{"id":24297,"date":"2018-12-06T17:05:07","date_gmt":"2018-12-06T16:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=24297"},"modified":"2018-12-06T17:05:07","modified_gmt":"2018-12-06T16:05:07","slug":"provenienzforscherinnen-wollen-international-enger-zusammenarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2018\/12\/06\/provenienzforscherinnen-wollen-international-enger-zusammenarbeiten\/","title":{"rendered":"Provenienzforscher*innen wollen international enger zusammenarbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsbibliothek der FU-Berlin war am 29. November 2018 Gastgeberin f\u00fcr das 10. Treffen des <a href=\"https:\/\/www.bibliotheksverband.de\/fachgruppen\/kommissionen\/provenienzforschung-und-provenienzerschliessung\/aktivitaeten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Arbeitskreises Provenienzforschung und Restitution \u2013 Bibliotheken<\/em><\/a><em>.<br \/>\n<\/em>Zweimal j\u00e4hrlich trifft sich der Kreis stets in einer anderen Stadt zum Erfahrungsaustausch und um gemeinsame Projekte voranzutreiben. Vom 28. Bis 30. November fand man sich in Berlin zusammen. F\u00fcr die Organisation dieses Treffens arbeitete die <em>Stabstelle NS-Raub- und Beutegut<\/em> der Universit\u00e4tsbibliothek der FU mit der <em>Stiftung Neue Synagoge Berlin &#8211; Centrum Judaicum<\/em> und der <em>Zentral- und Landesbibliothek Berlin<\/em> zusammen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24304\" aria-describedby=\"caption-attachment-24304\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-24304 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/Provenienz_02-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/Provenienz_02-300x199.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/Provenienz_02-1200x797.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24304\" class=\"wp-caption-text\">Zum 10. Treffen des \u201eArbeitskreises Provenienz-forschung und Restitution \u2013 Bibliotheken\u201c trafen sich Provenienzforscher*innen aus Deutschland, \u00d6sterreich, Frankreich, Polen und Norwegen im Senatssaal des Henry-Ford-Baus.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der seit M\u00e4rz 2014 existierende Arbeitskreis setzt sich zusammen aus Bibliothekar*innen und Provenienzforscher*innen aus Deutschland und \u00d6sterreich, die in ihren jeweiligen Bibliotheken und Institutionen nach B\u00fcchern und B\u00fcchersammlungen suchen, die w\u00e4hrend der NS-Zeit ihren Eigent\u00fcmern enteignet wurden und sich zu Unrecht in ihrem Besitz befinden. Ziele der gemeinsamen Arbeit sind die Aufarbeitung der Wege, welche diese B\u00fccher nahmen und oftmals die R\u00fcckgabe an den rechtm\u00e4\u00dfigen Eigent\u00fcmern oder deren Erben.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde das Treffen am 28. November im Berlinsaal der Berliner Stadtbibliothek, in welchem Dr. J\u00fcrgen Babendreier mit seinem Vortrag \u201e<i>Die Textur der Diaspora: Zerstreutes sammeln, Gesammeltes zerstreuen<\/i>\u201c bereits auf einen thematischen Schwerpunkt dieses Treffens verwies: die Internationalisierung der Zusammenarbeit. Die Forcierung derselben war auch ein zentraler Punkt in der Begr\u00fc\u00dfungsrede des Direktors des FU-Bibliothekssystems, Dr. Andreas Brandtner, mit der er am 29. November im Henry-Ford-Bau die Teilnehmenden des Arbeitstreffens willkommen hie\u00df. Auch die Zusammensetzung des Arbeitskreises verwies auf die Notwendigkeit einer \u00fcber Landesgrenzen hinausweisende Zusammenarbeit, neben Deutschland und \u00d6sterreich waren Teilnehmer*innen aus Frankreich, Polen und Norwegen angereist.<\/p>\n<p>Wie eine solche Zusammenarbeit aussehen kann, das zeigt das Projekt <a href=\"http:\/\/lootedculturalassets.