(Digitale) Angebote für externe Nutzerinnen und Nutzer

In der aktuellen Ausnahmesituation zeigten sich bisher auch viele Bibliotheken solidarisch und öffneten ihre digitalen Bestände externen Nutzerinnen und Nutzern. Zwar informieren wir in einem regelmäßig aktualisierten Posting auch über lizenzfreie Angebote, doch vom Großteil der Neuerungen profitieren mehrheitlich FU-Angehörige (Studierende, Lehrpersonal, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter usw.). Auch von der kontaktarmen und reduzierten Ausleihe, die gegenwärtig in Vorbereitung ist, wird vorerst nur diese Benutzergruppe profitieren.

Aufgrund lizenzrechtlicher Bedingungen ist es nicht möglich, dass sich das komplette digitale Angebot der FU auch für Nutzerinnen und Nutzer mit den häufig in Folie eingeschweißten, weißen Bibliotheksausweisen öffnet, denen wir täglich in der Zeit vor den Einschränkungen begegnet sind. Dennoch möchten wir in diesem Posting nochmals auf drei Angebote anderer Bibliotheken hinweisen, die über vereinfachte Online-Anmeldungen auch externen Nutzerinnen und Nutzern Zugriff auf ihre lizenzpflichtigen Datenbanken, E-Books oder E-Zeitschriften gewähren bzw. in einem Fall auch entgeltpflichtige Fernleihen nach Hause anbieten:

Bayerische Staatsbibliothek (BsB)
Die Bayerische Staatsbibliothek in München hat ihr  vereinfachtes Zulassungsverfahren über den 30. April 2020 hinaus verlängert. Nutzerinnen und Nutzern ab 18 Jahren aus ganz Deutschland können auf die digitalen Bestände (siehe u. a. DBIS) kostenfrei zugreifen. Auch wird ein Buchversand von bis zu drei Titeln in ganz Deutschland gegen ein reduziertes Entgelt angeboten. Dafür muss ein PDF-Dokument („Reversschein“) ausgedruckt und ausgefüllt mit Scans von Ausweisdokumenten auf elektronischem Weg zurückgeschickt werden. Auch Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger können von diesem Sonderservice profitieren. Die zeitliche Befristung kann laut Bibliothek evtl. verlängert werden, auch „für einen großzügig bemessenen Zeitraum nach einer Wiedereröffnung“.

Staatsbibliothek zu Berlin
Die Staatsbibliothek in Berlin hatte sich aufgrund der baubedingten Schließung ihres Standorts Unter den Linden bereits vor der Corona-Pandemie erkenntlich gezeigt und kostenfrei Benutzungsausweise angeboten. Mittels Online-Formular und amtlich gemeldeten Wohnsitz in Deutschland + Zusendung eines Scans oder Fotos von Personaldokumenten lässt sich auch über den 30. April 2020 hinaus ein kostenfreier Zugriff auf die digitalen Angebote der Stabi (siehe u. a.  DBIS) einrichten. Darüber hinaus hat seit 4. Mai das Haus am Potsdamer Platz wieder geöffnet und bietet einen eingeschränkten Benutzungsservice an.

Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB)
Der VÖBB bietet noch bis kommenden Sonntag, 10. Mai 2020, seinen Online-Ausweis drei Monate kostenfrei an und planen eine eingeschränkte Öffnung ihrer Häuser ab 11. Mai. Zum digitalen Angebot gehören zahlreiche E-Books, E-Zeitschriften (inkl. Tages- und Wochenzeitungen), Hörbücher, Film- und Musikstreaming aber auch Wissens-Datenbanken. Hat man erstmal den leicht versteckten Link Nicht registriert? unter der regulären Anmelde-Maske gefunden, lassen sich die persönlichen Daten eingeben. Diese müssen im Gegensatz zu den beiden Staatsbibliotheken nicht mit Scans von Personaldokumenten verifiziert werden. Damit kann man auch alte, bereits verfallen geglaubte Konten aus Schulzeiten wieder zum Leben erwecken, wie der Autor dieser Zeilen selbst feststellen konnte 😉 …

Auch wenn wir uns gegenwärtig wie andere Hochschulen mit der Herausforderung konfrontiert sehen, das Sommersemester mehrheitlich aus dem Home Office zu begleiten, hoffen wir natürlich auch auf ein baldiges Ende der Ausnahmesituation.

