Interview: Datenschutz und Rechtssicherheit – „Lästige Pflicht“ oder Chance?

Nicht nur Betreiber von Internetplattformen (LMS, CMS, Blog & Wiki etc.) beschäftigt das Thema Urheberrecht und Datenschutz. Auch Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote sind gehalten, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, um mögliche Rechtsunsicherheiten zu vermeiden.
In einem Interview auf CHECKpoint-elearning beschreibt Thomas Molck, Datenschutzbeauftragter der Fachhochschule Düsseldorf, notwendige Transformationsprozesse an Hochschulen und unterstreicht, wie wichtig es ist, „auch im Bereich eLearning den Grundrechten Geltung zu verschaffen.“
Denn:

Mit der zunehmenden Verbreitung webbasierter eLearning-Angebote steigen aber auch die berechtigten Nachfragen in Bezug auf den Umgang mit den personenbezogenen Daten und dem Nutzungsrechten. Diesen Fragen müssen sich die Hochschulen stellen.
(Quelle: CHECKpoint-elearning)

Wann gelten Facebookposts als öffentlich? Bedeutet “Gefällt mir” Zustimmung?

Der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf hat 10 Feuerwehrleute vom Dienst suspendiert, weil diese sich abfällig/illoyal gegenüber ihrem Arbeitgeber geäußert haben sollen. Die Frage wann und ob Äußerungen und/oder “Likes” in sozialen Netzwerken disziplinarrechtliche Konsequenzen haben, hat die Verwaltung der Stadt eindeutig entschieden:

Die Verwaltung hat disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen eine Gruppe von Feuerwehrleuten eingeleitet und diese vom Dienst suspendiert. Die Feuerwehrleute haben auf Facebook Inhalte verbreitet, die das Grundvertrauen der Verwaltung in die betroffenen Feuerwehrleute erschüttern.
(Quelle rp-online)

Eine sehr gute juristische – aber dennoch verständliche – Einordnung der Thematik findet sich auf den Webseiten des RA Lampmann.

Lesenswert!

Studierendenwettbewerb: Mach dich nicht nackig!

Bild: BMJ

Unter dem Motto „Mach dich nicht nackig – wirb für deine Grundrechte!“ hat das Bundesjustizministerium einen Studierendenwettbewerb gestartet, der Studierende für die Bedeutung der Grundrechte in der digitalen Welt sensibilisieren soll. In digitaler Form sollen Ideen ausgezeichnet werden, die die Bedeutung der Grundrechte für das Private und die Privatsphäre in der digitalen Welt kreativ bewerben.

An dem am 15. Januar 2013 beginnenden Kreativwettbewerb können Studierende aller Fachrichtungen teilnehmen, einzeln oder als Team mit bis zu fünf Teilnehmern. Eingereicht werden können Filme, Websites, Web 2.0-Projekte, Präsentationen oder Fotostorys zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie können private Daten geschützt werden?
  • Welche Bedeutung haben die Grundrechte heute für das Private in der digitalen Welt?
  • Wandelt sich unser Verständnis der Grundrechte in der digitalen Welt?
  • Gefährdet der neue Kommunikationsraum Internet die Grundrechte, mittelbar oder unmittelbar?
  • Welche Folgen entwickeln neue technische Errungenschaften, z.B. wenn Handys durch Funkzellen- und GPS-Ortungen jedermann zu potentiellen Adressaten von Bewegungsüberwachung werden lassen?

