Freie Datenbanken rund um den Globus

In den letzten Tagen sind wir erneut auf einige interessante freie Ressourcen im WWW gestoßen. Sowohl FU-Angehörige als auch externe Nutzer können diese kostenfreien Titel bequem von zu Hause aus nutzen. Über die nachfolgenden Links gelangt man direkt in die Digitale Bibliothek der FU, wo ganz nebenbei über 1100 weitere Datenbanken zur Verfügung stehen ;):

Store norske leksikon: Im Aufbau befindliche, werbefinanzierte Portal, das kostenfreie und verlässliche lexikalische Inhalte bekannter norwegischer Enzyklopädien der letzten hundert Jahre bereitstellt. Momentan besteht Zugriff auf das Norsk biografisk leksikon (NBL, dt.: „Norwegische biographisches Lexikon“) und das Store medisinske leksikon (SML, dt.: „Große medizinische Lexkon“).

Store Danske: Im Aufbau befindliches, werbefinanzierte Portal, das kostenfreie und verlässliche lexikalische Inhalte bekannter dänischer Enzyklopädien des Verlags Gyldendal bereitstellt. Ein Großteil der mehr als 160.000 Artikel stammt aus dem Nachschlagewerk Den Store Danske Encyklopædi (dt.: „Die große Dänische Enzyklopädie“).

Projekt Runeberg: Ziel des Projektes ist es, Texte aus nordischen Ländern (inkl. Übersetzungen in andere Sprachen), deren Urheberrecht bereits abgelaufen ist, zu digitalisieren und kostenfrei online anzubieten. Gegenwärtig sind über 900 Werke frei verfügbar, darunter Enzyklopädien, Wörterbücher, Biographien und Romane.

Dictionary of New Zealand Biography: Biographisches Lexikon das auf der zwischen 1990 und 2000 erschienenen Serie „Dictionary of New Zealand Biography“ und der parallel in der Maori-Sprache erschienenen „Nga Tangata Taumata Rau“ basiert. Freier Zugriff besteht auf ca. 3000 Artikel bekannter Neuseeländer sowie 500 Artikel über Maori, die Ureinwohner Neuseelands. Lebende Personen werden nicht berücksichtigt.

The Hiphop Archive: Das Angebot wird seit 2002 von der Stanford-Professorin Marcyliena Morgan betreut und informiert sowohl über die Musikrichtung als auch die Hip-Hop-Kultur im Allgemeinen. Angeschlossen sind u. a. eine Bibliographie sowie eine im Aufbau befindliche Sprachdatenbank.

ABI/Inform im Test

Betriebswirte werden sich freuen – bis zum 9. Dezember 2009 können FU-Angehörige ab sofort ABI/Inform testen. Die Online-Datenbank enthält bibliographische Nachweise, Abstracts und viele Volltexte (ab 1971) zu Aufsätzen aus über 3.000 Zeitschriften zu den Wirtschaftswissenschaften und Management, überwiegend aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum.

Angeboten werden sowohl allgemeine Nachrichtenmagazine (Time, Newsweek, The Economist, Wall Street Journal) als auch Fachzeitschriften, z. B. zur Informations- und Medienwissenschaft (u.a. Information Today, Information Resource Management Journal, Journalism and Mass Communication Quarterly, Information Technology and Libraries), zu den Sozialwissenschaften (u.a. Psychology Today, Journal of Communication, Journal of Applied Behavioral Sciences, Journal of International Affairs) und zur Informatik (u.a. Computerworld, Journal of Database Management).

Die Volltext-Zeitschriften werden im PDF- bzw. HTML-Format angeboten, ca. 700 Titel sind zusätzlich mit originalgetreuen Images verfügbar. Abgerundet wird das ganze mit dem Zugriff auf die beiden Datenbanken ABI/Inform Dateline und Trade & Industry mit hunderten von weiteren Volltextzugriffen.

Wichtiger Hinweis: ABI/Inform wird (leider) erst in den nächsten Tagen über die Digitale Bibliothek erreichbar sein, ist aber natürlich über den Link in diesem Posting schon nutzbar. Die hier angepriesene Datenbank ist nicht identisch mit dem in der Digitalen Bibliothek vertretenen Titel ABI/Inform Research (veraltete CD-ROM-Ausgabe, 1986-2001)! Uptdate, 5. Nov.: die Datenbank ist nun als „ABI/Inform (Online-Version)“ auch in der Digitalen Bibliothek nachgewiesen, während die veraltete CD-ROM den entsprechenden Klammer-Zusatz „CD-ROM-Version“ trägt.

„Alexander Street Literature“ jetzt online testen

Alexander Street Literature kann ab sofort bis zum 20. November 2009 von FU-Angehörigen kostenfrei getestet werden. Die umfassende Volltextdatenbank zur englischsprachigen Literatur bedient verschiedene geographische Regionen, Kulturräume und Ethnien.

