{"id":32838,"date":"2024-04-23T10:23:17","date_gmt":"2024-04-23T09:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/?p=32838"},"modified":"2024-10-08T15:35:03","modified_gmt":"2024-10-08T14:35:03","slug":"welttag-des-buches-nachhaltig-lesen-geht-besser-mit-dem-leihen-von-buechern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2024\/04\/23\/welttag-des-buches-nachhaltig-lesen-geht-besser-mit-dem-leihen-von-buechern\/","title":{"rendered":"Welttag des Buches \u2013 \u201eNachhaltig\u201c Lesen geht besser mit dem Leihen von B\u00fcchern!"},"content":{"rendered":"\n<p>Was ist eigentlich umweltschonender: Elektronisches Lesen oder doch der Griff zum gedruckten Bibliotheksbuch, das von vielen Nutzenden immer wieder gelesen werden kann? Diese Fragestellung besch\u00e4ftigt die Nachhaltigkeits-AG der Universit\u00e4tsbibliothek <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/ub\/ueber-uns\/nachhaltigkeit\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/ub\/ueber-uns\/nachhaltigkeit\/index.html\">GreenFUBib<\/a>  seit langem und wird auch von Nutzenden immer wieder aufgeworfen. Lorenz Weinberg, Bibliotheksreferendar in der Universit\u00e4tsbibliothek, hat sich auf die Suche nach neuen Studien und Erkenntnissen gemacht. Es gibt keine abschlie\u00dfenden Antworten \u2013 das Thema ist und bleibt komplex. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2024\/04\/openart-image_t3BdqWDl_1713789553276_raw.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32840\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2024\/04\/openart-image_t3BdqWDl_1713789553276_raw.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2024\/04\/openart-image_t3BdqWDl_1713789553276_raw-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/files\/2024\/04\/openart-image_t3BdqWDl_1713789553276_raw-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Bild erstellt mit openart.ai <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Studie und Masterarbeit als Ausgangspunkt<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein erster Referenzpunkt ist eine Studie des <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.oeko.de\/\">Freiburger \u00d6ko-Institut e. V.<\/a> aus dem Jahr 2011, in der die Umweltbilanz von E-Readern untersucht wurde. In der Studie \u201e<a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/news\/pressemeldungen\/lesen-und-das-klima-schuetzen-mit-e-book-readern\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.oeko.de\/news\/pressemeldungen\/lesen-und-das-klima-schuetzen-mit-e-book-readern\/\">PROSA E-Book-Reader<\/a>\u201c wurden Kriterien f\u00fcr das Umweltzeichen f\u00fcr klimarelevante Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Dem elektronischen Lesen auf E-Book-Readern wird das Pr\u00e4dikat \u201aumweltfreundlich\u2018 verliehen und als Ergebnis festgehalten: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Vielleser, die j\u00e4hrlich zehn oder mehr B\u00fccher auf einem E-Book-Reader lesen, k\u00f6nnen damit zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Wer statt in gedruckten B\u00fcchern mit dem elektronischen Ger\u00e4t schm\u00f6kert, spart Papier, Energie und Treibhausgase.&#8220;<\/p><cite><a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/news\/pressemeldungen\/lesen-und-das-klima-schuetzen-mit-e-book-readern\/\">https:\/\/www.oeko.de\/news\/pressemeldungen\/lesen-und-das-klima-schuetzen-mit-e-book-readern\/<\/a> <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Schlussfolgerung, elektronisches Lesen sei \u00f6kologisch nachhaltiger als analoges Lesen, kann hieraus allerdings nicht gezogen werden. Vielmehr verlangt die Frage nach dem \u201enachhaltigen Lesen\u201c eine tiefgreifende und umfassende Besch\u00e4ftigung mit dem Thema. So hei\u00dft es in der Studie und in der Zusammenfassung auf der Homepage zwar an verschiedenen Stellen, dass das digitale Lesen einer Nutzung von mindestens 10 B\u00fcchern pro Jahr und einer Nutzungsdauer des Endger\u00e4ts von mindestens 3 Jahren bez\u00fcglich Treibhausgasemissionen der Energieverbrauch des Endger\u00e4ts besser w\u00e4re, als gedruckte B\u00fccher. Gleichzeitig wird diese Aussage aber bei genauerer Betrachtung innerhalb derselben Studie relativiert respektive korrigiert: Die Herstellung von 11 gedruckten B\u00fcchern verbrauche, so hei\u00dft es in der Studie, genauso viel Energie wie die Herstellung eines E-Book-Readers. