Longlist für den Deutschen Buchpreis 2021 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat diese Woche die 20 nominierten Romane für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

In diesem Jahr treffen die Werke von Autorinnen und Autoren aus Deutschland (13), Österreich (5) und der Schweiz (2) aufeinander. Erstmals seit Jahren führen männliche Romanciers die Longlist mit insgesamt elf Nennungen wieder an.

Die 20 Nominierten im Überblick
(UPDATE: 03.09.2021; verfügbare Titel sind verlinkt und in der Philologischen Bibliothek vorhanden, Tendenz steigend):

  • Henning Ahrens: Mitgift (Klett-Cotta, August 2021)
  • Shida Bazyar: Drei Kameradinnen (Kiepenheuer & Witsch, April 2021)
  • Dietmar Dath: Gentzen oder: Betrunken aufräumen (Matthes & Seitz Berlin, August 2021)
  • Franzobel: Die Eroberung Amerikas (Paul Zsolnay, Januar 2021)
  • Georges-Arthur Goldschmidt: Der versperrte Weg (Wallstein, Juni 2021)
  • Dana Grigorcea: Die nicht sterben (Penguin, März 2021)
  • Norbert Gstrein: Der zweite Jakob (Carl Hanser, Februar 2021)
  • Dilek Güngör: Vater und ich (Verbrecher, Juli 2021)
  • Monika Helfer: Vati (Carl Hanser, Januar 2021)
  • Felicitas Hoppe: Die Nibelungen (S. Fischer, September 2021)
  • Peter Karoshi: Zu den Elefanten (Leykam, Mai 2021)
  • Christian Kracht: Eurotrash (Kiepenheuer & Witsch, März 2021)
  • Thomas Kunst: Zandschower Klinken (Suhrkamp, Februar 2021)
  • Gert Loschütz: Besichtigung eines Unglücks (Schöffling & Co., Juli 2021)
  • Yulia Marfutova: Der Himmel vor hundert Jahren (Rowohlt, März 2021) – in Erwerbung/vormerkbar
  • Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss alles herrlich sein (Suhrkamp, September 2021)
  • Mithu Sanyal: Identitti (Carl Hanser, Februar 2021) – z. Zt. vermisst
  • Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter (S. Fischer, Juli 2021)
  • Antje Rávik Strubel: Blaue Frau (S. Fischer, August 2021)
  • Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit dir (Rowohlt, Juli 2021)

Insgesamt wurden drei Debütromane für die Longlist berücksichtigt – die ehemalige Berliner Studentin Yulia Marfutova, der wir einen eigenen Wikipedia-Artikel spendieren durften, sowie Mithu Sanyal und Ferdinand Schmalz). Bereits mit dem Gefühl vertraut, um den Preis zu konkurrieren, sind dagegen Dietmar Dath (Shortlist 2008), Franzobel (Longlist 2005, Shortlist 2017), Norbert Gstrein (Longlist 2008 und 2013), Monika Helfer (Longlist 2017), Felicitas Hoppe (Longlist 2006), Gert Loschütz (Shortlist 2005, Longlist 2018), Sasha Marianna Salzmann (Shortlist 2017) und Antje Rávik Strubel (Longlist 2011).

Die Longlist wird am 21. September 2021 von der Jury um Sprecher Knut Cordsen (Kulturredakteur, Bayerischer Rundfunk), Bettina Fischer (Leiterin Literaturhaus Köln), Anja Johannsen (Leiterin Literarisches Zentrum Göttingen), Richard Kämmerlings (Literarischer Korrespondent, Die Welt), Sandra Kegel (Ressortleiterin Feuilleton, Frankfurter Allgemeine Zeitung), Beate Scherzer (Buchhändlerin) und Anne-Catherine Simon (Feuilleton-Redakteurin, Die Presse) auf sechs finale Romane reduziert, die sogenannte „Shortlist“. Die Preisverleihung soll zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 18. Oktober 2021 im Kaisersaal des Frankfurter Römers stattfinden.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar bzw. auf anderen Streaming-Plattformen verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang). Auch wird ab dieser Woche wieder ein Taschenbuch (Deutscher Buchpreis 2021: Die Nominierten) mit Leseproben und Hintergrundinfos in vielen Buchhandlungen erhältlich sein.

