{"id":515,"date":"2024-09-10T14:55:42","date_gmt":"2024-09-10T12:55:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/?p=515"},"modified":"2024-11-05T13:38:38","modified_gmt":"2024-11-05T12:38:38","slug":"das-dispositivkonzept-als-analytisches-werkzeug-in-der-sozialwissenschaftlichen-krisen-und-katastrophenforschung-perspektiven-und-potenziale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/515","title":{"rendered":"Das Dispositivkonzept als analytisches Werkzeug in der sozialwissenschaftlichen Krisen- und Katastrophenforschung: Perspektiven und Potenziale"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Leonie Reuter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>10. September, 2024<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45160\">http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45160<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Theoretische Konzepte sind f\u00fcr die Sozialwissenschaften wichtige Werkzeuge, um komplexe Ph\u00e4nomene zu verstehen. Als Denkheuristik k\u00f6nnen sie helfen, Beobachtungen zu filtern und zu systematisieren, den Fokus zu sch\u00e4rfen und f\u00fcr bestimmte Ph\u00e4nomene zu sensibilisieren, Fragestellungen und Thesen zu formulieren und in tendenziell chaotischen Realit\u00e4ten Zusammenh\u00e4nge sichtbar zu machen. Sie bieten einen allgemeinen Erkl\u00e4rungsrahmen, der nicht unbedingt an einen bestimmten Forschungsgegenstand gebunden ist, sondern mit verschiedenen empirischen Inhalten gef\u00fcllt werden kann. So erm\u00f6glichen Konzepte nicht zuletzt auch eine Basis f\u00fcr den Vergleich verschiedener Forschungskontexte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Beitrag greift mit Blick auf die sozialwissenschaftliche Krisen- und Katastrophenforschung die Frage auf, inwiefern speziell das Konzept des Dispositivs im Anschluss an Michel Foucault diese Funktionen zu erf\u00fcllen vermag. Welchen Beitrag kann das Dispositivkonzept als analytisches Werkzeug leisten? Es wird argumentiert, dass die Dispositivanalyse in der Krisen- und Katastrophenforschung auf vielversprechende Weise anwendbar ist und dass dieses Potenzial bisher nicht umf\u00e4nglich ausgesch\u00f6pft wurde. Im Folgenden wird zun\u00e4chst das Konzept des Dispositivs erl\u00e4utert. Anschlie\u00dfend gilt es zu zeigen, welche einschl\u00e4gigen Anschlussm\u00f6glichkeiten und Frageperspektiven sich f\u00fcr die Krisen- und Katastrophenforschung ergeben, wobei zur Veranschaulichung beispielhaft auf den Umgang mit Hochwasser rekurriert wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Was ist ein Dispositiv?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dispositiv ist ein Begriff, der sich aus dem Franz\u00f6sischen (\u201ele dispositif\u201c) herleitet und ins Deutsche mit <em>Vorrichtung<\/em> oder <em>Apparat<\/em> \u00fcbersetzt werden kann. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wurde der Begriff in den 1970er Jahren von Michel Foucault gepr\u00e4gt und sp\u00e4ter von anderen Theoretiker*innen (u.a. Deleuze 1991; Peltonen 2004; Agamben 2008; Bussolini 2010) aufgegriffen und weitergedacht. Dabei kommt das Dispositiv in der Regel als Erweiterung des breit rezipierten diskurstheoretischen Ansatzes von Foucault zum Einsatz. Der sehr viel bekanntere Diskursbegriff wird hier nicht abgel\u00f6st, sondern durch das Dispositiv erg\u00e4nzt und nach wie vor als zentraler Theoriebaustein vorausgesetzt. <em>Diskurse<\/em> k\u00f6nnen im Anschluss an Foucault (u.a. 1981) weiterhin als abgrenzbare Menge von systematisch zusammenh\u00e4ngenden Aussagen definiert werden, die uns im praktischen Sprach- und Zeichengebrauch gegen\u00fcbertreten, dabei spezifischen Regel-m\u00e4\u00dfigkeiten folgen, Wissen (re-)produzieren und damit machtvoll auf Menschen und ihre Selbst- und Weltverst\u00e4ndnisse einwirken. Eng verkn\u00fcpft mit diesem Diskursverst\u00e4ndnis ist eine bestimmte Vorstellung davon, was eigentlich <em>Wissen<\/em> ist. Wissen wird hier