Was Frauen im März fordern und feiern

Equal Pay Day, Equal Care Day, Internationaler Frauentag: Rund um diese Aktionstage finden im März zahlreiche Veranstaltungen statt. Eine Auswahl aus Politik, Wissenschaft und Kultur ist hier zusammengestellt. Frauen kämpfen seit Generationen für zentrale Forderungen: gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, faire Verteilung der Care-Arbeit, Schutz vor sexualisierter Gewalt und das Recht auf Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen.

Zuerst war der Frauentag: Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag bereits in den ersten Jahren nach seiner Einführung im Jahr 1911 begangen wurde. Eine zentrale Rolle bei der Ausrufung und Etablierung des Frauentags spielten die deutschen Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker. Die Festlegung auf den 8. März erfolgte in den 1920er Jahren. Ein Feiertag ist der Frauenkampftag mittlerweile in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Angesichts von Gewalt, ökonomischer Abhängigkeit und politischer Benachteiligung ist es wichtiger denn je, sich für die Freiheit und Sicherheit von Frauen, Lesben, Inter-, nichtbinären-, Trans- und A-gender-Personen (FLINTA*) einzusetzen und für ihre Rechte stark zu machen.

2026 ist der Equal Pay Day in Deutschland am 27. Februar. Der Tag markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern im Vorjahr zu kommen. Seit 2024 beträgt er in Deutschland 16 Prozent und seit 2008 wird der Equal Pay Day in Deutschland als internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit begangen.

Der Equal Care Day feiert am 1. März 2026 sein 10-jähriges Jubiläum. Als Aktionstag macht er auf die strukturelle Ungleichheit in der Care-Arbeit aufmerksam und verfolgt das Ziel, Care-Arbeit als gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe zu verstehen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Care-Leistende unterstützen und entlasten.


Gleichstellungs-Lunch

Es ist angerichtet zum Equal Pay Day. Das Team der Bundesstiftung Gleichstellung bringt das Thema „Der Gender Pay Gap unter der Lupe“ bei seinem monatlichen Gleichstellungs-Lunch auf den Tisch. Bis zum 27. Februar dieses Jahres arbeiteten Frauen in Deutschland statistisch gesehen unentgeltlich – denn aufgrund des Gender Pay Gaps von 16 Prozent erhalten sie im Vergleich zu Männern für dieselbe Erwerbsarbeit weniger Lohn. Noch später im Jahr läge der Equal Pay Day, wenn zusätzliche Faktoren wie Herkunft, Wohnort, Alter oder berufliche Position in die Berechnung der Lohnlücke einfließen würden.

Zeit & Ort: Mittwoch, 4. März 2026 | 13:00-13:30 Uhr | online | Anmeldung


Gender Pay Gap an Hochschulen

Professorinnen verdienen monatlich bis zu 800 Euro weniger als Professoren. Dieser Gender Pay Gap wird nun wissenschaftlich untersucht.

Beitrag der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Hochschulen (LakoF) zum Equal Pay auf Linkedin. Mehr Informationen zum Gender Pay Gap bei Berliner Professor*innen auf der Webseite der LakoF. Foto: Christian Demarco

Entgelttransparenz und Lohngerechtigkeit

Zur Podiumsdiskussion „Zwischen Anspruch und Ausrede. Deutschland am Scheideweg zu echter Lohngerechtigkeit?“ laden die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Bezirke Spandau und Pankow ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz, die bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt sein muss. In Deutschland verzögert sich die Umsetzung, obwohl das geltende Entgelttransparenzgesetz als unzureichend gilt.