Referate bei Kerzenlicht

Die Samstagsausgabe des Tagesspiegels am 2. Mai 2020 widmete sich thematisch dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin vor 75 Jahren. Aufgrund der Pandemie mussten auch die geplanten Feierlichkeiten zu diesem historischen Datum abgesagt werden.

Unter den vielen Artikeln, die im Tagesspiegel erschienen, befand sich auch Jenseits des Mythos von Felix Hackenbruch, der exemplarisch auf die Leben dreier Frauen blickt, die die Nachkriegszeit in Berlin mit geprägt haben. Neben der Zoo-Direktorin Katharina Heinroth (1897-1989) und Berlins erster und bislang einziger Oberbürgermeisterin Louise Schroeder (1887-1957) gibt der Autor auch zur Literaturwissenschaftlerin Roswitha Wisniewski (1926-2017) Auskunft, die im Herbst 1948 zum ersten Jahrgang der neu gegründeten Freien Universität zählte. In einer Zeit ohne elektronische Medien war Wisniewski (ähnlich wie heute) mit dem fehlenden Zugang zu Wissenschaftlichen Bibliotheken konfrontiert, wie Hackenbruch erläutert:

Sie [Wisniewski] schreibt sich für das Fach Germanistik ein, doch dafür gibt es noch nicht einmal Bücher. Wie viele andere holt sie aus dem ganzen Stadtgebiet auf Handwagen Möbel- und Bücherspenden nach Dahlem, hilft, den Fachbereich aufzubauen. Am Aufbau der Seminarbibliothek ist sie maßgeblich beteiligt. Nebenher wird studiert: „Ich habe meine Referate und Seminararbeiten weitgehend bei Kerzenlicht geschrieben.“ Bereits 1953 promoviert sie, wird wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin, lehrt die erste Nachkriegsgeneration. (Felix Hackenbruch: Jenseits des Mythos. In: Der Tagesspiegel, 2. Mai 2020, S. 5.)

Der gesamte Artikel lässt sich online bei tagesspiegel.de nachlesen.

„Der Weg aus der Coronavirus-Krise muss zu einer besseren Welt führen“ – António Guterres

Foto: United Nations Photo Library #643590

Der deutsche Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen hat einen Meinungsartikel vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, in der englischen Tageszeitung „The Guardian“ übersetzt veröffentlicht.

Den Original-Beitrag finden Sie auf den Webseiten der Tageszeitung „The Guardian“.

Der Link zur Übersetzung führt direkt auf das vom deutschen Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen übersetzte Dokument.

Noch mehr Informationen zur UN bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Hinweise und nützliche Links zur Corona-Pandemie

Quelle: https://pixabay.com/images/id-4912186/

Liebe Leserinnen und Leser, da wir uns in diesen sehr dynamischen Zeiten bemühen, Ihnen möglichst aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen, erhalten Sie hier ein weiteres Update an Informationen zum letzten Blog-Beitrag.

Die EU-Kommission hat laut Pressemitteilung vom 16. März bis zu 80 Millionen Euro Fördermittel für die Tübinger Firma CureVac in Aussicht gestellt. Die Gelder sollen die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus beschleunigen. Weiterhin hat die Europäische Kommission eine Seite erstellt, auf der über weitere Fördergelder für neue Forschungsprojekte zum Thema Corona informiert wird.

Die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) hat ein neues Kontrollmaterial entwickelt, um die Qualitätskontrolle von Tests zu erleichtern. Vom European Parliamentary Research Service Blog gibt es eine weitere Sammlung von Artikeln von Think Tanks zum Thema Corona. Die Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur hat eine Sammlung von Online-Lern-Ressourcen veröffentlicht.

