{"id":481,"date":"2020-03-12T10:52:20","date_gmt":"2020-03-12T09:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/?p=481"},"modified":"2025-05-12T09:52:13","modified_gmt":"2025-05-12T07:52:13","slug":"festung-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/2020\/03\/12\/festung-europa\/","title":{"rendered":"Festung Europa"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-566\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-768x577.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-250x188.jpg 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-550x413.jpg 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-800x601.jpg 800w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-240x180.jpg 240w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-399x300.jpg 399w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752-666x500.jpg 666w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/files\/2020\/04\/FORTRESSS-e1459782581752.jpg 1008w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/h1>\n<p>Copyright Foto: <a href=\"https:\/\/www.euractiv.com\/section\/justice-home-affairs\/news\/protestors-demand-end-to-fortress-europe-as-austria-ups-border-security\/\">Fabian Wagner\u00a0<\/a><\/p>\n<h1><b>Festung Europa \u2013 Reflexion einer kritisch intendierten Metapher<\/b><\/h1>\n<p>von David Niebauer (M\u00e4rz 2020)<\/p>\n<p>Z\u00e4une aus Stacheldraht, meterhohe Barrieren, digitale \u00dcberwachungstechnik oder unterlassene Seenotrettung: Die Ma\u00dfnahmen, mit denen die Europ\u00e4ische Union versucht, Migrant*innen zu kontrollieren und von Europa fernzuhalten, sind vielf\u00e4ltig. Und sie enden oftmals t\u00f6dlich. So starben nach Sch\u00e4tzungen der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) seit 2014 insgesamt \u00fcber 19.000 Menschen bei dem Versuch, auf dem Weg nach Europa das Mittelmeer zu \u00fcberqueren.<a href=\"\/\/0D621C1C-3D6B-4108-AF3F-F8758CA09CC0#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Doch auch die Gewalt gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten an den Grenzz\u00e4unen von Ceuta und Melilla oder die menschenunw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde in den Fl\u00fcchtlingslagern auf griechischen Inseln verdeutlichen seit Jahren unmittelbar vor den Augen der europ\u00e4ischen \u00d6ffentlichkeit die restriktive Ausrichtung des europ\u00e4ischen Migrations- und Grenzregimes.<!--more--><\/p>\n<p>Um Kritik an dieser Politik sprachlich zum Ausdruck zu bringen, nutzen seit den 1990er Jahren unterschiedliche Akteur*innen wie etwa Aktivist*innen, Journalist*innen oder Wissenschaftler*innen die Metapher der \u201eFestung Europa\u201c. Damit machen sie auf die konkreten Instrumente und Konsequenzen der rigiden Abschottung gegen\u00fcber Migrationsbewegungen aus dem Globalen S\u00fcden eindr\u00fccklich aufmerksam \u2013 nicht zuletzt auf die Todeszahlen im Mittelmeer als europ\u00e4ischem \u201eFestungsgraben\u201c (Schmid 2016). Zugleich aber kann der bildliche Vergleich auch als grunds\u00e4tzliche Kritik an der Konstruktion einer \u201eau\u00dfereurop\u00e4ischen Welt\u201c verstanden werden, gegen\u00fcber der sich Europa definiert und abgrenzt. Denn erst durch die postkoloniale und rassistische Praxis der Unterscheidung und Hierarchisierung zwischen einem \u201eWir\u201c und den vermeintlich minderwertigen \u201eAnderen\u201c werden die gewaltsamen Ma\u00dfnahmen gegen\u00fcber Migrant*innen zur Absicherung von Europas Privilegien gesellschaftlich fortlaufend legitimiert.<\/p>\n<p>Doch obwohl die festungsgleiche Verhinderung von Migration zweifelsohne einen zentralen sicherheits- und raumpolitischen Aspekt der gegenw\u00e4rtigen EU-Migrationspolitik darstellt, wird in kritisch-emanzipatorischer Hinsicht durchaus um die Rede von der Festung Europa gerungen. Eine solche (selbst-)kritische Begriffsreflexion ist insbesondere deshalb wichtig, weil eine Metapher durch den vielfachen allt\u00e4glichen Sprachgebrauch unser Denken und Handeln pr\u00e4gt und damit die Gestaltung des gesellschaftspolitischen Umgangs mit Migration entscheidend (mit-)beeinflusst (vgl. J\u00e4ger 2011: 91). Die Verwendung der Metapher mag also aus Sicht einer kritischen \u00d6ffentlichkeit grunds\u00e4tzlich gut gemeint sein \u2013 irref\u00fchrend und problematisch kann sie dennoch sein.