Ausgewertet werden u. a. neben Werken bekannter Autoren, seltene, schwer oder nicht zugängliche, bisher unveröffentlichte oder urheberrechtlich geschützte Texte. Die Datenbank umfasst acht Einzeldatenbanken:

– Black Short Fiction and Folklore
– Black Women Writers
– Caribbean Literature
– South and Southeast Asian Literature
– Latino Literature: Poetry, Drama and Fiction
– Latin American Women Writers
– Irish Women Poets of the Romantic Period
– Scottish Women Poets of the Romantic Period

Neben englischsprachigen Texten beinhaltet die Sammlung auch französisch-, spanisch-, portugiesischsprachige Texte sowie Texte in niederländischer Sprache und in verschiedenen Kreolsprachen. Die Datenbank hat einen geplanten Gesamtumfang von rund 660.000 Seiten und wird alle zwei Wochen ergänzt.

„Romantic Era Redefined“ jetzt online

The Romantic Era Redefined, nun für FU-Angehörige zugänglich, ist eine Volltextdatenbank zur englischen Literatur der Romantik (ca. 1780-1837) in Großbritannien, den britischen Kolonien und in Nordamerika. Die Sammlung mit einem geplanten Gesamtumfang von über 175.000 Seiten beinhaltet neben literarischen Texten aller Gattungen und Textsorten (u. a. auch Briefe, Tagebücher, Reden, Vorträge und Reiseberichte) auch politische, philosophische und sozialtheoretische Werke der Epoche.

Den Kern des Textkorpus bilden neben kritischen Werkeditionen bekannter und weniger bekannter Autoren der Romantik (der Fokus liegt auf den Jahren 1800-1830), einschlägige, mehrbändige Textsammlungen und Werkausgaben des Verlages Pickering & Chatto. Gegenwärtig hat man auf über 90.000 Seiten Zugriff.

Zugriff auf Legios

Zumindest Steuerrechtler und Betriebswirte wird diese Nachricht wahrscheinlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen – die Freie Universität stellt ab sofort ihren Mitgliedern eine dauerhafte Lizenz für das Fachportal Legios bereit ;-).

Angeboten werden umfangreiche Quellen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie den angrenzenden Rechtsgebieten. Legios enthält rund 440.000 Entscheidungen, über 220.000 Gesetzen und Verordnungen, rund 400.000 Literaturnachweisen. Ebenfalls online zur Verfügung stehen die steuerrechtlichen Verwaltungsvorschriften aller Bundesländer.

Die Inhalte werden laufend aktualisiert und zusätzlich durch ungefähr 55 Zeitschriften, Kommentare und Handbücher des Verlages Dr. Otto Schmidt ergänzt. Die Rechtsgebiete sind vielfältig und erstrecken sich vom BGB und Handelsrecht über das Kapitalmarktrecht bis hin zu IT-Recht.

Volltextdatenbanken zur lateinischen Literatur

Ab sofort haben die Bibliotheken Zugriff auf zwei umfassende Volltextdatenbanken zur lateinischen Literatur, die der Verlag de Gruyter über seine Plattform Reference Global zur Verfügung stellt.

Die Bibliotheca Teubneriana Latina (BTL) Online ersetzt die gleichnamige, bisher in der Digitalen Bibliothek befindliche CD-ROM des BTL 4 (2006). Die Datenbank enthält Texte zur lateinischen Literatur von der Republik (3. Jh. v. Chr.) bis zur Kaiserzeit und Spätantike (2. Jh. n. Chr. bis 735) mit einer Auswahl von mittel- und neulateinischen Texten. Gegenüber der BTL 4 sind rund eine Million Wortformen hinzugekommen, sowie die seit 2005 im Druck erschienenen Editionen der BT. Die Textsammlung umfasst damit über 13 Millionen Wortformen.

Verlinkungen führen zum Thesaurus Linguae Latinae (TLL) Online, der den Wortschatz sämtlicher aus der Antike erhaltenen lateinischen Texte, literarischer wie nicht-literarischer, von den Anfängen bis ca. 600 n. Chr. dokumentiert. Damit ist es das umfassendste einsprachige lateinische Wörterbuch. Die Online-Ausgabe umfasst alle von 1900 bis 2008 publizierten Artikel des Wörterbuchs einschließlich der speziellen Eigennamen-Bände sowie die sog. Zitierliste.

Cambridge Journals Digital Archive

Nachdem wir in den letzten Wochen im Rahmen der Nationallizenzen (von der DFG finanziert) Zugang zu zahlreichen Zeitschriftenarchiven bekommen haben, gesellt sich dieser Tage ein weiteres hinzu. Ab sofort kann das Cambridge Journals Digital Archive genutzt werden.

