{"id":21520,"date":"2017-09-13T08:40:27","date_gmt":"2017-09-13T07:40:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=21520"},"modified":"2017-09-22T10:04:55","modified_gmt":"2017-09-22T09:04:55","slug":"finalisten-des-deutschen-buchpreises-2017-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2017\/09\/13\/finalisten-des-deutschen-buchpreises-2017-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Finalisten des Deutschen Buchpreises 2017 ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-21521\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/09\/dbp17_AufkleberSL_200x200.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/09\/dbp17_AufkleberSL_200x200.png 200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2017\/09\/dbp17_AufkleberSL_200x200-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 85vw, 200px\" \/>Der B\u00f6rsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs nominierten Romane, die sogenannten \u201eShortlist\u201c, f\u00fcr den Deutschen Buchpreis <a href=\"https:\/\/www.deutscher-buchpreis.de\/nominiert\/#section-shortlist\">bekanntgegeben<\/a>. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den franz\u00f6sischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.<\/p>\n<p><strong>Aus 20 mach&#8216; 6<\/strong><\/p>\n<p>Die Jury um Sprecherin Katja Gasser (\u00d6sterreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schr\u00f6der (Rheinische Post) haben insgesamt 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen sind. Nachdem sie im letzten Monat die <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2017\/08\/18\/longlist-fuer-den-deutschen-buchpreis-2017-veroeffentlicht\/\">\u201eLonglist\u201c mit 20 Titeln<\/a> pr\u00e4sentierten, wetteifern nur noch sechs Autoren \u2013 vier Deutsche und zwei \u00d6sterreicher \u2013 um die Auszeichnung:<\/p>\n<p>Der ausgebildete Buchh\u00e4ndler und versierte Lyriker Gerhard Falkner stellt in seinem zweiten Roman <em>Romeo oder Julia<\/em> (<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976991170002883\">in Erwerbung<\/a>) einen Schriftsteller in den Mittelpunkt, der mit seltsamen Geschehnissen konfrontiert wird &#8211; jemand dringt in sein Hotelzimmer in Innsbruck ein, nimmt ein Schaumbad und hinterl\u00e4sst absichtlich Spuren. In Madrid wird eine tote Frau vor seinem Zimmerfenster gefunden. Der Grund scheint in der Vergangenheit des Autors zu liegen.<\/p>\n<p>Der \u00d6sterreicher Franzobel nimmt sich in <em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21965628220002883\">Das Flo\u00df der Medusa<\/a> <\/em>der wahren Geschichte einer franz\u00f6sischen Fregatte an, die 1816 an der westafrikanischen K\u00fcste auf Grund l\u00e4uft. F\u00fcr 147 \u00dcberlebende wird ein Flo\u00df gebaut, das den Kontakt zu den Rettungsbooten verliert und man\u00f6vrierunf\u00e4hig zwei Wochen auf dem Ozean treibt. Aus der Sicht des K\u00fcchenjungen Victor wird vom \u00dcberlebenskampf berichtet &#8211; nur 15 Menschen entkommen dem Tod auf dem Meer. Die Trag\u00f6die f\u00fchrte zu einem Regierungsskandal und inspirierte auch mehrere K\u00fcnstler. Bekanntestes Werk ist das gro\u00dfformatige Louvre-Gem\u00e4lde <em>Le Radeau de la M\u00e9duse<\/em> von Th\u00e9odore G\u00e9ricault (1819).<\/p>\n<p>Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist f\u00fcr unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner M\u00fcller-Gastprofessur f\u00fcr deutschsprachige Poetik an der FU \u00fcbertragen bekommen. Sein Roman <em>Schlafende Sonne<\/em> (<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21969940350002883\">in Bearbeitung<\/a>) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gez\u00e4hlt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen.<\/p>\n<p>Robert Menasses Satire <em>Die Hauptstadt<\/em> (<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976991110002883\">in Erwerbung<\/a>) wird von der Kritik als weltweit erster EU-Roman betitelt (vgl. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2017\/37\/robert-menasse-die-hauptstadt-roman\">Zeit Online<\/a>). Beamte der Kulturabteilung sollen das Image der EU-Kommission zu deren Geburtstag aufpolieren und setzen auf ein \u201eBig Jubilee Project\u201c-Event mit KZ-\u00dcberlebenden in Auschwitz. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen f\u00fchren in sechs EU-L\u00e4nder mit eingebauten Krimi-Plot.<\/p>\n<p>Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman <em>Die Kieferninseln<\/em> (<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976991050002883\">in Erwerbung<\/a>) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan. Doch bevor diese Reise beginnt, trifft er auf einen suizidalen japanischen Studenten.