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Der zweite Referenzpunkt ist die 2013 ver\u00f6ffentlichte Masterarbeit von Ulrike Wilke: <a href=\"https:\/\/docplayer.org\/7805315-Ulrike-wilke-gruener-lesen-buch-oder-ebook.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/docplayer.org\/7805315-Ulrike-wilke-gruener-lesen-buch-oder-ebook.html\">Gr\u00fcner lesen \u2013 Buch oder E-Book: Konzeption eines Bewertungssystems f\u00fcr nachhaltiges Leseverhalten<\/a>. Wilke richtet den Fokus noch genauer auf die Art und Weise des Lesens und die Ger\u00e4te, auf denen gelesen wird. In der Arbeit besch\u00e4ftigt sie sich mit der Frage, welche Variante (E-Book oder gedrucktes Buch) zu welchem Leseverhalten aus \u00f6kologisch nachhaltiger Sicht am besten passt. Wilkes Kriterien f\u00fcr das \u201e\u00f6kologische Lesen\u201c sind: \u201edie Anzahl der gelesenen Medien (pro Jahr), die Beschaffenheit und Art des Endger\u00e4tes (E-Book-Reader, Tablets, PC usw.) sowie Leihgaben und Nutzungsdauer der Ger\u00e4te (Buchkauf oder Buchverleih)\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wilke stellt die \u00d6kobilanz und eine Nutzwertanalyse von E-Book-Readern, Tablets und Printb\u00fcchern auf und konzentriert sich dabei vor allem auf die Produktionszyklen dieser drei Produkte. Au\u00dferdem ermittelt sie den Einfluss des individuellen Leseverhaltens auf die Ergebnisse. Die Autorin kommt in ihrer Arbeit zu dem Ergebnis, dass insbesondere das individuelle Leseverhalten ber\u00fccksichtigt werden muss, wenn die \u00d6kobilanz des Lesens betrachtet werden soll. Die Anzahl der gelesenen Titel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Leider fehlen Betrachtungen auf Bibliotheksnutzende und Ausleihzahlen von Buchbest\u00e4nden aus den Bibliotheken in ihren Betrachtungen. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachhaltig lesen in Bibliotheken? Eine Studie aus M\u00fcnchen<\/h2>\n\n\n\n<p>Lorenz Weinberg ist bei der Recherche auf den Artikel: \u201e<a href=\"https:\/\/story.unibw.de\/campus\/e-books-muenchner-bibliotheken-umweltfreundlich-oder-klimakiller\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/story.unibw.de\/campus\/e-books-muenchner-bibliotheken-umweltfreundlich-oder-klimakiller\">E-Books in M\u00fcnchner Bibliotheken \u2013 Umweltfreundlich oder Klimakiller?<\/a>\u201c von 2023 gesto\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel kommt zu folgendem Ergebnis: \u201e500 Buchseiten eines E-Books, die auf einem PC gelesen werden, sind ab dem 11. Nutzer umweltsch\u00e4dlicher als die 500 gedruckten Buchseiten in einer Bibliothek auszuleihen. Werden die 500 Seiten auf dem E-Book jedoch von allen Nutzern nur auf einem Tablet gelesen, so m\u00fcssten die 500 Buchseiten schon von 148 Nutzern als gedrucktes Exemplar ausgeliehen werden, um umweltfreundlicher zu sein.\u201c<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Sprich, wenn gedruckte B\u00fccher sehr oft (hier mehr als 148 Ausleihen) ausgeliehen werden, ist die Umweltbilanz eines gedruckten Buches besser, als die der elektronischen Ressource.<\/p>\n\n\n\n<p>Unklar bleibt, um wie viel sich die Zahl der notwendigen Ausleihen erh\u00f6ht, wenn die elektronische Ressource auf einem energiesparsamen eInk-E-Book-Reader gelesen wird. Au\u00dferdem sind die \u201eanfallenden CO2-Emissionen f\u00fcr den Vertrieb, den Transport, die Lagerung und weitere Faktoren, durch die bei gedruckten B\u00fcchern CO2 entsteht\u201c sowie der Stromverbrauch f\u00fcr die Speicherung von elektronischen Ressourcen \u201ein Rechenzentren sowie den Download der E-Books\u201c nicht miteingeflossen.