{"id":25586,"date":"2019-10-15T14:24:54","date_gmt":"2019-10-15T13:24:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=25586"},"modified":"2019-10-16T09:44:28","modified_gmt":"2019-10-16T08:44:28","slug":"deutscher-buchpreis-2019-an-sasa-stanisic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2019\/10\/15\/deutscher-buchpreis-2019-an-sasa-stanisic\/","title":{"rendered":"Deutscher Buchpreis 2019 an Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Tage vor Beginn der Frankfurter Buchmesse ist am Montag im Frankfurter R\u00f6mer der <a href=\"https:\/\/www.deutscher-buchpreis.de\/nominiert\/\">Deutsche Buchpreis<\/a> f\u00fcr den besten &#8222;Roman des Jahres&#8220; verliehen worden. War im letzten Jahr noch die fr\u00fchere FU-Studentin und -mitarbeiterin Inger-Maria Mahlke <em>(<a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/132asq2\/FUB_ALMA_DS21999513210002883\">Archipel<\/a>) <\/em>siegreich, ging die Auszeichnung des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels nun an <a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/132asq2\/FUB_ALMA_DS211015625930002883\"><em>Herkunft<\/em><\/a> von Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25597\" aria-describedby=\"caption-attachment-25597\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2019\/10\/dbp_2019_Sasa_Stanisic_c_Sascha_Erdmann-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25597 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2019\/10\/dbp_2019_Sasa_Stanisic_c_Sascha_Erdmann-1-300x200.jpg\" alt=\"Preistr\u00e4ger 2019: Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107 (\u00a9 vntr.media)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2019\/10\/dbp_2019_Sasa_Stanisic_c_Sascha_Erdmann-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2019\/10\/dbp_2019_Sasa_Stanisic_c_Sascha_Erdmann-1-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25597\" class=\"wp-caption-text\">Preistr\u00e4ger 2019: Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107 (\u00a9 vntr.media)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der 1978 im heutigen Bosnien-Herzegowina geborene Autor fl\u00fcchtete 1992 mit seiner Familie vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland. In seinem autofiktionalen Roman <em>Herkunft <\/em>berichtet er laut Buchpreisjury u. a. fantasie- und auch humorvoll von der Flucht, vom Integrationsprozess in Heidelberg, vom Entdecken seines schriftstellerischen Talents, von seinem heutigen Leben in Hamburg und Besuchen in der alten Heimat:<\/p>\n<blockquote><p>Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverf\u00fcgbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erz\u00e4hlens ist [&#8230;] Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen.<sup id=\"cite_ref-17\" class=\"reference\"><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Stani\u0161i\u0107 hatte bereits vor der Verleihung als Favorit auf den Preis gegolten und ist in der Literaturszene wahrlich kein Unbekannter. Zweimal hatte er zuvor auf der Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises gestanden und 2014 f\u00fcr seinen Roman <a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/132asq2\/FUB_ALMA_DS21873802440002883\"><em>Vor dem Fest <\/em><\/a>den konkurrierenden Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. In seiner Dankesrede wurde Stani\u0161i\u0107 unerwartet politisch und kritisierte stark die Vergabe des Literaturnobelpreises letzte Woche an Peter Handke (f\u00fcr die gesamte Rede im Wortlaut siehe <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/kultur\/buchmesse\/buecher-autoren\/die-wut-dankesrede-von-buchpreis-gewinner-stanii-im-wortlaut,stanisic-rede-100.html\">hessenschau.de<\/a>). Der \u00f6sterreichische Autor hatte sich im Balkankonflikt wiederholt auf die Seite serbischer Nationalisten gestellt.<\/p>\n<p>Stani\u0161i\u0107 erh\u00e4lt ein Preisgeld von 25.000 Euro, die f\u00fcnf anderen auf der Shortlist vertretenen Autoren je 2500 Euro (vgl. <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2019\/09\/17\/shortlist-fuer-den-deutschen-buchpreis-2019-bekanntgegeben\/\">Biblioblog vom 17.09.<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Booker Prize an Atwood und Evaristo<\/strong><\/p>\n<p>Der Deutsche Buchpreis war am Montag nicht die einzige renommierte Auszeichnung die vergeben wurde. Wenige Stunden nach dem Sieg von Stani\u0161i\u0107 wurde in London der <a href=\"https:\/\/thebookerprizes.com\/\">Booker Prize<\/a> f\u00fcr den besten englischsprachigen Roman verliehen. Der mit 50.000 Pfund Sterling dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an die Kanadierin Margaret Atwood (<em>The Testaments<\/em>) und die Britin Bernardine Evaristo (<em>Girl, Woman, Other<\/em>).<\/p>\n<p><em>The Testaments <\/em>(dt. Titel: <em>Die Zeuginnen<\/em>) ist die Fortsetzung von Atwoods Erfolgsroman <a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/1ocvsku\/FUB_ALMA_DS21884730950002883\"><em>The Handmaid&#8217;s Tale <\/em><\/a>(dt. <a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/1ocvsku\/FUB_ALMA_DS21885797510002883\"><em>Der Report der Magd<\/em><\/a>), mit dem sie 1986 auf der Shortlist des Booker Prize stand. Die Handlung setzt 15 Jahre nach dem ersten Teil ein und ist in Form von Zeugenaussagen dreier Erz\u00e4hlerinnen aus dem totalit\u00e4ren Schreckensstaat Gilead gehalten. Laut Atwood habe der Wissendurst ihrer Leser sowie der Zustand der heutigen Welt als Inspirationsquelle gedient. Zuvor war <em>The Handmaid&#8217;s Tale <\/em>bereits erfolgreich <a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/1ocvsku\/FUB_ALMA_DS71993154460002883\">als Serie<\/a> verfilmt worden. F\u00fcr Atwood ist es bereits die zweite Auszeichnung nach <em><a href=\"https:\/\/fu-berlin.hosted.exlibrisgroup.com\/permalink\/f\/1ocvsku\/FUB_ALMA_DS21850654330002883\">The Blind Assassin<\/a> (dt. Der Blinde M\u00f6rder) <\/em>im Jahr 2000. Schon mit ihrer insgesamt sechsten Nominierung f\u00fcr die Shortlist hatte sie den Rekord der anglo-irischen Schriftstellerin Iris Murdoch eingestellt.<\/p>\n<p>Auf noch keine deutschsprachige \u00dcbersetzung kommt die 60-j\u00e4hrige Bernardine Evaristo, was sich nach der Preisvergabe an ihren Roman <em>Girl, Woman, Other<\/em> wohl \u00e4ndern d\u00fcrfte. Die Tochter eines nigerianischen Vaters und einer wei\u00dfen englischen Mutter erz\u00e4hlt von zw\u00f6lf Menschen, meist dunkelh\u00e4utige britische Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind. Evaristo, die urspr\u00fcnglich ihre schriftstellerische Karriere als Dramatikerin und Dichterin begonnen hatte, ist die erste schwarze Schriftstellerin, die den Booker Prize gewinnen konnte. Sie ist Professorin f\u00fcr kreatives Schreiben an der Brunel University London. Dort gr\u00fcndete sie u. a. auch einen Literaturpreis f\u00fcr afrikanische Dichterinnen (Brunel University African Poetry Prize).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Tage vor Beginn der Frankfurter Buchmesse ist am Montag im Frankfurter R\u00f6mer der Deutsche Buchpreis f\u00fcr den besten &#8222;Roman des Jahres&#8220; verliehen worden. 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