<\/p>\n<p>In meinem Beitrag m\u00f6chte ich deshalb den Einw\u00e4nden nachgehen, die in der kritischen Migrations- und Grenzforschung gegen\u00fcber der Festungsmetapher formuliert werden (vgl. u.a. Favell\/Hansen 2002; Walters 2006; Bojad\u017eijev\/Karakayali 2007; van Houtum\/Pijpers 2007; Hess 2018). Hierf\u00fcr greife ich zun\u00e4chst entlang von f\u00fcnf Punkten die Kritik an einer Komplexit\u00e4tsreduktion und Ausblendung zentraler Aspekte der europ\u00e4ischen Migrations- und Grenzpolitik auf. Anschlie\u00dfend diskutiere ich begriffliche Varianten zur Festungsmetaphorik. Dabei stellt sich heraus, dass es in analytischer Hinsicht gewichtige Gr\u00fcnde gibt, die Metapher der Festung Europa zu verwerfen. Allerdings mangelt es gleichzeitig an alternativen Begriffen, die eine rhetorisch \u00e4hnlich schlagkr\u00e4ftige Kritik in der \u00d6ffentlichkeit zu entfalten imstande sind. Doch auch wenn sich dieses Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen wissenschaftlicher Exaktheit und politisch-praktischem Mobilisierungspotential nicht abschlie\u00dfend aufl\u00f6sen l\u00e4sst: Die Auseinandersetzung mit der Festungsmetapher stellt in jedem Fall einen geeigneten Ausgangs- und Bezugspunkt dar, um sich eingehender mit der Analyse und Kritik des europ\u00e4ischen Migrations- und Grenzregimes zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<h1>Kritik an der Metapher<\/h1>\n<p>Eine grunds\u00e4tzliche Kritik an der Metapher der Festung Europa l\u00e4sst sich <em>erstens <\/em>auf sprachlich-diskursiver Ebene festhalten, insofern als der Begriff ein milit\u00e4risches Narrativ aufgreift. Abgesehen davon, dass station\u00e4re milit\u00e4rische Festungsanalagen l\u00e4ngst \u00fcberholt sind und der Begriff damit aus der Zeit gefallen scheint, besteht die Gefahr, dass die Verwendung der Metapher der Militarisierung EUropas unbeabsichtigt in die H\u00e4nde spielt. Dass inzwischen konservative, rechtspopulistische und rechtsextreme Politiker*innen und Gruppierungen den Ausdruck vermehrt affirmativ verwenden, um einen weiteren Ausbau europ\u00e4ischer Grenzsicherung zu fordern, verdeutlicht dies. Zwar bleibt abzuwarten, inwieweit es ihnen gelingen wird, die kritische Intention des Bildes gesellschaftspolitisch umzudeuten. Doch die st\u00e4ndige Wiederholung des milit\u00e4rischen Begriffs kann f\u00fcr rechte Akteur*innen die M\u00f6glichkeit schaffen, mit ihrer Forderung einer Militarisierung Europas im Allgemeinen und einer mit aller Gewalt durchzusetzenden Verhinderung von Migration im Besonderen im Diskurs rhetorisch anzukn\u00fcpfen. Dabei ist die \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber Migration ohnehin schon gepr\u00e4gt von Nationalismus und Rassismus sowie der damit verbundenen Herabw\u00fcrdigung und Kriminalisierung von Migrant*innen, die wahlweise als Problem f\u00fcr die innere Sicherheit, den Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsstaat oder die imaginierte nationale und europ\u00e4ische Identit\u00e4t konstruiert werden (Huysmans 2000). Demnach sollte in friedenspolitischer Absicht sprachlich zwingend \u201e<em>ab<\/em>-\u201c und nicht \u201e<em>auf<\/em>ger\u00fcstet\u201c werden.<\/p>\n<p>Das Sprechen von der Festung Europa suggeriert zudem <em>zweitens<\/em>, dass die Migrationspolitik der EU einzig und allein nach dem Prinzip der hermetischen Abschottung ausgerichtet ist. Migrations- und Grenzforscher*innen, die sich empirisch mit der konkreten Ausgestaltung und Wirkungsweise der EU-Politik besch\u00e4ftigen, weisen jedoch schon l\u00e4nger darauf hin, dass ein Verst\u00e4ndnis der Migrationspolitik als \u201eNull-Einwanderungspolitik\u201c unterkomplex und unzureichend w\u00e4re (Cornelius et al. 2004; Transit Migration Forschungsgruppe 2007; Guild\/Mantu 2011; Forschungsgruppe \u201eStaatsprojekt Europa\u201c 2014). Ein solch strukturalistischer Ansatz entnennt die vielf\u00e4ltigen und komplexen Funktionen und Effekte des Grenzregimes. So hat sich in EUropa ein migrationspolitisches