nicht etwa mit einer universellen Wahrheit gleichgesetzt, die sich objektiv aus einer vorg\u00e4ngigen Realit\u00e4t ableiten und dann in Form faktischer Kenntnisse artikulieren l\u00e4sst. Stattdessen gilt Wissen als ein historisches Produkt, das in sozialen \u2013 ma\u00dfgeblich diskursiven \u2013 Prozessen hergestellt, vermittelt und ver\u00e4ndert wird und in seiner jeweils g\u00fcltigen Form das sinnhafte Verstehen und Handeln der Menschen anleitet (Foucault 1981: 259\u2013260; siehe auch Kammler 2020). Auf diesem Verst\u00e4ndnis von Wissen und Diskursen fu\u00dft auch das von Foucault vorgeschlagene und hier anvisierte Dispositivkonzept.<\/p>\n\n\n\n<p>Foucault (1978: 119\u2013120) und daran ankn\u00fcpfend auch andere (u.a. B\u00fchrmann und Schneider 2008, 2012; J\u00e4ger 2001; Keller 2008) beschreiben ein Dispositiv als historisch spezifische Anordnung von verschiedenartigen Elementen, die unter der Ma\u00dfgabe einer geteilten strategischen Ausrichtung zusammenwirken. Die unterschiedlichen Elemente, die als Teile eines Dispositivs in Relation gebracht werden, schlie\u00dfen Diskurse ein, k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus aber auch (nicht-diskursive) soziale Praktiken, materielle Gegenst\u00e4nde, Artefakte und Infrastrukturen sowie Institutionen, Gesetze, Ma\u00dfnahmen, Berufe, usw. umfassen. Dispositive formieren und transformieren sich im Lauf der Zeit und k\u00f6nnen auch wieder verschwinden. Die Anordnung von Elementen innerhalb eines Dispositivs ist also dynamisch und immer raum-zeitlich situiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zentral ist bei Foucault und anderen, dass sich Dispositive nicht zuf\u00e4llig herausbilden, sondern als Folge einer gesellschaftlichen Problematisierung. Foucault (1978: 119\u2013120) spricht auch von Notstand (\u201eurgence\u201c). Angenommen wird also, dass zun\u00e4chst eine Problemlage diskursiviert wird, die dann irgendeine Art von Umgang erfordert. Eine solche Problematisierung kann beispielsweise zum Anlass f\u00fcr die Entstehung neuer Diskurse werden oder f\u00fcr die Adaption von Praktiken, f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Regularien, Ma\u00dfnahmen oder neuer Berufsfelder, f\u00fcr die Verschiebung von Verantwortungsbereichen, f\u00fcr technologische Entwicklungen, f\u00fcr die Produktion bestimmter Gegenst\u00e4nde, f\u00fcr den (Um-)Bau von Infrastrukturen \u2013 kurz: zum Anlass f\u00fcr die Herausbildung der Elemente eines Dispositivs. Obwohl all diese Elemente in ihrer Formierung keinem zentral konzertierten Masterplan folgen, stellen sie jeweils eine Antwort auf die gleiche Problematisierung dar und nehmen eine geteilte strategische Ausrichtung der Probleml\u00f6sung an. Ein Dispositiv kann in diesem Sinn auch als institutionalisierte Art der Problembearbeitung verstanden werden, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie ein bestimmtes (Problem- und L\u00f6sungs-)Wissen voraussetzt und zugleich reproduziert. Dieses in einem Dispositiv und seinen verschiedenartigen Elementen eingeschriebene Wissen wird zu einem konstitutiven Merkmal \u2013 es stellt eine Art \u201aDNA\u2018 des Dispositivs dar. So geht es mit dem Dispositivbegriff nicht l\u00e4nger nur darum, welches Wissen in <em>Diskursen<\/em>, also im Sprachgebrauch und anderen zeichenhaften Ausdr\u00fccken (re-)produziert wird. Vielmehr r\u00fcckt in den Fokus, wie sich Wissen in ganzen Ensembles von Institutionen, Praktiken und Materialit\u00e4ten einschreibt und welche Machtwirkungen davon ausgehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie<\/em> genau Dispositive wirken, ist niemals plan- oder absehbar, sondern kann nur retrospektiv (z.B. in Forschungsprojekten) aufwendig und partiell rekonstruiert werden. Dabei m\u00fcssen die Wirkungen, die von einem Dispositiv ausgehen, nicht zwangsl\u00e4ufig zu einer Probleml\u00f6sung beitragen. Sie k\u00f6nnen die urspr\u00fcnglich identifizierte Problemlage auch versch\u00e4rfen