{"id":33,"date":"2022-03-29T14:40:37","date_gmt":"2022-03-29T12:40:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/?p=33"},"modified":"2025-02-28T14:51:32","modified_gmt":"2025-02-28T13:51:32","slug":"2-update-gemeinsamkeiten-und-unterschiede-der-fluchtlingssituationen-2022-und-2015-16-einige-situative-beobachtungen-und-thesen-aus-sicht-der-sozialwissenschaftlichen-katastrophenforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/33","title":{"rendered":"2. UPDATE: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fl\u00fcchtlingssituationen 2022 und 2015\/16 \u2013 einige situative Beobachtungen und Thesen aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Cordula Dittmer und Daniel F. Lorenz<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stand 29.03.2022, 14:00 Uhr<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45067\">http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45067<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aufgrund der sich mittlerweile sehr dynamisch entwickelnden Lage haben wir uns entschlossen, unsere Beitr\u00e4ge vom <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/18\">05.03.2022<\/a> und <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/20\">11.03.2022<\/a> upzudaten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Sommer 2015 untersuchten wir an der <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/kfs\">KFS<\/a> zun\u00e4chst im Schwerpunkt <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/ethnologie\/forschung\/arbeitsstellen\/katastrophenforschung\/forschung\/forschungsprojekte\/gefluechtete\/index.html\">KatFlucht<\/a>, ab Oktober 2018 dann im Projekt <a href=\"http:\/\/www.wake-project.eu\">WAKE<\/a> die Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlings\u00adsituation 2015\/16 durch den deutschen und europ\u00e4ischen Zivil- und Katastrophenschutz. Dass es keine sieben Jahre sp\u00e4ter wieder dazu kommen sollte, dass wir es in Europa mit massiven Fl\u00fcchtlingsbewegungen zu tun haben, war nicht absehbar. In den (sozialen) Medien werden zunehmend Referenzen zum <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/flucht-aus-der-ukraine-erinnert-an-1945-nicht-2015-berlin-oeffnet-arme-und-herzen-und-das-tor-zur-eigenen-geschichte\/28127578.html\">Ende des Zweiten Weltkriegs<\/a> oder zu <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article234728363\/Ukraine-Was-anders-ist-als-in-der-Fluechtlingskrise-2015.html\">2015\/16<\/a> hergestellt. Das <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/news\/press\/2022\/3\/62206a824\/news-comment-1-million-refugees-fled-ukraine-week.html\">UNHCR<\/a> spricht von einem Exodus, wie er nur \u00e4u\u00dferst selten vorkommt. Mittlerweile stuft das UNHCR die Situation in der Ukraine als <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/ukraine-emergency.html\">\u201eLevel 3 emergency\u201c<\/a> und damit als h\u00f6chste Kategorie ein. Bis zum 28.03.2022 wurden vom <a href=\"https:\/\/data2.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine\">UNHCR<\/a> 3.901.713 Fl\u00fcchtlinge erfasst; daneben gibt es eine fast doppelt so gro\u00dfe Zahl intern Vertriebener in der Ukraine. Unser Analysefokus liegt auf der Bew\u00e4ltigung der Situation durch staatliche und nicht-staatliche Akteure, insbesondere des Zivil- und Katastrophenschutzes: Wir beobachten gegenw\u00e4rtig sowohl sehr \u00e4hnliche als auch ganz andere Bew\u00e4ltigungsformen wie 2015\/16.<\/p>\n\n\n\n<p>Strukturen, Lernerfahrungen und Verfahren aus der Fl\u00fcchtlingssituation 2015\/16 sind 2022 noch vielfach vorhanden beziehungsweise k\u00f6nnen reaktiviert werden. Die staatlichen Aufnahmestrukturen sind daher grunds\u00e4tzlich besser aufgestellt als 2015\/16, dies ist auch f\u00fcr die Hilfsorganisationen zutreffend. Zugleich muss jedoch auch konstatiert werden, dass seit 2015\/16 viele Strukturen wieder abgebaut und <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-30982\">Lernerfahrungen zum Teil nur sehr eingeschr\u00e4nkt dokumentiert wurden<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<!--more \u21d2 Continue Reading-->\n<!