{"id":397,"date":"2019-10-09T16:14:50","date_gmt":"2019-10-09T14:14:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/?post_type=glossary&#038;p=397"},"modified":"2020-08-24T11:21:12","modified_gmt":"2020-08-24T09:21:12","slug":"gewalt-kontroverse","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/glossary\/gewalt-kontroverse\/","title":{"rendered":"Gewalt \u2013 eng oder weit?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_325\" aria-describedby=\"caption-attachment-325\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-325\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-300x224.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-768x574.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-250x187.jpg 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-550x411.jpg 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-800x598.jpg 800w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-241x180.jpg 241w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-402x300.jpg 402w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp-669x500.jpg 669w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/08\/Wortwolke_Endress_Rapp.jpg 822w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-325\" class=\"wp-caption-text\">Wortwolke, basierend auf Endress\/Rapp (2017)<\/figcaption><\/figure>\n<h1>Skizzen einer Kontroverse<\/h1>\n<p>Gewalt ist historisch omnipr\u00e4sent wie gesellschaftlich allgegenw\u00e4rtig, zeigt sich so konkret wie ambivalent, tritt so offensichtlich erkennbar wie verborgen auf, wirkt so ordnungs(zer)st\u00f6rend wie ordnungsstiftend. Was Gewalt jedoch konkret ist, ob es einen inhaltlich klar bestimmbaren Kern gibt oder ob Gewalt mehrdimensional ausdifferenziert werden sollte, ist und bleibt Gegenstand kontrovers gef\u00fchrter Debatten.<\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag skizziere ich die zentralen Trennlinien und \u00dcberschneidungen der Kontroversen \u2013 ohne jedoch einen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit zu erheben oder gar Hoffnung auf \u00dcberwindung der Differenzen suggerieren zu wollen. Daf\u00fcr gibt es auch gar keine Notwendigkeit. Denn erstens geh\u00f6rt Gewalt zu jenen umk\u00e4mpften Begriffen (wie auch Konflikt, Frieden oder Sicherheit), um deren inhaltliche Be-\/Deutungen sowohl wissenschaftlich wie auch politisch stets gerungen wird und deren Zuschreibung dann immer auch mit historischen Bedingungen und gesellschaftlichen Kontexte bzw. deren Ver\u00e4nderungen verwoben ist. Zweitens kann die eigene Forschung \u2013 im Lichte kritischer (Selbst-)Reflexion und einer Einsicht in die Notwendigkeit der aktiven Auseinandersetzung mit diesen Debatten \u2013 davon sogar profitieren: Zwingt sie uns doch dazu, eigene Problem- und Fragestellungen entsprechend begrifflich zu pr\u00e4zisieren, die dahinter stehenden theoretischen \u00dcberlegungen zu reflektieren und Position zu beziehen.<\/p>\n<h2><strong><em>Gewalt als komplexer Begriff<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Die Kontroverse um die Inhalte von Gewalt ist dem Begriff gewisserma\u00dfen ph\u00e4nomenologisch und begriffsgeschichtlich eingeschrieben. So verweist der deutsche Begriff der Gewalt (<em>waltan:<\/em> stark sein, beherrschen) mit seiner althochdeutschen Herkunft und alltagssprachlichen Verwendung sowohl auf das Aus\u00fcben k\u00f6rperlicher (personaler) und seelischer (psychischer) Gewalt als auch auf das\u00a0 Vorhandensein von \u201eHerrschaft\u201c bzw. \u201eKompetenz\u201c (<em>potestas<\/em>). Letzteres findet seinen Ausdruck im Begriff der Staats<em>gewalt<\/em> oder der <em>Gewalt<\/em>enteilung. So verbinden sich quasi eine Handlungsebene (Gewalt <em>aus\u00fcben<\/em>) mit herrschaftsorientierten Struktureigenschaften und Ordnungsaspekten bzw. mit der Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber Gewalt (Gewalt <em>innehaben<\/em>). Diese beiden Seiten der (Gewalt-)Medaille finden sich im angels\u00e4chsischen, frankophonen und iberoamerikanischen Sprachgebrauch in der Unterscheidung zwischen \u201eviolenta\u201c und \u201epotestas\u201c wieder, d.h. mit der Differenzierung zwischen direkter personaler Gewalt und ihrer Einhegung \u00fcber legitime Staatsgewalt (vgl. Bonacker\/Imbusch 2010: 82).