{"id":1045,"date":"2021-12-24T16:00:00","date_gmt":"2021-12-24T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=1045"},"modified":"2023-06-26T11:14:33","modified_gmt":"2023-06-26T09:14:33","slug":"30-jahre-hauptberufliche-frauenbeauftragte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2021\/12\/24\/30-jahre-hauptberufliche-frauenbeauftragte\/","title":{"rendered":"30 Jahre hauptberufliche Frauenbeauftragte"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"726\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-1024x726.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-755 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-1024x726.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-300x213.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-768x545.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-1536x1089.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625-1200x851.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/11\/2021-11-25_11-34-41_tomberg-e1640011287625.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>1991 wurde mit Christine F\u00e4rber die erste hauptamtliche Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t gew\u00e4hlt. In den Fachbereichen gab es bereits Frauenbeauftragte, als das Amt gesetzlich noch nicht vorgesehen war. Seitdem hat die FU beachtliche gleichstellungspolitische Erfolge verbuchen k\u00f6nnen, dennoch bleibt weiterhin einiges zu tun, um Chancengerechtigkeit zu erreichen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Grundlegend f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Amtes der Frauenbeauftragten an Hochschulen war eine Novellierung des bundesweiten Hochschulrahmengesetzes im November 1985. Neu war, dass Hochschulen nun auf die Beseitigung der Benachteiligung von Wissenschaftlerinnen hinzuwirken hatten. Da Hochschulrecht Landesrecht ist, war daraufhin eine Anpassung des Berliner Hochschulgesetz notwendig. Die damalige Senatsfrauenbeauftragte Carola von Braun hatte das ebenso im Blick wie frauenbewegte Akteurinnen an den Hochschulen. Noch ehe das Landeshochschulgesetz angepasst wurde, machten sie sich daran, ein Konzept f\u00fcr das Amt einer Frauenbeauftragten an Hochschulen zu entwickeln und auf dessen Verwirklichung hinzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Erste Frauenbeauftragte in den Fachbereichen \u2013 ein Amt entsteht von unten<\/p>\n\n\n\n<p>An der Freien Universit\u00e4t gab es bereits seit 1986 Frauenbeauftragte in den Fachbereichen und  Zentralinstituten. Der Akademische Senat hatte diese Position als Bindeglied zwischen der Zentraleinrichtung zur F\u00f6rderung von Frauenstudien und Frauenforschung (ZE) und den Bereichen vorgesehen \u2013\u201ezur Vertretung frauenspezifischer Interessen\u201c. Die ersten Frauenbeauftragten wurden nicht gew\u00e4hlt, sondern von den Bereichen benannt. Deren Aufgabe sollte sein, \u201eder Diskriminierung von Frauen innerhalb der Wissenschaft und Forschung, der Lehre sowie am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die eigentliche T\u00e4tigkeit war wenig konkret. Profil und Aufgaben n\u00e4her zu bestimmen, lag zun\u00e4chst in den H\u00e4nden der Frauenbeauftragten selbst. Im Beirat der ZE vernetzt, beschlossen sie im Juni 1986 eine erste &#8222;Regelung f\u00fcr die Frauenbeauftragten an den Fachbereichen und Zentralinstituten an der Freien Universit\u00e4t&#8220;. Darin war festgehalten, dass die Frauenbeauftragte die Interessen der Frauen an dem Bereich vertritt, F\u00f6rderma\u00dfnahmen initiiert und Frauen bei Beschwerden, insbesondere bei Diskriminierungen und sexuellen Bel\u00e4stigungen ber\u00e4t und unterst\u00fctzt. Als Wahlgremium war eine Frauenvollversammlung vorgesehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Beauftragte f\u00fcr Frauenfragen \u2013 die gesetzliche Regelung<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201e\u00a7 59 Beauftragte f\u00fcr Frauenfragen\u201c des novellierten Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) wurde im November 1986 das Amt der hauptberuflichen Frauenbeauftragten rechtlich verankert. Optional konnten Hochschulen auch \u201eBeauftragte auf Fachbereichsebene\u201c vorsehen. Diese Novellierung war ein Meilenstein in der Entwicklung der Gleichstellungspolitik an Berliner Hochschulen, doch die Stellung der Frauenbeauftragten, ihre Rechte und Handlungsm\u00f6glichkeiten waren darin nur grob skizziert. Die Konkretisierung des Amtes und seiner Rahmenbedingungen \u00fcberantwortete das Gesetz weitgehend den Hochschulen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine hochschul\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe aktiver Frauen, initiiert von der ZE, erarbeitete ab 1987 Vorschl\u00e4ge zur Ausgestaltung des Amtes. Mit der &#8222;Einstweiligen Regelung zur Beauftragten von Frauenfragen&#8220; definierte die Freie Universit\u00e4t 1989 Aufgaben und Rechtsstellung des Amtes. Anders als von der Frauen-Arbeitsgruppe gefordert, w\u00e4hlte nun der Akademische Senat die Frauenbeauftragte. Verbindliche Zielvorgaben der Hochschule waren genauso wenig vorgesehen wie ein Vetorecht oder klar definierte Kompetenzen der Amtsinhaberin, weshalb die ZE  &#8222;deren zuk\u00fcnftige Bem\u00fchungen zur Wirkungslosigkeit verurteilt&#8220; sah.