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Looted Cultural Asse<\/em><em>ts<\/em><\/a>. Kern dieser Kooperation ist die Pflege einer gemeinsamen Datenbank, die mittlerweile mehr als 31.000 Provenienzhinweise und Informationen zu 8.000 Personen und Institutionen umfasst, der Austausch von Forschungsergebnissen und die Umsetzung gemeinsamer R\u00fcckgaben von NS-Raubgut und Beutegut. Auch die Stabstelle <em>NS-Raub- und Beutegut<\/em> der UB ist an diesem Projekt beteiligt. Neben dieser arbeiten noch sechs weitere Institutionen an dem Projekt, darunter die <a href=\"https:\/\/www.ub.uni-potsdam.de\/de\/ueber-uns\/projekte\/provenienzforschung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Universit\u00e4tsbibliothek der Universit\u00e4t Potsdam<\/em><\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.centrumjudaicum.de\/cjudaicum_wp\/provenienzforschung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin \u2013 Centrum Judaicum<\/em><\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.zlb.de\/fachinformation\/spezialbereiche\/provenienzforschung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Zentral- und Landesbibliothek<\/em><\/a>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24308\" aria-describedby=\"caption-attachment-24308\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24308\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/DSC6387-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/DSC6387-300x199.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2018\/12\/DSC6387-1200x797.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24308\" class=\"wp-caption-text\">Der Arbeitskreis erforscht in Bibliotheken die Herkunft und Wege von B\u00fcchern, die w\u00e4hrend der NS-Zeit ihren Eigent\u00fcmern enteignet wurden und sich zu Unrecht im Besitz der Bibliotheken befinden. Oft werden die B\u00fccher dann den rechtm\u00e4\u00dfigen Eigent\u00fcmern oder deren Erben zur\u00fcckgegeben.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Obwohl die Aufarbeitung dieser Kulturgutverluste ein wichtiges Thema ist, fingen Bibliotheken damit sp\u00e4t an. Die ersten Bibliotheken in der Bundesrepublik begannen von sich aus in den 1990er Jahren. Im Zuge der <em>Washingtoner Erkl\u00e4rung<\/em> von 1998 erkl\u00e4rte sich die Bundesrepublik Deutschland dazu bereit, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut unabh\u00e4ngig von bislang geleisteten R\u00fcckgaben und Entsch\u00e4digungen aktiv in \u00f6ffentlichen Einrichtungen zu suchen und wenn m\u00f6glich zur\u00fcckzugeben. 20 Jahre sp\u00e4ter ist diese Aufgabe noch lange nicht abgeschlossen. In Bibliotheken beispielsweise sind noch Abermillionen von B\u00fcchern auf ihre Herkunft zu pr\u00fcfen. Das Arbeitstreffen problematisierte dies und die Teilnehmer*innen sahen die Verstetigung ihrer Arbeit als Voraussetzung, um diesem Auftrag nachzukommen.<br \/>\nErste Erfolge sind vorzeigbar und stehen exemplarisch f\u00fcr die Bem\u00fchungen der auf dem Arbeitstreffen vertretenden Bibliotheken aus dem In- und Ausland um eine umfangreiche und nachhaltige Aufkl\u00e4rung des Verbleibs enteigneter B\u00fccher. Der Weg jedoch ist noch ein weiter, der nur kontinuierlich und durch intensiven nationalen wie internationalen wissenschaftlichen Austausch gegangen werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsbibliothek der FU-Berlin war am 29. November 2018 Gastgeberin f\u00fcr das 10. Treffen des Arbeitskreises Provenienzforschung und Restitution \u2013 Bibliotheken. Zweimal j\u00e4hrlich trifft sich der Kreis stets in einer anderen Stadt zum Erfahrungsaustausch und um gemeinsame Projekte voranzutreiben. Vom 28. Bis 30. November fand man sich in Berlin zusammen. F\u00fcr die Organisation dieses Treffens &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2018\/12\/06\/provenienzforscherinnen-wollen-international-enger-zusammenarbeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eProvenienzforscher*innen wollen international enger zusammenarbeiten\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3459,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[227363,227362,57547,227361,919],"class_list":["post-24297","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-centrum-judaicum","tag-looted-cultural-assets","tag-provenienzforschung","tag-stabstelle-ns-raub-und-beutegut","tag-zlb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3459"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24297"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24297\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24309,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24297\/revisions\/24309"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}