Die besten drei Einsendungen werden mit Geldpreisen in Höhe von je 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.000 Euro prämiert. Bei Gruppenarbeiten wird der Preis geteilt. Weiterhin wird für die Plätze vier bis zehn ein professionelles Medientraining in Berlin vergeben.
(Quelle: BMJ)

Studie: Nachrichtenverbreitung in sozialen Netzwerken

Wissenschaftlerinnen und Wisenschaftler der Technischen Universität Darmstadt haben in einem Social Media Report ausgewertet, wie oft ein Artikel der fünfzehn reichweitenstärksten deutschen Nachrichten-Webseiten in den sozialen Netzwerken Twitter, Facebook und Google Plus von den Nutzern geteilt wird. Das Ergebnis überrascht vielleicht nicht wirklich…

Nutzer von Twitter, Facebook und Google Plus teilen am häufigsten Nachrichten der Webseiten Spiegel Online und Bild.de: Wie eine Erhebung der TU Darmstadt unter fünfzehn der reichweitenstärksten deutschen Nachrichten-Webseiten ergab, wurden im gesamten Jahr 2012 insgesamt 7,9 Millionen Mal Artikel von Spiegel Online getwittert oder geteilt, Artikel von Bild.de 6,6 Millionen Mal. Mit weitem Abstand folgten Welt.de (2,7 Mio.), Focus online (1,8 Mio.) sowie Sueddeutsche.de und faz.net (jeweils ca. 1,5 Mio.). […] Der wissenschaftliche Erkenntniswert der Studie liegt für die Forscher allerdings in einer anderen Beobachtung – sie wollen feststellen, wie sich die Nutzung der sozialen Netzwerke im Zeitverlauf ändert. „Uns interessiert die Frage, wann, wie schnell und über welche Gruppen neue Technologien diffundieren.“
(via idw Online)

Im Ergebnis gewinnt Twitter, Facebook verliert, Google Plus ist kaum von Bedeutung

Schüler „entwickeln“ interaktivs e/i/-Book

Eine Klasse der Gutenberg Grundschule Düsseldorf hat ein Schulbuch, das bisher nur in Printform erhältlich ist, in eine interaktive und multimediale Form für das iPad umgesetzt. Das iBook enthält neben den orginalen Texten und Bildern weitere Features, die komplett von den Schülern erstellt wurden:
Screencasts, Textbeiträge als Audio gesprochen, ein von den Schülern selbst geschriebenes Glossar, Video und schliesslich ein Quiz, um das Gelernte zu überprüfen.

ACHTUNG: Daten nach YouTube werden erst beim Abspielen des Videos übertragen.

Leitfaden für mobiles Web in Organisationen

Der Verband BITKOM hat einen „Routenplan“ fürs mobile Web veröffentlicht und sich somit einem aktuellen Thema gewidmet, dessen besondere Bedeutung aktuelle Zahlen belegen:

Über 21 Millionen Deutsche nutzen die kleinen Programme mittlerweile auf ihrem mobilen Endgerät. Im Vergleich zu 2010 hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. 23 Apps hat jeder Smartphone-Besitzer durchschnittlich installiert. Bei jedem Siebten (14 Prozent) sind es sogar mehr als 40 mobile Anwendungen. […]
Nach der kurzen Einführung vermitteln Ihnen einige Beispiele einen Überblick über die Bedeutung von Mobility in Unternehmen und darüber, welche Anwendungsgebiete dabei neu entstehen. Die anschließenden Kapitel beschäftigen sich damit, warum Mobility-Projekte durchaus anspruchsvoll und umfangreich sind und welche konkreten Überlegungen in jeder einzelnen Projektphase angestellt werden müssen. Ein weiteres Thema wird sein, warum sich neue Trends häufig zunächst im privaten Umfeld etablieren, erst dann von den Unternehmen »entdeckt« werden und welche neuen strategischen Herausforderungen sich dadurch ergeben. Außerdem finden Sie in einem Glossar viele Fachbegriffe und deren Erklärung kompakt zusammengefasst.
(Quelle BITKOM)

Von der ersten Idee bis zur fertigen Anwendung zeigt das Papier auf, woran zu denken ist und was zu tun ist, bevor es an die Umsetzung geht, u.a.