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der umfangreichen Novellierung des BerlHG im Oktober 1990 durch den mehrheitlich mit Frauen besetzten rot-gr\u00fcnen Senat verbesserte sich die rechtliche Grundlage. Die \u00c4mter der hauptberuflichen Frauenbeauftragten, ihrer nebenberuflichen Stellvertreterinnen, der nebenberuflich t\u00e4tigen Frauenbeauftragten der Bereiche und ihrer Stellvertreterinnen wurden rechtlich verankert. Diese Novellierung sicherte auch weitere wesentliche Elemente gesetzlich ab: die Weisungsfreiheit, das Recht auf \u00d6ffentlichkeitsarbeit, das Beteiligungsrecht, das suspensive Veto, das Recht auf angemessene Ausstattung sowie die Nebenberuflichkeit auf dezentraler Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die erste hauptamtliche Frauenbeauftragte<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"212\" height=\"300\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-212x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1055\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-212x300.jpg 212w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-722x1024.jpg 722w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-768x1089.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-1083x1536.jpg 1083w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-1444x2048.jpg 1444w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-1200x1702.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/12\/FU-N-Titel_1992_Christine-F\u00e4rber_Dvfe79mXQAE6VW8-scaled.jpg 1805w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 85vw, 212px\" \/><figcaption>Christine F\u00e4rber, auf dem Titel der <br>FU-Nachrichten, 1992<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 1991 trat mit Christine F\u00e4rber die erste hauptberufliche Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t ihr Amt an. Die junge Politikwissenschaftlerin \u2013 bei Amtsantritt 26 Jahre alt und frisch promoviert \u2013 engagierte sich gleich zu Beginn ihrer Amtszeit f\u00fcr ein Thema, das an der Hochschule bis heute oft tabuisiert wird. Sie initiierte 1992 eine Bestandsaufnahme zu <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2021\/11\/25\/frauenbeauftragte-gegen-sexualisierte-gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">sexueller Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen<\/a> an der FU. Wichtige strukturelle Grundlagen f\u00fcr die Gleichstellung an der FU wurden in ihrer Amtszeit etabliert: die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/media\/frauenfoerderrichtlinien.pdf\" target=\"_blank\">Frauenf\u00f6rderrichtlinien<\/a>, die der Akademische Senat 1993 verabschiedete, und das Anreizsystem Frauenf\u00f6rderung, das die Vergabe eines Teils der Mittel f\u00fcr Forschung und Lehre nach Leistungen in der Frauenf\u00f6rderung regelte. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch an der landesweiten Vernetzung der Hochschulfrauenbeauftragten in der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.lakof-berlin.de\/index.html\" target=\"_blank\">LakoF Berlin<\/a>, deren erste Sprecherin sie war, wirkte Christine F\u00e4rber aktiv mit. Mit einem Ratgeber f\u00fcr Frauen auf dem Weg zur Professur trug die sp\u00e4tere Professorin f\u00fcr Empirische Sozialforschung an der HAW Hamburg auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt 1999 weiter zur Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen bei. Nach ihrem Tod 2018 w\u00fcrdigte die FU ihre Verdienste um die Gleichstellungspolitik als wegweisend f\u00fcr die Frauenf\u00f6rderung an unserer Universit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ausweitung der Aufgabenfelder<\/p>\n\n\n\n<p>Der ersten hauptamtlichen Frauenbeauftragten der FU folgte 1999 Mechthild Koreuber nach, die inzwischen seit \u00fcber 20 Jahren gleichstellungspolitisch auf zentraler Ebene t\u00e4tig ist. Seit ihrem Amtsantritt wurde mit den <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/gleichstellung\/frauenfoerderung\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">W1- und W2-auf-Zeit-Programmen<\/a> eine systematische Frauenf\u00f6rderung auf professoraler Ebene etabliert. Mechthild Koreuber war ebenfalls als Sprecherin der LakoF Berlin aktiv und acht Jahre lang im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bukof.de\/wp-content\/uploads\/21-Historie-der-Vorstandsmitglieder.pdf\" target=\"_blank\">Vorstand der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof)<\/a>. Stellung und