November 2021 ist Anti-Gewalt-Monat

Jährlich am 25.11. begehen Menschen weltweit den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Daher erklären wir den November 2021 zum Anti-Gewalt-Monat und laden dazu ein, ein Zeichen für eine Welt frei von Gewalt gegen Frauen zu setzen – auf der Demonstration am 25. November, mit der Teilnahme an einem Empowerment-Workshop oder dem Teilen unserer Blogbeiträge.

“Wenn die ganze Welt schweigt, kann auch eine Stimme mächtig sein.”

Malala Yousafzai, Aktivistin für die Rechte von Mädchen und Frauen in Pakistan

Der Aktions- und Gedenktag geht auf die Vergewaltigung und Ermordung von Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern vom militärischen Geheimdienst ermordet, weil sie sich dem politischen Widerstand gegen die Trujillo-Diktatur angeschlossen hatten. In Erinnerung an das Verbrechen und die Ermordeten begingen lateinamerikanische und karibische Frauenrechtler*innen den Jahrestag rund zwanzig Jahre später erstmals als Gedenktag gegen Gewalt gegen Frauen. Ende 1999 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ zu erklären. Seitdem finden an diesem Datum weltweit jährlich Protest- und Aufklärungsaktionen gegen Gewalt gegen Frauen statt.

Aktiv werden: sich informieren

Auch die Freie Universität ist regelmäßig dabei: In den letzten beiden Jahren fand jeweils ein universitätsweiter Beratungstag statt. In diesem Jahr nutzen das Team Zentrale Frauenbeauftragte und die Arbeitsgruppe Gegen Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (AG SBDG) den gesamten November, um über sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG) aufzuklären, zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Im Laufe des Monats werden wir in diesem Blog Daten und Fakten teilen, spannende Projekte der Freien Universität vorstellen und alle Universitätsangehörigen dazu ermutigen, auch selbst gegen jegliche Form der Gewalt gegen Frauen aktiv zu werden. Der Umgang mit SBDG an Hochschulen, Merkmale und Erscheinungsformen von SBDG, die Bedeutung von SBDG für das Amt der Frauenbeauftragten, Eindrücke von der zentralen Kundgebung am 25. November – darüber wird in den nächsten Wochen hier zu lesen sein.

Im Interview mit campus.leben erläutert Wendy Stollberg, Geschäftsführung des AG SBDG, ausführlich die Idee dieses Aktionsmonats; die wichtigsten Informationen sind gebündelt in einer Pressemitteilung verfügbar. Begleitet wird der Monat von Stories auf dem Instagram-Account der FU, die in einem Highlight gebündelt sind. Weitere Informationen zum Thema SBDG und sowie zur Arbeit der AG bietet die Nein-heißt-Nein-Webseite der Freien Universität. Wer Fachinformationen benötigt, über das Thema forscht oder journalistisch berichtet, findet beim aktuellen Expert*innenservice kundige Ansprechpersonen zu den Themen Gewalt gegen Frauen und sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt.

Aktiv werden: Workshops besuchen

Wie können Gewalt- und Gefahrensituationen rechtzeitig erkannt werden? Wie können Grenzüberschreitungen wirksam abgewehrt werden? Wie kann eine effektive Notwehr gegenüber körperlichen Übergriffen aussehen? Antwort auf diese Fragen gibt ein kostenfreier Schnupper-Workshop Selbstverteidigung, offen für alle Studentinnen und Mitarbeiterinnen, der darauf abzielt, das Selbstvertrauen im Alltag wie auch in Ausnahmesituationen grundlegend zu stärken.

