{"id":23011,"date":"2018-05-24T10:05:14","date_gmt":"2018-05-24T09:05:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=23011"},"modified":"2021-09-14T10:27:57","modified_gmt":"2021-09-14T09:27:57","slug":"eu-verbietet-den-einsatz-von-3-bienenschaedlichen-insektiziden-im-freien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2018\/05\/24\/eu-verbietet-den-einsatz-von-3-bienenschaedlichen-insektiziden-im-freien\/","title":{"rendered":"EU verbietet den Einsatz von 3 bienensch\u00e4dlichen Insektiziden im Freien"},"content":{"rendered":"\n<p><em><span class=\"has-inline-color has-bright-red-color\">Der Betrieb des \u201eDokumentationszentrums UN \u2013 EU\u201c wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zug\u00e4nglich.<\/span><\/em><\/p>\n\n\n<p>Seit der Ver\u00f6ffentlichung der Bienengesundheitsstrategie der Europ\u00e4ischen Kommission im Jahr <strong>2010<\/strong> wurden diverse Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Bienenv\u00f6lker in Europa zu sch\u00fctzen, z.B. Benennung eines EU-Referenzlabors f\u00fcr Bienengesundheit; verst\u00e4rkte EU-Kofinanzierung f\u00fcr nationale Imkereiprogramme, Kofinanzierung von Surveillance-Studien in 17 freiwilligen Mitgliedstaaten (3,3 Millionen wurden 2012 bereitgestellt) und EU-Forschungsprogramme wie BeeDoc und STEP.<\/p>\n<p>Als ein entscheidender Faktor f\u00fcr den europaweiten R\u00fcckgang der Bienen wurde die extensive Nutzung von Pestiziden und Insektiziden ausgemacht.<\/p>\n<p>Daraus folgte <strong>2013<\/strong> eine Beschr\u00e4nkung der Verwendung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fipronil\">Fipronil<\/a> durch die Europ\u00e4ische Kommission. Die Kommission folgte damit einer wissenschaftlichen <a href=\"https:\/\/efsa.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/epdf\/10.2903\/j.efsa.2013.3158\">Risikobewertung<\/a> der <a href=\"https:\/\/www.efsa.europa.eu\/de\">Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA)<\/a>, die im Mai 2013 ver\u00f6ffentlicht wurde. Darin wurde festgehalten, dass mit Fipronil-Pestiziden behandeltes Saatgut ein akutes Risiko f\u00fcr die Honigbienenpopulation in Europa darstellt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und von mit Neonicotinoide (Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam) behandeltem Saatgut stark eingeschr\u00e4nkt (siehe <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:32013R0485&amp;from=EN\">Verordnung (EU) Nr. 485\/2013<\/a>). Auch diese Ma\u00dfnahme basierte auf der <a href=\"https:\/\/www.efsa.europa.eu\/de\/topics\/topic\/bee-health\">Risikobewertung<\/a> der EFSA.<\/p>\n<p><em>Was sind <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/food\/plant\/pesticides\/approval_active_substances\/approval_renewal\/neonicotinoids_en\">Neonicotinoide<\/a><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Neonicotinoide sind Wirkstoffe, die in Pflanzenschutzmitteln zur Bek\u00e4mpfung von Schadinsekten, also Insektiziden, eingesetzt werden;<\/em><\/li>\n<li><em>Sie sind chemisch \u00e4hnlich wie Nikotin;<\/em><\/li>\n<li><em>Der erste Neonicon wurde 2005 in der EU zugelassen;<\/em><\/li>\n<li><em>Neonics sind systemische Pestizide. Im Gegensatz zu Kontaktpestiziden, die auf der Oberfl\u00e4che der behandelten Bl\u00e4tter verbleiben, werden systemische Pestizide von der Pflanze aufgenommen und durch die Pflanze transportiert (Bl\u00e4tter, Bl\u00fcten, Wurzeln und St\u00e4ngel sowie Pollen und Nektar);<\/em><\/li>\n<li><em>Neonikate sind z.B. f\u00fcr Insekten, viel toxischer als f\u00fcr S\u00e4ugetiere, V\u00f6gel und andere h\u00f6here Organismen &#8211; sie beeinflussen das zentrale Nervensystem, was schlie\u00dflich zu L\u00e4hmung und Tod f\u00fchrt;<\/em><\/li>\n<li><em>Sie sind auch in veterin\u00e4rmedizinischen Anwendungen z.B. in der Zeckenbek\u00e4mpfung und in Flohhalsb\u00e4ndern f\u00fcr Haustiere \u00fcblich.