Der Europäische Auswärtige Dienst hat Informationen zu Fake News aufbereitet – im Disinformation Review können Sie sich zu aktuellen Gerüchten und Falschinformationen informieren.

LexCorona heißt ein neues Wiki, in dem ein Überblick über Rechtsakte in Deutschland und den einzelnen Bundesländern im Zusammenhang mit der Corona-Krise gesammelt werden.

Auf Social Europe veröffentlichte Maria Mexi einen Beitrag , in dem es um die Zukunft der Arbeit nach Corona im digitalen Zeitalter geht. Vom Zukunftsinstitut gibt es eine neue Webseite, auf der vier Zukunftsszenarien für Wirtschaft und Gesellschaft dargestellt werden. Auch ein ausführliches „White Paper“ mit detaillierten Ausführungen zu den vier Szenarien steht auf dieser Seite zum Download bereit. Ein weiterer Beitrag zur Zukunft nach der Pandemie hat der Zukunftsforscher Matthias Horx veröffentlicht.

Für Datenwissenschaftler*innen hat die Kaggle-Community die nützlichsten Daten, Tools und Datensets zum Thema Covid-19 zusammengestellt, welche frei abrufbar und nutzbar sind. Die University of Cambridge hat Daten gesammelt, mit denen die verschiedenen Reaktionen der Regierungen der einzelnen Länder, in denen Corona-Fälle auftraten, gegenübergestellt werden. Der Tagesspiegel hat eine interaktive Landkarte erstellt, auf der alle bestätigten Corona-Infektionen nach Landkreisen und Bundesländern abrufbar sind.

Zum Schluss noch einige bekanntere Informationsseiten. Für alle Berliner Leser*innen finden Sie hier Informationen der Senatskanzlei zum Corona-Virus.  Tagesaktuelle Pandemie-Informationen finden Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Institut. Informationen der Europäischen Kommission zum Coronavirus und FAQs.

Bleiben Sie gesund!

 

Preis der Leipziger Buchmesse 2020: Nominierungen veröffentlicht

In Leipzig fängt man zwar erst vom 12. bis 15. März 2020 zu lesen an, wie uns der altbewährte Messe-Slogan alljährlich weißmachen will, doch schon letzte Woche sind die Nominierten für den Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse in den drei Sparten Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben worden. Einige Titel sind noch im Erscheinen begriffen, andere bereits in den FU-Bibliotheken ausleih- bzw. vormerkbar (Update: 02.03.20, Titel entsprechend verlinkt):

Belletristik:

  • Verena Güntner: Power (DuMont Buchverlag, 10. März 2020)
  • Maren Kames: Luna Luna (Secession Verlag, 2019) – Philologische Bibliothek
  • Leif Randt: Allegro Pastell (Verlag Kiepenheuer & Witsch, 5. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek
  • Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder (S. Fischer Verlag, 4. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek
  • Lutz Seiler: Stern 111 (Suhrkamp Verlag, 2. März 2020) – in Erwerbung, Philologische Bibliothek

Sachbuch/Essayistik:

Übersetzung:

  • Pieke Biermann für die Übersetzung von Fran Ross‘ Roman Oreo  (dtv Verlag, 2019), aus dem amerikanischen Englisch – Universitätsbibliothek
  • Luis Ruby für die Übersetzung von Clarice Lispectors Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau. Sämtliche Erzählungen I (Penguin Verlag, 2019), aus dem brasilianischen Portugiesisch – Philologische Bibliothek
  • Andreas Tretner für die Übersetzung von Angel Igovs Roman Die Sanftmütigen (eta Verlag, 2019), aus dem Bulgarischen – Philologische Bibliothek
  • Melanie Walz für die Übersetzung von Mary Ann Evans‘ unter dem Pseudonym George Eliot erschienenen Roman Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz (Rowohlt Verlag, 2019), aus dem Englischen
  • Simon Werle für die Übersetzung von Charles Baudelaires Gedichtband Der Spleen von Paris (Rowohlt Verlag, 2019), aus dem Französischen