Schnupper-Workshop Selbstverteidigung: Freitag, 5. November 2021, 11–13 Uhr, Habelschwerdter Allee 45 (Silberlaube), Übungsraum JK 26/140 – zur Anmeldung

Wie kann ich mich in Auseinandersetzungen besser durchsetzen? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten geben mir die Kraft, selbstbestimmt meinen Weg zu gehen? Ein Empowerment-Workshop mit der Diplompsychologin Brigitte Reysen-Kostudis lädt dazu ein, innere Kraftquellen zu erschließen und persönliche Ziele zu benennen. Darauf aufbauend erkunden die Teilnehmerinnen, was sie auf ihrem Weg stützt und was ihnen hilft, mit Hindernissen umzugehen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, sich auf kreative und achtsamkeitsbasierte Methoden einzulassen.

Empowerment-Workhop: Dienstag, 23. November 2021, 14:00–16:30 Uhr, online – Anmeldungen bitte per Email an reysen@zedat.fu-berlin.de

Beide Angebote richten sich an FLINT-Personen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität diskriminiert werden, also an Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen.

Aktiv werden: Preisverleihung besuchen

Seit 1995 würdigt die Freie Universität mit dem Margherita-von-Brentano-Preis alle zwei Jahre besondere Leistungen in der Gleichstellung oder der Geschlechterforschung. 2021 geht der mit 15.000 Euro dotierte Preis an das Datenbankprojekt Femi(ni)zidmap: Damit wird eine Initiative ausgezeichnet, die seit 2019 Tötungsdelikte an Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts dokumentiert und damit zu Geschlechtergerechtigkeit in der Rechtswissenschaft beiträgt. Die Jury betont in ihrer Begründung, die aus Studierenden, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen bestehende Gruppe leiste mit ihrem Projekt „Pionierarbeit“ auf einem Feld, das erst in jüngster Zeit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt sei. In der Datensammlung sieht die Jury einen wichtigen Beitrag dazu, die Tötungsdelikte aufzuarbeiten und ihnen entgegenzuwirken.

Die Preisverleihung richtet das Margherita-von-Brentano-Zentrum aus. Die Laudatio hält Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Margherita-von-Brentano-Preisträgerin 2017.

Preisverleihung: Dienstag, 16. November 2021, 18–20 Uhr, Online via Webex – zur Anmeldung

Aktiv werden: Ausstellung besuchen

Für virtuelle Besuche weiterhin geöffnet ist eine Online-Ausstellung, die Studierende des Seminars „#MeToo und die Universität“ unter Leitung von Heike Pantelmann und Tanja Wälty vom Margherita-von-Brentano-Zentrum (MvBZ) im WS 2019/20 erarbeitet haben. Die Seminargruppe analysierte sexualisierte Gewalt an der Hochschule aus einer feministischen und machtkritischen Perspektive. Mit Plakaten und Diagrammen veranschaulichen die Studierenden die asymmetrischen Machverhältnisse in der Hochschule, die Rechtslage, den medialen Umgang mit dem Thema und dessen gesellschaftliche Wahrnehmung. Fotos dokumentieren den Aktionstag gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt an der Universität des MvBZ, in dessen Rahmen die Ergebnisse im Februar 2020 präsentiert wurden. Neben Sachinformationen zeigt die Ausstellung mit einer „Wäscheleine“ voller persönlicher Erfahrungen von Übergriffen und fotografischen Eindrücken einer Protestperformance auch die emotionale Dimension des Themas.

Aktiv bleiben: auch 2022

Die Auseinandersetzung mit sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt an der Freien Universität geht auch nach dem Anti-Gewalt-Monat weiter. Am 17. Februar 2022 findet ein Workshop für Beschäftigte zum Thema Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz – Hintergründe und Handlungsräume statt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Beschäftigte mit Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Leitungsaufgaben, in Bibliotheken, Studien- und Prüfungsbüros. Mit Heike Pantelmann, Geschäftsführung und Frauenbeauftragte des Margherita-von-Brentano-Zentrums, und Wendy Stollberg, Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte und Geschäftsführung der AG SBDG, leiten zwei Expertinnen den Workshop, die auch in der AG SBDG aktiv sind.


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