Konzept durchgesetzt, das zumeist als \u201eMigrationsmanagement\u201c bezeichnet wird (Ghosh 2000; siehe kritisch: Meyer\/Purtschert 2008; Geiger\/P\u00e9coud 2010). Die \u00fcbergeordnete Leitlinie besteht dabei darin, Mobilit\u00e4t zugleich zu verhindern wie auch zu erm\u00f6glichen, indem politisch zwischen \u201eerw\u00fcnschter\u201c \u2013 das hei\u00dft insbesondere \u201e\u00f6konomisch n\u00fctzlicher\u201c \u2013 und \u201eunerw\u00fcnschten\u201c Migration unterschieden wird. Zu diesem Zweck fungiert die Grenze keineswegs als eine vollst\u00e4ndig un\u00fcberwindbare Barriere, sodass nicht alle Migrant*innen gleicherma\u00dfen an der \u00dcberschreitung von Grenzen gehindert oder von den Gesellschaften Europas exkludiert werden sollen. Stattdessen besitzt die Grenze eine Art Filter-Funktion zur Durchsetzung eines komplexen Systems der \u201eLimitierung, Differenzierung, Hierarchisierung und partiellen Inklusion von Migrantengruppen\u201c (Bojad\u017eijev\/Karakayali 2007: 204; vgl. auch Morris 2002; Mezzadra\/Neilson 2013). Dar\u00fcber hinaus verweisen Forschungen auch auf die nicht-intendieren Effekte des Grenzregimes: Dadurch dass Kontrollpolitiken faktisch immer wieder scheitern, k\u00f6nnen Migrant*innen nach der Grenz\u00fcberschreitung in einen Status der Illegalit\u00e4t geraten. Die damit verbundene Entrechtung wirkt sich nicht nur negativ auf die allt\u00e4glichen Lebensumst\u00e4nde der betroffenen Menschen wie im Bereich der Gesundheitsversorgung oder im Zugang zum Arbeitsmarkt aus, sondern erzeugt auch einen permanenten Zustand der Angst vor einer m\u00f6glichen Abschiebung mitten auf dem Territorium der EU (vgl. De Genova 2002; Wilcke 2018) \u2013 ein Umstand, der mit dem Bild der un\u00fcberwindbaren Festung Europa, zu der sich Migrant*innen niemals Zutritt verschaffen k\u00f6nnen, unterbelichtet bleibt.<\/p>\n<p>Damit ist <em>drittens<\/em> bereits angedeutet<em>, <\/em>dass die Grenze mit der Verbildlichung der Festung als eine r\u00e4umlich statische Linie assoziiert wird, die ein Territorium markiert und Menschen in dieses vollst\u00e4ndig ein- oder von diesem ausschlie\u00dft. Grenzen sind jedoch nicht entsprechend eines solch klassischen Verst\u00e4ndnisses auf die territorialen R\u00e4nder von Staaten zu reduzieren (Parker\/Vaughan-Williams 2009). Aufbauend auf einem Verst\u00e4ndnis, nach welchem Grenzen vielmehr dort zu lokalisieren sind, wo Kontrollen von Mobilit\u00e4t konkret stattfinden, lassen sich ebenso Prozesse der Ver- und Entr\u00e4umlichung feststellen (Lahav\/Guiraudon 2000; Bialasiewicz 2012; Hess 2018). Forscher*innen beobachten diesbez\u00fcglich einerseits Prozesse der Externalisierung, indem Kontrollpraktiken in und an Drittstaaten au\u00dferhalb Europas ausgelagert werden. Dies zeigt sich etwa aktuell mit Blick auf die T\u00fcrkei, die den Transit von Migrant*innen nach Griechenland auf Grundlage einer Vereinbarung mit der EU unterbinden soll. Anderseits verschieben sich Grenzzonen bis ins Innere Europas hinein, wenn etwa an Bahnh\u00f6fen oder \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen polizeiliche Kontrollpraktiken ausge\u00fcbt werden oder sozialer und politischer Ausschluss \u00fcber Staatsb\u00fcrger*innenschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialgesetzgebung vorgenommen wird. Hinzu kommt, dass die Entkoppelung der Grenzkontrolle vom Territorium durch die Technisierung und Digitalisierung verst\u00e4rkt wird: \u00dcberwachungssysteme wie<em> Eurosur <\/em>oder die Fingerabdruckdatenback <em>Eurodac <\/em>erm\u00f6glichen auf technischer Grundlage Kontrolle \u00fcber einen breiten Raum hinweg operativ umzusetzen (vgl. Broeders 2007; Dijstelbloem et al. 2011). Demzufolge multiplizieren und diversifizieren sich Grenzen und sind f\u00fcr das blo\u00dfe Auge h\u00e4ufig kaum noch sichtbar. Die Festungsmetapher verstellt diesen notwendigen Blick auf Grenze als einen ausgedehnten und flexiblen Kontrollraum (vgl. Balibar 2009; Brambilla 2015).