{"id":679,"date":"2021-06-09T15:07:43","date_gmt":"2021-06-09T13:07:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/?p=679"},"modified":"2021-06-09T15:07:43","modified_gmt":"2021-06-09T13:07:43","slug":"studie-am-fachbereich-zu-sexualisierter-belaestigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/2021\/06\/09\/studie-am-fachbereich-zu-sexualisierter-belaestigung\/","title":{"rendered":"Studie am Fachbereich zu sexualisierter Bel\u00e4stigung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Im Rahmen des aktuellen Frauenf\u00f6rderplans sollte untersucht werden, in welchem Ausma\u00df  sexualisierte Bel\u00e4stigung und Gewalt an unserem Fachbereich eine Rolle spielt. Hier die Ergebnisse der Befragung zur sexualisierten Bel\u00e4stigung und Gewalt am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie im Juli 2020.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Die Untersuchung f\u00fchrten Karen Ollrogge und Malte Roswag gemeinsam mit Bettina Hannover durch<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Zeitraum vom 9.7. &#8211; 31.7.2020 haben wir eine Befragung durchgef\u00fchrt, um das Ausma\u00df zu erheben, in dem sich Studierende an unserem Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie sexualisiert bel\u00e4stigt f\u00fchlen oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. An der Befragung nahmen insgesamt 515 Studierende teil, wobei sich 420 (82%) davon als weiblich identifizierten. Weitere 79 Studierende (15%) identifizierten sich als m\u00e4nnlich und neun Studierende (2%) gaben an, sich als divers zu identifizieren. Da aufgrund der geringen Anzahl der Studierenden, die sich nicht als m\u00e4nnlich oder weiblich identifizierten, eine R\u00fcckf\u00fchrung ihrer Angaben auf einzelne Personen unter Umst\u00e4nden m\u00f6glich sein k\u00f6nnte, wurden diese mit den sieben Studierenden (1%), die keine Angaben zu ihrem Geschlecht machten, f\u00fcr die folgende Ergebnisdarstellung zusammengeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine \u00dcbersicht \u00fcber das Ausma\u00df sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt an unserem Fachbereich zu erhalten, haben wir eine Auswahl an 15 Situationen pr\u00e4sentiert, die m\u00f6gliche Szenarien sexualisierter Bel\u00e4stigung oder Gewalt beschreiben. Eine beispielhafte Situation lautete: \u201eIch habe schon erlebt und es war mir unangenehm, dass mir Obsz\u00f6nit\u00e4ten hinterhergerufen wurden\u201c. Diese Situationen wurden uns vom Margherita-von-Brentano Zentrum zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den 15 Situationen haben Frauen im Durchschnitt 6 Situationen sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt erlebt, M\u00e4nner hingegen 4 Situationen (s. Abb. 1, ganz rechts). Damit erlebten Frauen signifikant mehr Situationen sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt als M\u00e4nner [<em>t(<\/em>122.197) = -4.56; <em>p<\/em> &lt; .001]. Menschen, die keine Angaben zum Geschlecht machten oder sich als divers identifizierten, erlebten im Durchschnitt 4 Situationen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"328\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt-1024x328.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-685\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt-1024x328.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt-300x96.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt-768x246.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt-1200x384.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/dezfba-erz-psy\/files\/2021\/05\/Kontext-sexGewalt.png 1361w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Abb. 1: Situationen erlebter sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt bei Studierenden des Fachbereichs Erziehungswissenschaft &amp; Psychologie <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir haben zudem erfragt, in welchem Kontext die Situation sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt erlebt wurde (bei Angabe, dass eine solche Situation erlebt worden war), um den Kontext der FU mit anderen Kontexten vergleichen zu k\u00f6nnen (s. Abb. 1, links). Es konnte zwischen vier Kontexten ausgew\u00e4hlt werden: Situationen an der FU, in einem anderen akademischen Kontext, im Berufsleben oder im privaten Kontext. Es zeigte sich, dass an der FU signifikant weniger Situationen sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt erlebt wurden als in einem anderen akademischen Kontext, im Berufsleben oder im privaten Kontext (<em>p<\/em> &lt; .001).<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man den Geschlechtsunterschied bei den erlebten Situationen sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt, f\u00e4llt auf, dass an der FU M\u00e4nner signifikant mehr Situationen angegeben haben als Frauen, wohingegen im privaten Kontext Frauen signifikant mehr Situationen berichteten als M\u00e4nner. Im anderen akademischen Kontext und im Berufsleben fanden wir keinen Geschlechtsunterschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor diese umgekehrten Geschlechtsunterschiede im Kontext der FU interpretiert werden kann, sollte beachtet werden, dass sich bei fast allen abgefragten Situationen kein Geschlechtsunterschied gezeigt hat. Dieser zeigte sich ausschlie\u00dflich bei Situationsbeschreibungen, in denen andere Personen in der eigenen Gegenwart \u00fcber ihr Sexualleben gesprochen haben oder man selbst von anderen Personen \u00fcber das eigene Sexualleben ausgefragt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrend erfragten wir die eigene Reaktion auf die erlebten Situationen sexualisierter Bel\u00e4stigung und Gewalt. Dabei gaben die meisten Studierenden an, dass sie nicht gegen das Verhalten vorgegangen sind oder mit einer ihr nahestehenden Person dar\u00fcber gesprochen haben. Nur die wenigsten gaben an, dass sie mit einer oder einem Angeh\u00f6rigen der FU dar\u00fcber gesprochen haben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><em><strong>Solltest <\/strong><\/em><strong>du<\/strong><em><strong> Diskriminierung, sexualisierte Bel\u00e4stigung oder Gewalt erlebt haben, kannst du dich jederzeit an folgende Stellen wenden (eine Auswahl):<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016 (<a href=\"http:\/\/www.hilfetelefon.de\">www.hilfetelefon.de<\/a>)<\/li><li>Krisenberatung der FU: <a href=\"mailto:krisenberatung@fu-berlin.de\">krisenberatung@fu-berlin.de<\/a><\/li><li>Berliner Krisendienst: 030 39063-60; <a href=\"https:\/\/www.berliner-krisendienst.de\/\">https:\/\/www.berliner-krisendienst.de\/<\/a> (rund um die Uhr erreichbar)<\/li><li>Antidiskriminierungsstelle: 030 18555 1855 (<a href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/Home\/home_node.html\">https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/Home\/home_node.html<\/a>)<\/li><li>F\u00fcr weitere Anliegen: Dezentrale Frauenbeauftragte des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie (Mails und Gespr\u00e4che werden vertraulich behandelt): <a href=\"mailto:frauenbeauftragte@ewi-psy.fu-berlin.de\">frauenbeauftragte@ewi-psy.fu-berlin.de<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des aktuellen Frauenf\u00f6rderplans sollte untersucht werden, in welchem Ausma\u00df sexualisierte Bel\u00e4stigung und Gewalt an unserem Fachbereich eine Rolle spielt. 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