--noteaser-->\n\n\n\n<p><em>Von Cordula Dittmer und Daniel F. Lorenz<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stand 29.03.2022, 14:00 Uhr<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45067\">http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45067<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aufgrund der sich mittlerweile sehr dynamisch entwickelnden Lage haben wir uns entschlossen, unsere Beitr\u00e4ge vom <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/18\">05.03.2022<\/a> und <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/20\">11.03.2022<\/a> upzudaten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/files\/2022\/03\/photo_2022-03-24_20-21-57-1200x900.jpg\" alt=\"1. Update Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fl\u00fcchtlingssituationen 2022 und 2015\/16 \u2013 einige situative Beobachtungen und Thesen aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung\" \/><figcaption>Refugee arrival, Berlin Central Station (\u00a9 Daniel F. Lorenz)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit dem Sommer 2015 untersuchten wir an der <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/kfs\">KFS<\/a> zun\u00e4chst im Schwerpunkt <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/ethnologie\/forschung\/arbeitsstellen\/katastrophenforschung\/forschung\/forschungsprojekte\/gefluechtete\/index.html\">KatFlucht<\/a>, ab Oktober 2018 dann im Projekt <a href=\"http:\/\/www.wake-project.eu\">WAKE<\/a> die Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlings\u00adsituation 2015\/16 durch den deutschen und europ\u00e4ischen Zivil- und Katastrophenschutz. Dass es keine sieben Jahre sp\u00e4ter wieder dazu kommen sollte, dass wir es in Europa mit massiven Fl\u00fcchtlingsbewegungen zu tun haben, war nicht absehbar. In den (sozialen) Medien werden zunehmend Referenzen zum <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/flucht-aus-der-ukraine-erinnert-an-1945-nicht-2015-berlin-oeffnet-arme-und-herzen-und-das-tor-zur-eigenen-geschichte\/28127578.html\">Ende des Zweiten Weltkriegs<\/a> oder zu <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article234728363\/Ukraine-Was-anders-ist-als-in-der-Fluechtlingskrise-2015.html\">2015\/16<\/a> hergestellt. Das <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/news\/press\/2022\/3\/62206a824\/news-comment-1-million-refugees-fled-ukraine-week.html\">UNHCR<\/a> spricht von einem Exodus, wie er nur \u00e4u\u00dferst selten vorkommt. Mittlerweile stuft das UNHCR die Situation in der Ukraine als <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/ukraine-emergency.html\">\u201eLevel 3 emergency\u201c<\/a> und damit als h\u00f6chste Kategorie ein. Bis zum 28.03.2022 wurden vom <a href=\"https:\/\/data2.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine\">UNHCR<\/a> 3.901.713 Fl\u00fcchtlinge erfasst; daneben gibt es eine fast doppelt so gro\u00dfe Zahl intern Vertriebener in der Ukraine. Unser Analysefokus liegt auf der Bew\u00e4ltigung der Situation durch staatliche und nicht-staatliche Akteure, insbesondere des Zivil- und Katastrophenschutzes: Wir beobachten gegenw\u00e4rtig sowohl sehr \u00e4hnliche als auch ganz andere Bew\u00e4ltigungsformen wie 2015\/16.<\/p>\n\n\n\n<p>Strukturen, Lernerfahrungen und Verfahren aus der Fl\u00fcchtlingssituation 2015\/16 sind 2022 noch vielfach vorhanden beziehungsweise k\u00f6nnen reaktiviert werden. Die staatlichen Aufnahmestrukturen sind daher grunds\u00e4tzlich besser aufgestellt als 2015\/16, dies ist auch f\u00fcr die Hilfsorganisationen zutreffend. Zugleich muss jedoch auch konstatiert werden, dass seit 2015\/16 viele Strukturen wieder abgebaut und <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-30982\">Lernerfahrungen zum Teil nur sehr eingeschr\u00e4nkt dokumentiert wurden<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben daher aus der Perspektive der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung hier erste Thesen v. a. bezogen auf Deutschland zusammengestellt, mit denen wir Denkanst\u00f6\u00dfe dazu liefern wollen, wo es Gemeinsamkeiten gibt, wo Unterschiede und wo auch Weiterentwicklungen des Feldes des Zivil- und Katastrophenschutzes von 2015\/16 bis heute stattgefunden haben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Migrationsdynamiken (Versorgung und