  • Mobile-Experten einbinden
  • Ziele definieren
  • Mehrwert bieten
  • Zusammenarbeit suchen
  • Mobilstrategie formulieren

Der BITKOM  Routenplan fürs mobile Web (PDF)

Haben wir ein Recht darauf, unsere eigenen Daten zu löschen?

Eine neue EU Regelung soll die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer u.a. von sozialen Netzwerken und Datenriesen stärken.

Danach soll, wer im Netz seine Daten preisgibt, sie künftig auch wieder restlos löschen lassen können. Die Zustimmung zur Speicherung soll automatisch verfallen. Obgleich das Vorhaben auch soziale Netzwerke wie Facebook & Twitter fokussiert, sind zugleich alle Firmen und öffentliche Einrichtungen, die Daten verarbeiten betroffen.
In einem Interview mit der der Regulierungsexpertin Dr. Jeanette Hofmann über die Digitalisierung der Gesellschaft, digitale Repräsentationsschichten des Individuums und die Konsequenzen, geht der Deutschlandfunk u.a der Frage nach ob sich transnationale Netzwerke wie Facebook und Twitter oder global tätige Konzerne wie Google und Amazon mit nationalem Recht „begrenzen“ lassen.
Haben wir ein Recht darauf, unsere eigenen Daten zu löschen?

UPDATE: Mehr Infos:

Themenheft „Mobile Learning“

Das aktuelle elearningMagazin der Universität Hamburg widmet sich im Schwerpunkt einem neuen(?) Trend der E-Learning Szene: dem Mobile Learning. Neben beispielhaften Szenarien beschäftigen sich die 19 Beiträge nicht zuletzt auch mit Themen wie dem mobilen Lernen in der Lehrerausbildung, mobilen Lernmanagement Anwendungen und den Möglichkeiten interaktive Abstimmungsanwendungen über Smartphones und Pads zu realisieren.

Mit der Markteinführung des iPads im Frühjahr 2010 und der massiven Ausbreitung von Smartphones ist in den letzten Jahren eine verheißungsvolle Bandbreite neuer Möglichkeiten im eLearning entstanden. Die Funktionen der mobilen Leichtgewichte, wie Geotagging, Foto-, Video- oder Tonaufzeichnung, der ständig verfügbare Zugriff auf Internet und mobile Angebote sowie die gesteigerte Möglichkeit zur Kommunikation und Kollaboration verlocken die Hochschulen dazu, diese neuen ‚Werkzeuge‘ verstärkt in die digital gestützte Lehre einzubinden.
(Quelle: eLearning Magazin UniHH)

Trend 2013 – Abmahnung wegen Vorschaubildern bei Facebook?

Experten haben es längst erwartet.
Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Bloggerinnen und Blogger mit Abmahnungen und juritischen Konsequenzen bedroht wurden, scheint sich nun der Fokus einiger Rechteinhaber und Kanzleien auch auf soziale Netzwerke zu richten.
Aktuell wird ein Fall diskutiert, der Nutzerinnen interessieren sollte, die auf Facebook Artikel oder Webseiten teilen und zugleich die Vorschaubildfunktion von Facebook aktiviert haben. Durch das Einbinden dieser kleinen Bildchen könnten sich u.U. nämlich Urheberrechtsverletzungen ergeben, die teuer zu stehen kommen.

Eine gute Zusammenfassung und Bewertung zu diesem Thema gibt der Internetanwalt Thomas Schwenke auf seinem lesenswerten Blog: „Nun ist es soweit: Abmahnung wegen Vorschaubildern bei Facebooks Teilen-Funktion

Der Rechtsexperte Dr. Carsten Ulbricht informiert darüberhinaus auf seinem Blog „rechtzweinull“ über rechtliche Risiken und Richtlinien beim Teilen von Content in sozialen Netzwerken und gibt Tipps zum Vermeiden juristischer Streitigkeiten: „Social Media Sharing Policy – Richtlinien für mehr Rechtssicherheit beim Teilen auf Facebook , Google+ & Co