(Bildquelle: deutscher-buchpreis.de)

Vielen Dank an Katja Faensen (Universitätsbibliothek) für die Mithilfe bei diesem Posting!

Bibliotheken und das Oscar-Rennen

Am 15. März gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die alljährlichen Oscar-Nominierungen bekannt. Als mögliche Namensgeberin für den wohl berühmtesten Filmpreis wird laut Wikipedia noch immer die AMPAS-Bibliothekarin Margaret Herrick (1902-1976) gehandelt. Sie soll angeblich bei der Betrachtung der noch namenlosen Trophäe ausgerufen haben, dass diese ihrem „Onkel Oscar“ ähnele.

Alljährlich greift aber auch die in Los Angeles beheimatete University of Southern California (USC) mit dem USC Libraries Scripter Award aktiv ins Oscar-Geschehen mit ein. Seit 1988 wird die beste Kinoadaption eines literarischen Werkes preisgekrönt. Die Auszeichnung soll als Symbol für das Talent von Bibliotheken herhalten, gleichermaßen kreative und wissenschaftliche Leistung zu fördern. Ein eigens berufenes Komitee aus preisgekrönten Drehbuchautoren, Angehörigen der Filmindustrie und Universitätsmitgliedern entscheidet über Nominierte und Gewinner. Die Preisverleihung selbst findet in der Regel im festlichen Rahmen im Los Angeles Times Reference Room der auf dem Universitätscampus beheimateten Edward L. Doheny Memorial Library statt.

Wer sich als eingefleischter Oscar-Fan jedes Jahr ans vorzeitige Tippen der Gewinnerinnen und Gewinner macht, sollte den USC Libraries Scripter Award durchaus als wertvollen Indikator für die Kategorie „Bestes adapatiertes Drehbuch“ im Blick haben. In den letzten 10 Jahren hatte der „Scripter Award“ eine 80-prozentige Trefferquote.

Preisträger 2021: Nomadland

Auch bei der letzten Verleihung am 13. März 2021, die pandemiebedingt virtuell veranstaltet werden musste, könnte man wieder erfolgreich die Oscar-Gewinnerin antizipiert haben. Das Preiskomitee um Greta Gerwig, Christopher Hampton, David Hare, Leonard Maltin, Michael Ondaatje, Eric Roth und Kenneth Turan vergab den Preis an das Skript Nomadland von der chinesisch-stämmigen Autorenfilmerin Chloé Zhao. In dem semi-fiktionalen Werk spielt Frances McDormand die 60-jährige Fern, die als Nomadin ohne festes Zuhause durch die USA reist und sich von Job zu Job hangelt. Das Roadmovie, das bereits mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig und zwei Golden Globe Awards preisgekrönt wurde, geht am 25. April mit sechs Nominierungen als Mitfavorit in die Oscar-Nacht.

Chloé Zhao (Bildquelle: vegafi, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY-SA-4.0)

Doch Zhao ist nicht die einzige Gewinnerin. Den Statuten entsprechend ehrt der USC Libraries Scripter Award auch den Schöpfer der literarischen Vorlage. So findet man in der Siegerliste auch längst verstorbene Autorinnen und Autoren wie Jane Austen (Sinn und Sinnlichkeit, 1996), Solomon Northup (12 Years a Slave, 2014) oder Louisa May Alcott (Little Women, 2020). Im Fall von Nomadland ist die Co-Preisträgerin noch quicklebendig und bedankte sich herzlich für die Auszeichnung, auch wenn der lange Preisname nicht ganz flüssig über ihre Lippen kam (vgl. Video zur Preisverleihung, ab 1:05 h ff.). Für das 2017 erschienene Sachbuch Nomadland: Surviving America in the Twenty-First Century (ausleihbar in der JFKI-Bibliothek) legte die New Yorker Journalistin Jessica Bruder eine Strecke von über 24.000 km zurück – von Ost- zur Westküste, von der nördlichen zur südlichen US-Grenze. Drei Jahre lang begleitete sie in ihrem Camper die sogenannten „workampers“, die ihre reguläre Jobs verloren, keine finanziellen Polster haben oder unter gesundheitlichen Probleme leiden. Deshalb bemühen sie sich um saisonale Arbeit in der Landwirtschaft oder ergattern Ferienjobs bei großen Konzernen wie Amazon.