<\/p>\n<p>In der politikwissenschaftlichen und soziologischen Friedens- und Konfliktforschung haben die begriffsgeschichtlichen Unsch\u00e4rfen die Einsicht reifen lassen, den Gewaltbegriff st\u00e4rker zu differenzieren, um ihn so f\u00fcr konkrete Forschungsfragen fruchtbar, aber auch f\u00fcr verschiedene Facetten und Wechselwirkungen der Gewalt analytisch brauchbar zu machen. Gleichwohl spiegelt sich die Begriffsgeschichte von Gewalt in den aktuellen Debatten \u00fcber ihre Verwendung und Eingrenzung wider. Und es kann kaum verwundern, dass die zentralen Kontroversen darum kreisen, ob wir uns eher an einem <em>engen<\/em> Gewaltbegriff orientieren sollen, der beobachtbare, gezielte Gewaltakte gegen Individuen (bzw. ihren K\u00f6rper) empirisch operationalisierbar und messbar macht \u2013 oder ob ein <em>weiter<\/em> Gewaltbegriff angemessener ist, der Gewalthandeln in ein Verh\u00e4ltnis zu gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen stellt, und darin unterschiedliche Formen der Gewalt und ihre Wechselbez\u00fcge untereinander zu erkennen versucht.<\/p>\n<h2><strong><em>Der enge Gewaltbegriff<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Der <em>enge<\/em> Gewaltbegriff soll nur jene (sichtbaren) Handlungen einschlie\u00dfen die sich absichtsvoll gegen den menschlichen K\u00f6rper bzw. dessen Verletzbarkeit richten (vgl. u.a. Popitz 1992: 48, von Trotha 1997: 14). Die in interpersonalen Konflikten (individuelle Ebene) oder auf kollektiver Ebene (z.B. in Kriegen) intentional eingesetzte <strong>physische Gewalt<\/strong> erzeugt dabei immer ein Verh\u00e4ltnis zwischen T\u00e4ter*innen und Betroffenen. Hinter der Fokussierung auf absichtsvolle Verletzungen gegen den menschlichen K\u00f6rper, daher oft auch <strong>direkte Gewalt<\/strong> genannt, steht die theoretische \u00dcberlegung, den Gewaltbegriff von anderen politikwissenschaftlichen Konzepten wie \u201eHerrschaftsordnung\u201c oder \u201eGerechtigkeit\u201c unterscheidbar zu machen (Koloma Beck\/Schlichte 2014: 37). Ans\u00e4tze der soziologischen Konflikt- und Protestforschung teilen aus ph\u00e4nomenologischer Perspektive die enge begriffliche Ausrichtung; sie sehen in Gewalt aber nicht nur eine soziale Praxis, die sich in der absichtsvollen Sch\u00e4digung von K\u00f6rpern \u00e4u\u00dfert, sondern die sich im Kontext politischer Proteste auch gegen Sachen richten und damit materielle Sch\u00e4digungen hervorrufen kann (vgl. Hutter 2014).<\/p>\n<p>Um jenseits materieller und sichtbarer, rein k\u00f6rperlichen Sch\u00e4digungen (im anatomisch-organischen Sinne) auch eher unsichtbare Verletzungen der leiblichen Integrit\u00e4t zu ber\u00fccksichtigen, pl\u00e4dieren einige Forscher*innen dar\u00fcber hinaus f\u00fcr einen expliziten Einbezug <strong>psychischer Gewalt <\/strong>(vgl. Inhetveen 2005: 32). Diese Form der Gewalt wird einerseits dem Anspruch gerecht, den Gewaltbegriff eng auf die Verletzbarkeit des Menschen zu begrenzen; andererseits muss Gewalt, die \u00e4u\u00dferlich nicht sichtbar ist, nicht zwingend durch konkrete Personen hervorgebracht werden. Sie kann ihre (absichtsvollen) Wirkungen auch \u00fcber (scheinbar verborgene) Inhalte und Strategien entfalten, die \u00fcber Sprache, Symbole oder Bilder kommuniziert werden (vgl. Bonacker\/Imbusch 2010:\u00a0 86f.).