<\/p>\n<p>Einzige Deb\u00fctantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In <em>Au\u00dfer sich<\/em> (<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976990930002883\">vormerkbar<\/a>) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufw\u00e4chst. Salzmann hat f\u00fcr ihr Romandeb\u00fct zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der <a href=\"https:\/\/www.commerzbank.de\/de\/juergen_ponto_stiftung\/literatur_1\/literaturpreis\/literaturpreis_2017\/literaturpreis_2017.html\">J\u00fcrgen Ponto-Stiftung<\/a> gewonnen. Die Jury w\u00fcrdigte das Werk als \u201egewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identit\u00e4ten\u201c und als \u201eein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart\u201c.<\/p>\n<p>Alle Romane verbinden laut Jury ein \u201eK\u00fchnes Denken\u201c und die \u201eIdee Europa\u201c: \u201eAllen gemeinsam ist das Bewusstsein, dass ernsthaftes literarisches Tun immer auch ein Brechen mit herrschenden Ordnungen im Sprechen, Denken und F\u00fchlen bedeutet. Thematisch ist es die Frage danach, wer \u201awir\u2018 sind und wer \u201awir\u2018 sein wollen, die viele der Texte zusammenh\u00e4lt \u2013 womit auch Europa auf den Plan kommt\u201c, so Katja Gasser in der <a href=\"https:\/\/www.deutscher-buchpreis.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/pressemitteilungen_2017\/17-09-12-dbp-Shortlist.pdf\">offiziellen Pressemitteilung<\/a> (PDF-Datei). Nicht auf die Shortlist schaffte es u. a. die fr\u00fchere FU-Studentin Julia Wolf <em>(<a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976990840002883\">Walter Nowak bleibt liegen<\/a>)<\/em>, Sven Regener mit der Wiederauferstehung seines Kulthelden Herrn Lehmann (<em><a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976990960002883\">Wiener Stra\u00dfe<\/a>) <\/em>sowie der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze mit seiner Kapitalismus-Kom\u00f6die <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21977578770002883\"><em>Peter Holtz<\/em><\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die sechs Finalisten im \u00dcberblick<br \/>\n<\/strong>(UPDATE: 22.09.17 &#8211; verf\u00fcgbare Titel sind verlinkt und mehrheitlich in der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/bibliotheken\/bibliothekenfuehrer\/philologische_bibliothek\/index.html\">Philologischen Bibliothek<\/a> vorhanden):<\/p>\n<ul>\n<li>Gerhard Falkner: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976991170002883\"><em>Romeo oder Julia<\/em><\/a> (Berlin Verlag, September 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Franzobel: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21965628220002883\"><em>Das Flo\u00df der Medusa<\/em><\/a> (Paul Zsolnay, Januar 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Thomas Lehr: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21969940350002883\"><em>Schlafende Sonne<\/em><\/a> (Carl Hanser, August 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Robert Menasse: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21978600130002883\"><em>Die Hauptstadt<\/em><\/a> (Suhrkamp, September 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Marion Poschmann: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976991050002883\"><em>Die Kieferninseln<\/em><\/a> (Suhrkamp, September 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Sasha Marianna Salzmann: <a href=\"https:\/\/primo.fu-berlin.de\/FUB:FUB_ALMA_DS21976990930002883\"><em>Au\u00dfer sich<\/em><\/a> (Suhrkamp, September 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 im Kaisersaal des Frankfurter R\u00f6mers statt.<\/p>\n<p>Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanf\u00e4ngen seit 2014 pass\u00e9, aber \u00fcber <a href=\"https:\/\/detektor.fm\/themen\/deutscher-buchpreis\">detektor.fm<\/a> lassen sich nach und nach kostenfrei Ausz\u00fcge aus den nominierten Romanen anh\u00f6ren (auch als App verf\u00fcgbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den <a href=\"https:\/\/www.deutscher-buchpreis.de\/nominiert\/#section-longlist\">jeweiligen Romanprofilen<\/a> alle bereits freigeschalteten H\u00f6rproben (zwischen 8-11 Minuten lang).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der B\u00f6rsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs nominierten Romane, die sogenannten \u201eShortlist\u201c, f\u00fcr den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. 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