Mit der Verlinkung auf einen Wikipedia-Eintrag hat dieser Beitrag begonnen, mit einem Eintrag auf einem Wikipedia-Artikel endet dieses Posting. Doch diesmal stammt der Eintrag aus unserer eigenen Feder. Kurz nach Ende der Aktion „1Lib1Ref“ hat die Universitätsbibliothek sich für ein eigenes Benutzerkonto registriert und das Lemma „USC Libraries Scripter Award“ ist unser erster Artikel. Passend zum 20-jährigen Jubiläum der Online-Enzyklopädie in dieser Woche. Happy Birthday, Wikipedia! Einen passenderes Geschenk kann es wahrscheinlich nicht geben 😉 …

(Bildquelle Titelbild: Pixabay.com)

Universitätsbibliothek bietet ab sofort Online-Sprechstunde an

Der Dienst wurde über das Sommesemester 2021 angeboten!

Ab sofort bietet die Universitätsbibliothek eine regelmäßige Online-Sprechstunde via Cisco Webex an. Sie haben Fragen rund um das Bibliotheksportal Primo, die Fernleihe, Datenbanken oder Zeitschriften? Dann können Sie uns ab sofort Montag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 15 Uhr unter folgendem Link erreichen:

https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=m09783cbf20384208f677bc463cbdff66

Natürlich stehen wir Ihnen auch weiterhin ganz klassisch via Telefon oder E-Mail mit Rat und Tat zur Seite 😉!

Auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Bibliothek für Sozialwissenschaften und Osteuropastudien (OSI) sowie die Wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek bieten mittlerweile Online-Sprechstunden an.

Pandemiebedingt kann derzeit noch keine Vor-Ort-Beratung in den Bibliotheken angeboten werden.

(Bildquelle: Pixabay)

Neue Campuslizenz: WILA Arbeitsmarkt

Ab sofort steht über das Campusnetz der Freien Universität die Zeitschrift „WILA Arbeitsmarkt“ zur Verfügung. Sie ist auf Akademikerinnen und Akademiker mit einem breit gefächerten oder interdisziplinären Studium spezialisiert.

Bildquelle: www.wila-arbeitsmarkt.de

Jobsuchende mit einem geistes- und sozialwissenschaftlichen Hintergrund oder auch Naturwissenschaftler:innen ohne einen klar „vorgegebenen“ Berufsweg bringen häufig Kompetenzen wie analytisches Denken und Verhandlungsgeschick mit. Damit können diese Fachkräfte in vielen verschiedenen Branchen arbeiten. Trotz – oder gerade wegen – der Vielfalt an Möglichkeiten ist die Phase der (Um-)Orientierung anstrengend. WILA Arbeitsmarkt unterstützt Hochschulabsolventinnen und –absolventen daher durch ausgewählte Stellenangebote, hilfreiche Artikel und Insider-Tipps.  

Herausgeber der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift ist der gemeinnützige Verein Wissenschaftsladen Bonn, der zahlreiche Bildungsprojekte organisiert. In der aktuellen Ausgabe 21/03 geht es unter anderem darum, wie Onboarding in Zeiten der Pandemie funktioniert, was den beruflichen Neustart erleichtert und welche Rituale bei der Jobsuche helfen können.
Die Titel können im Campusnetz der Freien Universität Berlin online gelesen werden.

Zugriff auf „WILA Arbeitsmarkt“

Deutscher Buchpreis 2020 an Anne Weber

Bild: Preisträgerin 2020 – Anne Weber (Bildquelle: vntr.media)

Kurz vor Beginn einer zu Pandemiezeiten digital veranstalteten Frankfurter Buchmesse ist am Montag im Frankfurter Römer der Deutsche Buchpreis für den besten „Roman des Jahres“ verliehen worden. Hatte 2019 noch Saša Stanišić mit seinem autofiktionalen Bestseller Herkunft die Nase vorn, ging die Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nun an Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber.

