{"id":10905,"date":"2025-09-19T14:00:00","date_gmt":"2025-09-19T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=10905"},"modified":"2025-09-19T15:16:32","modified_gmt":"2025-09-19T13:16:32","slug":"ich-kann-mir-ein-studium-hier-vorstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2025\/09\/19\/ich-kann-mir-ein-studium-hier-vorstellen\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich kann mir ein Studium hier vorstellen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10926 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-1024x683.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-768x512.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-1536x1024.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-2048x1365.png 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_gruppenfoto-1200x800.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/mintoring\/index.html\" target=\"_blank\">MINToring-Programm<\/a> der FU bietet Sch\u00fclerinnen ab der 10. Klasse j\u00e4hrlich ein zweiw\u00f6chiges Betriebspraktikum an. W\u00e4hrend der Sommerferien besuchen die Sch\u00fclerinnen Workshops in Informatik, Physik, Mathematik und Geowissenschaften, programmieren und experimentieren zusammen mit Wissenschaftler*innen. Maryam Talibi <em>(3. v. l.)<\/em> hat das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/mintoring\/teilnehmen\/praktikum\/index.html\" target=\"_blank\">Praktikum<\/a> absolviert und berichtet dar\u00fcber \u2013 auf Deutsch und Englisch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Vom 7. bis 18. Juli 2025 konnte ich im MINToring-Praktikum der Freien Universit\u00e4t Berlin Wissenschaft hautnah erleben \u2013 in Laboren, Workshops und im direkten Austausch mit Forscherinnen. Universit\u00e4re Wissenschaft wirkt oft wie eine geschlossene Welt: mit Auswahlverfahren, hohen Kosten oder R\u00e4umen, in denen M\u00e4dchen selten anwesend sind. Mein Eindruck aus dem MINToring-Praktikum an der FU Berlin war dagegen ein ganz anderer \u2013 offen, praxisnah und zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Am Anfang steht die Neugier<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Menschen stellen sich M\u00e4nner in wei\u00dfen Laborkitteln vor, wenn sie an Wissenschaft denken, oder ber\u00fchmte \u201eGenies\u201c, die als Ausnahmen herausragen. In der Schule f\u00e4llt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich Jungen und M\u00e4dchen wahrgenommen werden: Jungen gelten als \u201etalentiert\u201c, M\u00e4dchen als \u201eflei\u00dfig\u201c. Diese scheinbar kleine Unterscheidung sendet eine starke Botschaft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10960\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-1024x768.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-768x576.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor-1200x900.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_praktikantinnen-im-labor.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Am Fachbereich Physik bauen Sch\u00fclerinnen eine Vakuumkammer: Anbringen einer Vakuumsonde zur \u00dcberwachung des Drucks im Inneren einer Ultrahochvakuum-Kammer. \/ In the Department of Physics students build a vacuum chamber: Attaching a vacuum probe to monitor the pressure inside an ultra-high vacuum chamber.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Aus Neugier, wie Wissenschaft au\u00dferhalb des Klassenzimmers aussieht, habe ich am MINToring-Betriebspraktikum der Freien Universit\u00e4t teilgenommen. Statt Formeln an der Tafel fand ich hier echte Labore, echte Projekte und Wissenschaftler*innen \u2013 viele von ihnen Frauen \u2013, die uns gezeigt haben, dass Neugier reicht, um den ersten Schritt zu machen. Das Praktikum ist kein Schnupperkurs zum Vorbeischauen \u2013 es ist anspruchsvoll, strukturiert und intensiv. \u00dcber mehrere Tage hinweg haben wir an aktuellen Forschungsprojekten teilgenommen, Workshops besucht, direkt mit Wissenschaftler*innen gearbeitet und Wissenschaft an der Uni aus n\u00e4chster N\u00e4he kennengelernt. Wir waren nicht nur Zuschauerinnen \u2013 wir haben selbst analysiert, Fragen gestellt und mitgedacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Vorbilder finden<\/p>\n\n\n\n<p>Im Praktikum waren wir nicht nur G\u00e4ste an der Universit\u00e4t \u2013 wir waren Teil des Ganzen. Jeder Tag war anders: mal Workshops, mal Einblicke in laufende Forschungsprojekte, immer aber mit dem Gef\u00fchl, wirklich in die Welt von MINT einzutauchen. Besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben ist mir das Treffen mit einer Doktorandin der Bioinformatik: Rim Moussa kommt aus dem Libanon und beschrieb uns ihren Weg in die Forschung. Inspirierend war das nicht nur, weil sie als Frau in der Wissenschaft arbeitet, sondern auch, weil sie nach Deutschland gekommen ist und hier als Migrantin ihre Karriere aufgebaut hat. F\u00fcr mich war das wie ein Versprechen: auch ich kann diesen Weg gehen \u2013 als Frau und als Migrantin. