{"id":30476,"date":"2022-04-07T08:35:00","date_gmt":"2022-04-07T07:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=30476"},"modified":"2022-04-07T08:22:08","modified_gmt":"2022-04-07T07:22:08","slug":"die-kartensammlung-in-der-geowissenschaftlichen-bibliothek-in-lankwitz-eine-nutzendenbefragung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2022\/04\/07\/die-kartensammlung-in-der-geowissenschaftlichen-bibliothek-in-lankwitz-eine-nutzendenbefragung\/","title":{"rendered":"Die Kartensammlung in der Geowissenschaftlichen Bibliothek in Lankwitz \u2013 eine Nutzendenbefragung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ergebnisse der Nutzendenbefragung zur Kartensammlung am Fachbereich Geowissenschaften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 2021 veranlasste die Leitung der Universit\u00e4tsbibliothek der Freien Universit\u00e4t Berlin einen Bericht zur aktuellen Situation der Kartensammlung an der <a href=\"https:\/\/www.geo.fu-berlin.de\/bibliotheken\/geo\/index.html\">Geowissenschaftlichen Bibliothek<\/a> in Lankwitz. Diese Studie wird genutzt, um verl\u00e4ssliche Entscheidungen zur zuk\u00fcnftigen Entwicklung der Sammlung zu f\u00e4llen. Der Bericht \u201e<a href=\"https:\/\/refubium.fu-berlin.de\/handle\/fub188\/34499\">Analyse zur geowissenschaftlichen Kartensammlung an der FU Berlin und Handlungsoptionen<\/a>\u201c ist im Refubium \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Bericht wurde der Bedarf an analogen Karten in der Forschung, der Lehre und im Studium am Fachbereich Geowissenschaften erhoben. Im Fokus stand die Frage, welche Rolle analoges Kartenmaterial im Forschungs-, Lehr- und Studienalltag spielt. Hierzu wurden eine Online-Umfrage am Fachbereich realisiert und sechs ausf\u00fchrliche Interviews mit wissenschaftlichem Personal gef\u00fchrt. Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse, dass analoge Karten in Forschung, Lehre und Studium in verschiedenen Fachrichtungen der Geowissenschaften nach wie vor genutzt werden, dabei jedoch unterschiedlich wichtig sind (siehe Abb. 2-3 und 6-9 des Berichts).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"689\" height=\"364\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30477\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte1.png 689w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte1-300x158.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Abbildung 1: Teilnehmende der Online-Umfrage nach einzelnen Statusgruppen und Fachzugeh\u00f6rigkeit. (Quelle: http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-34217)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Insgesamt nahmen 137 Personen an der Online-Umfrage teil, wobei die Geographischen Wissenschaften als Fachrichtung und Studierende als Statusgruppe am st\u00e4rksten vertreten waren (vgl. Abb. 1). Diese gro\u00dfe Resonanz zeigt das Interesse an analogem Kartenmaterial am Fachbereich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Analoge Karten: \u201ewichtig f\u00fcr ein wirkliches Verst\u00e4ndnis der raumbezogenen Zusammenh\u00e4nge\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Gro\u00dfteil der Befragten und Interviewten spielen analoge Karten eine wichtige Rolle f\u00fcr ihre Arbeit oder ihr Studium. Trotz fachspezifischer Unterschiede wird sehr h\u00e4ufig angemerkt, dass analoge Karten auch zuk\u00fcnftig von Interesse sind.<\/p>\n\n\n\n<p>So zeigt die Auswertung, dass in Fachrichtungen wie der Physischen Geographie analoge Karten einen hohen Mehrwert f\u00fcr Forschung, Lehre und Studium bieten. Laut einer Geographin schaffen erst analoge Karten ein \u201ewirkliches Verst\u00e4ndnis der raumbezogenen Zusammenh\u00e4nge\u201c und werden beispielsweise auch vor und w\u00e4hrend Expeditionen und Exkursionen genutzt. Karten werden zwar f\u00fcr Gel\u00e4ndeaufenthalte h\u00e4ufig digital aufbereitet und georeferenziert. Digitale Karten, so wird h\u00e4ufig angemerkt, ersetzen jedoch analoge Karten nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bedarf an analogen Karten in der Meteorologie f\u00e4llt im Vergleich zur Geographie eher gering aus. Wenn analoge Karten hier genutzt werden, dann z. B. f\u00fcr Vergleichsarbeiten mit Luft- und Satellitenaufnahmen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Studierende insbesondere der Geologischen und Geographischen Wissenschaften ist die Arbeit mit analogem Kartenmaterial ein integraler Bestandteil des Studiums. In der Geographie ist sie ein wichtiger Teil der Einf\u00fchrung ins wissenschaftliche Arbeiten und damit auch relevant f\u00fcr zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeiten. Auch f\u00fcr F\u00e4cher au\u00dferhalb der FB Geowissenschaften, wie etwa den Altertumswissenschaften, \u2013 so zeigt ein Interview mit einem Arch\u00e4ologen \u2013 sind analoge Karten ebenso ein wichtiges Medium, zum Beispiel f\u00fcr die Bestimmung von Toponymen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kartensammlung in Lankwitz: \u201e\u00fcberraschende Entdeckung\u201c \u2013 \u201eJuwel\u201c \u2013 \u201eAush\u00e4ngeschild\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der fachliche, ideelle und historische Wert der Kartensammlung der Geowissenschaftlichen Bibliothek wird an vielen Stellen der Befragung deutlich. &nbsp;Herausgestellt werden insbesondere die breite r\u00e4umliche Abdeckung, die historischen Karten und der teilweise unikale und daher sehr wertvolle Bestand. Die Vielfalt des