<\/p>\n<p>Unter einen engen Gewaltbegriff, der Verletzungen gegen den menschlichen K\u00f6rper und die leibliche Integrit\u00e4t erfassen soll, fallen auch verschiedene Formen der <strong>geschlechtsspezifischen Gewalt<\/strong>. Sowohl die in bewaffneten Konflikten als auch in Kriegen instrumentell eingesetzte <strong>sexualisierte Gewalt<\/strong> als auch soziale Praktiken wie die Genitalverst\u00fcmmelung oder das so genannte Brustb\u00fcgeln als Schutz vor Vergewaltigungen (Meyer-Oldenburg 2019) weisen neben rein physischen Einwirkungen auch psychische Folgen auf (u.a. posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen, vermindertes Selbstwertgef\u00fchl). Da sexualisierte Gewalt einerseits jedoch in einer engen Verbindung zu patriarchalen Strukturen und Maskuli\u00adnismus steht (milit\u00e4rische und hegemoniale M\u00e4nnlichkeiten), andererseits deutliche Verschr\u00e4nkungen zur diskursiven Ebene bestehen (Vergewaltigungen als Teil der diskursiven Konstruktion kollek\u00adtiver Identit\u00e4ten und einflussreiches Mittel zur Herstellung von Feind*innenbildern, vgl. Engels\/Chojnacki 2007), ist es mehr als sinnvoll, diese in Verbindung zum weiten Gewaltverst\u00e4ndnis zu untersuchen.<\/p>\n<h2><strong><em>Der weite Gewaltbegriff<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Der <em>weite<\/em> Gewaltbegriff integriert in ph\u00e4nomenologischer Absicht auch jene <em>Macht-Struktur-Wissen<\/em>-Aspekte, in die Gewalt als Handlungsabsicht und -ausdruck eingebunden ist und die durch sie hervorgebracht und legitimiert werden. So k\u00f6nnen auch politische oder \u00f6konomische Strukturen, die zu einer eigentlich vermeidbaren Ungleichheit an Lebenschancen f\u00fchren, Gewalt erzeugen und durch Gewalt hervorgebracht werden. Der Friedensforscher Johan Galtung hat daf\u00fcr den Begriff der <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/glossary\/strukturelle-gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>strukturellen Gewalt<\/strong><\/a> gepr\u00e4gt, um unabh\u00e4ngig von T\u00e4ter*innen-Opfer-Beziehungen jene Charakteristika gesellschaftlicher Strukturen zu thematisieren, die Personen oder auch Personengruppen in der Befriedigung ihrer grundlegenden Bed\u00fcrfnisse einschr\u00e4nken (vgl. Galtung 1971: 55). Strukturelle Gewalt verweist daher auf jene gesellschaftlichen Hierarchisierungen, asymmetrischen Machtpositionen und ungleichen Verteilungen von Ressourcen, die Formen sozialer Marginalisierung und Diskriminierung beinhalten, zu unterschiedlichen Lebenschancen f\u00fchren und so f\u00fcr menschliches Leid oder Tod verantwortlich sind; sie wird \u00fcber die Naturalisierung von Herrschaftsverh\u00e4ltnissen sowie ihre In- und Exklusionsmechanismen reproduziert und entzieht sich \u2013 teilweise \u2013 sowohl der direkten Wahrnehmung wie auch der konkreten Bestimmung von T\u00e4ter*innen und Opfern (vgl. Imbusch 2017: 49).<\/p>\n<p>Die in Handlungen sich ausdr\u00fcckende physische Gewalt und \u00fcber gesellschaftliche Herrschaftsverh\u00e4ltnisse erzeugte strukturelle Gewalt sind nach Johan Galtung zudem mit <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/glossary\/kulturelle-gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>kultureller Gewalt <\/strong><\/a>verwoben \u2013 und verbinden sich so zum \u201eGewaltdreieck\u201c (Galtung 1998). Demnach kennzeichnet kulturelle Gewalt jene in Kultur\/en verankerten Aspekte (wie Normen, Werten oder Ideologien) und \u00fcber Symbole und Diskurse vermittelten Zuschreibungen (u.a. Zeremonien, Flaggen), die als Deutungs- bzw. Interpretationsmacht genutzt werden k\u00f6nnen, um