Transport)<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Deutschland ist anders als 2015\/16 gegenw\u00e4rtig nicht das prim\u00e4re Fluchtziel, sondern die meisten Fl\u00fcchtlinge verbleiben noch in den Nachbarl\u00e4ndern der Ukraine wie Polen, Moldau oder der Slowakei. Dies k\u00f6nnte sich jedoch bei einer weiteren Eskalation des Krieges oder nicht mehr zu bew\u00e4ltigenden Fl\u00fcchtlingszahlen in diesen L\u00e4ndern \u00e4ndern. Auch in Deutschland steigen die Fl\u00fcchtlingszahlen stark an und machen zunehmend den R\u00fcckgriff auf Ressourcen des Zivil- und Katastrophenschutzes notwendig, um tempor\u00e4re Unterbringungsm\u00f6glichkeiten zu schaffen oder die Grundversorgung sicherzustellen.<\/li><li>Ukrainer*innen -\u2013 dies gilt wohlgemerkt nur f\u00fcr Personen mit einem ukrainischen Pass und nicht unbedingt f\u00fcr Personen anderer Nationalit\u00e4t \u2013 k\u00f6nnen visumsfrei in die Bundesrepublik Deutschland einreisen. Im Gegensatz zu 2015\/16 spielen daher asylrechtliche Fragen keine unmittelbare Rolle und Grenzregime, vor allem die deutschen Au\u00dfengrenzen (erinnert sei hier beispielsweise an die dramatischen Szenen an der slowenisch-\u00f6sterreichischen oder deutsch-\u00f6sterreichischen Grenze), ebenfalls nicht. Aufgrund der wechselnden Fluchtrouten, die sich an die dynamischen Grenzregime anpassten, war 2015\/16 die notwendige Versorgung der Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr die Akteure des Zivil- und Katastrophenschutzes bzw. der humanit\u00e4ren Nothilfe auf der gesamten Balkanroute eine zus\u00e4tzliche Herausforderung. Auch dies bleibt gegenw\u00e4rtig \u2013 abgesehen von Transitorten in Anrainerstaaten der Ukraine \u2013 aus, da die Transportwege relativ klar sind und die Menschen sich mit eigenen Fahrzeugen oder mit Z\u00fcgen fortbewegen und zumindest nach Verlassen der Ukraine nicht zu Fu\u00df unterwegs sind.<\/li><li>Dies hat zudem weitreichende transportlogistische Konsequenzen: So waren beispielsweise lange Zeit keine innerdeutsche Verteilung der Fl\u00fcchtlinge nach dem in Asylverfahren und auch 2015\/16 genutzten K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel sowie entsprechende Koordinierungsstellen (KoSt-FV) f\u00fcr Z\u00fcge und Busse erforderlich (siehe hierzu <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2509-9485-2020-1-3\/zivil-und-katastrophenschutz-und-humanitaere-hilfe-in-der-bewaeltigung-der-fluechtlingssituation-2015-16-in-deutschland-jahrgang-4-2020-heft-1\">Dittmer\/Lorenz 2020)<\/a>, sondern die Fl\u00fcchtlinge konnten sich, auch durch die Unterst\u00fctzung der Deutschen Bahn, selbst \u00fcber das Land verteilen. Da die Mehrzahl der Fl\u00fcchtlinge in Deutschland allerdings in Berlin ankam, wurden die Forderungen nach einer <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2022-03\/04\/giffey-fordert-bundesweite-verteilung-der-ukraine-fluechtlinge\">bundesweiten Verteilung<\/a> lauter. Mittlerweile wurde in Hannover ein <a href=\"https:\/\/twitter.com\/drk_nordwalde\/status\/1501943909194162184?s=28\">Drehkreuz<\/a> eingerichtet, um eine Verteilung der Fl\u00fcchtlinge in die Bundesl\u00e4nder besser vornehmen zu k\u00f6nnen. Hierzu wurden auch auf dem Messegel\u00e4nde Einrichtungen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/drk_nordwalde\/status\/1501943909194162184?s=28\">durch das DRK<\/a> in Betrieb genommen. Ein weiteres Drehkreuz wurde in <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/studiocottbus\/panorama\/2022\/03\/cottbus-drehkreuz-ukraine-gefluechtete-erste-bilanz-positiv.html\">Cottbus<\/a> etabliert. Besondere bundesweite Aufmerksamkeit erf\u00e4hrt jedoch das am ehemaligen Flughafen Tegel eingerichtete <a href=\"https:\/\/taz.de\/Neues-Ankunftszentrum-fuer-Gefluechtete\/!5841030\/\">Drehkreuz<\/a> (siehe dazu auch weiter unten). Wurde zun\u00e4chst noch darauf gehofft, dass die Verteilung der Fl\u00fcchtenden ohne staatliche Lenkung funktioniert, werden nun Menschen, die sich in Deutschland offiziell registrieren, nun doch auf andere (Bundes-)L\u00e4nder verteilt. Gegenw\u00e4rtig bedeutet das, dass <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LAF_Berlin\/status\/1502227851235323907?t=uvlrioYaramUPHC69amIEg&amp;s=09\">keine