<\/p>\n<p>Im Bild der Festung erscheinen Migrant*innen au\u00dferdem <em>viertens<\/em> ausschlie\u00dflich als passive Opfer, die den Ma\u00dfnahmen der Grenzkontrolle hilflos ausgeliefert sind und an ihnen gewisserma\u00dfen abprallen. Unber\u00fccksichtigt bleibt so ihre Handlungsmacht als aktive Akteur*innen. Denn wie die Praktiken der Migrationsbewegungen zeigen, l\u00e4sst sich Migration nicht vollst\u00e4ndig verhindern, sondern findet tagt\u00e4glich statt: Migrant*innen umgehen, unterlaufen und \u00fcberwinden politische Regulierungsversuche immer wieder. Der Migration wohnt somit eine konstitutive Kraft inne, weshalb letztlich auch die staatlichen Kontrollpolitiken stets als Versuche der Entgegnungen und Reaktionen auf die Migrationsbewegungen verstanden werden m\u00fcssen \u2013 und nicht allein andersherum, wie dies zumeist der Fall ist. Jene Faktizit\u00e4t und Macht der Migration betont der Ansatz der \u201eAutonomie der Migration\u201c (Bojad\u017eijev\/Karakayali 2007; Moulier Boutang 2007; Mezzadra 2011). Damit soll keineswegs behauptet werden, dass Migrant*innen vollst\u00e4ndig \u201eautonom\u201c, das hei\u00dft unabh\u00e4ngig von Mechanismen der Steuerung handeln w\u00fcrden \u2013 oder gar das Leid und der Tod von Migrant*innen besch\u00f6nigt oder ausgeblendet werden. Vielmehr hat der Ansatz einen grundlegenden Perspektivwechsel zum Ziel, indem Grenzziehungen ohne Zweifel als asymmetrische, aber durchaus kontingente gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu begreifen sind, an denen Migrations- und Fluchtbewegungen stets selbst ma\u00dfgeblich beteiligt sind.<\/p>\n<p>Damit verbunden ist <em>f\u00fcnftens<\/em>, dass die grunds\u00e4tzliche Umk\u00e4mpftheit von Migrationspolitik im Bild der Festung zu verschwinden droht. Obwohl von einer hegemonialen Vorstellung der notwendigen und legitimen Migrationskontrolle in EUropa zu sprechen ist (vgl. Buckel 2018: 440; Kasparek 2019: 121), sollte das Migrations- und Grenzregime nicht als ein mehr oder weniger monolithischer Abschottungsapparat gedacht werden. Der Begriff des Regimes verweist im Gegensatz dazu auf die permanenten Auseinandersetzungen und Widerspr\u00fcche zwischen einer Vielzahl an Akteur*innen und die damit verbundenen Ver\u00e4nderungen und Dynamiken der Migrations- und Grenzpolitiken (Hess et al. 2018). So kommen zu der angesprochen Widerst\u00e4ndigkeit der Migrant*innen auf den Routen verschiedene solidarische Interventionen von EU-B\u00fcrger*innen, Politiker*innen oder sozialen Bewegungen, die ein migrationspolitisches Gegenprojekt zur restriktiven Migrationskontrolle bilden und der Festung Europa nicht ohne Widerspruch entgegenstehen. Auf jene politische Allianzen machen etwa Forschungen im Rahmen des Konzepts der \u201epostmigrantischen Gesellschaft\u201c (Foroutan 2019) vermehrt aufmerksam. Zudem darf nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, dass wir es auch nicht mit einer einheitlichen EU-Politik zu tun haben. Die Entwicklungen seit der Krise der EU-Migrationspolitik im Jahr 2015 bezeugen, dass zwischen politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen und Institutionen in der EU manifeste Konflikte hinsichtlich der Restabilisierung und Neuausrichtung der europ\u00e4ischen Migrationspolitik herrschen (vgl. u.a. Buckel 2018; Engler 2019). Uneinigkeit besteht dabei weniger in der Frage, ob Migration grunds\u00e4tzlich gesteuert und kontrolliert werden soll, als vielmehr darin, in welchem Ausma\u00df dies bis hin zu einer vollst\u00e4ndigen Verhinderung geschehen soll und welche EU-Mitgliedsstaaten die (Haupt-)Verantwortung f\u00fcr die Aufnahme von Asylsuchenden zu tragen h\u00e4tten. Infolgedessen gerieten Reformbem\u00fchungen der EU wie die Neuregelung des <em>Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems<\/em> ins Stocken oder zivilen Seenotrettungsschiffen wurde das Anlanden in H\u00e4fen in Italien oder Malta aufgrund der politischen Auseinandersetzungen \u00fcber die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die in Seenot geretteten Menschen tagelang oder mitunter sogar ganz untersagt.