Zeit & Ort: Freitag, 6. März 2026 | 18:00-20:00 Uhr | Rathaus Pankow, Breite Straße 24a-26, 13187 Berlin | Anmeldung bis 5. März 2026


Workshop zu gerechter Sorgearbeit

Frauen nehmen länger Elternzeit, arbeiten in Teilzeit und bleiben häufiger zu Hause, wenn die Kinder krank sind oder die eigenen Eltern gepflegt werden müssen. Wie sich Fürsorgearbeit fairer und gerechter verteilen lässt, zeigt der Workshop „Gerechtere Sorge-Arbeit? Das geht!“, den die Zentral- und Landesbibliothek Berlin am Equal Care Day anbietet. Der Workshop beleuchtet Hintergründe, aktuelle Ansätze und zukunftsweisende Forderungen. Jede Person ab 13 Jahren ist eingeladen, mitzudenken, Perspektiven einzubringen und aktiv an Lösungen mitzuwirken

Zeit & Ort: Sonntag, 1. März 2026 | 11:30-13:30 Uhr |Amerika-Gedenkbibliothek, Blücherplatz 1, 10961 Berlin-Kreuzberg| ohne Anmeldung 


Hybrider Austausch über Care-Arbeit

Ein virtuelles Equal Care Day-Festival veranstaltet der Bundesverband Equal Care. Auf dem Programm stehen verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, mit denen auf die ungleiche Verteilung und mangelnde Wertschätzung von Care-Arbeit aufmerksam gemacht wird: Workshops, Austausch- und Diskussionsprogramme, Vernetzungsmöglichkeiten und Raum für Zoom- oder Web-Sessions für pflegende Angehörige. Eine Aktionslandkarte informiert zudem über Veranstaltungen deutschlandweit.

Zeit & Ort: Sonntag, 1. März 2026 | 10:30-16:30 Uhr | onlineAnmeldung und Tickets ab 20,00 €


Demonstrieren am Frauentag

„Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ unter diesem Motto ruft ein breites Bündnis zur Demonstration am Internationalen Frauenkampftag auf. Protestiert wird für diskriminierungsfreie Bildung, Entgeltgleichheit, die Umverteilung von Care-Arbeit, die Abschaffung des § 218 und für besseren Schutz vor sexualisierter Belästigung und Gewalt. Zu der Demonstration rufen zahlreiche Organisationen und Initiativen auf, darunter der DGB Berlin-Brandenburg, die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin, das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, der Flüchtlingsrat Berlin und die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser.

Zeit & Ort: Sonntag, 8. März 2026 | 11:30 Uhr | Treffpunkt Oranienplatz, 10999 Berlin | Aufruf


Frauenstreik – auf der Straße

Feministische Initiativen wie das Töchterkollektiv und Enough! Genug! rufen dazu auf, den Internationalen Frauentag um einen Streiktag am 9. März zu erweitern. Frauen weltweit wollen ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit niederlegen und so für echte Gleichstellung, besseren Schutz vor Gewalt und soziale Gerechtigkeit protestieren. Eine digitale Berlin-Karte gibt einen Überblick über die Berliner Streik-Aktionen. Zentraler Ort dafür ist das Brandenburger Tor.

Zeit & Ort: Montag, 9. März 2026 | 11:00-18:00 UhrBrandenburger Tor, Pariser Platz, 10117 Berlin


…und im Kino

Eintritt frei: Zur Vorführung des Dokumentarfilms „Ein Tag ohne Frauen“ lädt das Deutsche Theater ein. Der Film erzählt von dem Tag im Herbst 1975, an dem 90 Prozent der isländischen Frauen die Arbeit niederlegten, ihre Häuser verließen und sich weigerten, zu arbeiten, zu kochen oder sich um Kinder und Haushalt zu kümmern.

Zeit & Ort: Samstag, 7. März 2026 | 17:00-18:10 UhrDeutsches Theater, Schumannstraße 13 A, 10117 Berlin


Gedenken an Hatun Sürücü

Anlässlich des Internationalen Frauentags lädt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus in diesem Jahr erstmals zu einem Hatun-Sürücü-Empfang ein. Der Frühstücks-Empfang knüpft an den seit 13 Jahren verliehenen Hatun-Sürücü-Preis an. Diese Veranstaltung soll die Erinnerung an Hatun Sürücü bewahren. Sie wurde am 7. Februar 2005 ermordet, weil sie selbstbestimmt und frei leben wollte.