Die siebenköpfige Jury unter Leitung von Jens Bisky sichtete laut Pressemeldung insgesamt 402 eingereichte Titel. Einige der nominierten Romane und Sachbücher verarbeiten autobiografisch oder biografisch das Wendejahr 1990. Der Preis wird traditionell zu Beginn der Buchmesse in der Glashalle vergeben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert, aber auch ein schlechtes Stimmungsbarometer für den im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse vergebenen Deutschen Buchpreis. Bis jetzt konnte kein/-e Romanautorin oder -autor beide Preise für das gleiche Werk gewinnen.

Wer die Nominierten live erleben möchte, für den gibt es am 3. März (Kategorie: Übersetzung) und am 6. März (Kategorie: Sachbuch/Essayistik) in Berlin die Möglichkeit die Autor*innen im Rahmen des Literarischen Colloquiums anzutreffen. Ingo Schulze liest dort am 10. März aus seinem Roman Die rechtschaffenen Mörder vor.

Bericht über die menschliche Entwicklung 2019

Quelle: https://unsplash.com/photos/JR8XZ-gdZrA

Bereits am 10.12.2019 hat das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP den Human Development Report 2019 – beyond income, beyond averages, beyond today: Inequalities in Human Development in the 21st Century veröffentlicht.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2019 befasst sich mit vielen Faktoren der Entwicklung im Leben eines Menschen, z.B. wenn zwei Kinder, die im Jahr 2000 in Ländern mit unterschiedlichem menschlichen Entwicklungsstand geboren wurden, heute sehr unterschiedliche Perspektiven für das Erwachsenenleben haben. Der insgesamt 366 Seiten lange Bericht wird teilweise auf einer interaktiven Seite dargestellt. Auf dieser Seite können Sie auch den Bericht als pdf herunterladen.

Insgesamt stellt der Report 5 Schlüsselbotschaften aus den gesammelten Daten heraus:

Disparities in human development remain widespread, despite achievements in reducing extreme deprivations

A new generation of inequalities is emerging, with divergence in enhanced capabilities, despite convergence in basic capabilities

Inequalities accumulate through life, often reflecting deep power imbalances

Assessing and responding to inequalities in human development demands a revolution in metrics

We can redress inequalities if we act now, before imbalances in economic power are politically entrenched

Noch mehr Informationen zur UN und EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Deutscher Buchpreis 2019 an Saša Stanišić

Zwei Tage vor Beginn der Frankfurter Buchmesse ist am Montag im Frankfurter Römer der Deutsche Buchpreis für den besten „Roman des Jahres“ verliehen worden. War im letzten Jahr noch die frühere FU-Studentin und -mitarbeiterin Inger-Maria Mahlke (Archipel) siegreich, ging die Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nun an Herkunft von Saša Stanišić.

Preisträger 2019: Saša Stanišić (© vntr.media)
Preisträger 2019: Saša Stanišić (© vntr.media)

Der 1978 im heutigen Bosnien-Herzegowina geborene Autor flüchtete 1992 mit seiner Familie vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland. In seinem autofiktionalen Roman Herkunft berichtet er laut Buchpreisjury u. a. fantasie- und auch humorvoll von der Flucht, vom Integrationsprozess in Heidelberg, vom Entdecken seines schriftstellerischen Talents, von seinem heutigen Leben in Hamburg und Besuchen in der alten Heimat:

Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist […] Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen.

Stanišić hatte bereits vor der Verleihung als Favorit auf den Preis gegolten und ist in der Literaturszene wahrlich kein Unbekannter. Zweimal hatte er zuvor auf der Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises gestanden und 2014 für seinen Roman Vor dem Fest den konkurrierenden Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. In seiner Dankesrede wurde Stanišić unerwartet politisch und kritisierte stark die Vergabe des Literaturnobelpreises letzte Woche an Peter Handke (für die gesamte Rede im Wortlaut siehe hessenschau.de). Der österreichische Autor hatte sich im Balkankonflikt wiederholt auf die Seite serbischer Nationalisten gestellt.