oder zu ganz anderen nicht-intendierten Nebenfolgen f\u00fchren. Ob intendiert oder nicht: Dispositive strukturieren das Deuten und Handeln von Menschen in bestimmten Praxisfeldern. Sie wirken machtvoll in dem produktiven Sinn, dass sie Seins- und Handlungsweisen nicht nur beschr\u00e4nken, sondern auch hervorbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl es sich bei der Formierung von Dispositiven um keinen zentral gesteuerten, sondern einen kollektiven, mehr oder weniger koordinierten Prozess handelt, ist er nicht unabh\u00e4ngig von bestehenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen. Unterschiedliche Interessen und ungleiche Einflussm\u00f6glichkeiten k\u00f6nnen sich in Dispositiven und ihren Elementen niederschlagen und damit vorherrschende Asymmetrien verstetigen. Grunds\u00e4tzlich ist auch denkbar, dass sich parallel mehrere Dispositive herausbilden und fortan koexistieren. Analytisch kann dann differenziert werden zwischen hegemonialen und gegen-hegemonialen Dispositiven (Hartz 2017), die zwar auf die gleiche Problematisierung antworten, sich aber in ihren Problembearbeitungsstrategien unterscheiden und letztlich auch unterschiedliche Wirkungen zeitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst lassen sich Dispositive verstehen als historisch gewachsene, relativ stabile Konfigurationen aus verschiedenen materiellen und immateriellen Elementen, die gekennzeichnet sind durch ihren Problembezug und ihre strategische Ausrichtung, das in ihnen eingeschriebene und reproduzierte Wissen und ihre Machtwirkungen. In diesem oder \u00e4hnlichem Sinn wurde das Dispositivkonzept bisher in verschiedenen Forschungskontexten herangezogen, u.a. als Allianz- und Sexualit\u00e4tsdispositiv (Foucault 1983), Geschlechterdispositiv (B\u00fchrmann 1998), Mobilit\u00e4tsdispositiv (Manderscheid 2017), Stadtplanungsdispositiv (Braun 2014), Energiewendedispositiv (Moss et al. 2016). Auch Ph\u00e4nomene, die sich grunds\u00e4tzlich einer breit ausgelegten Krisen- und Katastrophenforschung zurechnen lie\u00dfen, wurden mithilfe des Dispositivs beleuchtet, so etwa ein Dispositiv der Entwicklungszusammenarbeit (Schritt 2010), ein Dispositiv der \u201aFood Charity\u2018 (M\u00f6ller 2019) sowie ein Dispositiv der Gefl\u00fcchtetenhilfe (Fleischmann und Steinhilper 2017). Au\u00dferdem liegen einige Untersuchungen vor, die Risikomanagementsysteme als Dispositiv analysieren (Huber und Scheytt 2013) bzw. spezifischer ein Dispositiv des Betrugsrisikos (Power 2013) oder ein \u201edispositif of precautionary risk\u201c als Antwort auf Terrorgefahren (Aradau und van Munster 2007; Dean 2010). Dar\u00fcber hinaus ist der R\u00fcckgriff auf das Dispositivkonzept in der Krisen- und Katastrophenforschung allerdings wenig verbreitet und eine systematische Auseinandersetzung mit seinem Nutzen f\u00fcr diesen Forschungsbereich steht noch aus. Vor diesem Hintergrund wird nachfolgend er\u00f6rtert, inwiefern sich das Dispositivkonzept in der Krisen- und Katastrophenforschung anwenden l\u00e4sst. Welche Frageperspektiven ergeben sich aus der theoretischen Linse des Dispositivs? Es gilt zu zeigen, dass eine sozialwissenschaftliche Krisen- und Katastrophenforschung, die sich sowohl f\u00fcr die Deutung und Wahrnehmung von Risiken, Krisen und Katastrophen als auch f\u00fcr gesellschaftliche Pr\u00e4ventions-, Bew\u00e4ltigungs- und Anpassungsweisen interessiert, in besonderem Ma\u00df von einem analytischen Zugang durch das Dispositivkonzept bzw. die Dispositivanalyse profitieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Dispositivkonzept in der Krisen- und Katastrophenforschung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie oben erl\u00e4utert, stehen in der Dispositivanalyse diskursive Prozesse der Problematisierung einer Gefahr, Krise oder Notlage als Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Entstehung eines Dispositivs und\/oder als Treiber f\u00fcr innerdispositive Modifikationen im Mittelpunkt. Damit