Angeboten werden die Zeitschriftenarchive mehrerer Jahrzehnte aus den Bereichen Humanities und Social Sciences. Es stehen insgesamt über 70 Titel zur Verfügung. Die Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf den Fächern Geschichte, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen, Regionalstudien, Altertumswissenschaften sowie Sprach- und Literaturwissenschaft.

Auf der Online-Plattform werden ein paar weitere hundert Zeitschriften angeboten. Um den Überblick zu behalten, empfiehlt sich die Zeitschriftenliste bei nationallizenzen.de bzw. ein Klick auf „Subscribed To“ (etwas längere Ladezeit), wo alle durch die FU lizensierten Titel einsehbar sind. Diejenigen, die keine FU-Angehörigen sind, oder sich nicht zufällig auf dem Uni-Campus aufhalten (vgl. Zugangsberechtigung), können ja mal einen Blick in den „Free Content“ riskieren.

Universal Database of Social Sciences & Humanities

Im Rahmen der von der DFG finanzierten Nationallizenzen bekommen die Bibliotheken Zugang zur Universal Database of Social Sciences & Humanities (UDB-EDU), mit Archivdaten von mehr als 70 Zeitschriftentiteln des Anbieters East View.

Die Datenbank mit russischer, englischer und deutschsprachiger Menüführung bietet Aufsätze aus einer Reihe von osteuropäischen Zeitschriften zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen an. Zahlreich vertreten sind die Zeitschriften zu Literatur und Sprache, darunter die so genannte „tolstye zurnaly“ („dicke Zeitschriften“), wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Literaturzeitschriften und Zeitschriften der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Alle Ausgaben liegen im HTML-Volltext mit Originalpaginierung vor, häufig findet sich der Artikel auch im Original-Layout (via pdf-Datei). Damit man schnell und effektiv zum Ergebnis gelangt, empfiehlt sich die Suche mit kyrillischem Text. Mit einer in der Suche eingebauten virtuellen Tastatur („Virtual Keyboard“ ), lassen sich die kyrillischen Schriftzeichen schnell und bequem in die Suche eingeben.

Einen Überblick der enthaltenen Zeitschriftentitel kann man sich leicht über den „Katalog der Periodika“ („browse titles“) verschaffen. Dort erhält man auch Zugriff auf die bereits in der Digitalen Bibliothek enthaltenen russischen Zeitschriftenarchive Vestnik Evropy Online (Literatur/Politik) und die Voprosy Istorii Complete Collection (Geschichtswissenschaft) vom selben Verlag.

Brill Journal Archive Online

Im Rahmen der von der DFG finanzierten Nationallizenzen bekommen die Bibliotheken Zugang zu Brill Journal Archive Online, mit Archivdaten von 89 Zeitschriftentiteln aus dem Programm von Brill Academic Publishers.

Es handelt sich dabei um Zeitschriften aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, dem Internationalen Recht und ausgewählten Bereichen der Naturwissenschaften.
Bei den Geisteswissenschaften liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Altertumswissenschaften, der Theologie und Religionsgeschichte sowie der Kultur und Geschichte des Nahen Ostens.

Bei dem Archiv handelt sich um ein Backfile-Archiv – die Jahrgänge der Zeitschriften stammen aus der Zeit von frühestens 1890 bis spätestens 1999.

eHRAF World Cultures – Kulturen der Welt erforschen

Die von der DFG finanzierte Nationallizenz eHRAF World Cultures enthält derzeit ca. 500.000 Seiten. Das im Jahre 1949 an der Yale Universität gegründete Human Relations Area Files (HRAF) ist ein gemeinnütziges internationales Konsortium für Bildungs- und Forschungsinstitutionen.

Die Datenbank ist ein einzigartiges Instrument um die Vielfältigkeit der Kulturen der Welt zu erforschen und vergleichende Studien zwischen Gesellschaft, Kultur und Verhalten der Menschen zu erleichtern.

Über 200 Völker bzw. ethnische Gruppen werden auf der Basis verschiedener Quellen indiziert. Zugrunde liegen in Form von ethnographischen Monographien, Aufsätzen und Manuskripten veröffentlichte Feldforschungsdaten, die als „Primärdaten“ genutzt und nach einem hochkomplexen und differenzierten System bis auf die Ebene einzelner Absätze sachlich erschlossen sind. Die Erschließung erfolgt nach dem „Outline of Cultural Materials“ (OCM), das über 700 verschiedene Klassifikationselemente enthält.

Darüber hinaus ist eine Stichwortsuche auf Volltextebene möglich. Die Datenbank wird laufend aktualisiert – bis 2012 sollen weitere 120 Völker (mit 25-30 Kulturen/Völkern und ca. 40,000 Seiten pro Jahr) hinzukommen.