Damit hat die Buchpreisjury um die Literaturredakteure Katharina Borchardt (SWR2), David Hugendick (Zeit Online) und Felix Stephan (Süddeutsche Zeitung) wohl das eigenwilligste Werk der Shortlist den Vorzug gegeben. Weber schildert auf knapp 200 Seiten in Versform das Leben der Medizinerin und Widerstandskämpferin Anne („Annette“) Beaumanoir. Die 1923 geborene Französin kämpfte während des Zweiten Weltkriegs in der Résistance und rettete zwei jüdischen Jugendlichen in Paris das Leben. Mitte der 1950er-Jahre während des Algerienkriegs ergriff Beaumanoir Partei für die Nationale Befreiungsfront und entkam mit der Flucht aus Frankreich einer Gefängnisstrafe. Weber habe laut Buchpreisjury einen „Roman über Mut, Widerstandskraft und den Kampf um Freiheit“ verfasst und der alten Form des Epos Frische und Leichtigkeit zurückgegeben (siehe auch Leseprobe bei book2look.com).

Die 1964 in Offenbach geborene Anne Weber lebt seit 1983 in Paris, wo sie an der Sorbonne französische Literatur und Komparatistik studiert hat. Von 1989 bis 1996 arbeitete sie für verschiedene französische Verlage und übersetzte Autoren wie Jakob Arjouni, Marguerite Duras, Sibylle Lewitscharoff, Wilhelm Genazino oder Erich Maria Remarque ins Deutsche bzw. Französische. Seit 1998 veröffentlicht sie eigene Werke und übte sich stets im Erproben neuer literarischer Formen. Für ihren märchenhaften „Roman im Roman“ Luft und Liebe (2010) und die rätselhafte Schelmengeschichte und Heiligenlegende Kirio (2017) war sie jeweils für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden.

Die 20 Nominierten im Überblick
(verfügbare Titel sind verlinkt und für FU-Angehörige über die Philologische Bibliothek in die Campusbibliothek bestellbar):

Bildquelle: vntr.media

Shortlist:

Longlist:

Das Jahr der Frauen

Mit Webers Sieg blickt man auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, in dem die wichtigsten deutschen Literaturpreise beinahe ausnahmslos an Frauen verliehen wurden:

– Nora Bossong (Joseph-Breitbach-Preis, Thomas-Mann-Preis)
– Elke Erb (Georg-Büchner-Preis)
– Ute Frevert (Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa)
– Iris Radisch (Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay)
– Rachel Salamander (Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf)
– Helga Schubert (Ingeborg-Bachmann-Preis für Vom Aufstehen)
– Ljudmila Ulitzkaja (Siegfried Lenz Preis)

Einzig der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ging mit Lutz Seiler (Stern 111) an einen männlichen Kollegen. Aber auch international sorgten Schriftstellerinnen wie die US-amerikanische Dichterin Louise Glück (Nobelpreis für Literatur) und die junge niederländische Romandebütantin Marieke Lucas Rijneveld (International Booker Prize für The Discomfort of Evening / dt. Was man sät) für Aufsehen. Und die Literaturpreissaison ist noch nicht beendet – am 8. November folgt die Vergabe des Schweizer Buchpreises, am 9. November des Österreichischen Buchpreises, am 10. November der französische Prix Goncourt, am 18. November der US-amerikanische National Book Award und am 19. November der britische Booker Prize. Man darf gespannt sein, ob sich der Siegeszug der Autorinnen auch international fortsetzt. In Österreich und im Vereinigten Königreich dominieren erneut Autorinnen die Shortlists.

Danke für die Mitarbeit am Posting an Mehmet Altin (Azubi zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Philologischen Bibliothek)

Lesenswert: Der Tagesspiegel über eine „unglaubliche Bedrohung“ der Wissenschaft

Susanne Donner: Eine „unglaubliche Bedrohung“ der Wissenschaft. Der Tagesspiegel vom 23.07.2020, Seite 25.
Druckausgabe oder online in der Datenbank Wiso Wirtschaftspraxis Presse (via FU-VPN), alt. in der Datenbank Pressreader des VÖBB.