sind bereits zentrale Kategorien der Krisen- und Katastrophenforschung angesprochen. Im Einklang mit einer konstruktivistischen Krisen- und Katastrophenforschung gilt die Annahme, dass einem Ereignis oder einer Situation der Status einer Krise oder Katastrophe nicht per se inh\u00e4rent ist, sondern dieser in sozialen Prozessen erst zugewiesen wird. Erst diese Deutungs- und Problematisierungsprozesse machen ein Ph\u00e4nomen zur Krise oder Katastrophe und lassen entsprechende Handlungen folgen (z.B. Hilgartner 1992; Hardy und Maguire 2016). Die Konstruktion von etwas als Gefahr, Risiko, Krise oder Katastrophe bzw. die Konstruktion von etwas als gef\u00e4hrdet oder vulnerabel k\u00f6nnen als extreme Formen der Problematisierung betrachtet werden, die f\u00fcr die Krisen- und Katastrophenforschung von zentraler Bedeutung sind und sich als Ausgangspunkt f\u00fcr eine Dispositivanalyse perfekt eignen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt auch f\u00fcr die Problematisierung von Hochwasser und den daraus resultierenden Konsequenzen. Dass eine bestimmte Menge an Niederschlag in kurzer Zeit als Naturgefahr problematisiert und mit einem kalkulierbaren hochwasserbedingten Risiko f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Verbindung gebracht wird, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Historische Forschung zeigt, inwiefern die Deutung von Hochwasser variierte \u2013 nicht nur die Problematisierung als Gefahr betreffend, sondern auch bez\u00fcglich der Zuweisung von Ursachen und der Definition von Schutzzielen. Je nach Kontext konnte Hochwasser als Normalit\u00e4t, als Strafe Gottes oder als Naturgefahr gedeutet werden und mit h\u00f6chst unterschiedlicher Handhabung einhergehen (Meier und Conijn 2020). Die Frage, ob und wie Hochwasser problematisiert wurde, ist von grundlegender Bedeutung f\u00fcr eine Dispositivanalyse, die auf ein vertieftes Verst\u00e4ndnis des Umgangs mit Hochwasser abzielt.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieses Interesse an Problematisierungen bzw. an der sozialen Konstruktion von Krisen und Katastrophen schlie\u00dft sich eine Reihe weiterf\u00fchrender Fragestellungen an. Zum einen ergeben sich Fragen nach den Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen, aus denen die Problematisierung von etwas als krisenhaft oder katastrophal hervorgehen \u2013 oder auch den Verh\u00e4ltnissen, unten denen diese Problematisierung ausbleibt: Unter welchen Umst\u00e4nden und gegen welche Widerst\u00e4nde wird ein bestimmter Wasserpegel als Notfall gedeutet oder ein Risiko diagnostiziert und wer verf\u00fcgt Deutungsmacht? Zum anderen ergeben sich Fragen nach den Machtwirkungen von Diskursen bzw. diskursiv produziertem Wissen: Welche Folgen hat die diskursive Problematisierung eines Ereignisses oder die Identifizierung potenziell drohender Sch\u00e4den und Verluste beispielsweise f\u00fcr die Einleitung von Kontroll-, Pr\u00e4ventions- oder Notfallma\u00dfnahmen, die Bereitstellung von finanziellen Mitteln oder die Verabschiedung von neuen Regularien? Welche Normen werden durch die Diagnose eines Ausnahmezustands au\u00dfer Kraft gesetzt und welche m\u00f6glicherweise autorit\u00e4ren Politiken legitimiert? Hier bieten sich Anschl\u00fcsse an bestehende Str\u00e4nge der Katastrophenforschung an, die Extremereignisse als Gelegenheitsfenster f\u00fcr politische Eingriffe und sozialen Wandel untersuchen (Agamben 2010; Birkmann et al. 2010; Huber und Scheytt 2013). &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr die Analyse von Problematisierungen und ihren Hervorbringungsmodalit\u00e4ten der Diskursbegriff im Anschluss an Foucault hinreichend erscheint, kommt das Dispositivkonzept sp\u00e4testens dann ins Spiel, wenn es um die Umgangsweisen mit den diskursivierten Risiken, Krisen oder Katastrophen geht. Mit welchen materiellen und immateriellen Einrichtungen, Ma\u00dfnahmen und Praktiken wird auf eine Problematisierung \u2013 beispielsweise