Stanišić erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, die fünf anderen auf der Shortlist vertretenen Autoren je 2500 Euro (vgl. Biblioblog vom 17.09.).

Booker Prize an Atwood und Evaristo

Der Deutsche Buchpreis war am Montag nicht die einzige renommierte Auszeichnung die vergeben wurde. Wenige Stunden nach dem Sieg von Stanišić wurde in London der Booker Prize für den besten englischsprachigen Roman verliehen. Der mit 50.000 Pfund Sterling dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an die Kanadierin Margaret Atwood (The Testaments) und die Britin Bernardine Evaristo (Girl, Woman, Other).

The Testaments (dt. Titel: Die Zeuginnen) ist die Fortsetzung von Atwoods Erfolgsroman The Handmaid’s Tale (dt. Der Report der Magd), mit dem sie 1986 auf der Shortlist des Booker Prize stand. Die Handlung setzt 15 Jahre nach dem ersten Teil ein und ist in Form von Zeugenaussagen dreier Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead gehalten. Laut Atwood habe der Wissendurst ihrer Leser sowie der Zustand der heutigen Welt als Inspirationsquelle gedient. Zuvor war The Handmaid’s Tale bereits erfolgreich als Serie verfilmt worden. Für Atwood ist es bereits die zweite Auszeichnung nach The Blind Assassin (dt. Der Blinde Mörder) im Jahr 2000. Schon mit ihrer insgesamt sechsten Nominierung für die Shortlist hatte sie den Rekord der anglo-irischen Schriftstellerin Iris Murdoch eingestellt.

Auf noch keine deutschsprachige Übersetzung kommt die 60-jährige Bernardine Evaristo, was sich nach der Preisvergabe an ihren Roman Girl, Woman, Other wohl ändern dürfte. Die Tochter eines nigerianischen Vaters und einer weißen englischen Mutter erzählt von zwölf Menschen, meist dunkelhäutige britische Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind. Evaristo, die ursprünglich ihre schriftstellerische Karriere als Dramatikerin und Dichterin begonnen hatte, ist die erste schwarze Schriftstellerin, die den Booker Prize gewinnen konnte. Sie ist Professorin für kreatives Schreiben an der Brunel University London. Dort gründete sie u. a. auch einen Literaturpreis für afrikanische Dichterinnen (Brunel University African Poetry Prize).

Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019 bekanntgegeben

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Drei Autorinnen und drei Autoren konnten sich mit ihren Romanen durchsetzen. Insgesamt waren 203 Titel für den Literaturpreis eingereicht worden.

Die 6 Nominierten im Überblick:
(verfügbare Titel sind verlinkt und überwiegend in der Philologischen Bibliothek bzw. teilweise auch in der  Universitätsbibliothek vorhanden):

  • Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel: Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Tonio Schachinger: Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, September 2019)
  • Norbert Scheuer: Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Saša Stanišić: Herkunft (Luchterhand, März 2019)
  • Jackie Thomae: Brüder (Hanser Berlin, August 2019)
Die Titel der Shortlist 2019 (Copyright: vntr.media)
Die Titel der Shortlist 2019 (Copyright: vntr.media)

Zwar könnten die Titel auf der Shortlist laut dem freien Literaturkritiker und Jurysprecher Jörg Magenau formal und stilistisch unterschiedlicher nicht sein, doch thematisch gäbe es eine Verbindung:

„In allen geht es um familiäre Zusammenhänge, um den Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist. Dass dabei vor allem die Identität des Mannes problematisch geworden ist, beschreiben sie mal aus weiblicher, mal aus männlicher Perspektive.“

Dabei überzeugten laut Megenau gerade die jüngeren Preisanwärter. So sind mit Raphaela Edelbauer, Miku Sophie Kühmel und Tonio Schachinger drei Romandebütanten auf der Shortlist vertreten, die in den 1990er-Jahren geboren sind. Die Journalistin Jackie Thomae erreichte für ihren zweiten veröffentlichten Roman erstmals das Finale. Das Gefühl, es auf die Shortlist geschafft zu haben, kennen dagegen bereits Norbert Scheuer (2009 für Überm Rauschen) und Saša Stanišić (2006 für Wie der Soldat das Grammofon repariert). Letzterer stand mit seinem autobiografisch gefärbten Roman Herkunft nicht nur in der Gunst der Kritiker, sondern erreichte auch die Bestsellerlisten.