Bestands wird als besonderer Mehrwert f\u00fcr die Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg wahrgenommen und gesch\u00e4tzt. Dar\u00fcber hinaus werden die r\u00e4umliche N\u00e4he zum Fachbereich und die unkomplizierten Nutzungsm\u00f6glichkeiten als Vorteile betrachtet. Zwar gibt es mit der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin und dem <a href=\"https:\/\/www.gfz-potsdam.de\/\">Deutschen GeoForschungszentrum<\/a> in Potsdam weitere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Forschende, Lehre und Studierende, analoges Kartenmaterial zu beziehen, jedoch werden diese Optionen aufgrund l\u00e4ngerer Wege, Nutzungsgeb\u00fchren und Wartezeiten als zu umst\u00e4ndlich und teuer wahrgenommen. Nur etwa 15% des wissenschaftlichen Personals und gerade einmal 7 % der Studierenden greifen beispielsweise auf das Angebot der <a href=\"https:\/\/staatsbibliothek-berlin.de\/\">Staatsbibliothek<\/a> zur\u00fcck (siehe Abb. 2 und Abb. 3).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"909\" height=\"262\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karten1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30480\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karten1.png 909w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karten1-300x86.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Abbildung 2: Kartenbezug der Forschenden und Lehrenden. F\u00e4cherdurchschnitt. Mehrfachantworten m\u00f6glich. \u201eAG\u201c: Arbeitsgruppe. (Quelle: http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-34217)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"297\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30482\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte2.png 908w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2022\/04\/Karte2-300x98.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Abbildung 3: Kartenbezug der Studierenden. F\u00e4cherdurchschnitt. Mehrfachantworten waren m\u00f6glich. \u201eich wei\u00df es nicht\u201c: Studierende wissen nicht immer, woher analoge Karten kommen, die in Lehrveranstaltungen bereitgestellt und von ihnen genutzt werden. \u201eAG\u201c: Arbeitsgruppe.<br>(Quelle: http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-34217)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Herausforderung Marketing: \u201eviele Studierende wissen gar nicht was unsere Kartensammlung ist\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das von den Befragten beschriebene Potential der Kartensammlung kann ihrer Meinung nach aufgrund mangelnder Sichtbarkeit nicht voll ausgesch\u00f6pft werden. So kennen zum Beispiel 17 der 80 befragten Studierenden die Kartensammlung bisher gar nicht, 30 nutzten sie noch nie. Die Kartensammlung wird als \u201eviel zu unbekannt\u201c eingesch\u00e4tzt \u2013 auch vom wissenschaftlichen Personal. \u00dcber alle Statusgruppen hinweg wird deutlich, dass der Mehrwert, den die Kartensammlung bietet, \u201ewirkungsvoll kommuniziert\u201c werden sollte. Hierf\u00fcr sehen die Teilnehmenden \u2013 insbesondere die Lehrenden \u2013 sowohl sich selbst (z.B. analoge Karten als Studieninhalt st\u00e4rken, Seminarbesuche der Kartensammlung) als auch die Geowissenschaftliche Bibliothek in der Verantwortung (z.B. durch Website, Informationsveranstaltungen und Gespr\u00e4che mit Neuberufenen). Zudem besteht der Wunsch, das Angebot der Bibliothek auch nach au\u00dfen zu tragen, etwa \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.geo-x.net\/\">Forschungsnetzwerk Geo.X<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>N\u00e4chste Schritte: \u201eBetreuung der Kartensammlung ist essentiell\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben besserer Sichtbarkeit w\u00fcnschen die Befragten eine verbesserte Betreuungssituation seitens der Geowissenschaftlichen Bibliothek. Insbesondere langj\u00e4hrige Mitarbeitende am Fachbereich w\u00fcnschen sich, dass der Kartenservice \u201ewieder auf das fr\u00fcher vorhandene Niveau\u201c gehoben wird. Dazu z\u00e4hlen eine verbesserte Kuratierung der Kartensammlung und eine fachlich versierte Betreuung der Nutzdenden. Auch Studierende sagen: \u201ees fehlt fachkundiges Personal\u201c. H\u00e4ufig angeregt werden dar\u00fcber hinaus technische Verbesserungen wie eine umfassende digitale Erschlie\u00dfung der Kartenbest\u00e4nde und aussagekr\u00e4ftige Metadaten in einem elektronischen Recherchesystem, im besten Falle versehen mit Vorschaubildern oder digitalisierten Indexbl\u00e4ttern.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche konkreten Ma\u00dfnahmen nun ergriffen werden k\u00f6nnen, um diese Anregungen in der Praxis umzusetzen und wie das Angebot der Kartensammlung der Geowissenschaftlichen Bibliothek perspektivisch weiterentwickelt wird, wird derzeit gemeinsam von der Geowissenschaftlichen Bibliothek und der Universit\u00e4tsbibliothek (Zentralbibliothek) erarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Text: Lea Schneider und Julian Katz<\/em><br><em>Titelbild: Geowissenschaftliche Bibliothek<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ergebnisse der Nutzendenbefragung zur Kartensammlung am Fachbereich Geowissenschaften Im Sommer 2021 veranlasste die Leitung der Universit\u00e4tsbibliothek der Freien Universit\u00e4t Berlin einen Bericht zur aktuellen Situation der Kartensammlung an der Geowissenschaftlichen Bibliothek in Lankwitz. 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