Fl\u00fcchtlinge<\/a> mehr in Berlin bleiben k\u00f6nnen, die sich registrieren, da Berlin gem\u00e4\u00df K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel nur f\u00fcr 5% aller Fl\u00fcchtlinge zust\u00e4ndig ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Asyl- und aufenthaltsrechtliche Aspekte<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Anders als 2015\/16 besteht weitgehende Einigkeit der EU-Mitgliedstaaten, was die Reaktion auf die Fluchtbewegung angeht. Dies erm\u00f6glichte es u. a., dass am 3. M\u00e4rz 2022 erstmalig die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/dir\/2001\/55\/oj\">Massenzustromrichtlinie der EU<\/a> in Kraft gesetzt wurde. Diese hat in Deutschland einen g\u00e4nzlich anderen Status der Fl\u00fcchtlinge als 2015\/16 zur Folge: War 2015\/16 f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge ein Aufenthalt in Deutschland nur unter Antrag auf besonderen Schutz in Form von Fl\u00fcchtlingsschutz gem\u00e4\u00df Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention, Asyl oder subsidi\u00e4ren Schutz gem\u00e4\u00df Asylrecht m\u00f6glich, k\u00f6nnen sich Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine zun\u00e4chst 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten und danach einen Antrag auf tempor\u00e4ren Schutz auf Basis des Aufenthaltsgesetzes sowie der Massenzustromrichtlinie stellen. Der R\u00fcckgriff auf die Massenzustromrichtlinie entlastet insbesondere die <a href=\"https:\/\/blog.fluchtforschung.net\/ruckkehr-zur-fluchtlingspolitik-des-kalten-krieges-vom-universalen-schutz-zur-re-politisierung\/\">Asylsysteme in den osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern<\/a>, die einem derartigen Aufwuchs vermutlich nicht gewachsen w\u00e4ren und erleichtert die Integration in die weiteren gesellschaftlichen Systeme (Unterkunft, Bildung, Arbeitsmarkt usw.). 2015\/16 mussten f\u00fcr die unmittelbar notwendige Erstregistrierung gesonderte Einrichtungen geschaffen werden, wie z. B. die <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2509-9485-2020-1-3\/zivil-und-katastrophenschutz-und-humanitaere-hilfe-in-der-bewaeltigung-der-fluechtlingssituation-2015-16-in-deutschland-jahrgang-4-2020-heft-1\">Warter\u00e4ume in Feldkirchen und Erding<\/a>, die auch mit der Unterst\u00fctzung der Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes, der Bundeswehr und dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) errichtet und betrieben wurden. Zwar ist gegenw\u00e4rtig die Registrierung aufenthaltsrechtlich nicht unmittelbar notwendig, eine Registrierung aber sehr wohl f\u00fcr die Inanspruchnahme von Leistungen erforderlich, sodass sich auch hier Flaschenh\u00e4lse bei der Registrierung abzeichnen. Daher wurde am Flughafen Tegel ein <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/berlin-tegel-txl-flughafen-ankunftszentrum-giffey-eroeffnung.html\">Ankunftszentrum<\/a> auch zur Registrierung sowie zur anschlie\u00dfenden Verteilung auf die Bundesl\u00e4nder eingerichtet. Bei der Registrierung unterst\u00fctzen Angeh\u00f6rige der <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/inneres\/presse\/pressemitteilungen\/2022\/pressemitteilung.1186924.php\">Bundeswehr<\/a> und des <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/gefluechtete-aufnahme-101.html\">BAMF<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Zivilgesellschaftliche\/spontane Hilfe und gesamtgesellschaftliche Akzeptanz<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Hilfe aus der Bev\u00f6lkerung scheint heute \u00e4hnlich gro\u00df wie 2015\/16. Auch wenn damals schon die Hilfe aus der Zivilgesellschaft vielfach hochprofessionell agierte, l\u00e4sst sich heute eine weitergehende Professionalisierung beobachten. Zugleich zeigt sich aber auch wie 2015\/16, dass die hohe Bereitschaft zu <a href=\"https:\/\/www.drk.de\/presse\/pressemitteilungen\/meldung\/drk-spenden-fuer-wirkungsvolle-humanitaere-hilfe-fuer-die-ukraine\/\">Sachspenden organisationale Strukturen<\/a> (auch von Organisationen des Bev\u00f6lkerungsschutzes) mitunter kapazitiv \u00fcberfordert. Wie sich die zivilgesellschaftliche Hilfe weiterentwickeln wird, h\u00e4ngt auch entscheidend davon, ab welche staatlichen Hilfsangebote existieren bzw. etabliert werden. Jetzt, da sich abzeichnet, dass Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes mit ihren ehrenamtlichen Strukturenhinzukommen, k\u00f6nnte es zu <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/berliner-senat-braucht-weniger-ehrenamtliche-fluechtlingshelfer-li.219148\">Konflikten und \u201eKompetenzgerangel\u201c<\/a> f\u00fchren, da sich hier sehr unterschiedliche Organisationslogiken z. T. widersprechen wie 2015\/16.