direkte und strukturelle Gewalt zu legitimieren (vgl. Bonacker\/Imbusch 2010: 89). Anders formuliert: kulturell manifestierte Denk- und Deutungsmuster werden politisch funktionalisiert und tragen so dazu bei, die Aus\u00fcbung direkter und struktureller Gewaltformen innerhalb eines definierten sozio-kulturellen Raumes als \u2013 notwendigen oder logischen \u2013 Bestandteil der betreffenden Gesellschaftsordnung erscheinen zu lassen. Die \u201eKulturalisierung\u201c von Gewalt (Inhetveen 2005) verweist dann nicht nur auf Eingriffe innerhalb \u201eeigener\u201c gesellschaftlicher Prozesse, sondern auch auf die Zuschreibung und Stigmatisierung \u201eanderer\u201c Kulturkreise.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise reflektiert <strong>symbolische Gewalt <\/strong>die durch Herrschaftsstrukturen vorgepr\u00e4gten Wahrnehmungs- und Handlungsschemata, die asymmetrische Machtverh\u00e4ltnisse unsichtbar machen und so zu deren unhinterfragten Absicherung f\u00fchren (Bourdieu 2018: 122). Diese \u201esanfte Gewalt\u201c f\u00fchrt letztlich dazu, gesellschaftliche Kr\u00e4fte- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse zu verschleiern und \u00fcber symbolische Sinnzuschreibungen (u.a. in Architektur, Kunst, Sprache) die scheinbare Nat\u00fcrlichkeit von Herrschaftsverh\u00e4ltnissen anzuerkennen und zu verinnerlichen. Symbolische Gewalt zielt darauf ab, \u201eMenschen mit Hilfe symbolisch-sinnhafter Bedeutungen von oder Zuschreibungen zu Sachen, Personen Handlungs- und Verhaltensweisen zur Hinnahme, Bejahung und Verstetigung von Strukturen, Institutionen und Akteuren gesellschaftlicher Herrschaft zu bewegen\u201c (Peter 2011: 12). Aus konflikt- und gesellschaftstheoretischer Perspektive sieht Lars Schmitt in der symbolischen Gewalt gleicherma\u00dfen ein zentrales \u201eFunktionsprinzip (post-)moderner Gesellschaften\u201c (2006: 21). Auf ihrer Basis werden Konflikte zwischen gesellschaftlichen Gruppen, deren Chance soziale wie \u00f6konomisch asymmetrisch verteilt sind, klein bzw. latent gehalten: \u201eSozial gemachte (d.h. \u201eungerechte\u201c) Hierarchien werden durch Symbole in selbstverst\u00e4ndliche, quasi-nat\u00fcrliche (d.h. \u201egerechte\u201c) Hierarchien \u201everwandelt\u201c (ebd.). Folglich ist symbolische Gewalt alles andere als \u201esanft\u201c, wenn einerseits Herrschaftsverh\u00e4ltnisse anerkannt und reproduziert, andererseits gewaltvolle Strategien der Herrschaftssicherung dar\u00fcber legitimiert werden.<\/p>\n<p>Um st\u00e4rker auf das Zusammenspiel von Gewaltstrukturen und Gewaltdiskursen abzuheben und zugleich die \u00dcberschneidung von Ungleichheits-, Diskriminierungs- und Gewaltstrukturen zu problematisieren, hat sich ein feministisch-intersektional konnotiertes Verst\u00e4ndnis <strong>diskursiver Gewalt<\/strong> entwickelt (Sauer 2011). In bewusster Erweiterung bestehender Gewaltkonzepte r\u00fccken hier nicht allein die strukturellen, kulturellen und\/oder symbolischen Dimensionen von sich \u00fcberschneidenden Unterdr\u00fcckungssystemen in den Fokus (u.a. die Schnittpunkte von Rassismus und Sexismus), sondern ihre Verbindung zu gewaltvollen Diskursen. Eigentlich \u00fcberlagern sich hier zwei konzeptionelle Ebenen: eine eher verdichtete Perspektive auf die \u00dcberschneidungen bzw. Kreuzungspunkte von Mehrfachdiskriminierung im Sinne der Logik von Intersektionalit\u00e4t (vgl. Crenshaw 1989) und ein eher weites Verst\u00e4ndnis, das die Verschr\u00e4nkung von Diskriminierungsformen in Verbindung zu gesellschaftlichen Gewaltverh\u00e4ltnissen und den darin wirkungsm\u00e4chtigen Diskursen stellt. Diese Verschiebung reflektiert einerseits eine notwendige Reaktion auf die Genderblindheit fr\u00fcherer Gewaltans\u00e4tze. Andererseits l\u00e4sst sich mit der feministischen Staatstheorie argumentieren (u.a. L\u00f6ffler 2011), dass Geschlechterverh\u00e4ltnisse und -identit\u00e4ten, insbesondere die Naturalisierung einer hierarchischen Zweigeschlechtlichkeit in gesellschaftliche Strukturen eingewoben und dar\u00fcber verkodet sind \u2013 und damit eine enge Verbindung zur strukturellen Gewalt aufweisen.