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>In der EU sind f\u00fcnf Neonicotinoid-Insektizide als Wirkstoffe f\u00fcr den Einsatz in Pflanzenschutzmitteln zugelassen: Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam, Acetamiprid und Thiacloprid.<\/p>\n<p>Weitere 5 Jahre sp\u00e4ter, pr\u00e4sentiert die EFSA den am 28. Februar <strong>2018<\/strong> ver\u00f6ffentlichten Bericht \u00fcber die aktualisierte Risikobewertung f\u00fcr Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam. Am 27. April 2018, haben die Vertreter der Mitgliedstaaten einen Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission unterst\u00fctzt, die Verwendung von drei Neonikotinoiden (Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam) weiter einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Verwendung der drei Stoffe <strong>im Freien<\/strong> wird verboten, und die betreffenden Neonikotinoide, d\u00fcrfen nur in permanenten Gew\u00e4chsh\u00e4usern verwendet werden, in denen kein Kontakt mit Bienen zu erwarten ist.<\/p>\n<p>Drei Neonicotinoid-Insektiziden wurden eingeschr\u00e4nkt verboten, f\u00fcr die 2 verbleibenden Neonicotinoiden wurde von der EFSA folgende Risikobewertung abgegeben:<\/p>\n<p>Acetamiprid stellte laut EFSA ein geringes Risiko f\u00fcr Bienen dar. Ein Verbot oder weitere Beschr\u00e4nkungen dieses Stoffes sind daher weder wissenschaftlich noch rechtlich angebracht. Die Erneuerungsverordnung wurde, nach Zustimmung der Mitgliedsstaaten, bis zum 28. Februar 2033 verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Neonicotinoid Thiacloprid, ein <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:32015R0408&amp;from=EN\">Substitutionskandidat<\/a>, m\u00fcssen die nationalen Beh\u00f6rden eine Bewertung durchf\u00fchren, um festzustellen, ob es g\u00fcnstigere Alternativen zur Verwendung des Pflanzenschutzmittels gibt, einschlie\u00dflich nicht chemischer Methoden. Die derzeitige Genehmigung lief am 4. April 2018 aus. Derzeit l\u00e4uft ein Verfahren zur Verl\u00e4ngerung der Zulassung von Thiacloprid.<\/p>\n<p>Die Freude \u00fcber das Verbot von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ist getr\u00fcbt durch die, in der EU neu zugelassen, Kritikern als bienengiftig geltenden Stoffe Sulfoxaflor, Flupyradifuron und Cyantraniliprol und die weiterhin zugelassenen Neonicotinoide Acetamiprid und Thiacloprid, so die Kritiker.<\/p>\n<p>Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem <a href=\"https:\/\/www.ub.fu-berlin.de\/bibliothek\/uneu\/\">Dokumentationszentrum UN-EU<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Betrieb des \u201eDokumentationszentrums UN \u2013 EU\u201c wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zug\u00e4nglich. Seit der Ver\u00f6ffentlichung der Bienengesundheitsstrategie der Europ\u00e4ischen Kommission im Jahr 2010 wurden diverse Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Bienenv\u00f6lker in Europa zu sch\u00fctzen, z.B. 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