<\/li><li>Auch wenn es sich 2015\/16 wie heute um Kriegsfl\u00fcchtlinge handelt, scheint es gegenw\u00e4rtig eine geringere gesamtgesellschaftliche Polarisierung hinsichtlich ihrer Aufnahme zu geben. W\u00e4hrend 2015\/16 die die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen notwendig machende <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2509-9485-2020-1-3\/zivil-und-katastrophenschutz-und-humanitaere-hilfe-in-der-bewaeltigung-der-fluechtlingssituation-2015-16-in-deutschland-jahrgang-4-2020-heft-1\">humanit\u00e4re Notlage<\/a> von politischen Akteuren unterschiedlich bewertet wurde, scheint es gegenw\u00e4rtig (noch) einen deutlich gr\u00f6\u00dferen politischen Konsens zu geben. Als Gr\u00fcnde k\u00f6nnen unter anderem angenommen werden, dass muslimfeindliche Ressentiments und Rassismen in der Gesellschaft in der aktuellen Lage weniger anschlussf\u00e4hig sind, <a href=\"https:\/\/www.jetzt.de\/politik\/interview-haben-wir-eine-doppelmoral-wenn-es-um-krisengebiete-geht\">der Krieg in Europa stattfindet und zugleich als Angriff auf Europa und seine politische Ordnung gewertet wird<\/a>. Dass v. a. Frauen und Kinder \u2013 und damit traditionell als Opfer und vulnerable Gruppe definierte Menschen \u2013 fliehen resp. die Ukraine verlassen k\u00f6nnen, erleichtert zus\u00e4tzlich die Empathie und best\u00e4tigt damit auch zugleich bestehende Geschlechterstereotype kriegerischer Auseinandersetzungen sowie <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/9783845291307-61\/all-refugees-are-vulnerable-vulnerabilitaet-konflikte-und-katastrophen-im-spiegel-postkolonialer-theorie?page=1\">mediale Darstellungen \u201evulnerabler Fl\u00fcchtlinge\u201c<\/a>. Allerdings liegen vielfach wenig bis keine Konzepte vor, wie man vulnerable Gruppen in den Notunterk\u00fcnften und Verteilzentren oder in der privaten Aufnahme <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/gefluechtete-aus-der-ukraine-sind-die-frauen-in-massenunterkuenften-gut-genug-geschuetzt-a-af648873-1885-429f-b78d-857f64557a46\">besonders sch\u00fctzen<\/a> k\u00f6nnte. Dies ist erstaunlich, da dieselbe Problematik bereits 2015\/16 aufkam und umfassend problematisiert wurde. Hier wurden insbesondere die Fragen nach der Einf\u00fchrung von SPHERE-Standards f\u00fcr den europ\u00e4ischen Kontext oder die Schaffung von child-friendly-spaces <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-30982\">diskutiert<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Bedeutung des Zivilschutzes<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fluchtbewegungen aus dem Osten aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen waren nach dem Zweiten Weltkrieg zumindest bis zum Zusammenbruch des Ostblocks ein bedeutendes Szenario des deutschen Zivilschutzes: Erinnert sei hier an die Fluchtbewegungen nach der Gr\u00fcndung der beiden deutschen Staaten von 1949-1955, nach 1989 im Zuge der Grenz\u00f6ffnungen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus der DDR sowie im Kontext der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2509-9485-2020-1-3\/zivil-und-katastrophenschutz-und-humanitaere-hilfe-in-der-bewaeltigung-der-fluechtlingssituation-2015-16-in-deutschland-jahrgang-4-2020-heft-1\">(Dittmer\/Lorenz 2020)<\/a>. Entsprechende Planungen und Ressourcen wie z. B. der DRK-Hilfszug gerieten jedoch \u2013 wie der Zivilschutz generell \u2013 zumindest bis 2015\/16 fast g\u00e4nzlich aus dem Blick, mit der Folge, dass 2015\/16 kaum noch entsprechendes Wissen vorhanden war. Einiges wurde f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlingssituation 2015\/16 wieder reaktiviert und als Folge z. B. gr\u00f6\u00dfere Betreuungskonzepte f\u00fcr zuk\u00fcnftige humanit\u00e4re Notlagen wie das <a