<\/p>\n<p>Mit der <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/glossary\/epistemische-gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>epistemischen Gewalt<\/strong><\/a> soll schlie\u00dflich auf jene Gewalt verwiesen werden, die der Wissensproduktion selbst innewohnt und die mit der Delegitimierung und Verdr\u00e4ngung anderer, alternativer Erkenntnism\u00f6glichkeiten einhergeht (vgl. Brunner 2015). Entlang von \u201eEpistemen\u201c (Erkenntnisse, Wissen, Wissenschaft) wird Gewalt einerseits durch oder gegen Wissen ausge\u00fcbt (auch durch Auslassungen oder Leugnungen von Wissen), andererseits werden \u00fcber asymmetrische Diskurse und Praktiken bestimmte Individuen und Gruppen ausgeschlossen, unterdr\u00fcckt und als \u201eAndere\/s\u201c markiert bzw. konstituiert (vgl. Spivak 1988). In der Friedens- und Konfliktforschung sollen mit dem Begriff der epistemischen Gewalt vor allem jene Essentialisierungen, Naturalisierungen und Hierarchisierungen problematisiert werden (v.a. Kolonialismus, Eurozentrismus), die in der wissenschaftlichen Praxis hervorgebracht und verst\u00e4rkt werden. Aus gewaltph\u00e4nomenologischer Sicht liegen die herrschaftsstabilisierenden Funktionen epistemischer Gewalt sowohl in der Deutungskraft und Rechtfertigung anderer Gewaltformen (siehe Bezug zur kulturellen und symbolischen Gewalt) als auch in der Kanonisierung gesellschaftlicher Normen und der Re-Produktion der Kolonialit\u00e4t von Wissens (siehe Bezug zur strukturellen und diskursiven Gewalt). Auf methodologischer Ebene wird damit zudem die Konzeptualisierung von<em> Gewalt als sozialer Praxis<\/em>, die sich vor allem in empirischen Untersuchungen physischer Gewalt (u.a. Proteste, Kriege) aber auch struktureller Gewaltverh\u00e4ltnisse (u.a. Analysen zu politischen oder \u00f6konomischer Ungleichheiten) widerspiegelt, um die Dimension <em>Gewalt als Wissenskategorie<\/em> erweitert. Dadurch tritt das in unsere Denk- und Wissensmuster eingelagerte <em>Gewaltwissen<\/em>, das Zusammenspiel von Macht, Herrschaft und Wissen ins Zentrum der Analyse (Brunner 2015: 43f.).<\/p>\n<p>Mit Hilfe dieser Ausdifferenzierung kann dem engen Gewaltbegriff entsprechend entgegengehalten werden, dass seine postulierten Vorteile der direkten Beobachtbarkeit und Generalisierbarkeit sowie die damit einhergehende begriffliche Abgrenzung gegen\u00fcber anderen Ph\u00e4nomenen wie Macht, Herrschaft oder Gerechtigkeit von den Nachteilen \u00fcberwogen werden. Der Aspekt des direkten Einwirkens gegen den menschlichen K\u00f6rper (absichtsvolle Gewaltaus\u00fcbung) wird einerseits der Komplexit\u00e4t und Vielschichtigkeit des Ph\u00e4nomens Gewalt nicht gerecht, birgt andererseits aber eben auch die Gefahr, andere Aspekte der Gewalt zu verschleiern \u2013 und so wom\u00f6glich selbst zu einer Form der Gewalt zu werden. Dass Sch\u00e4digungen des menschlichen Lebens und das damit einhergehende Gewalterleiden in mannigfaltige gesellschaftliche Ursache-Wirkungs-Konstellationen eingebunden sind, und folglich auch die strukturellen und symbolischen Dimensionen in den Einzugsbereich der erfahrbaren Sch\u00e4digungen einbezogen werden m\u00fcssten, spricht f\u00fcr einen weiten Gewaltbegriff (Imbusch 2017). Der Entscheidung f\u00fcr ein weit gefasstes Verst\u00e4ndnis wird dabei meist von der normativen, herrschafts- und gesellschaftskritischen Absicht sowie dem friedensethischen Ziel begleitet, den Gewaltbegriff f\u00fcr eine systematische Kritik und Skandalisierung asymmetrischer und diskriminierender gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse heranzuziehen (Endre\u00df\/Rapp 2017).