Aufgabenbereich der Frauenbeauftragten erweiterten sich in den ersten Jahren ihrer Amtszeit durch eine weitere Novellierung des BerlHG erheblich. Bis dahin waren die Frauenbeauftragten laut Landeshochschulgesetz an allen <em>die Frauenf\u00f6rderung betreffenden <\/em>Angelegenheiten zu beteiligen. Die 2001 novellierte Formulierung, die bis heute im BerlHG steht, sieht im Unterschied dazu vor, Frauenbeauftragte bei allen<em> &#8222;die Frauen betreffenden <\/em>strukturellen, organisatorischen und personalen Angelegenheiten&#8220; zu beteiligen. Mit dieser \u00c4nderung wurde gesetzlich anerkannt, dass Gleichstellung nicht darauf beschr\u00e4nkt ist, Frauen durch geeignete Programme und Ma\u00dfnahmen zu st\u00e4rken. Als notwendig wird inzwischen erachtet, diskriminierende Strukturen und Prozesse in der gesamten Organisation zu identifizieren und diese zu beseitigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dementsprechend vielf\u00e4ltig sind mittlerweile die T\u00e4tigkeitsfelder der Frauenbeauftragten: Einstellungs- und Berufungsverfahren begleiten, Steuerungsinstrumente gleichstellungsorientiert gestalten, Frauenf\u00f6rderprogramme entwickeln, sexualisierter Bel\u00e4stigung, Diskriminierung und Gewalt entgegenwirken, Vereinbarkeit von Studium bzw. Karriere und Familienaufgaben f\u00f6rdern, Geschlechterforschung sowie Genderkompetenz st\u00e4rken, \u00fcber Gleichstellung informieren, sich mit Gleichstellungsakteur*innen universit\u00e4ts-, landes- und bundesweit vernetzen, professionelles gleichstellungspolitisches Handeln  durch Qualifizierung unterst\u00fctzen. Einen \u00dcberblick \u00fcber dieses Spektrum vermittelt der Wissenschaftlerinnen-Rundbrief zum Thema <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/media\/WRB_022017_Webversion.pdf\" target=\"_blank\">30 Jahre Frauenbeauftragte an der Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a>, mit dem wir 2017 an die Anf\u00e4nge des Amtes auf Bereichsebene erinnerten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gleichstellungspolitische Errungenschaften<\/p>\n\n\n\n<p>In den nunmehr gut 30 Jahren einer institutionalisierten Gleichstellungspolitik an der Freien Universit\u00e4t hat sich viel getan. Der Frauenanteil an unbefristeten Professuren ist von rund 8 % 1991 auf inzwischen 36 % (2020) gestiegen. Einen erheblichen Anteil daran hatten die FU-Frauenf\u00f6rderprogramme, die Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur durch befristete Professuren f\u00f6rdern. Die Freie Universit\u00e4t war mit ihrem Gleichstellungskonzept  in allen drei F\u00f6rderperioden des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/bmbf\/de\/forschung\/chancengerechtigkeit-und-vielfalt-im-wissenschaftssystem\/frauen-im-wissenschaftssystem\/das-professorinnenprogramm.html\" target=\"_blank\">Professorinnenprogramms<\/a> des Bundes und der L\u00e4nder erfolgreich, zuletzt sogar mit dem Pr\u00e4dikat &#8222;Gleichstellung: ausgezeichnet!&#8220;. F\u00fcr ihre gleichstellungsorientierte Personalpolitik hat sie seit 2002 siebenmal in Folge das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.total-e-quality.de\/award-winners\/database\/106\/freie-universitat-berlin\/\" target=\"_blank\">TOTAL E-QUALITY Pr\u00e4dikat<\/a> erhalten. Eine grundlegende Voraussetzung f\u00fcr den gleichstellungspolitischen Erfolg waren und sind die Frauenbeauftragten, die universit\u00e4tsweit wie auch bereichsbezogen Ma\u00dfnahmen entwickeln und begleiten. Als Ideen- und Impulsgeberinnen gestalten sie zentral wie dezentral Gleichstellungspolitik und setzen eigene Akzente.<\/p>\n\n\n\n<p>So richten die Projekte <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/projekte\/mintoring\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MINToring<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/projekte\/toolbox\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Toolbox Gender und Diversity in der Lehre<\/a> unter (Ko-)Leitung der zentralen Frauenbeauftragten den Fokus auf die Studentinnengewinnung f\u00fcr MINT-F\u00e4cher bzw. die Sensibilisierung Lehrender f\u00fcr gender- und diversit\u00e4tsgerechte Lehre. Die AG SBDG entwickelt Ma\u00dfnahmen gegen sexualisierte Bel\u00e4stigung, Diskriminierung und Gewalt; deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte, bietet Beratung zu dem Thema an. Einen weiteren Schwerpunkt, der dem Profil der FU als Internationale Netzwerkuniversit\u00e4t Rechnung tr\u00e4gt, bilden internationale Projekte des Teams Zentrale Frauenbeauftragte wie <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/projekte\/equip\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EQUIP<\/a>, die auf Austausch und Vernetzung mit Gleichstellungsakteur*innen in verschiedenen Weltregionen abzielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zuk\u00fcnftige Herausforderungen<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der