<\/p>\n<h1>Alternative Verbildlichungen<\/h1>\n<p>In Anbetracht dieser Kritik an der Festungsmetapher haben sich einzelne Migrations- und Grenzforscher*innen f\u00fcr alternative Bildvergleiche ausgesprochen. So sprechen beispielsweise Henk van Houtum und Roos Pijpers (2007) von der Europ\u00e4ischen Union als \u201eGated Community\u201c. Damit vergleichen sie die europ\u00e4ische Migrations- und Grenzpolitik mit dem weltweiten Ph\u00e4nomen der geschlossenen Wohnkomplexe, die insbesondere in urbanen R\u00e4umen vielfach zu finden sind. Deren Bewohner*innen werden \u2013 wenn auch von konkreter Wohnanlage zu Wohnanlage jeweils stark variierend \u2013 allesamt durch unterschiedliche Zugangsbeschr\u00e4nkungen und Sicherheitsvorkehrungen (Mauern, Z\u00e4une, Kameras, Wachpersonal etc.) vom Rest der (Stadt-)Gesellschaft physisch und symbolisch abgeschirmt. Ein Vorteil der Analogie besteht daher darin, die vielf\u00e4ltigen und variablen Formen der Migrationskontrolle des europ\u00e4ischen Grenzregimes sichtbar zu machen. Ferner macht der Vergleich m\u00f6glich, Europas Grenzen nicht auf politisch-institutionelle Entscheidungen zu reduzieren, sondern als Ergebnis gesamtgesellschaftlicher Aushandlungsprozesse zu begreifen. Denn so wie die Wahrnehmung von (Un-)Sicherheit und soziale Abgrenzung der Bewohner*innen von Gated Communities f\u00fcr die Entstehung und Legitimierung der gesicherten Wohnanlagen eine zentrale Rolle spielt, so sind auch die (Zivil-)Gesellschaften Europas stets selbst an der Hervorbringung und Aufrechterhaltung von Grenzen durch sicherheitspolitische Diskurse sowie nationalistische und rassistische Praktiken des <em>Othering <\/em>wesentlich beteiligt. Gemeinsam ist beiden Ph\u00e4nomenen damit nicht zuletzt auch die Relevanz sozialer Ungleichheit: W\u00e4hrend die Bewohner*innen von Gated Communities innerhalb ihres gesellschaftlichen Kontextes f\u00fcr gew\u00f6hnlich sozio\u00f6konomisch privilegiert sind, ist das EU-Grenzregime vergleichbar dazu als ein Ausdruck globaler sozialer Ungleichheit und eine Form der postkolonialen Herrschaftspraxis anzusehen.<\/p>\n<p>Dennoch weckt auch die Idee der Gated Community weiterhin die unterkomplexe Assoziation einer Grenze als Linie, die einen klar fixierten Raum umschlie\u00dft. Um mit dieser Container-Vorstellung zu brechen und neueren r\u00e4umlichen Dynamiken von Grenzkontrolle gerecht zu werden, hat William Walters (2006) den Begriff der \u201eFirewall\u201c zur Diskussion gestellt. Mit der Analogie aus dem Bereich der Computer- und Informationstechnik lassen sich entlang eines netzwerkartigen und raum\u00fcbergreifenden Verst\u00e4ndnisses migrationsbezogene Grenzpraktiken, die von den Herkunftsl\u00e4ndern bis in den Aufnahmegesellschaften hinein miteinander verbunden und wirksam sind, weitaus differenzierter verstehen. Eine klare r\u00e4umliche Unterscheidung zwischen einem \u201eInnen\u201c und \u201eAu\u00dfen\u201c Europas kann so \u00fcberwunden und eine bessere Vorstellung einer Deterritorialisierung der Grenze durch digitale Infrastrukturen greifbar gemacht werden. Daneben betont die Metapher der Firewall die Sortierungs- und Hierarchisierungsfunktion von Grenzen. Demnach k\u00f6nnen Grenzen \u00e4hnlich einer Firewall als Instrumente gedacht werden, die darauf abzielen, erw\u00fcnschte und unerw\u00fcnschte Zirkulation von Mobilit\u00e4t zu trennen, ohne dass dies aber immer vollst\u00e4ndig l\u00fcckenlos zu gelingen vermag. Letztlich lenkt die Metapher damit auch den Blick auf die Zusammenh\u00e4nge von Macht und Widerstand: So wie eine Firewall in einem st\u00e4ndigen Spannungsfeld von sicherheitsbezogenen Taktiken und Gegentaktiken technisch zum Einsatz kommt, sind auch im Sinne der Perspektive der Autonomie der Migration und des Regimekonzepts migrantische (Widerstands-)Praktiken und politische Kontrollmechanismen als wechselseitige und immer wieder neu aufeinander bezogene Bestandteile des europ\u00e4ischen Grenzregimes zu fassen. Allerdings ist nicht vollst\u00e4ndig auszuschlie\u00dfen, dass mit dem Firewall-Vergleich \u2013 anders als beabsichtigt \u2013 auch eine legitimierende Wirkung assoziativ einhergeht. Denn w\u00e4hrend eine Festung gesellschaftlich wohl mehrheitlich als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df und legitim eingesch\u00e4tzt wird, und auch die Metapher der Gated Community ein tendenziell negatives Bild hervorruft, scheint eine Firewall der eigenen Erfahrung am Computer nach, m\u00f6glicherweise mit der Vorstellung verbunden zu sein, berechtigt und effektiv vor nur tats\u00e4chlichen Bedrohungen abzuschirmen.