemälde Le Radeau de la Méduse von Théodore Géricault (1819).

Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist für unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU übertragen bekommen. Sein Roman Schlafende Sonne (in Bearbeitung) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gezählt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen.

Robert Menasses Satire Die Hauptstadt (in Erwerbung) wird von der Kritik als weltweit erster EU-Roman betitelt (vgl. Zeit Online). Beamte der Kulturabteilung sollen das Image der EU-Kommission zu deren Geburtstag aufpolieren und setzen auf ein „Big Jubilee Project“-Event mit KZ-Überlebenden in Auschwitz. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen führen in sechs EU-Länder mit eingebauten Krimi-Plot.

Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman Die Kieferninseln (in Erwerbung) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan. Doch bevor diese Reise beginnt, trifft er auf einen suizidalen japanischen Studenten.

Einzige Debütantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In Außer sich (vormerkbar) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufwächst. Salzmann hat für ihr Romandebüt zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung gewonnen. Die Jury würdigte das Werk als „gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten“ und als „ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“.

Alle Romane verbinden laut Jury ein „Kühnes Denken“ und die „Idee Europa“: „Allen gemeinsam ist das Bewusstsein, dass ernsthaftes literarisches Tun immer auch ein Brechen mit herrschenden Ordnungen im Sprechen, Denken und Fühlen bedeutet. Thematisch ist es die Frage danach, wer ‚wir‘ sind und wer ‚wir‘ sein wollen, die viele der Texte zusammenhält – womit auch Europa auf den Plan kommt“, so Katja Gasser in der offiziellen Pressemitteilung (PDF-Datei). Nicht auf die Shortlist schaffte es u. a. die frühere FU-Studentin Julia Wolf (Walter Nowak bleibt liegen), Sven Regener mit der Wiederauferstehung seines Kulthelden Herrn Lehmann (Wiener Straße) sowie der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze mit seiner Kapitalismus-Komödie Peter Holtz.

Die sechs Finalisten im Überblick
(UPDATE: 22.09.17 – verfügbare Titel sind verlinkt und mehrheitlich in der Philologischen Bibliothek vorhanden):

  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)

Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang).

Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat diese Woche die 20 nominierten Romane für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

Zaimoglu zum fünften, Bonné, Lehr, Poschmann und Schulze zum dritten

In diesem Jahr treffen die Werke von 14 Deutschen, fünf Österreichern und eines Schweizers aufeinander. Unter den sieben nominierten Autorinnen und 13 Autoren sind neun schon mit dem Gefühl vertraut, mit einem Werk auf der Longlist zu stehen. Das größte Déjà-vu trifft zweifelsohne Feridun Zaimoglu, der bereits zum fünften Mal auf der Nominiertenliste zu finden ist und nun zum ersten Mal auf die Shortlist der besten sechs Romane gelangen könnte. In seinem neuesten Werk Evangelio begibt sich Zaimoglu auf die Wartburg Martin Luthers und wählt den Blickwinkel eines sorgenvollen katholischen Landesknechts, der dem Reformator beschützend zur Seite gestellt wird.

In der Vergangenheit aus Buchpreis-Sicht erfolgreicher gewesen sind Mirko Bonné, Thomas Lehr, Marion Poschmann und Ingo Schulze, die es allesamt mindestens einmal auf die Shortlist und es zum dritten Mal unter die Top 20 geschafft haben. Bonné überträgt in seinen Liebesroman Lichter als der Tag (verfügbar) laut Buchpreis-Jury das Wahlverwandtschaften-Thema in die Gegenwart. Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist für unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU übertragen bekommen. Sein Roman Schlafende Sonne (in Bearbeitung) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gezählt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen. Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman Die Kieferninseln (in Erwerbung) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan, während der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze in seiner Kapitalismus-Komödie Peter Holtz (in Erwerbung) den Titelhelden vom Waisenkind zum Millionär wider Willen aufsteigen lässt.

Von Zwillingen, Nachkriegskindern und Herrn Lehmann

Einzige Debütantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In Außer sich (in Erwerbung) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufwächst. Salzmann hat für ihr Romandebüt erst ein paar Tage zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung gewonnen. Die Jury würdigte das Werk als „gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten“ und als „ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“.

Für ihren zweiten Roman wurde die frühere FU-Studentin Julia Wolf nominiert, die mit Walter Nowak bleibt liegen laut Buchpreis-Jury ein „eindrucksvolles Männerporträt“ abliefere (in Bearbeitung). Ihr Titelheld – ein egomanischer und ebenso passionierter Schwimmer – bricht eines Tages im Badezimmer zusammen. Bewegungsunfähig streifen Gedankenfetzen seine Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs in der Nachkriegszeit, die kaputte Ehe und eine unheilvolle ärztliche Diagnose. Wolf hatte mit ihrem gleichnamigen Textauszug im letzten Jahr um den Ingeborg-Bachmann-Preis konkurriert und den 3sat-Preis erhalten. Wieder auferstehen lässt dagegen Sven Regener seinen Kulthelden Herrn Lehmann. 16 Jahre nach seinem erfolgreichen Romandebüt begibt sich Regener in Wiener Straße (in Erwerbung) erneut ins Kreuzberg der 1980er-Jahre und wartet u. a. mit rebellische Berufsnichten, österreichischen Aktionskünstlern, Kettensägen und einem Schwangerschaftssimulator auf.

Die 20 Nominierten im Überblick
(UPDATE: 22.09.17 – verfügbare Titel sind verlinkt und in der Philologischen Bibliothek und/oder Universitätsbibliothek vorhanden):

  • Mirko Bonné: Lichter als der Tag (Schöffling & Co, Juli 2017)
  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)
  • Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay, Januar 2017)
  • Monika Helfer: Schau mich an, wenn ich mit dir rede! (Jung und Jung, März 2017) – in Bearbeitung
  • Christoph Höhtker: Das Jahr der Frauen (Weissbooks, August 2017) – in Erwerbung
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017)
  • Jonas Lüscher: Kraft (C.H. Beck, März 2017)
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017)
  • Birgit Müller-Wieland: Flugschnee (Otto Müller, Februar 2017) – in Bearbeitung
  • Jakob Nolte: Schreckliche Gewalten (Matthes & Seitz Berlin, März
    2017) – in Bearbeitung
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017)
  • Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo (Berlin Verlag, März 2017)
  • Robert Prosser: Phantome (Ullstein fünf, September 2017)
  • Sven Regener: Wiener Straße (Galiani Berlin, September 2017)
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)
  • Ingo Schulze: Peter Holtz (S. Fischer, September 2017) – in Bearbeitung
  • Michael Wildenhain: Das Singen der Sirenen (Klett-Cotta, September 2017) – in Bearbeitung
  • Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt, März 2017) – in Bearbeitung
  • Christine Wunnicke: Katie (Berenberg, März 2017)
  • Feridun Zaimoglu: Evangelio (Kiepenheuer & Witsch, März 2017)

Die Longlist wird am 12. September 2017 von der Jury um Sprecherin Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post) auf sechs finale Romane reduziert, die sogenannte „Shortlist“. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 statt.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang).