{"id":352,"date":"2020-03-05T12:18:42","date_gmt":"2020-03-05T11:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/?p=352"},"modified":"2024-08-07T08:56:31","modified_gmt":"2024-08-07T06:56:31","slug":"collage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/2020\/03\/05\/collage\/","title":{"rendered":"Collage: Epistemische Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_350\" aria-describedby=\"caption-attachment-350\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-350 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo-300x164.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo-300x164.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo-250x137.jpg 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo-329x180.jpg 329w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Deutsche_Schule_Kairo.jpg 491w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-350\" class=\"wp-caption-text\">Deutsche Schule der Borrom\u00e4rinnen, Kairo Bildquelle: https:\/\/www.pasch-net.de\/de\/par\/spo\/afr\/agy\/3333756.html<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>von Radwa <\/em><em>Khaled<\/em><\/p>\n<p><em>Auf den Treppen des Goethe Instituts Beirut (Libanon) sitze ich und warte \u2013 &nbsp;bis eine andere Person dasselbe macht: aus dem Vortrag rausgeht. Im Raum hinter mir erl\u00e4utert ein deutscher Sozialwissenschaftler die vermeintliche Unf\u00e4higkeit junger arabischer M\u00e4nner, sich \u201efriedliche Perspektiven\u201c anzueignen, und erkl\u00e4rt, wie sie dadurch leichter Anh\u00e4nger radikal-islamistische Gruppen werden w\u00fcrden. Auf dem Geb\u00e4ude vor mir steht der Name einer Franz\u00f6sischen Schule. Ich erinnere mich an meine eigene Schule in Kairo: die Deutsche Schule der Borrom\u00e4rinnen in Kairo, 1904 gegr\u00fcndet. Ich f\u00fchle wie die hei\u00dfe Luft des \u00c4rgers, der in meinem Magen w\u00e4chst, sich nach oben schleicht\u2026<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Im folgendem werde ich mich mit dem Begriff der epistemischen Gewalt in Form einer ,,offenen Arbeit\u201c (Eco 1989) ann\u00e4hern. Auf das Konzept des offenen Werkes wird zur\u00fcckgegriffen, um erstens zu versuchen, so wenig wie m\u00f6glich eine textuelle Form der epistemischen Gewalt auszu\u00fcben, und um zweitens die Performativit\u00e4t der epistemischen Gewalt auch in der Form und nicht nur entlang der Inhalte hervorzuheben.<\/p>\n<p>Das Konzept des offenen Werkes stammt vom Semiologen Umberto Eco, der damit Arbeiten beschreibt, die der rezipierenden Person eine gewisse Autonomie zuschreiben. Die rezipierende Person ,,must impose his judgment on the form of the piece, as when he decides how long to hold a note or in what order to group the sounds\u201c (Eco 1989: 1). Es sind Werke\/ Arbeiten, die \u00fcber das Zuschauen, Lesen, Spielen oder H\u00f6ren in Interaktion mit der Rezipierenden treten, da jede Interaktion eine Performanz und eine Interpretation der Arbeit ist. Dies ist auch hier der Fall, da diese Arbeit mit jeder Rezeption eine neue Perspektive gewinnt. Die Rezipierende ist genauso Schaffende, wie die Person, die das Werk geschaffen hat. Damit liegt das Monopol der Arbeit auch nicht bei der Schaffenden, sondern es wird mit theoretisch unendlich Vielen geteilt (Eco 1989:4ff.)<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des Essays werden unterschiedliche Aspekte der epistemischen Gewalt durch die Collage angesprochen. Die Reihenfolge ist nur eine M\u00f6glichkeit von unterschiedlich m\u00f6glichen Reihenfolgen. Sie ist nicht zwingend und muss beim Lesen nicht eingehalten werden. Mein Anliegen ist dabei unter anderem auch, den Begriff der epistemischen Gewalt zu de-abstrahieren und seine unterschiedlichen, mit einander verwobenen Aspekte darzustellen, um so die epistemische Gewalt in der Art, in der sie operiert, zu akzentuieren. Sie operiert in einzelnen Kontexten anders und durchzieht unterschiedliche Terrains. Weiter sollen die folgenden Aus- und Abschnitte assoziativ wirken. Das hei\u00dft, sie sollen die M\u00f6glichkeit bieten, sich mit ihnen verbinden zu k\u00f6nnen und eine T\u00fcr in die eigene Erfahrung zu \u00f6ffnen. Dazu greife ich eigene Erlebnisse und Einsichten ebenso auf wie damit unterschiedliche Formen der epistemischen Gewalt thematisiert werden &nbsp;k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Link zur Collage:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Epistemische-Gewalt.pdf\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2019\/09\/Epistemische-Gewalt.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; von Radwa Khaled Auf den Treppen des Goethe Instituts Beirut (Libanon) sitze ich und warte \u2013 &nbsp;bis eine andere Person dasselbe macht: aus dem Vortrag rausgeht. 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