von Starkregenereignissen und Hochwasserrisiken \u2013 reagiert? Der Umgang mit einer Krise oder Katastrophe wird dann nicht allein auf der Ebene des Diskurses untersucht. Stattdessen ist das Ziel, aus holistischer Perspektive nachzuvollziehen, welches <em>Hochwasser-Dispositiv<\/em> \u2013 also welches strategische Netz aus ganz unterschiedlichen diskursiven und nicht-diskursiven Elementen \u2013 als Antwort auf die Problematisierung von Hochwasser hervorgebracht wird und wie es sich im Laufe der Zeit transformiert. So wird f\u00fcr die zahlreichen heterogenen Elemente sensibilisiert, die in der Gesamtheit ihrer Relationen und Wechselwirkungen den Status Quo der jeweiligen Vorsorge-, Bew\u00e4ltigungs- und Anpassungsweisen im Hochwasserschutz ausmachen. Zu rekonstruieren w\u00e4re im Falle des Hochwasser-Dispositivs also ein ganzes Netz, beispielsweise aus Wasserwirtschafts\u00e4mtern, Messstationen, Deichen und D\u00e4mmen, Warnsystemen, Evakuierungspl\u00e4nen, Vulnerabilit\u00e4tsanalysen, Bauordnungen, Wartungspraktiken usw. Dieser Blick durch das Dispositivkonzept sensibilisiert f\u00fcr die Vielfalt an sichtbaren und unsichtbaren Elementen, die auf die Praxis des Hochwasserschutzes einwirken bzw. den Gegenstand \u201aHochwasserschutz\u2018 \u00fcberhaupt erst als solchen konstituieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So erschlie\u00dfen sich mit dem Dispositivkonzept vielf\u00e4ltige Anschl\u00fcsse an eine Katastrophenforschung, die darum bem\u00fcht ist, den Umgang (Governance) mit Risiken, Krisen und Katastrophen zu verstehen. In Foucaultscher Tradition sind dabei Fragen von Wissen und Macht zentral, wobei diese sich eben nicht l\u00e4nger auf den Diskurs begrenzen, sondern das gesamte Dispositiv einbeziehen. Um zu verstehen, was Hochwasserschutz in einem spezifischen historisch-kulturellen Setting bedeutet, k\u00f6nnen mit dem Dispositivkonzept ganz unterschiedliche Elemente als \u201aTr\u00e4ger\u2018 von hochwasserbezogenem Wissen erschlossen werden. Mit dem hiesigen Verst\u00e4ndnis von einem Wissen, das nicht nur im Gesagten (re-)produziert wird, sondern auch in Praktiken, Institutionen und Materialit\u00e4ten, k\u00f6nnen all diese Elemente f\u00fcr eine Wissensanalyse herangezogen werden: Welches (Problem- und L\u00f6sungs-)Wissen materialisiert sich beispielsweise in den Messger\u00e4ten, Wasserleitungen oder dem Fachbereich \u201aWassersensible Stadtentwicklung\u2018? Welche Wahrheitsordnung ist im Hochwasser-Dispositiv inskribiert und bestimmt die Regeln und Kriterien, anhand derer \u00fcber richtig und falsch geurteilt wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommen Perspektiven einer erweiterten Machtanalyse. Die Mechanismen produktiver Macht (inkl. Subjektivierungsprozesse) lassen sich nicht nur im Hochwasser-<em>Diskurs<\/em> verorten und analysieren, sondern eben auch in den anderen Elementen des Hochwasser-<em>Dispositivs<\/em>. So wird ersichtlich, wie das Verstehen und Handeln der Menschen neben den vorherrschenden Diskursen auch von anderen materiellen und immateriellen Vorrichtungen nicht determiniert, aber vorstrukturiert ist: Wie wird das Denken und Handeln beispielsweise von Einsatzkr\u00e4ften oder anderen Bev\u00f6lkerungsgruppen durch das Hochwasser-Dispositiv einerseits erm\u00f6glicht und andererseits beschr\u00e4nkt? Welche Subjektpositionen wie \u201aOpfer\u2018, \u201aRetter\u2018, \u201aExperte\u2018 oder \u201aUnbeteiligte\u2018 werden im Dispositiv hervorgebracht und durch wen werden sie eingenommen? Zu fragen w\u00e4re mit einem ganzheitlichen Blick au\u00dferdem nach den Auswirkungen eines Dispositivs auf Resilienz- und Vulnerabilit\u00e4tsfaktoren: Welche gewollten und ungewollten Effekte auf die gesellschaftliche Verteilung Schutzressourcen und -kapazit\u00e4ten zeichnen sich ab? Hier liegt auch die analytische Ber\u00fccksichtigung ungleicher Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse nahe, die sich in der Formierung von Dispositiven niederschlagen und stabilisieren: Wie schreiben sich Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in wasserbauliche Infrastrukturen, Gesetze oder andere Institutionen ein und wirken teils \u00fcber Jahrhunderte fort? Nicht zuletzt l\u00e4sst sich auch danach fragen, inwiefern durch bestimmte Dispositive neue Krisen produziert werden: Inwiefern zeichnet sich in vorherrschenden Hochwasser-Dispositiven die St\u00f6rung sozialer Ordnung und deren Problematisierung ab?