{"id":20734,"date":"2017-03-24T16:42:09","date_gmt":"2017-03-24T15:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=20734"},"modified":"2017-04-03T10:08:08","modified_gmt":"2017-04-03T09:08:08","slug":"preis-der-leipziger-buchmesse-2017-vergeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2017\/03\/24\/preis-der-leipziger-buchmesse-2017-vergeben\/","title":{"rendered":"Preis der Leipziger Buchmesse 2017 vergeben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2012\/03\/16\/preis-der-leipziger-buchmesse-vergeben\/leipzig\/\" rel=\"attachment wp-att-10657\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10657\" title=\"leipzig\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2012\/03\/leipzig.gif\" alt=\"\" width=\"64\" height=\"100\" align=\"right\" \/><\/a>Zu Beginn der Leipziger Buchmesse sind gestern ihre mit 45.000 Euro dotierten Preise in den Kategorien Belletristik, Sachbuch\/Essayistik und \u00dcbersetzung vergeben worden.<\/p>\n<p>In der Kategorie Belletristik gewann die in Berlin lebende Schriftstellerin Natascha Wodin mit ihrem Werk <em>Sie kam aus Mariupol<\/em>. Ihr Manuskript war bereits 2015 mit dem Alfred-D\u00f6blin-Preis ausgezeichnet worden. Wodin erz\u00e4hlt die Geschichte ihrer Mutter Jewgenia, die aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol stammte und als Angeh\u00f6rige einer Adelsfamilie den stalinistischen Terror erlebte und sp\u00e4ter im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde. Auch ihre Tante Lidia wird portr\u00e4tiert, die in ein sowjetisches Straflager interniert wurde. Die Jury hob hervor, dass Wodins Buch ausdr\u00fccklich nicht die Bezeichnung Roman trage. &#8222;Doch an der Grenze von Fiktion und Nichtfiktion, wo es angesiedelt ist, betreibt es autobiografisches Schreiben mit einem hohen Ma\u00df an Selbstreflexion und romanhaftes Schreiben [&#8230;]&#8220; sowie &#8222;unerh\u00f6rt zeitgen\u00f6ssisch&#8220;, lobte die <a href=\"https:\/\/www.preis-der-leipziger-buchmesse.de\/de\/Preistraeger\/Natascha-Wodin\/\">Jurybegr\u00fcndung<\/a>. <em>Sie kam aus Mariupol<\/em> ist in der Philologischen Bibliothek vorr\u00e4tig und <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21965356440002883\">via Primo vormerkbar <\/a> (\u00e4hnliche Schicksale lassen sich \u00fcber die Oral-History-Datenbank <a href=\"https:\/\/dbis.ur.de\/detail.php?titel_id=9017&amp;bib_id=fub\">Zwangsarbeit: 1939-1945<\/a> recherchieren). Ebenfalls ausleihbar sind die nominierten Werke <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21776214340002883\">Hagard<\/a><\/em> (Lukas B\u00e4rfuss), <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21909885200002883\">Der Scheik von Aachen<\/a><\/em> (Brigitte Kronauer), <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21964647370002883\">118<\/a><\/em> (Stefan Popp) und <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21965390930002883\">Kirio<\/a><\/em> (Anne Weber).<\/p>\n<p>Als bestes Sachbuch wurde <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS51966554410002883\"><em>Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit<\/em><\/a> von der deutschen Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger ausgezeichnet. Das Buch ist im Campusnetz \u00fcber die Online-Plattform C.H.Beck-eLibrary als E-Book abrufbar. Einzelne Kapitel k\u00f6nnen f\u00fcr den Eigengebrauch als PDF-Dateien heruntergeladen werden. Die \u00fcbrigen Nominierten in dieser Kategorie sind \u00fcber Primo ganz klassisch in Printform ausleihbar bzw. vormerkbar: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21967261700002883\"><em>Das Europa der K\u00f6nige. Macht und Spiel an den H\u00f6pfen des 17. und 18. Jahrhunderts<\/em><\/a> (Leonhard Horowski), <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21909882110002883\">Wolkendienst. Figuren des Fl\u00fcchtigen<\/a><\/em> (Klaus Reichert), <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21911060890002883\">Siegfried Kracauer. Eine Biografie<\/a><\/em> (J\u00f6rg Sp\u00e4ter) und <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21964905650002883\">Die autorit\u00e4re Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes<\/a><\/em> (Volker Wei\u00df).<\/p>\n<p>Die Schweizer Sinologin und \u00dcbersetzerin Eva L\u00fcdi Kong wurde f\u00fcr ihre \u00dcbertragung des chinesischen Romans <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21967238750002883\">Die Reise in den Westen<\/a><\/em> geehrt, die momentan in Erwerbung ist. L\u00fcdi Kong arbeitete zehn Jahre an der \u00dcbersetzung des Werkes, das im 16. Jahrhundert zur Zeit der Ming-Dynastie verfasst wurde und zu den vier klassischen Romanen der chinesischen Literatur z\u00e4hlt. Der Verlag Reclam investierte 80.000 Euro in die Ver\u00f6ffentlichung des \u00fcber 1300 Seiten langen Werkes, das im Printformat auf ein Gewicht von 1,5 kg kommt (vgl. <em><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article162959736\/Xiahou-isst-sein-Auge-Liu-schlachtet-seine-Frau.html\">Welt Online<\/a><\/em>).