Stimmungsbild 6/2020

Die Corona-Pandemie hat das Leben und Arbeiten überall verändert. Wir wollten wissen, wie sich Kolleg*innen und Studierende an unserem Fachbereich (FB) fühlen. Daher waren alle Angehörigen des FB Erziehungswissenschaft und Psychologie vom 24. Juni bis zum 13. Juli 2020 aufgerufen, an einer kurzen Umfrage, Stimmungsbild genannt, teilzunehmen. Hier veröffentlichen wir nun nach und nach die Ergebnisse dieser Befragung.

Wer hat an der Befragung teilgenommen?
Fast 10 % der Studierenden und etwa ein Drittel der Mitarbeitenden – DANKE!

Letztlich haben sich trotz „Semesterabschlussstress“ über 400 Personen die Zeit genommen: Mit 309 Studierenden lag die Beteiligung bei 9,6 %. In den Gruppen der Mitarbeitenden lag die Beteiligung hingegen höher: 16 Professor*innen (Beteiligung 41,0 %), 28 sog. Sonstige Mitarbeitende (von denen 6 Personen auch Studierende sind; Beteiligung 39,4 % bzw. 31,0 % ohne Studierende) und 61 Wissenschaftliche Mitarbeitende (Beteiligung 32,8 %). Unter den Studierenden waren übrigens 52 Studentische Hilfskräfte (Beteiligung 28,7 %).

Abbildung 1:
Teilnahme an der Umfrage nach Rolle am Fachbereich und Geschlecht

Wir haben die Teilnehmenden nicht nur nach ihrer Rolle im FB gefragt, sondern auch danach, welchem Geschlecht sie sich zuordnen. Hierzu haben in allen Statusgruppen fast zwei Fünftel keine Angabe gemacht (s. Abb. 1). Das finden wir bemerkenswert!
Aus Anonymisierungsgründen (geringe Fallzahl) wurden in der Abbildung zwei Lehrbeauftragte den WiMis zugeordnet, um deren Angaben mit einbeziehen zu können. Aus demselben Grund wurden bei Analysen zu Unterschieden zwischen Geschlechtsgruppen die Personen aus der Gruppe „divers“ der Gruppe „keine Angabe“ zugeordnet, weil uns alle anderen Alternativen weniger sinnvoll erschienen. Wir bitten bei den Betroffenen um Verständnis; bitte geben Sie uns gern Feedback dazu, wenn Sie einen anderen Vorschlag haben.

Was wollten wir wissen?

In der Befragung ging es uns darum, im Einzelnen zu erfahren, (a) in welchem Ausmaß die Befragten Veränderungen im privaten wie im beruflichen Bereich erleben und wie sie diese bewerten; (b) wie zufrieden einerseits und wie belastet andererseits sie sind und was konkret sie als belastend erleben; (c) was aus ihrer Sicht die größten aktuellen Herausforderungen sind, (d) was ihnen momentan fehlt und (e) was sie derzeit positiv bewerten. Schließlich (f) interessierte uns, was sie ggf. aus diesen Zeiten in den ganz normalen Alltag hinüberretten möchten.

(a) Erlebte Veränderungen aufgrund von Corona

Wie Abbildung 2a zu entnehmen ist, haben die Befragten unabhängig von ihrer Gruppenzugehörigkeit im Mittel ausgeprägte Veränderungen erlebt, wobei diese im beruflichen Alltag stärker ausfielen als im privaten. Während die Bewertung der Veränderungen im privaten Alltag über alle Gruppen hinweg teils positiv, teils negativ eingestuft werden, ist dies hinsichtlich des beruflichen Alltags anders: Studierende und Professor*innen bewerten die Veränderungen in der Summe negativer als SoMis und WiMis (Abb. 2b).

(b) ZUfriedenheit und Belastungserleben

Die Fragen nach allgemeiner und beruflicher Zufriedenheit standen ganz am Anfang der Befragung, um Reihenfolgeeffekte zu vermeiden. Konkreter wurde im Anschluss auch nach der Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen gefragt. Hier gingen die Angaben in den betrachteten Gruppen bedeutsam auseinander. Auch bei der Zufriedenheit mit der (eigenen) Zeiteinteilung einerseits und der Belastung durch (auch externen) Zeitdruck andererseits gingen die Angaben auseinander. In allen Fällen zeigen die Ergebnisse eine im Mittel geringere Zufriedenheit und höhere Belastung der Studierenden, verglichen mit den anderen Gruppen. Diese Unterschiede waren auch stabil bei der Kontrastierung der FB-Mitarbeitenden als eine Gruppe vs. Studierende.

Abbildung 3:
Mittelwerte allgemeiner und spezifischer Zufriedenheitsratings und der erlebten Belastung durch Zeitdruck
(getrennt für verschiedene Gruppen am Fachbereich; * bedeutet, dass mindestens 2 Gruppen sich bedeutsam unterscheiden)

Erste Ergebnisse* zu Belastungsquellen zeigen folgendes Bild (vgl. Abb. 4):
Die Belastung durch die Pflege von Familienangehörigen ist in allen Gruppen eher gering. Während WiMis und Professor*innen in stärkerem Maße als die beiden anderen Gruppen durch die Betreuung von Kindern belastet sind, zeigt sich in der Gruppe der Studierenden ein vergleichsweise höheres Ausmaß an Belastung im finanziellen und gesundheitlichen Bereich.

Abbildung 4:
Mittelwerte der erlebten Belastung in verschiedenen Bereichen
(getrennt für verschiedene Gruppen am Fachbereich; * bedeutet, dass mindestens 2 Gruppen sich bedeutsam unterscheiden)

* Weitere Auswertungen zu den freien Angaben folgen, sobald die Kodierung abgeschlossen ist.

(c) Erlebte Herausforderungen

TOP five: Jonglieren mit beruflichen und privaten Anforderungen allgemein. Auf die Frage, was sie aktuell als die größte Herausforderung sehen, gab fast ein Viertel der Befragten das erforderliche Zeitmanagement oder auch konkreten Zeitmangel an. Jede*r Fünfte nannte die Digitalisierung von Studium und Lehre, jeweils mehr als 15 % benannten die Life-Balance und Struktruierung des Alltags, die Arbeitmenge und die Mehrfachbelastung.

NEXT five: Mangel an sozialem Austausch, sich selber managen, konkrete berufliche und private Aufgaben. Etwa 13 % der Befragten fehlt der direkte soziale Austausch und Kontakt (oft auf den beruflichen Bereich bezogen); 10 % leiden unter Prüfungsstress; 10 % geben an, dass es derzeit nicht selbstverständlich ist, sich zu motivieren und zu disziplinieren; 8 % erleben die Kindertreuung als aktuelle Herausforderung und 7 % die eigene berufliche Weiterentwicklung etwa durch Bewerbungen, wissenschaftliche Projekte usw.

Abbildung 5:
Aktuelle Herausforderungen
(Die 10. Kategorie heißt vollständig: wissenschaftliches Projekt vorantreiben/beruflich vorankommen.)

Weitere Eindrücke …

(Nicht repräsentativ ;-)

Fortsetzung folgt