<\/p>\n<h2><strong><em>Bedeutung f\u00fcr Forschung und Gesellschaft<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Was bedeutet diese Kontroverse f\u00fcr die eigene Forschung? Mit dem engen Gewaltbegriff richtet sich die eigene Untersuchung prim\u00e4r auf das direkte Gewalthandeln und damit auf eher konkrete T\u00e4ter*innen-Opfer-Beziehungen aus. Beispielhaft daf\u00fcr stehen akteurszentrierte Analysen, die Demonstrationen und Protesthandeln oder Extremformen des Konfliktaustrags wie innerstaatliche oder zwischenstaatliche Kriege beschreiben und erkl\u00e4ren wollen. Der weite Gewaltbegriff hingegen \u00f6ffnet die analytische Perspektive f\u00fcr jene politischen, sozio-\u00f6konomischen und kulturellen Bedingungen, die mit dem individuellen Erleiden von Gewalt einhergehen, und problematisiert dabei die gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren, die zu unterschiedlichen Lebenschancen f\u00fchren und so f\u00fcr menschliches Leid oder Tod verantwortlich sind. Beispielhaft f\u00fcr eine solche Perspektive ist die \u201egewaltvolle Tatenlosigkeit\u201c (<em>violent inaction<\/em>) des EUrop\u00e4ischen Migrations- und Grenzregimes mit seinen biopolitischen Formen der Migrationskontrolle an den Au\u00dfengrenzen Europas und der unterlassenen Hilfeleistung eigentlich normativ verpflichtender Seenotrettung im Mittelmeer (Davies u.a. 2017).<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, f\u00fcr welchen Gewaltbegriff wir uns entscheiden, Gewalt bleibt aufgrund der Verletzungsoffenheit \u201eals Teil des Menschseins\u201c allgegenw\u00e4rtig (Inhetveen 2005: 33), facettenreich in ihren Ausdrucksformen und sozial-r\u00e4umlich \u00fcberall anzutreffen: im Globalen Norden ebenso wie im Globalen S\u00fcden (sowie in den wechselseitigen Bez\u00fcgen), in urbanen wie in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen, in \u00f6ffentlichen Bereichen ebenso wie in privaten Kontexten (h\u00e4usliche Gewalt). Und so wie Gewalt in diesem Sinne ein transhistorisches wie transkulturelles Ph\u00e4nomen ist, so kann sich doch das, was als Gewalt benannt wird, in Gesellschaften und ihren Diskursen immer wieder wandeln und umgedeutet werden \u2013 oder auch auf bestimmte Aspekte der Gewalt verengt werden. Gerade am Beispiel der politischen Diskurse und medialen Berichterstattung im Kontext gesellschaftlicher Proteste l\u00e4sst sich beobachten, wie Debatten auf die Frage der Legitimit\u00e4t von Gewalt verengt werden. Dabei kann das \u201eKn\u00e4uel von Gewalt und Gegengewalt\u201c, wie sich bei den G20-Protesten von Hamburg 2017 gezeigt hat, von einer \u201ediskursiven Eskalation\u201c \u00fcberlagert werden (Malthaner u.a. 2018). Unmittelbar deutlich wird daran einerseits, dass das, was in gesellschaftlichen Konflikten jeweils als legitime oder illegitime Gewalt eingeordnet wird, gesellschaftspolitisch umk\u00e4mpft ist. Andererseits sind die Zuschreibungen von Gewalt immer auch damit verbunden, wer letztlich die Deutungsmacht \u00fcber Gewalt besitzt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl wir dann in \u00f6ffentlichen Debatten und der Medienberichterstattung eine klare Pr\u00e4ferenz zugunsten der Vermittlung von k\u00f6rperlicher Gewalt vermuten k\u00f6nnten, ist in der Repr\u00e4sentation von Gewalt der Aspekt materieller Sch\u00e4digungen weitaus pr\u00e4sententer als in den gewaltph\u00e4nomenologischen Ans\u00e4tzen der Friedens- und