<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Warnke, Luka\/Vorstenboch, Philip van de: E-Books in M\u00fcnchner Bibliotheken \u2013 Umweltfreundlich oder Klimakiller? In: Story. Studierende. Online. Redaktion. Y. 07.02.2023. Online unter: <a href=\"https:\/\/story.unibw.de\/campus\/e-books-muenchner-bibliotheken-umweltfreundlich-oder-klimakiller\">https:\/\/story.unibw.de\/campus\/e-books-muenchner-bibliotheken-umweltfreundlich-oder-klimakiller<\/a> (Letzter Abruf: 23.04.2024).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl., ebd.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit <\/h2>\n\n\n\n<p>Der Artikel \u00fcber die M\u00fcnchener Bibliotheken verdeutlicht: Sobald ein Buch sehr h\u00e4ufig geliehen und von vielen Nutzenden gelesen wird, verbessert sich die Umweltbilanz eines gedruckten Buches in dem Ma\u00dfe, dass das gedruckte Buch aus \u00f6kologisch nachhaltiger Sicht zur besseren Wahl wird. Unter Ber\u00fccksichtigung der Transportwege des gedruckten Buches (auch zur lesenden Person nach Hause) sowie der Einbeziehung von eInk-Readern, kann aber nach wie vor auch der Griff zum elektronischen Medium besser f\u00fcr die Umwelt sein. Dementsprechend kommt Lorenz Weinberg zu dem Schluss: <em>Es ist kompliziert!\u00a0<\/em>Mit diesem Artikel m\u00f6chte Lorenz Weinberg zum Nachdenken und Weiterforschen anregen und einige Ausgangspunkte daf\u00fcr geben. In Zukunft br\u00e4uchte es konkrete, gr\u00f6\u00dfer angelegte Studien zur Umweltbilanz von Printb\u00fcchern in Bibliotheken und eBook-Nutzung in Bibliotheken, um sich einer Antwort auf die Ausgangsfrage eindeutiger n\u00e4hern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Nutzen Sie die vielen \u00d6ffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken, f\u00fcr die Verringerung des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck. Alternativ gibt es auch Buchtauschb\u00f6rsen wie z.B. <a href=\"https:\/\/buchbaum.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/buchbaum.de\/\">buchbaum.de<\/a>, wo Sie gelesene B\u00fccher gegen neue tauschen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Text und Recherche: <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Lorenz Weinberg, Bibliotheksreferendar <\/em>der <em>Universit\u00e4tsbibliothek <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eigentlich umweltschonender: Elektronisches Lesen oder doch der Griff zum gedruckten Bibliotheksbuch, das von vielen Nutzenden immer wieder gelesen werden kann? Diese Fragestellung besch\u00e4ftigt die Nachhaltigkeits-AG der Universit\u00e4tsbibliothek GreenFUBib seit langem und wird auch von Nutzenden immer wieder aufgeworfen. Lorenz Weinberg, Bibliotheksreferendar in der Universit\u00e4tsbibliothek, hat sich auf die Suche nach neuen Studien und &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/2024\/04\/23\/welttag-des-buches-nachhaltig-lesen-geht-besser-mit-dem-leihen-von-buechern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWelttag des Buches \u2013 \u201eNachhaltig\u201c Lesen geht besser mit dem Leihen von B\u00fcchern!\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5902,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[196703,584828,368602,368750,196563,584825,2678,584826,584827,584829,584830,595],"class_list":["post-32838","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-17-ziele-fuer-nachhaltige-entwicklung","tag-bibliotheksbuch","tag-green-library","tag-greenfubib","tag-leseverhalten","tag-nachhaltig-lesen","tag-nachhaltigkeit","tag-oekobilanz-buch","tag-oekobilanz-e-book-reader","tag-vielleser","tag-vielleserin","tag-welttag-des-buches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5902"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32838"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32838\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33321,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32838\/revisions\/33321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}