<\/p>\n<h1>Nutzen f\u00fcr Wissenschaft und politische Praxis<\/h1>\n<p>Welche Schlussfolgerungen k\u00f6nnen aus der Debatte um die Metapher der Festung Europa gezogen werden? Sollte der Ausdruck besser verworfen werden? Die von mir skizzierten Einw\u00e4nde aus der Migrations- und Grenzforschung legen dies nahe. So verengt die wenn auch in kritischer Absicht verwendete Metapher das Denken und den Diskurs \u00fcber die europ\u00e4ische Migrations- und Grenzpolitik, indem sie ein unscharfes Bild ihrer Entstehung, Gestalt und Wirkungsweise zeichnet. Dabei verunm\u00f6glicht die Analogie aus Sicht der Friedens- und Konfliktforschung vor allem auch eine ad\u00e4quate Analyse und Kritik an strukturellen Gewaltverh\u00e4ltnissen, die ihren Ausdruck in mangelhaften hygienischen Zust\u00e4nden in Fl\u00fcchtlingslagern, im allt\u00e4glichen und institutionellen Rassismus in den Transit- und Aufnahmestaaten oder in unzureichenden Bildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Migrant*innen vor und hinter den Toren der Festung Europa finden. Um jene kontroll- und raumpolitische Vielschichtigkeit und Komplexit\u00e4t des europ\u00e4ischen Migrations- und Grenzregimes kenntlich zu machen, sind Verbildlichungen wie die der Gated Community oder Firewall demzufolge geeigneter als das Sprechen von der Festung Europa.<\/p>\n<p>Gleichwohl hat die notwendige \u00f6ffentlichkeitswirksame Kritik an europ\u00e4ischer Migrationspolitik an Aktualit\u00e4t nicht verloren. Denn auch die vielfachen Grenz\u00fcberschreitungen der Migrationsbewegungen nach und durch EUropa im Jahr 2015 haben nicht zu einer Neuausrichtung der EU-Politik gef\u00fchrt. Im Gegenteil: Seitdem sind vielerorts restriktivere Migrations- und Asylpolitiken sowie deutliche Versch\u00e4rfungen von Grenzkontrollen beobachtbar \u2013 einschlie\u00dflich des Wieder- und Neuaufbaus physisch-materieller Grenzanlagen, wie etwa der ungarische Zaun an der Grenze zu Serbien und Kroatien exemplarisch zeigt. Mit dem Festungsvergleich gelingt es fraglos, diesen Aspekt der Abschottung und insbesondere Formen direkter Gewalt \u00f6ffentlich sicht- und kritisierbar zu machen, allen voran die j\u00e4hrlich tausendfachen Todesf\u00e4lle im Mittelmeer. Dass ebenso die alternativen Begrifflichkeiten aus der Forschung wie beispielsweise die der Gated Community oder Firewall als ein solch kollektiv geteiltes Gegen-Narrativ zur repressiven Grundausrichtung und den neuerlichen Versch\u00e4rfungen der europ\u00e4ischen Migrationspolitik dienen k\u00f6nnen, ist dagegen nur schwer vorstellbar. Dazu fehlt ihnen schlicht die rhetorische Durchschlagskraft sowie eine gegenhegemoniale Strategie, die die unterschiedlichen Akteur*innen eint. Wenn dann gelingt dies noch eher bildhaften Slogans wie \u201eF\u00e4hren statt Frontex\u201c oder \u201eSeebr\u00fccke\u201c, mit denen die konkrete politische Forderung nach einer Schaffung von sicheren Fluchtwegen und legalen Einwanderungsm\u00f6glichkeiten verbunden ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich also die Festungsmetapher aufgrund ihrer inhaltlichen Leerstellen und Vereinfachungen als analytisch nur bedingt n\u00fctzlich erweist, besitzt sie daf\u00fcr gro\u00dfes politisch-praktisches Potential, um Aufmerksamkeit auf die aus normativer Sicht problematische Ausrichtung und menschenunw\u00fcrdigen Folgen der EU-Migrationspolitik zu richten. Im Falle des Gated Community- und Firewall-Vergleichs ist dies genau umgekehrt: Sie sind analytisch pr\u00e4ziser, scheinen allerdings weniger geeignet, \u00f6ffentliches Mobilisierungspotential zu entfalten. Daher wird die Metapher der Festung Europa vermutlich auch zuk\u00fcnftig ein wichtiger Referenzpunkt im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Protest gegen die europ\u00e4ische Abschottungspolitik bleiben. Eine best\u00e4ndige Reflexion des Ausdrucks und die Suche nach neuen geeigneten Sprachbildern sollten dabei indes nicht ausbleiben.