Konfliktforschung; sehen wir einmal von der sozialen Bewegungs- und Protestforschung ab, die der \u201eGewalt gegen Sachen\u201c aufgrund der damit verbundenen Gruppendynamiken und Aktions-Reaktionsspiralen innerhalb von Protestereignissen einen anderen Stellenwert einr\u00e4umt (siehe Rucht 2002). So zeigt sich einerseits, dass \u00f6ffentliche und mediale Gewaltdebatten nicht notwendigerweise auch den (politik-)wissenschaftlichen \u00dcberlegungen und ihrer Ausdifferenzierungen folgen m\u00fcssen (und folglich eine Kluft zwischen wissenschaftlicher Begriffsbildung und \u00f6ffentlicher Begriffspraxis bestehen kann). Andererseits haben materielle Sch\u00e4digungen (wie Pl\u00fcnderungen von Gesch\u00e4ften oder das Anz\u00fcnden von Personenkraftwagen) einen hohen Nachrichtenwert, der durch die Zuschreibung der Gewalt noch einmal gesteigert wird und\/oder \u00fcber die Zuordnung zu Gruppierungen von (vermuteten, behaupteten) T\u00e4ter*innen in Klischees oder \u201eFrames\u201c von Gewalt eingebettet ist (u.a. \u201eGlobalisierungskritik\u201c, \u201eautonome Szene\u201c). Gleichzeitig l\u00e4sst sich argumentieren und zeigen, dass mediale Inszenierungen von Gewalt durch diskursiv vermittelte und ikonographisch re-produzierte Stereotypen charakterisiert sind (Thiele 2010), die zur Vermittlung von Gruppenzugeh\u00f6rigkeit und Deutungsangeboten eingesetzt werden (essentialisierende, naturalisierende Zuschreibungen von \u201eAnderen\u201c). So werden die Plattformen und Portale der Informationsvermittlung (Zeitungen, TV, <em>social media<\/em>) selbst zu (Ver-)Mittler*innen oder gar Hersteller*innen der im weiten Gewaltverst\u00e4ndnis aufgeworfenen Formen der Gewalt. Um es abschlie\u00dfend unter Bezug auf die symbolische Gewalt noch einmal zu akzentuieren: Als Sinnbez\u00fcge und Interpretationsschemata des allt\u00e4glichen Lebens konstruieren, strukturieren und vermitteln Medien wie auch die Wissenschaft\/en und K\u00fcnste gesellschaftliche (Herrschafts-)Realit\u00e4ten, die als symbolische Gewalt wirksam werden und strukturelle wie direkte Gewalt zu legitimieren helfen.<\/p>\n<h2><strong>Literatur<\/strong><\/h2>\n<p>Bonacker, Thorsten\/Imbusch, Peter 2010: Zentrale Begriffe der Friedens- und Konflikt, Gewalt, Krieg, Frieden, in: Imbusch, Peter und Zoll, Ralf: Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einf\u00fchrung. 5.Auflage. Wiesbaden, 67-142.<\/p>\n<p>Bourdieu, Pierre 2018: Die symbolische Gewalt, in: M\u00fcller-Salo, J. (Hrsg.), Gewalt. Text von der Antike bis zur Gegenwart, Stuttgart, 121-129.<\/p>\n<p>Brunner, Claudia 2015: Das Konzept epistemische Gewalt als Element einer transdisziplin\u00e4ren Friedens- und Konflikttheorie, In: Jahrbuch Friedenskultur, Band 10, Klagenfurt, 38-53.<\/p>\n<p>Crenshaw, Kimberle 1989: Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics, in: University of Chicago Legal Forum, 1: 8, URL: <a href=\"http:\/\/chicagounbound.uchicago.edu\/uclf\/vol1989\/iss1\/8\">http:\/\/chicagounbound.uchicago.edu\/uclf\/vol1989\/iss1\/8<\/a><\/p>\n<p>Davies, Tom\/Isakjee, Arshad\/Dhesi, Surindar 2017: Violent Inaction: The Necropolitical Experience of Refugees in Europe, in: Antipode 49, 1263-1284, doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/anti.12325\">10.1111\/anti.12325<\/a>.<\/p>\n<p>Endre\u00df, M.\/Rapp, B. 2017: Die friedensethische Bedeutung der Kategorie Gewalt, in: Werkner, I.-J.\/Ebeling, K. (Hrsg.), Handbuch Friedensethik, Wiesbaden, 163-173.<\/p>\n<p>Engels, Bettina\/Chojnacki, Sven 2007: Krieg, Identit\u00e4t und die Konstruktion von Geschlecht, URL: <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/gpo\/int_bez\/frauenmenschenrechte\/kriegidentitaetmenschenrechte\/index.html\">https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/gpo\/int_bez\/frauenmenschenrechte\/kriegidentitaetmenschenrechte\/index.html<\/a> (letzter Zugriff 09.10.2019).