href=\"https:\/\/www.bbk.bund.de\/DE\/Themen\/Gesundheitlicher-Bevoelkerungsschutz\/Betreuungsdienst\/Pilotprojekt-Labor-Betreuung-5000\/pilotprojekt-labor-betreuung-5000_node.html\">Labor 5000<\/a> auf den Weg gebracht. Aktuell werden von Akteuren des Zivil- und Katastrophenschutzes insbesondere im Zusammenhang mit dem Labor 5000 vermehrt <a href=\"https:\/\/www-drk-de.cdn.ampproject.org\/c\/s\/www.drk.de\/amp\/pressemitteilungen\/meldung\/presseeinladung-fuer-den-24-maerz-in-berlin-tegel-wie-gut-ist-der-zivilschutz-aufgestellt\/\">Bez\u00fcge zum Zivilschutz<\/a> hergestellt, da die gegenw\u00e4rtige Lage die <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zivilschutz-deutschland-100.html\">Notwendigkeiten und Defizite<\/a> hier sehr deutlich macht.<\/li><li>\u00dcber das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum (GMLZ) des Bundes und der L\u00e4nder beim BBK werden vielfach basierend auf dem Union Civil Protection Mechanism (UCPM) Hilfsangebote koordiniert und Verlegungen von ukrainischen Patient*innen auf Basis des sogenannten Kleeblattkonzeptes organisiert. So wurden Stromgeneratoren, Zivilschutzausstattung und medizinische G\u00fcter nach Polen sowie Tragkraftspritzen zur Brandbek\u00e4mpfung in die Ukraine geliefert.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Situation in Berlin<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im Auftrag des Berliner Krisenstabs \u00fcbernahmen Hilfsorganisationen die Koordination der Fl\u00fcchtlingsankunft an <a href=\"https:\/\/www.malteser-berlin.de\/news-detailansicht\/news\/ukraine-hilfe-berliner-malteser-koordinieren-hilfe-bei-ankunft-am-zob.html\">Busbahnh\u00f6fen<\/a>, die zuvor noch haupts\u00e4chlich \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2022-03\/ukraine-gefluechtete-berlin-hauptbahnhof-freiwillige\">spontane Helfende bzw. organisierte Freiwillige<\/a> geleistet wurde. An anderen Orten, wie beispielsweise dem Berliner Hauptbahnhof, erg\u00e4nzten Hilfsorganisationen die spontane Hilfe zun\u00e4chst nach Amtshilfeersuchen mit <a href=\"https:\/\/www.asb.de\/news\/krieg-der-ukraine-asb-startet-nothilfe\">medizinischer Notversorgung.<\/a> Da die spontane Hilfe am Berliner Hauptbahnhof r\u00e4umlich und personell zunehmend an ihre Grenzen kommt, wurde vor dem Bahnhof ein \u2013 bereits jetzt schon zu kleines \u2013 Willkommenszelt errichtet und eine <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/berlin-gefluechtete-tegel-unterkuenfte-broemme.html\">gemeinsame Einsatzleitung aus Polizei und Feuerwehr<\/a> versucht seit dem 09.03.2022 die Lage zu strukturieren und die Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Es wurde dennoch unter anderem in den sozialen Medien kritisiert, dass vor allem in der Stadt Berlin die professionelle Hilfe und vor allem die dazu notwendige Unterst\u00fctzung durch den Bev\u00f6lkerungsschutz zu sp\u00e4t angelaufen ist.<\/li><li>Da bis zu 15.000 Fl\u00fcchtlinge t\u00e4glich in Berlin ankommen und gegenw\u00e4rtig nur begrenzt im Bundesgebiet weiter verteilt werden, wurden schnell Notunterbringungsma\u00dfnahmen erforderlich. So wurde durch 150 Einsatzkr\u00e4fte des THW am Erstaufnahmezentrum in Reinickendorf eine Zeltstadt errichtet und unter anderem mit Material des BBK und DRK ausgestattet. Am ehemaligen Flughafen Tegel entstand unter der Leitung des DRK in Kooperation mit allen anderen registrierten Hilfsorganisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes (Johanniter-Unfall-Hilfe, Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) ein neues <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/berlin-gefluechtete-tegel-unterkuenfte-broemme.html\">Ankunfts- und Verteilzentrum<\/a> f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, das bis zu 3.000 Fl\u00fcchtlinge aufnehmen und 10.000 Fl\u00fcchtlinge am Tag verteilen soll. Die Einrichtungen in Tegel wurden um Komponenten des ersten Moduls der <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/zivilschutz-drk-faeser-tegel-labor-5000-zeltstadt-krisen.html\">Zivilschutzreserve des Bundes (Labor-Betreuung 5000)<\/a> erg\u00e4nzt. Zudem k\u00f6nnen an der <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/charlottenburg-wilmersdorf\/article234769133\/Messe-soll-Notquartier-fuer-bis-zu-2500-Menschen-werden.html\">Berliner