Die Shortlist hat die Jury aus einer Longlist mit 20 Titeln ausgewählt. Neben Jörg Magenau gehört der diesjährigen Buchpreis-Jury auch die Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Buchhändler Björn Lauer, Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin) an. Sie werden unter den sechs Finalisten auch über den „Roman des Jahres“ entscheiden, der traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober 2019 bekanntgegeben wird. Der oder die Preisträgerin erhält 25.000 Euro, die Finalisten je 2500 Euro.

2018 hatte die frühere FU-Angehörige Inger-Maria Mahlke mit ihrem Roman Archipel die Nase vorn.

Weltklimarat veröffentlicht Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme

Quelle: pixabay.com – CC0 License

Der Sonderbericht Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) ist bereits am 08. August vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) in Genf auf einer Pressekonferenz vorgestellt worden. Zuvor wurden die Hauptaussagen auf der 50. IPCC-Plenarsitzung vom 2. bis 6. August verabschiedet.

Der Weltklimarat wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Er beauftragt Experten die Ergebnisse der Forschungen aus verschiedenen Disziplinen zusammen zu stellen, dabei verzichtet der IPCC aber darauf, Handlungsratschläge oder politische Empfehlungen auszusprechen.

Die deutsche Übersetzung der Hauptaussagen des Berichtes finden Sie hier. Eine Schlussfolgerung des Berichts lautet: „Mit zunehmender Verzögerung von ambitioniertem Klimaschutz in allen Sektoren steigt die Menge an CO2, die der Atmosphäre vor allem durch land-basierte Methoden wieder entzogen werden müsste, um die Klimaziele von Paris einzuhalten.“

Noch mehr Informationen zur UN & EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat heute die 20 nominierten Romane für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

In diesem Jahr treffen die Werke von 13 Deutschen, 6 Österreichern und einem Schweizer aufeinander. In Zeiten der „MeToo“-Debatte dominieren – wie im letzten Jahr – weibliche Romanciers die Longlist mit insgesamt elf Nennungen.

Die 20 Nominierten im Überblick
(UPDATE: 17.09.19; verfügbare Titel sind verlinkt und überwiegend in der Philologischen Bibliothek bzw. teilweise auch in der  Universitätsbibliothek vorhanden):

Insgesamt wurden sechs Debütromane (Köhler, Kühmel, Lehner, Maeß, Randl, Schachinger) für die Longlist berücksichtigt. Bereits mit dem Gefühl vertraut, um den Preis zu konkurrieren, sind dagegen Norbert Scheuer (Shortlist 2009 für Überm Rauschen), Eva Schmidt (Shortlist 2016 für Ein langes Jahr), Saša Stanišić (Shortlist 2006 für Wie der Soldat das Grammofon repariert, Longlist 2014 für Vor dem Fest), Marlene Streeruwitz (Shortlist 2011 für Die Schmerzmacherin, Longlist 2014 für Nachkommen) und Norbert Zähringer (Longlist 2009 für Einer von vielen).

Die Longlist wird am 17. September 2019 von der Jury um Sprecher Jörg Magenau (freier Kritiker), Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Buchhändler Björn Lauer, Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin) auf sechs finale Romane reduziert, die sogenannte „Shortlist“. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober 2019 statt.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 7-13 Minuten lang). Auch soll ab nächster Woche wie im Vorjahr ein Taschenbuch (Deutscher Buchpreis 2019. Die Nominierten) mit Leseproben und Hintergrundinfos in ausgewählten Buchhandlungen erhältlich sein.