{"id":1585,"date":"2009-06-18T14:29:43","date_gmt":"2009-06-18T13:29:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=1585"},"modified":"2009-06-18T16:15:32","modified_gmt":"2009-06-18T15:15:32","slug":"investigativer-journalismus-lebt-im-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2009\/06\/18\/investigativer-journalismus-lebt-im-film\/","title":{"rendered":"Investigativer Journalismus lebt &#8211; im Film &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Der Zeitungsfilm ist wieder da&#8220;, jubeln die &#8222;Aachener Nachrichten&#8220; und sehen den neuen Polit-Thriller &#8222;State of Play &#8211; Stand der Dinge&#8220; (USA 2009, Regie: Kevin Macdonald) schon in den Fu\u00dfstapfen gro\u00dfer cineastischer Vorbilder wie &#8222;Die Unbestechlichen&#8220; (unvergessen: Dustin Hoffman und Robert Redford alias &#8222;Woodstein&#8220;). Hauptdarsteller Russell Crowe verk\u00f6rpert in &#8222;State of Play&#8220; den heroischen Reporter der alten Schule, der unerschrocken und von unb\u00e4ndigem Aufkl\u00e4rungsdrang getrieben, einem gewaltigen politischen Komplott auf die Schliche kommt.<\/p>\n<p>Etwas n\u00fcchterner urteilt dagegen die Frankfurter Rundschau (FR): &#8222;In seinen besten Momenten ist &#8218;State of Play&#8216; ein zeitgem\u00e4\u00dfer Actionfilm, in seinen schw\u00e4cheren wirkt er eher wie atemlos gegen den drohenden Redaktionsschluss angeschrieben. \u00dcber das journalistische Handwerk erf\u00e4hrt man nichts, was einem nicht auch die \u00fcbliche R\u00e4uberpistole liefern w\u00fcrde, und was den Stand der Dinge im gegenw\u00e4rtigen Zeitungsgesch\u00e4ft betrifft, m\u00fcssen geraunte Hinweise auf die neuen Eigent\u00fcmer des Medienkonzerns gen\u00fcgen.&#8220; (FR, 18.06.2009)<\/p>\n<p>Das filmische Loblied auf den investigativen Journalismus f\u00e4llt 35 Jahre nach dem Watergate-Skandal interessanterweise in eine Zeit massenhaften Zeitungssterbens, einer massiven Umstrukturierung des professionellen Journalismus, wachsender Konkurrenz durch Online-Selfmade-Reporter von z.T. zweifelhafter Qualit\u00e4t und einer Copy-and-Paste-Publizistik, bei der es oft den Anschein hat, als ob Originalit\u00e4t und eigene Recherche auch bei der sog. &#8222;Qualit\u00e4tspresse&#8220; schwindende Markenzeichen sind. &#8222;Stand der Dinge&#8220; k\u00f6nnte so gesehen auch ein Abgesang sein. Das &#8222;Pathos der Rotationsmaschinen&#8220; bleibt am Ende wohl mehr &#8222;ein Versprechen, das sich st\u00e4rker von der Nostalgie als von der Gegenwart n\u00e4hrt&#8220;, findet die FR.<\/p>\n<p>Gebloggt wird im Film nat\u00fcrlich auch. Als Junior-Partnerin macht sich Bloggerin &#8222;Della&#8220; (Rachel McAdams) durch ihre z\u00e4he Recherchearbeit f\u00fcr den Reporter-Haudegen Cal McCaffrey (R. Crowe) zumindest im Sinne des Plots bald unersetzlich. Guter Journalismus bleibt eben guter Journalismus, egal ob Print oder online.<\/p>\n<p>Ach ja: (Tages-)Aktuelle Informationen aus deutschen und internationalen Tageszeitungen liefern u.a. die Pressedatenbanken &#8222;LexisNexis Wirtschaft&#8220; und &#8222;wiso praxis&#8220;, zu finden in der <a href=\"https:\/\/digibib.fu-berlin.de\/\">Digitalen Bibliothek<\/a> der FU Berlin. Die o.g. Pressezitate wurden der Datenbank &#8222;LexisNexis Wirtschaft&#8220; entnommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Zeitungsfilm ist wieder da&#8220;, jubeln die &#8222;Aachener Nachrichten&#8220; und sehen den neuen Polit-Thriller &#8222;State of Play &#8211; Stand der Dinge&#8220; (USA 2009, Regie: Kevin Macdonald) schon in den Fu\u00dfstapfen gro\u00dfer cineastischer Vorbilder wie &#8222;Die Unbestechlichen&#8220; (unvergessen: Dustin Hoffman und Robert Redford alias &#8222;Woodstein&#8220;). 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