Zeit & Ort: Dienstag, 3. März 2026 | 8:30-10:00 Uhr | Berliner Abgeordneten Haus, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin | Anmeldung


Hilfe und Beratung

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ stellt zum Internationalen Frauentag ein Sharepic zur Verfügung, das in sozialen Medien geteilt werden kann, um betroffene Frauen, Angehörige und Fachkräfte auf ihr Beratungsangebot aufmerksam zu machen.


Männlichkeitsnormen und Feminismus

Unter dem Titel „Man Enough to Care, Gemeinsam sind wir stärker“ veranstaltet die Heinrich-Böll-Stiftung einen Praxistag, um Gleichstellung als gemeinsame Aufgabe und als Gewinn für alle Geschlechter zu diskutieren. Expert*innen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur laden zum Zuhören, Mitdenken und Diskutieren ein und zeigen, wie festgefahrene Männlichkeitsnormen unser Zusammenleben auf allen Ebenen prägen – und wie viel Veränderung möglich ist, wenn Feminismus nicht als Verlustgeschäft für Männer gesehen wird.

Zeit & Ort: Sonntag, 8. März 2026 | 13:00-20:00 Uhr | Online oder im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin | Anmeldung |  Livestream


Frauenpreis für Frauenfußball

Einen Tag nach dem Internationalen Frauentag findet die Verleihung des Berliner Frauenpreises 2026 statt. Ausgezeichnet werden die Gründerinnen des Frauenteams des FC Viktoria 1889 Berlin – Ariane Hingst, Verena Pausder, Tanja Wielgoß, Felicia Mutterer, Katharina Kurz und Lisa Währer ­– für ihr herausragendes Engagement und ihren langjährigen Einsatz für Gleichberechtigung und Wandel im deutschen Fußball.

Zeit & Ort: Montag, 9. März 2026 | ab 18:00 Uhr | Rotes Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin | Anmeldung bis 27. Februar 2026


Wohnen und Geschlechterverhältnisse

In dem Fachvortrag „Die Wohnküche in Zeiten der Wohnungsnot: Zum Erbe einer feministischen Wohnutopie“ beleuchtet Dr. Carolin Genz, Stadt- und Wohnforscherin, wie sich auf dem Berliner Wohnungsmarkt zunehmend Praktiken durchsetzen, die soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten räumlich verfestigen.

Sie ordnet diese aktuelle Entwicklung historisch ein und zeigt, dass Fragen von Wohnen, Küche und Geschlechterverhältnissen seit dem späten 19. Jahrhundert eng miteinander verwoben sind. Die Veranstaltung spannt einen Bogen bis in die Gegenwart und diskutiert den feministischen Gehalt heutiger Wohngrundrisse und Wohnküchen.

Zeit & Ort: Dienstag, 17. März 2026 | 18:00-20:00 Uhr | online oder im Abgeordnetenhaus von Berlin, Raum 113, Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin | Anmeldung


Informationen zu weiteren Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag sowie zum Frauenmärz in Berliner Bezirken finden sich auf dem Hauptstadtportal.


2 Gedanken zu „Was Frauen im März fordern und feiern“

  1. Hallo,
    Als regelmäßige: Leser:in eures Blogs, bin ich einerseits sehr dankbar, dass ihr die Veranstaltungstipps gesammelt habt. Solche Übersichten braucht es! Aber ich finde es schade, dass ihr ausschließlich von Frauen sprecht. Als nicht-binäre Person, die an der FU studiert hat, verletzt mich das und ich meine auch, dass das mal anders war.

    Please. Do better! Ihr habt das geschlechter*gerecht im Namen und wir müssen alle gemeinsam gegen den Backlash arbeiten.

    1. Hallo,
      vielen Dank für den wichtigen Hinweis. Wir haben den Beitrag dahingehend überarbeitet und werden in Zukunft darauf achten, konsequent diversitätssensibel zu schreiben.

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