<\/p>\n<p>Galtung, Johan 1998: Frieden mit friedlichen Mitteln Friede und Konflikt, Entwicklung und Kultur Wiesbaden.<\/p>\n<p>Galtung, Johan 1971: Gewalt, Frieden, Friedensforschung, in: Senghaas, Dieter (Hrsg.), Kritische Friedensforschung, Frankfurt am Main, 55-104.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Hutter, Swen 2014: Protesting Culture and Economics in Western Europe. New Cleavages in Left and Right Politics. Minneapolis.<\/p>\n<p>Imbusch, Peter 2017: \u2018Strukturelle Gewalt\u2018. Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen untersch\u00e4tzten Begriff, in: Mittelweg 36: 3, 28-51.<\/p>\n<p>Inhetveen, Katharina 2005: Gewalt in ihren Deutungen, in: \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Soziologie, <em>\u00a0<\/em>30: 3, 28-50.<\/p>\n<p>L\u00f6ffler, Marion 2011: Feministische Staatstheorien. Eine Einf\u00fchrung. Frankfurt am Main.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Malthaner, S.\/Teune, S.\/Ullrich, P. 2018: Eskalation: Dynamiken der Gewalt im Kontext der G20-Proteste in Hamburg 2017, Berlin.<\/p>\n<p>Meyer-Oldenburg, Anna 2019: Eingebrannter Selbsthass. Brustb\u00fcgeln In Westafrika verst\u00fcmmeln M\u00fctter ihre T\u00f6chter \u2013 zum Schutz vor Vergewaltigung in: Der Freitag, URL: <a href=\"https:\/\/digital.freitag.de\/3519\/eingebrannter-selbsthass\/\">https:\/\/digital.freitag.de\/3519\/eingebrannter-selbsthass\/<\/a> (letzter Zugriff: 09.10.2019).<\/p>\n<p>Mohammed, Amer 2019: Gewalt\u2026 ist Gewalt! in: FKF_Kollektiv, Blog, URL: <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/2019\/09\/09\/gewalt-ist-gewalt\/\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/2019\/09\/09\/gewalt-ist-gewalt\/<\/a><\/p>\n<p>Peter, Lothar 2004: Pierre Bourdieus Theorie der symbolischen Gewalt. Hamburg.<\/p>\n<p>Popitz, Heinrich 1992: Ph\u00e4nomene der Macht, T\u00fcbingen.<\/p>\n<p>Sauer, Birgit 2011: Migration, Geschlecht, Gewalt. \u00dcberlegungen zu einem intersektionellen Gewaltbegriff, in: GENDER-Zeitschrift f\u00fcr Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 3: 2, 44-60.<\/p>\n<p>Schmitt, Lars 2006: Symbolische Gewalt und Habitus-Struktur-Konflikte: Entwurf einer Heuristik zur Analyse und Bearbeitung von Konflikten, Marburg (CCS Working Papers 2).<\/p>\n<p>Spivak, Gayatri C. 1988: Can the Subaltern Speak?, in: Nelson, Cary\/Grossberg, Lawrence (Hrsg.), Marxism and the Interpretation of Culture, Urbana-Champaign, 271\u2013313.<\/p>\n<p>Rucht, Dieter (Hrsg.) 2002: Protest in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Thiele, Martina 2010: Medial vermittelte Vorurteile, Stereotype und \u201aFeindinnenbilder\u2018, in: Thiele M.\/ Thomas T.\/Virchow F. (Hrsg.), Medien \u2013 Krieg \u2013 Geschlecht, Wiesbaden, 61-79.<\/p>\n<p>von Trotha, Trutz 1997: Zur Soziologie der Gewalt, in: Trotha, Trutz von (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><em>Zitiervorschlag:<\/em><\/h3>\n<p>Chojnacki, Sven 2019: Gewalt \u2013 eng oder weit? Skizzen einer Kontroverse, in: FKF_Kollektiv, Glossar, URL: https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/glossary\/gewalt-kontroverse\/<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/10\/Chojnacki_2019_Gewalt-Kontroverse.pdf\">Download als pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skizzen einer Kontroverse Gewalt ist historisch omnipr\u00e4sent wie gesellschaftlich allgegenw\u00e4rtig, zeigt sich so konkret wie ambivalent, tritt so offensichtlich erkennbar wie verborgen auf, wirkt so ordnungs(zer)st\u00f6rend wie ordnungsstiftend. 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