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei all diesen m\u00f6glichen Frageperspektiven liegt im Anschluss an Foucault immer auch die historische Betrachtung nahe, hier etwa die Betrachtung der historischen Genese und Dynamik des Hochwassermanagements: Wie hat sich das Hochwasser-Dispositiv im Lauf der Zeit (trans-)formiert? Welche Elemente stabilisieren ein Dispositiv, w\u00e4hrend andere Ver\u00e4nderungen unterliegen? Die diskursive Problematisierung von Krisen oder Katastrophen kann dabei nicht nur als Ausl\u00f6ser zur Neuformierung von Dispositiven betrachtet werden, sondern auch als Katalysator f\u00fcr innerdispositiven Wandel. Je nach Forschungsinteresse lassen sich au\u00dferdem unterschiedliche raum-zeitliche Eingrenzungen vornehmen und vergleichen. Welche vermeintlich universellen Eigenschaften zeitgen\u00f6ssischer Hochwasser-Dispositive in Deutschland kristallisieren sich als Spezifika heraus, wenn sie verglichen werden \u2013 etwa mit einem fr\u00fchmittelalterlichen Dispositiv in China, in dem \u00dcberschwemmungen als Anzeichen f\u00fcr einen \u00dcberschuss des weiblichen Yin-Prinzips gelten und die Vertreibung von Frauen aus dem kaiserlichen Palast Teil der Probleml\u00f6sung ist (Tvedt 2013: 184\u2013185)?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was hier beispielhaft am Hochwasser-Dispositiv besprochen wurde, l\u00e4sst sich im Grunde auf alle m\u00f6glichen Interessensgebiete der Krisen- und Katastrophenforschung ausweiten. Sobald die Problematisierung einer Gefahr oder einer Krise erkennbar wird, kann auch nach entsprechenden Dispositiven der Gefahrenabwehr, des Risikomanagements oder der Katastrophenvorsorge und -bew\u00e4ltigung gefahndet werden. Denkbar w\u00e4re sowohl die Analyse von umfassenden Katstrophenschutz- oder Zivilschutz-Dispositiven als auch die kleinteiligere Untersuchung von Dispositiven des Hitzeschutzes, der Cyber-Sicherheit, der Terrorismuspr\u00e4vention usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wird deutlich, wie flexibel und vielseitig zentrale Themen der sozialwissenschaftlichen Krisen- und Katastrophenforschung durch das theoretische Raster des Dispositivkonzepts bearbeitet werden k\u00f6nnen. Das betrifft sowohl die diskursiven Prozesse, in denen Situationen oder Ph\u00e4nomene als Krise, Katastrophe, Risiko oder als vulnerabel problematisiert werden, als auch die daraufhin entstehenden Konfigurationen verschiedenartiger Elemente, die einen Umgang mit der Problemlage gew\u00e4hrleisten sollen. Zwar ergeben sich aus dem holistischen Anspruch des Dispositivkonzepts auch Herausforderungen f\u00fcr die empirische Anwendung. Unbestreitbar bleibt eine Dispositivanalyse immer bruchst\u00fcckhaft, unvollst\u00e4ndig und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leicht kritisierbar. Die zentralen Frageperspektiven einer Dispositivanalyse \u2013 danach, welche heterogenen Elemente sich unter der Ma\u00dfgabe einer Probleml\u00f6sungsstrategie zu einem strategischen Arrangement formieren, welches Wissen dabei vorausgesetzt, materialisiert und stabilisiert wird, und welche intendierten und nicht-intendierten (Macht-)Wirkungen von dem Dispositiv ausgehen \u2013 lassen sich wohl nie abschlie\u00dfend und eindeutig beantworten. Sehr wohl k\u00f6nnen diese Frageperspektiven aber die eingangs angesprochenen Funktionen theoretischer Denkst\u00fctzen erf\u00fcllen. Insbesondere in der Krisen- und Katastrophenforschung erscheint das Dispositivkonzept als vielversprechendes analytisches Werkzeug, um Beobachtungen zu filtern, f\u00fcr Zusammenh\u00e4nge zu sensibilisieren und f\u00fcr diverse empirische Inhalte einen Erkl\u00e4rungsrahmen und Vergleichshorizont zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Agamben, G. (2008): Was ist ein Dispositiv? Z\u00fcrich, Berlin: Diaphanes.