Der Artikel beschreibt wie der Publikationsdruck in der Wissenschaft zweifelhafte Praktiken begünstigt: oberflächliches Peer Review, unkritischer (unwissender?) Umgang mit Metriken wie Impact-Faktor und h-Index, Plagiate, Bildfälschung und Betrug.
Die Reihe Scopus Bootcamp Webinare bietet dazu ein interessantes Webinar an: What is proper scientific conduct and why you can’t afford to ignore publication ethics?“ mit Anne Marie Pordon (Mitschnitt vom 30.06.2020, 48 min).

Auch die Universitätsbibliothek bietet eine wachsende Auswahl an Tutorials rund um wissenschaftliche Publikationen auf ihrer Homepage an. Neben den bekannten Webinaren aus dem Kreativsemester hoffen wir im kommenden Wintersemester auch wieder passende Präsenzveranstaltungen anbieten zu können.

Danke für den Beitrag an Heike Thomas, Mitarbeiterin in der Auskunftsabteilung der Universitätsbibliothek.

Referate bei Kerzenlicht

Die Samstagsausgabe des Tagesspiegels am 2. Mai 2020 widmete sich thematisch dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin vor 75 Jahren. Aufgrund der Pandemie mussten auch die geplanten Feierlichkeiten zu diesem historischen Datum abgesagt werden.

Unter den vielen Artikeln, die im Tagesspiegel erschienen, befand sich auch Jenseits des Mythos von Felix Hackenbruch, der exemplarisch auf die Leben dreier Frauen blickt, die die Nachkriegszeit in Berlin mit geprägt haben. Neben der Zoo-Direktorin Katharina Heinroth (1897-1989) und Berlins erster und bislang einziger Oberbürgermeisterin Louise Schroeder (1887-1957) gibt der Autor auch zur Literaturwissenschaftlerin Roswitha Wisniewski (1926-2017) Auskunft, die im Herbst 1948 zum ersten Jahrgang der neu gegründeten Freien Universität zählte. In einer Zeit ohne elektronische Medien war Wisniewski (ähnlich wie heute) mit dem fehlenden Zugang zu Wissenschaftlichen Bibliotheken konfrontiert, wie Hackenbruch erläutert:

Sie [Wisniewski] schreibt sich für das Fach Germanistik ein, doch dafür gibt es noch nicht einmal Bücher. Wie viele andere holt sie aus dem ganzen Stadtgebiet auf Handwagen Möbel- und Bücherspenden nach Dahlem, hilft, den Fachbereich aufzubauen. Am Aufbau der Seminarbibliothek ist sie maßgeblich beteiligt. Nebenher wird studiert: „Ich habe meine Referate und Seminararbeiten weitgehend bei Kerzenlicht geschrieben.“ Bereits 1953 promoviert sie, wird wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin, lehrt die erste Nachkriegsgeneration. (Felix Hackenbruch: Jenseits des Mythos. In: Der Tagesspiegel, 2. Mai 2020, S. 5.)

Der gesamte Artikel lässt sich online bei tagesspiegel.de nachlesen.

„Der Weg aus der Coronavirus-Krise muss zu einer besseren Welt führen“ – António Guterres

Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.

Foto: United Nations Photo Library #643590

Der deutsche Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen hat einen Meinungsartikel vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, in der englischen Tageszeitung „The Guardian“ übersetzt veröffentlicht.

Den Original-Beitrag finden Sie auf den Webseiten der Tageszeitung „The Guardian“.

Der Link zur Übersetzung führt direkt auf das vom deutschen Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen übersetzte Dokument.

