{"id":2892,"date":"2009-10-08T12:05:50","date_gmt":"2009-10-08T11:05:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=2892"},"modified":"2017-10-06T08:14:19","modified_gmt":"2017-10-06T07:14:19","slug":"literaturnobelpreis-an-herta-muller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2009\/10\/08\/literaturnobelpreis-an-herta-muller\/","title":{"rendered":"Literaturnobelpreis an Herta M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2009\/09\/mueller.jpg\" alt=\"\" hspace=\"3\" width=\"150\" height=\"211\" align=\"right\" \/>Der <a href=\"https:\/\/nobelprize.org\/nobel_prizes\/literature\/\">Nobelpreis f\u00fcr Literatur<\/a> geht dieses Jahr an Herta M\u00fcller, wie am Donnerstag das Nobelpreis-Komitee in Stockholm bekannt gab. Mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa zeichne sie Landschaften der Heimatlosigkeit, so die offizielle Begr\u00fcndung. Wenige Stunden vor der Entscheidung der Schwedischen Akademie war die deutsch-rum\u00e4nische Schriftstellerin gemeinsam mit dem Israeli Amos Oz bei Buchmachern als Favoritin auf den Sieg gehandelt worden. M\u00fcller, dieses Jahr mit ihrem Roman <em>Atemschaukel <\/em>auch f\u00fcr den Deutschen Buchpreis nominiert (der <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2009\/09\/16\/shortlist-fur-den-deutschen-buchpreis-veroffentlicht\/\">BiblioBlog berichtete<\/a>), ist an der Freien Universit\u00e4t keine Unbekannte \u2013 2005 oblag ihr die <a href=\"https:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/studium\/gastprof\/mueller\/index.html\">Heiner-M\u00fcller-Gastprofessur<\/a>.<\/p>\n<p>Herta M\u00fcller ist in Rum\u00e4nien, im deutschsprachigen Banat, als Enkelin eines wohlhabenden Bauern und Kaufmanns aufgewachsen, der unter dem kommunistischen Regime enteignet wurde. Ihre Mutter war zu jahrelanger Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert worden. Ihr Vater, ein fr\u00fcherer SS-Soldat, arbeitete als LKW-Fahrer. Nach einem Germanistikstudium in Rum\u00e4nien verdiente sich M\u00fcller ihren Lebensunterhalt als \u00dcbersetzerin und Deutschlehrerin.<\/p>\n<p>Eine erste Ver\u00f6ffentlichung (<em>Niederungen<\/em>, 1982) fiel der Zensur zum Opfer, sp\u00e4ter wurde die Autorin mit einem Reise- und Publikationsverbot in Rum\u00e4nien belegt. Daraufhin \u00fcbersiedelte M\u00fcller 1987 nach Westdeutschland und widmet sich seitdem erfolgreich Erz\u00e4hlungen und Romanen, \u201ein denen Entfremdung, Unterdr\u00fcckung, Angst und Melancholie eine eigene Sprache\u201c finden (vgl. <a href=\"https:\/\/www.ub.fu-berlin.de\/digibib_neu\/datenbank\/metalib\/titel\/KOB15829.html\">Kindlers Literatur-Lexikon<\/a>). Bereits in der Vergangenheit vielfach ausgezeichnet erhielt M\u00fcller unter anderem die Carl-Zuckmayer-Medaille (2002), den Joseph-Breitbach-Preis (2003), den Berliner Literaturpreis (2005) sowie den W\u00fcrth-Preis f\u00fcr Europ\u00e4ische Literatur (2006). Ende September 2009 wurde der in Berlin lebenden Schriftstellerin die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft zuteil.<\/p>\n<p>Die &#8222;Nobelpreis-Woche&#8220; ist mit M\u00fcllers Sieg (dem achten Erfolg eines deutschen Autors nach der Auszeichnung von G\u00fcnter Grass im Jahr 1999) noch nicht beendet. Nachdem die Gewinner f\u00fcr die Sparten Medizin\/Physiologie, Physik, Chemie und Literatur feststehen, wird am Freitag der Friedensnobelpreistr\u00e4ger bekannt gegeben. Hoffnungen auf die Auszeichnungen k\u00f6nnen sich 205 Kandidaten machen &#8211; so viele wie nie zuvor. Unter den Nominierten sind u. a. Ingrid Betancourt, Rockstar Bono, die Europ\u00e4ische Union, der chinesische Dissident Hu Jia, Altkanzler Helmut Kohl sowie die amtierenden Regierungschefs von Frankreich, Italien und den USA anzutreffen. Am 12. Oktober wird der Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaft, am 14. Oktober schlie\u00dflich der Alternative Nobelpreis vergeben. Die Preis\u00fcbergabe an die Laureaten erfolgt allj\u00e4hrlich am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.<\/p>\n<p>Im Schatten der Nobelpreise ist gestern mit dem <a href=\"https:\/\/www.themanbookerprize.com\/prize\/thisyear\/winner\">Booker Prize<\/a> einer der wichtigsten britischen Literaturpreise verliehen worden. Dieser ging an die Britin Hilary Mantel, die in ihrem in den 1520er Jahren angesiedelten Roman <em>Wolf Hall<\/em> den Aufstieg von Thomas Cromwell nachzeichnet.<\/p>\n<h6>Danke f\u00fcr das Bild an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Herta_M%C3%BCller.JPG&amp;filetimestamp=20090315154952\">Wikipedia<\/a>!<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nobelpreis f\u00fcr Literatur geht dieses Jahr an Herta M\u00fcller, wie am Donnerstag das Nobelpreis-Komitee in Stockholm bekannt gab. Mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa zeichne sie Landschaften der Heimatlosigkeit, so die offizielle Begr\u00fcndung. 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