<\/p>\n\n\n\n<p>Agamben, G. (2010): State of exception. Chicago: Univ. of Chicago Press.<\/p>\n\n\n\n<p>Aradau, C.; van Munster, R. (2007): Governing Terrorism Through Risk: Taking Precautions, (un)Knowing the Future. In: <em>European Journal of International Relations <\/em>13 (1), S. 89\u2013115.<\/p>\n\n\n\n<p>Birkmann, J.; Buckle, P.; Jaeger, J.; Pelling, M.; Setiadi, N.; Garschagen, M. et al. (2010): Extreme events and disasters: a window of opportunity for change? Analysis of organizational, institutional and political changes, formal and informal responses after mega-disasters. In: <em>Natural Hazards <\/em>55 (3), S. 637\u2013655.<\/p>\n\n\n\n<p>Braun, B. P. (2014): A New Urban Dispositif? Governing Life in an Age of Climate Change. In: <em>Environment and Planning D: Society and Space <\/em>32 (1), S. 49\u201364.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fchrmann, A. D. (1998): Die Normalisierung der Geschlechter in Geschlechterdispositiven. In: Bublitz, H. (Hg.): Das Geschlecht der Moderne. Genealogie und Arch\u00e4ologie der Geschlechterdifferenz. Frankfurt am Main: Campus Verlag, S. 71\u201394.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fchrmann, A. D.; Schneider, W. (2008): Mehr als nur diskursive Praxis Konzeptionelle Grundlagen und methodische Aspekte der Dispositivanalyse. In: <em>Historical Social Research \/ Historische Sozialforschung <\/em>33 (1), S. 108\u2013141.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fchrmann, A. D.; Schneider, W. (2012): Vom Diskurs zum Dispositiv. Eine Einf\u00fchrung in die Dispositivanalyse. Bielefeld: transcript.<\/p>\n\n\n\n<p>Bussolini, J. (2010): What is a Dispositive? In: <em>Foucault Studies <\/em>(10), S. 85\u2013107.<\/p>\n\n\n\n<p>Dean, M. (2010): Power at the heart of the present: Exception, risk and sovereignty. In: <em>European Journal of Cultural Studies <\/em>13 (4), S. 459\u2013475.<\/p>\n\n\n\n<p>Deleuze, G. (1991): Was ist ein Dispositiv? In: Ewald, F., Waldenfels, B. (Hg.): Spiele der Wahrheit. Michel Foucaults Denken. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, S. 153\u2013162.<\/p>\n\n\n\n<p>Fleischmann, L.; Steinhilper, E. (2017): The Myth of Apolitical Volunteering for Refugees: German Welcome Culture and a New Dispositif of Helping. In: <em>Social Inclusion <\/em>5 (3), S. 17\u201327.<\/p>\n\n\n\n<p>Foucault, M. (1978): Ein Spiel um die Psychoanalyse. Gespr\u00e4ch mit Angeh\u00f6rigen des D\u00e9partement de Psychoanalyse der Universit\u00e4t Paris VIII in Vincennes. In: Foucault, M. (Hg.): Dispositive der Macht. \u00dcber Sexualit\u00e4t, Wissen und Wahrheit. Berlin: Merve Verlag, S. 118\u2013175.<\/p>\n\n\n\n<p>Foucault, M. (1981): Arch\u00e4ologie des Wissens. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Foucault, M. (1983): Der Wille zum Wissen. Sexualit\u00e4t und Wahrheit 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Hardy, C.; Maguire, S. (2016): Organizing Risk: Discourse, Power, and \u201cRiskification\u201d. In: <em>Academy of Management Review <\/em>41 (1), S. 80\u2013108.<\/p>\n\n\n\n<p>Hartz, R. (2017): \u00dcber die Kunst, sich anders zu organisieren. In: Diaz-Bone, R. (Hg.): Dispositiv und \u00d6konomie. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, S. 203\u2013231.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilgartner, S. (1992): The Social Construction of Risk Objects: Or, How to Pry Open Networks of Risk. In: Short, J. F., Clarke, L. (Hg.): Organizations, Uncertainties, and Risk: Westview, S. 39\u201353.<\/p>\n\n\n\n<p>Huber, C.; Scheytt, T. (2013): The dispositif of risk management: Reconstructing risk management after the financial crisis. In: <em>Management Accounting Research <\/em>24 (2), S. 88\u201399.