beeindruckenden Erfolge der letzten Jahrzehnte ist der gesetzliche Gleichstellungsauftrag noch nicht erf\u00fcllt. Hinter ihrem selbst gesteckten Ziel f\u00fcr 2020, 40 % ihrer unbefristeten Professuren mit Frauen besetzt zu haben, blieb die FU deutlich zur\u00fcck. Als neuen Stichtag f\u00fcr diese Marke hat sie sich im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/universitaet\/media\/gleichstellungskonzept-2021.pdf\" target=\"_blank\">Gleichstellungskonzept 2021-2026<\/a> den 31. Dezember 2025 gesetzt und zugleich erheblichen Handlungsbedarf in diesem Bereich konstatiert. Dazu bedarf es neuer Instrumente, da befristete Professuren angesichts der bundesweiten Einf\u00fchrung der Tenure-Track-Professur an Attraktivit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft haben. Daher entschied sich das Pr\u00e4sidium 2020 f\u00fcr eine strategische Neuausrichtung der Frauenf\u00f6rderung auf professoraler Ebene. Dies ist umso dringlicher, seit mit der BerlHG-Novellierung im September 2021 an Berliner Hochschulen grunds\u00e4tzlich keine befristeten Professuren mehr vorgesehen sind. Dennoch gibt es bislang keine neuen F\u00f6rderformate.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus gef\u00e4hrden die Auswirkungen der Pandemie die gleichstellungspolitischen Erfolge. Studien weisen darauf hin, dass Schul- und Kitaschlie\u00dfungen w\u00e4hrend der Pandemie die Geschlechterasymmetrien in der Wissenschaft massiv zuungunsten von Wissenschaftlerinnen mit Kindern verst\u00e4rkt haben. Ma\u00dfnahmen zum pandemiebedingten Nachteilsausgleich f\u00fcr diese Zielgruppe zu etablieren, ist ein gleichstellungspolitisches Ziel, f\u00fcr das sich Nina Lawrenz, die aktuelle Vertretung der zentralen Frauenbeauftragten, besonders engagiert. Die Podiumsdiskussion \u201e<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2021\/10\/28\/vereinbarkeit-vertagt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kinder, Corona, Karriereknick?<\/a>\u201d, im April 2021 veranstaltet vom Team Zentrale Frauenbeauftragte in Kooperation mit der Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Gleichstellung, machte auf dieses Thema aufmerksam und diskutierte m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen der Pandemie f\u00fcr die Gleichstellung in der Wissenschaft problematisiert auch der Leitfaden <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/op.europa.eu\/en\/publication-detail\/-\/publication\/ffcb06c3-200a-11ec-bd8e-01aa75ed71a1\" target=\"_blank\">Horizon Europe Guidance on Gender Equality Plans<\/a>. Folgt man den gleichstellungsorientierten Empfehlungen des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Forschungsf\u00f6rderprogramms,  so tun Hochschulen gut daran, negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Gleichstellung entgegenzuwirken. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die forschungsstarke Freie Universit\u00e4t. Schlie\u00dflich liefe sie sonst Gefahr, hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchs zu verlieren und damit eines ihrer wichtigsten Profilelemente aufs Spiel zu setzen: ihre wissenschaftliche Exzellenz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Corinna Tomberger, Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>F\u00e4rber, Christine (2000): Frauenf\u00f6rderung an Hochschulen. Neue Steuerungsinstrumente zur Gleichstellung, Frankfurt\/Main, New York: Campus-Verlag.<\/li><li>Koreuber, Mechthild\/Zentrale Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t Berlin (2017): <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/media\/WRB_022017_Webversion.pdf\" target=\"_blank\">30 Jahre Frauenbeauftragte an der Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a>, Wissenschaftlerinnen-Rundbrief 2017 (2).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1991 wurde mit Christine F\u00e4rber die erste hauptamtliche Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t gew\u00e4hlt. In den Fachbereichen gab es bereits Frauenbeauftragte, als das Amt gesetzlich noch nicht vorgesehen war. Seitdem hat die FU beachtliche gleichstellungspolitische Erfolge verbuchen k\u00f6nnen, dennoch bleibt weiterhin einiges zu tun, um Chancengerechtigkeit zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"author":3850,"featured_media":755,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[423935],"tags":[301208,433454,437402],"class_list":["post-1045","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-analysen","tag-frauenfoerderung","tag-gleichstellungspolitik","tag-frauenbeauftragte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3850"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1045"}],"version-history":[{"count":89,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6205,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions\/6205"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}