Messe<\/a> in der ehemaligen Corona-Notfallklinik des Landes bis zu 2.500 Fl\u00fcchtlinge untergebracht werden. Es entstehen <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/berlin-gefluechtete-tegel-unterkuenfte-broemme.html\">weitere neue Unterk\u00fcnfte in<\/a> verschiedenen Berliner Bezirken. Auch in anderen St\u00e4dten wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/twitter.com\/feuerwehrffm\/status\/1502017166476029956?t=oDGBl1kKSETcJKFaa2K_4A&amp;s=09\">Frankfurt am Main<\/a> werden durch Freiwillige Feuerwehren und das DRK Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge errichtet. Es zeichnet sich ab, dass die Unterk\u00fcnfte vielfach in Form von gemeinn\u00fctzigen GmbHs betrieben werden und hierzu hauptamtliches Personal eingestellt wird.<\/li><li>Durch die schnelle \u00c4nderung der Lage zeichnete sich auch ein Personalengpass in Berlin ab. Ein Amtshilfegesuch Berlins an die Bundeswehr zur Unterst\u00fctzung beim Landesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsangelegenheiten wurde zun\u00e4chst mit Verweis auf die eigentlichen Aufgaben der Bundeswehr sowie dem Vorhandensein des Bev\u00f6lkerungsschutzes <a href=\"https:\/\/m.tagesspiegel.de\/berlin\/hilferuf-aus-der-hauptstadt-wie-berlin-mit-der-hohen-zahl-der-kriegsfluechtlinge-umgeht\/28151974.html\">medial kritisiert<\/a> und dann zun\u00e4chst negativ beschieden. Mittlerweile sind jedoch ca. 80 Bundeswehrsoldat*innen im Ankunftszentrum in Tegel eingesetzt, eine <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/thema\/Ukraine\/beitraege\/berlin-antrag-verlaengerung-bundeswehr-ankunftszentrum-tegel.html\">Verl\u00e4ngerung dieses Einsatzes<\/a> wird bereits gefordert.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Feststellung des Katastrophenfalls<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Aufgrund der weiterhin un\u00fcbersichtlichen Lage wird in Berlin \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2509-9485-2020-1-3\/zivil-und-katastrophenschutz-und-humanitaere-hilfe-in-der-bewaeltigung-der-fluechtlingssituation-2015-16-in-deutschland-jahrgang-4-2020-heft-1\">wie schon in den 1950er Jahren und 2015<\/a> \u2013 die <a href=\"https:\/\/m.tagesspiegel.de\/berlin\/hilferuf-aus-der-hauptstadt-wie-berlin-mit-der-hohen-zahl-der-kriegsfluechtlinge-umgeht\/28151974.html\">M\u00f6glichkeit der Feststellung des Katastrophenfall<\/a>s angesichts der gro\u00dfen Fl\u00fcchtlingszahlen diskutiert und z. T.&nbsp; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/manuelmBerlin\/status\/1501842652685340674\">gefordert<\/a>. Ob es sich wirklich um die Forderung nach einer Ausl\u00f6sung des Katastrophenalarms nach dem <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/jlr-KatSchGBE2021rahmen\">Gesetz \u00fcber den Katastrophenschutz im Land Berlin<\/a> oder nicht vielmehr um die Feststellung einer Gro\u00dfschadenslage handelt, ist gegenw\u00e4rtig unklar.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Gleichzeitig wird <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BorisMichalows1\/status\/1502039856767279112\">kritisiert<\/a>, dass Einsatzkr\u00e4fte des THW freigestellt werden w\u00fcrden, ehrenamtliche Einsatzkr\u00e4fte der Hilfsorganisationen jedoch erst auf Nachfrage und lediglich f\u00fcr Einzelauftr\u00e4ge. In Bayern erweiterte man hingegen bereits den seit Anfang November 2021 festgestellten <a href=\"https:\/\/www.verkuendung-bayern.de\/baymbl\/2022-168\/\">Katastrophenfall aufgrund der Corona-Pandemie um die Ukraine-Krise<\/a>. In einzelnen St\u00e4dten wie Baden-Baden richtete man bereits vorsorglich einen <a href=\"https:\/\/bnn.de\/mittelbaden\/baden-baden\/ukraine-krieg-fluechtlinge-asyl-zweiter-weltkrieg-katastrophenfall\">Katastrophenstab<\/a> ein und bereitet sich auf die Ausrufung des Katastrophenfalls vor.