<\/p>\n<figure id=\"attachment_20751\" aria-describedby=\"caption-attachment-20751\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/03\/Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-20751 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/03\/Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017-300x183.jpg\" alt=\"Preistr\u00e4gerinnen 2017 (von li. nach re.): Eva L\u00fcdi Kong, Barbara Stollberg-Rilinger und Natascha Wodin (Bild: Heike Huslage-Koch, Lizenz: CC-BY-SA-4.0) \" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/03\/Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017-300x183.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/03\/Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017-768x467.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/03\/Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-20751\" class=\"wp-caption-text\">Preistr\u00e4gerinnen 2017 (von li. nach re.): Eva L\u00fcdi Kong, Barbara Stollberg-Rilinger und Natascha Wodin (Bild: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?title=File:Gewinnerinnen_Preis_der_Leipziger_Buchmesse_2017.jpg&amp;oldid=238595441\">Heike Huslage-Koch<\/a>, Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.de\">CC-BY-SA-4.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mathias \u00c9nard oder wo bleibt der deutsche Campusroman?<br \/>\n<\/strong>Bereits am Vortag war der franz\u00f6sische Schriftsteller Mathias \u00c9nard mit dem Leipziger Buchpreis zur Europ\u00e4ischen Verst\u00e4ndigung geehrt worden. Er hat die Auszeichnung f\u00fcr seinen ins Deutsche \u00fcbersetzten Roman <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21964535130002883\"><em>Kompass <\/em><\/a>erhalten, der 2015 bereits den renommierten Prix Goncourt gewonnen hatte. Darin denkt\u00a0der Musikwissenschaftler Franz Ritter in einer schlaflosen Nacht an seine Reisen nach Palmyra, Aleppo und Teheran zur\u00fcck und erinnert sich an die Liebe zu einer Literaturwissenschaftlerin. Die gut aufgenommenen Reden von der tunesischen Historikerin und Laudatorin <a href=\"https:\/\/www.boersenblatt.net\/artikel-leyla_dakhlis_laudatio_auf_mathias___nard.1300110.html\">Leyla Dhakli<\/a> sowie von <a href=\"https:\/\/www.boersenblatt.net\/artikel-dankesrede_von_mathias___nard.1300095.html\">\u00c9nard<\/a> k\u00f6nnen bei buchhandel.de nachgelesen werden.<\/p>\n<p><em>Kompass<\/em> wurde bereits letzte Woche von Jan Wieler im Feuilleton der FAZ zitiert. In seinem Artikel <em>Wo bleibt der neue Campusroman?<\/em> (13.03., S. 9) lobte er \u00c9nard f\u00fcr seine realistische Darstellung des akademischen Milieus. Gleichzeitig beklagte Wieler, dass sich die deutsche Gegenwartsliteratur im Gegensatz zu den USA und Frankreich schwer mit diesem Thema tue, vor allem die j\u00fcngeren Schriftsteller. Ausnahmen seien Aljoscha Brells Roman <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21967008810002883\"><em>Kress<\/em><\/a> (2015), \u00fcber einen Berliner Studenten, der verbissen und hochm\u00fctig sein Germanistikstudium verfolgt und nicht \u00fcber den sozialen Kontakt zu einer Taube hinauskommt sowie Jonas L\u00fcschers dieses Jahr erschienene Gelehrtensatire <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21964548290002883\"><em>Kraft<\/em><\/a>. Auch \u00fcber die Gr\u00fcnde philosophiert Wieler und hofft, dass seine m\u00f6glichen Antworten (Bildungsverfall, Bildungsverachtung, Bologna-Punktesammel-Fetischismus oder inspirationsloses Studium) nicht stimmen. Der Artikel ist im Campusnetz kostenfrei \u00fcber das <a href=\"https:\/\/dbis.ur.de\/detail.php?titel_id=5333&amp;bib_id=fub\">Frankfurter Allgemeine Archiv<\/a> einsehbar, dass die Print-Artikel ab 1949 ff. enth\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Beginn der Leipziger Buchmesse sind gestern ihre mit 45.000 Euro dotierten Preise in den Kategorien Belletristik, Sachbuch\/Essayistik und \u00dcbersetzung vergeben worden. In der Kategorie Belletristik gewann die in Berlin lebende Schriftstellerin Natascha Wodin mit ihrem Werk Sie kam aus Mariupol. Ihr Manuskript war bereits 2015 mit dem Alfred-D\u00f6blin-Preis ausgezeichnet worden. 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