<\/p>\n<h1>Literatur<\/h1>\n<p><em>Balibar, \u00c9tienne<\/em> 2009: Europe as Borderland, in: Environment and Planning D: Society and Space 27: 2, 190-215.<\/p>\n<p><em>Bialasiewicz, Luiza<\/em> 2012: Off-Shoring and Out-Sourcing the Borders of EUrope: Libya and EU Border Work in the Mediterranean, in: Geopolitics 17: 4, 843-866.<\/p>\n<p><em>Bojad\u017eijev, Manuela<\/em>\/<em>Karakayali, Serhat<\/em> 2007: Autonomie der Migration. 10 Thesen zu einer Methode, in: Transit Migration Forschungsgruppe (Hrsg.): Turbulente R\u00e4nder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas, Bielefeld, 203-210.<\/p>\n<p><em>Brambilla, Chiara<\/em> 2015: Exploring the Critical Potential of the Borderscapes Concept, in: Geopolitics 20: 1, 14-34.<\/p>\n<p><em>Broeders, Dennis<\/em> 2007: The New Digital Borders of Europe: EU Databases and the Surveillance of Irregular Migrants, in: International Sociology 22: 1, 71-92.<\/p>\n<p><em>Buckel, Sonja<\/em> 2018: Winter is coming. Der Wiederaufbau des europ\u00e4ischen Grenzregimes nach dem \u201eSommer der Migration\u201c, in: Prokla. Zeitschrift f\u00fcr kritische Sozialwissenschaft 48: 192, 437-457.<\/p>\n<p><em>Cornelius, Wayne A.<\/em>\/<em>Tsuda, Takeyuki<\/em>\/<em>Martin, Philip L.<\/em>\/<em>Hollifield, James F.<\/em> (Hrsg.) 2004: Controlling Immigration: A Global Perspective, Stanford, CA.<\/p>\n<p><em>De Genova, Nicholas<\/em> 2002: Migrant \u201cIllegality\u201d and Deportability in Everyday Life, in: Annual Review of Anthropology 31: 1, 419-447.<\/p>\n<p><em>Dijstelbloem, Huub<\/em>\/<em>Meijer, Albert<\/em>\/<em>Besters, Michiel<\/em> 2011: The Migration Machine, in: Dijstelbloem, Huub\/Meijer, Albert (Hrsg.): Migration and the New Technological Borders of Europe, London, 1-21.<\/p>\n<p><em>Engler, Marcus<\/em> 2019: Umk\u00e4mpfte Externalisierung. Zur Dynamik der Diskussionen \u00fcber regionale \u201eAusschiffungszentren\u201c und ihrer Folgen f\u00fcr die europ\u00e4ische und globale Fl\u00fcchtlingspolitik, in: Zeitschrift f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsforschung 3: 1, 128-145.<\/p>\n<p><em>Favell, Adrian<\/em>\/<em>Hansen, Randall<\/em> 2002: Markets against Politics: Migration, EU Enlargement and the Idea of Europe, in: Journal of Ethnic and Migration Studies 28: 4, 581-601.<\/p>\n<p><em>Foroutan, Naika<\/em> 2019: Die postmigrantische Gesellschaft. Ein Versprechen der pluralen Demokratie, Bielefeld.<\/p>\n<p><em>Forschungsgruppe \u201eStaatsprojekt Europa\u201c<\/em> (Hrsg.) 2014: K\u00e4mpfe um Migrationspolitik. Theorie, Methode und Analysen kritischer Europaforschung, Bielefeld.<\/p>\n<p><em>Geiger, Martin<\/em>\/<em>P\u00e9coud, Antoine<\/em> (Hrsg.) 2010: The Politics of International Migration Management, Houndmills\/New York, NY.<\/p>\n<p><em>Ghosh, Bimal<\/em> (Hrsg.) 2000: Managing Migration: Time for a New International Regime?, Oxford.<\/p>\n<p><em>Guild, Elspeth<\/em>\/<em>Mantu, Sandra<\/em> (Hrsg.) 2011: Constructing and Imagining Labour Migration: Perspectives of Control from Five Continents, Farnham\/Burlington, VT.<\/p>\n<p><em>Hess, Sabine<\/em> 2018: Border as Conflict Zone: Critical Approaches on the Border and Migration Nexus, in: Bachmann-Medick, Doris\/Kugele, Jens (Hrsg.): Migration: Changing Concepts, Critical Approaches, Berlin\/Boston, MA, 83-100.<\/p>\n<p><em>Hess, Sabine<\/em>\/<em>Kasparek, Bernd<\/em>\/<em>Schwertl, Maria<\/em> 2018: Regime ist nicht Regime ist nicht Regime. Zum theoriepolitischen Einsatz der ethnografischen (Grenz-)Regimeanalyse, in: Pott, Andreas\/Rass, Christoph\/Wolff, Frank (Hrsg.): Was ist ein Migrationsregime? What Is a Migration Regime?, Wiesbaden, 257-283.<\/p>\n<p><em>Huysmans, Jef<\/em> 2000: The European Union and the Securitization of Migration, in: Journal of Common Market Studies 38: 5, 751-777.<\/p>\n<p><em>J\u00e4ger, Siegfried<\/em> 2011: Diskurs und Wissen. Theoretische und methodische Aspekte einer Kritischen Diskurs- und Dispositivanalyse, in: Keller, Reiner\/Hirseland, Andreas\/Schneider, Werner\/Vieh\u00f6ver, Willy (Hrsg.): Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 1: Theorien und Methoden, 3. Auflage, Wiesbaden, 91-124.