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Internationale Dimension\/Aspekte der humanit\u00e4ren Hilfe<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Deutsche Organisation des Bev\u00f6lkerungsschutzes, UN-Organisationen sowie internationale humanit\u00e4re Organisationen sind im Rahmen der humanit\u00e4ren (Auslands-)Hilfe gegenw\u00e4rtig in <a href=\"https:\/\/www.asb.de\/news\/krieg-der-ukraine-asb-startet-nothilfe\">Nachbarl\u00e4ndern der Ukraine<\/a> sowie der Ukraine selbst aktiv wie 2015\/16 in Griechenland oder entlang der Balkanroute. Im Gegensatz zu 2015\/16, das stark von politischen Auseinandersetzungen zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gepr\u00e4gt war, scheint es gegenw\u00e4rtig eine gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung zwischen den humanit\u00e4ren und politischen Mandaten zu geben, was die Arbeit der Organisationen daher stark erleichtern d\u00fcrfte. Bereits 2015\/16 wurde allerdings kritisch hinterfragt, <a href=\"https:\/\/jhumanitarianaction.springeropen.com\/articles\/10.1186\/s41018-021-00095-7\">ob Europa mit seinen zahlungskr\u00e4ftigen Institutionen ein Bet\u00e4tigungsfeld dieser Organisationen sein sollte <\/a>oder diese sich nicht viel mehr auf andere Weltregionen fokussieren sollten, in denen staatliche Akteure \u00fcber deutlich weniger Mittel verf\u00fcgen. Dieser Punkt wird auch gegenw\u00e4rtig <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jfcrisp\/status\/1501292021633355777?s=28\">diskutiert<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Blick in die Zukunft<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es sind weitere Eins\u00e4tze des Zivil- und Katastrophenschutzes denkbar, die stark davon abh\u00e4ngen, wie sich der weitere Kriegsverlauf entwickeln wird: Grunds\u00e4tzlich wird interessant sein, ob und in welchem Umfang f\u00fcr die Unterbringung, Verteilung oder Versorgung von Fl\u00fcchtlingen fl\u00e4chendeckend auf Ressourcen des Zivil- und Katastrophenschutzes zur\u00fcckgegriffen wird. Dies muss nicht zwangsl\u00e4ufig allein aus der Notwendigkeit heraus geschehen, es k\u00f6nnte jedoch auch eine gute M\u00f6glichkeit bieten, einzelne Komponenten in den Einsatz zu bringen und zu real erproben.<\/li><li>Vor dem Hintergrund der in Folge der Fl\u00fcchtlingslage 2015\/16 begonnenen Diskussionsprozesse, die durch j\u00fcngere Ereignisse wie die Pandemie und die Flutereignisse 2021 verst\u00e4rkt wurden, ist damit zu rechnen, dass die gegenw\u00e4rtige Fl\u00fcchtlingssituation in Verbindung mit der Aktualit\u00e4t eines klassischen Angriffskrieges in unmittelbarer geographischer N\u00e4he Fragen zur Ausrichtung und Ausstattung des Zivilschutzes sowie eine Neuausrichtung des Zivil- und Katastrophenschutzes aufwerfen und aktualisieren werden, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/zivilschutz-123.html\">die z. T. bereits begonnen wurden<\/a>. Die Betreuung und Versorgung von Menschen, die \u00fcber k\u00fcrzere oder l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume nicht mehr in ihre Heimat zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen, d\u00fcrfte hierbei nur ein Punkt von vielen sein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Mitte Juni 2021 wurde die Kategorie \u201eGro\u00dfschadenslage\u201c neu in das Berliner Katastrophenschutzgesetz aufgenommen, um fr\u00fchzeitig insb. \u00fcbergeordnete F\u00fchrungsstrukturen zu etablieren, wenn auch die Voraussetzungen einer Katastrophe noch nicht gegeben sind, es aber entsprechend <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;ved=2ahUKEwi-_NO3hb72AhVIQvEDHSSvARcQFnoECDcQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.parlament-berlin.de%2Fados%2F18%2FIIIPlen%2Fvorgang%2Fd18-3507.pdf&amp;usg=AOvVaw0eQT6O2Q61jA1f69ADKxRA\">erh\u00f6hten Koordinierungsbedarf<\/a> gibt, der deutlich \u00fcber dem Management von Alltagsgefahren liegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Cordula Dittmer und Daniel F. Lorenz Stand 29.03.2022, 14:00 Uhr http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45067 Aufgrund der sich mittlerweile sehr dynamisch entwickelnden Lage haben wir uns entschlossen, unsere Beitr\u00e4ge vom 05.03.2022 und 11.03.2022 upzudaten. Seit dem Sommer 2015 untersuchten wir an der KFS zun\u00e4chst im Schwerpunkt KatFlucht, ab Oktober 2018 dann im Projekt WAKE die Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlings\u00adsituation &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/33\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;2. 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