Noch mehr Informationen zur UN bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Preis der Leipziger Buchmesse 2020: Nominierungen veröffentlicht

In Leipzig fängt man zwar erst vom 12. bis 15. März 2020 zu lesen an, wie uns der altbewährte Messe-Slogan alljährlich weißmachen will, doch schon letzte Woche sind die Nominierten für den Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse in den drei Sparten Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben worden. Einige Titel sind noch im Erscheinen begriffen, andere bereits in den FU-Bibliotheken ausleih- bzw. vormerkbar (Update: 02.03.20, Titel entsprechend verlinkt):

Belletristik:

  • Verena Güntner: Power (DuMont Buchverlag, 10. März 2020)
  • Maren Kames: Luna Luna (Secession Verlag, 2019) – Philologische Bibliothek
  • Leif Randt: Allegro Pastell (Verlag Kiepenheuer & Witsch, 5. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek
  • Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder (S. Fischer Verlag, 4. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek
  • Lutz Seiler: Stern 111 (Suhrkamp Verlag, 2. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek

Sachbuch/Essayistik:

Übersetzung:

  • Pieke Biermann für die Übersetzung von Fran Ross‘ Roman Oreo  (dtv Verlag, 2019), aus dem amerikanischen Englisch – Universitätsbibliothek
  • Luis Ruby für die Übersetzung von Clarice Lispectors Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau. Sämtliche Erzählungen I (Penguin Verlag, 2019), aus dem brasilianischen Portugiesisch – Philologische Bibliothek
  • Andreas Tretner für die Übersetzung von Angel Igovs Roman Die Sanftmütigen (eta Verlag, 2019), aus dem Bulgarischen – Philologische Bibliothek
  • Melanie Walz für die Übersetzung von Mary Ann Evans‘ unter dem Pseudonym George Eliot erschienenen Roman Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz (Rowohlt Verlag, 2019), aus dem Englischen
  • Simon Werle für die Übersetzung von Charles Baudelaires Gedichtband Der Spleen von Paris (Rowohlt Verlag, 2019), aus dem Französischen

Die siebenköpfige Jury unter Leitung von Jens Bisky sichtete laut Pressemeldung insgesamt 402 eingereichte Titel. Einige der nominierten Romane und Sachbücher verarbeiten autobiografisch oder biografisch das Wendejahr 1990. Der Preis wird traditionell zu Beginn der Buchmesse in der Glashalle vergeben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert, aber auch ein schlechtes Stimmungsbarometer für den im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse vergebenen Deutschen Buchpreis. Bis jetzt konnte kein/-e Romanautorin oder -autor beide Preise für das gleiche Werk gewinnen.

Wer die Nominierten live erleben möchte, für den gibt es am 3. März (Kategorie: Übersetzung) und am 6. März (Kategorie: Sachbuch/Essayistik) in Berlin die Möglichkeit die Autor*innen im Rahmen des Literarischen Colloquiums anzutreffen. Ingo Schulze liest dort am 10. März aus seinem Roman Die rechtschaffenen Mörder vor.

Bericht über die menschliche Entwicklung 2019

Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.

Quelle: https://unsplash.com/photos/JR8XZ-gdZrA

Bereits am 10.12.2019 hat das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP den Human Development Report 2019 – beyond income, beyond averages, beyond today: Inequalities in Human Development in the 21st Century veröffentlicht.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2019 befasst sich mit vielen Faktoren der Entwicklung im Leben eines Menschen, z.B. wenn zwei Kinder, die im Jahr 2000 in Ländern mit unterschiedlichem menschlichen Entwicklungsstand geboren wurden, heute sehr unterschiedliche Perspektiven für das Erwachsenenleben haben. Der insgesamt 366 Seiten lange Bericht wird teilweise auf einer interaktiven Seite dargestellt. Auf dieser Seite können Sie auch den Bericht als pdf herunterladen.

Insgesamt stellt der Report 5 Schlüsselbotschaften aus den gesammelten Daten heraus:

Disparities in human development remain widespread, despite achievements in reducing extreme deprivations

A new generation of inequalities is emerging, with divergence in enhanced capabilities, despite convergence in basic capabilities

Inequalities accumulate through life, often reflecting deep power imbalances

Assessing and responding to inequalities in human development demands a revolution in metrics

We can redress inequalities if we act now, before imbalances in economic power are politically entrenched

Noch mehr Informationen zur UN und EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.