<\/p>\n<p><em>Kasparek, Bernd<\/em> 2019: Europas Grenzen: Flucht, Asyl und Migration. Eine kritische Einf\u00fchrung, Berlin.<\/p>\n<p><em>Lahav, Gallya<\/em>\/<em>Guiraudon, Virginie<\/em> 2000: Comparative Perspectives on Border Control: Away from the Border and Outside the State, in: Andreas, Peter\/Snyder, Timothy (Hrsg.): The Wall Around the West: State Borders and Immigration Controls in North America and Europe, New York, NY, 55-77.<\/p>\n<p><em>Meyer, Katrin<\/em>\/<em>Purtschert, Patricia<\/em> 2008: Migrationsmanagement und die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung, in: Purtschert, Patricia\/Meyer, Katrin\/Winter, Yves (Hrsg.): Gouvernementalit\u00e4t und Sicherheit. Zeitdiagnostische Beitr\u00e4ge im Anschluss an Foucault, Bielefeld, 149-172.<\/p>\n<p><em>Mezzadra, Sandro<\/em> 2011: The Gaze of Autonomy: Capitalism, Migration and Social Struggles, in: Squire, Vicki (Hrsg.): The Contested Politics of Mobility: Borderzones and Irregularity, London\/New York, NY, 121-142.<\/p>\n<p><em>Mezzadra, Sandro<\/em>\/<em>Neilson, Brett<\/em> 2013: Border as Method, or, the Multiplication of Labor, Durham.<\/p>\n<p><em>Morris, Lydia<\/em> 2002: Managing Migration: Civic Stratification and Migrants\u2019 Rights, London\/New York, NY.<\/p>\n<p><em>Moulier Boutang, Yann<\/em> 2007: Europa, Autonomie der Migration, Biopolitik, in: Pieper, Marianne\/Atzert, Thomas\/Karakayali, Serhat\/Tsianos, Vassilis (Hrsg.): Empire und die biopolitische Wende. Die internationale Diskussion im Anschluss an Hardt und Negri, Frankfurt a.M.\/New York, NY, 169-178.<\/p>\n<p><em>Parker, Noel<\/em>\/<em>Vaughan-Williams, Nick<\/em> 2009: Lines in the Sand? Towards an Agenda for Critical Border Studies, in: Geopolitics 14: 3, 582-587.<\/p>\n<p><em>Schmid, Bernhard<\/em> 2016: Der Festungsgraben. Flucht und Migrationspolitiken im Mittelmeerraum, M\u00fcnster.<\/p>\n<p><em>Transit Migration Forschungsgruppe<\/em> (Hrsg.) 2007: Turbulente R\u00e4nder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas, Bielefeld.<\/p>\n<p><em>van Houtum, Henk<\/em>\/<em>Pijpers, Roos<\/em> 2007: The European Union as a Gated Community: The Two-Faced Border and Immigration Regime of the EU, in: Antipode 39: 2, 291-309.<\/p>\n<p><em>Walters, William<\/em> 2006: Rethinking Borders Beyond the State, in: Comparative European Politics 4: 2-3, 141-159.<\/p>\n<p><em>Wilcke, Holger<\/em> 2018: Illegal und unsichtbar? Papierlose Migrant*innen als politische Subjekte, Bielefeld.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"\/\/0D621C1C-3D6B-4108-AF3F-F8758CA09CC0#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/missingmigrants.iom.int\/region\/mediterranean<\/p>\n<p><em><strong>Verfasser des Beitrages<\/strong>: David Niebauer<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Zuletzt \u00fcberarbeitet:<\/strong>\u00a020.03.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Copyright Foto: Fabian Wagner\u00a0 Festung Europa \u2013 Reflexion einer kritisch intendierten Metapher von David Niebauer (M\u00e4rz 2020) Z\u00e4une aus Stacheldraht, meterhohe Barrieren, digitale \u00dcberwachungstechnik oder unterlassene Seenotrettung: Die Ma\u00dfnahmen, mit denen die Europ\u00e4ische Union versucht, Migrant*innen zu kontrollieren und von Europa fernzuhalten, sind vielf\u00e4ltig. Und sie enden oftmals t\u00f6dlich. So starben nach Sch\u00e4tzungen der Internationalen &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/2020\/03\/12\/festung-europa\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eFestung Europa\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4043,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,1227],"tags":[1227],"class_list":["post-481","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-migration","tag-migration"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4043"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=481"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/481\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":902,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/481\/revisions\/902"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/fkfkollektiv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}