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00e4ger, S. (2001): Diskurs und Wissen. Theoretische und methodische Aspekte einer Kritischen Diskurs- und Dispositivanalyse. In: Keller, R., Hirseland, A., Schneider, W., Vieh\u00f6ver, W. (Hg.): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, S. 81\u2013112.<\/p>\n\n\n\n<p>Kammler, C. (2020): Wissen. In: Kammler, C., Parr, R., Schneider, U. J. (Hg.): Foucault-Handbuch. Leben &#8211; Werk &#8211; Wirkung. Stuttgart: J.B. Metzler, S. 348\u2013351.<\/p>\n\n\n\n<p>Keller, R. (2008): Diskurse und Dispositive analysieren. Die wissenssoziologische Diskursanalyse als Beitrag zu einer wissensanalytischen Profilierung der Diskursforschung. In: <em>Historical Social Research \/ Historische Sozialforschung <\/em>33 (1), S. 73\u2013107.<\/p>\n\n\n\n<p>Manderscheid, K. (2017): \u00d6konomie, das Bewegungsproblem und der Wandel von Mobilit\u00e4tsdispositiven. In: Diaz-Bone, R. (Hg.): Dispositiv und \u00d6konomie. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, S. 371\u2013391.<\/p>\n\n\n\n<p>Meier, T.; Conijn, A. (2020): Hochwasserschutz als gesellschaftlich eingebettete Praxis. In: <em>Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Arch\u00e4ologie des Mittelalters und der Neuzeit <\/em>(33), S. 243\u2013254.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller, C. (2019): More Than Food\u2019: A Critical Discourse and Dispositive Analysis of Food Charity in the UK. Dissertation. University of Huddersfield.<\/p>\n\n\n\n<p>Moss, T.; Becker, S.; Gailing, L. (2016): Energy Transitions and Materiality: Between Dispositives, Assemblages and Metabolisms. In: Gailing, L., Moss, T. (Hg.): Conceptualizing Germany\u2019s energy transition. Institutions, materiality, power, space. London: Palgrave Macmillan, S. 43\u201368.<\/p>\n\n\n\n<p>Peltonen, M. (2004): From Discourse to \u201cDispositif\u201d: Michel Foucault\u2019s Two Histories. In: <em>Historical Reflections \/ R\u00e9flexions Historiques <\/em>30 (2), S. 205\u2013219.<\/p>\n\n\n\n<p>Power, M. (2013): The apparatus of fraud risk. In: <em>Accounting, Organizations and Society <\/em>38 (6), S. 525\u2013543.<\/p>\n\n\n\n<p>Schritt, J. (2010): Transnationale Gouvernementalit\u00e4t. Eine Dispositivanalyse der Entwicklungspolitik in Anschluss an Michel Foucault. Masterarbeit. Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, G\u00f6ttingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tvedt, T. (2013): Wasser. Eine Reise in die Zukunft. Berlin: Ch. Links Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Leonie Reuter 10. September, 2024 http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-45160 Theoretische Konzepte sind f\u00fcr die Sozialwissenschaften wichtige Werkzeuge, um komplexe Ph\u00e4nomene zu verstehen. Als Denkheuristik k\u00f6nnen sie helfen, Beobachtungen zu filtern und zu systematisieren, den Fokus zu sch\u00e4rfen und f\u00fcr bestimmte Ph\u00e4nomene zu sensibilisieren, Fragestellungen und Thesen zu formulieren und in tendenziell chaotischen Realit\u00e4ten Zusammenh\u00e4nge sichtbar zu machen. &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/archive\/515\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Das Dispositivkonzept als analytisches Werkzeug in der sozialwissenschaftlichen Krisen- und Katastrophenforschung: Perspektiven und Potenziale&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8092,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[2131,453814,462450],"class_list":["post-515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-deutsch","tag-katastrophenschutz","tag-leonie-reuter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8092"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":534,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions\/534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/disasterresearchblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}