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberraschend war auch ihre Ehrlichkeit: Sie erz\u00e4hlte, dass sie nie die typische Studentin gewesen sei, die alles auswendig lernt und die N\u00e4chte durchpaukt. Was sie getragen hat, waren Neugier und Leidenschaft. Diese Offenheit hat bei uns allen Eindruck hinterlassen. Pl\u00f6tzlich wirkte Bioinformatik \u2013 ein Fach, \u00fcber das wir vorher kaum nachgedacht hatten \u2013 nicht mehr einsch\u00fcchternd, sondern spannend. Als wir in der Gruppe sp\u00e4ter dar\u00fcber sprachen, sagten fast alle: Die Art, wie Rim Moussa ihr Fachgebiet erkl\u00e4rt hat, hat uns neugierig gemacht und sogar Lust geweckt, auch Bioinformatik f\u00fcr ein sp\u00e4teres Studium in Betracht zu ziehen. F\u00fcr mich fasst dieser Moment zusammen, worum es bei MINToring geht: nicht nur Wissenschaft kennenzulernen, sondern auch die Menschen dahinter. Vorbilder zu finden, die einen denken lassen: Wenn sie es geschafft hat, warum nicht auch ich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Eindr\u00fccke von der Atmosph\u00e4re an der Freien Universit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Am meisten beeindruckt hat mich nicht nur, was wir gelernt haben, sondern wie man uns begegnet ist. Von Anfang an hatte ich das Gef\u00fchl, ernst genommen zu werden \u2013 nicht nur als Sch\u00fclerin, die mal reinschaut, sondern als potenzielle zuk\u00fcnftige Wissenschaftlerin. Die Atmosph\u00e4re an der FU war offen und ermutigend. Keine Frage war \u201ezu klein\u201c, die Mentorinnen h\u00f6rten wirklich zu und ihre Geduld hat es leicht gemacht, neugierig zu sein. Das war ein deutlicher Unterschied zur Schule, wo oft nur die lautesten Stimmen Aufmerksamkeit bekommen. Hier hatte jede von uns Raum, zu fragen, auszuprobieren und auch mal Fehler zu machen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10959\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-1024x768.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-768x576.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-2048x1536.png 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_schu\u0308lerinnen-basteln-1200x900.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Am Fachbereich Mathematik und Informatik erforschen Praktikantinnen Geometrie durch Falten und erfahren, dass sich geometrische Operationen wie Addition oder Multiplikation nicht nur mit Lineal und Zirkel, sondern auch mit Faltmethoden durchf\u00fchren lassen. \/ In the Department of Mathematics and Computer Science, interns explore geometry through folding and learn that geometric operations such as addition and multiplication can be performed not only with a ruler and compass, but also with folding methods.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>\u00dcber den Campus zu gehen und in den H\u00f6rs\u00e4len zu sitzen, hat mir au\u00dferdem ein Gef\u00fchl davon gegeben, wie das Studium an der FU sein k\u00f6nnte. Die Universit\u00e4t erschien mir dadurch nicht mehr fern, sondern greifbar \u2013 und das war f\u00fcr mich eine der st\u00e4rksten Motivationen: Mir wurde klar, dass ich mir ein Studium hier tats\u00e4chlich vorstellen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wissenschaft ist auch weiblich<\/p>\n\n\n\n<p>Unbewusst nehmen wir Wissenschaft oft als etwas wahr, das vor allem M\u00e4nnern geh\u00f6rt. Diese Vorurteile wachsen fr\u00fch. In der Schule sehe ich kleine, aber aussagekr\u00e4ftige Muster: Lehrkr\u00e4fte wenden sich bei schwierigen Themen eher den Jungen zu und Mitsch\u00fcler*innen bezeichnen Jungen schnell als \u201eschlau\u201c, M\u00e4dchen dagegen als \u201eflei\u00dfig\u201c. Solche Unterschiede pr\u00e4gen, wie wir uns selbst sehen. Ein Junge, der an einer Mathe Aufgabe scheitert, denkt vielleicht: \u201eDie Aufgabe war schwer.\u201c Ein M\u00e4dchen in derselben Situation k\u00f6nnte eher denken: \u201eVielleicht ist das nicht mein Fach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im MINToring-Praktikum habe ich erlebt, wie vielf\u00e4ltig Wege in die Wissenschaft sein k\u00f6nnen \u2013 und dass Wissenschaftler nicht nur M\u00e4nner im Laborkittel sind. Sie sind auch Frauen, die klug, neugierig, witzig, selbstbewusst und sehr aufgeschlossen sind. Besonders deutlich wurde das an einem Tag im Fachbereich Geowissenschaften. Dort arbeiten in einer Forschungsgruppe ausschlie\u00dflich Wissenschaftlerinnen \u2013 aus unterschiedlichen L\u00e4ndern und mit verschiedenen Hintergr\u00fcnden. Zu sehen, wie selbstverst\u00e4ndlich sie zusammen forschen und diskutieren, war f\u00fcr mich ein Schl\u00fcsselmoment: Wissenschaft ist nicht m\u00e4nnlich per Definition. Wissenschaft ist auch weiblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Was ich mitnehme<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich in der Wissenschaft meinen Platz finden kann. Was ich bezweifelte, war, ob ich diesen Weg allein gehen muss \u2013 als \u201eeinziges M\u00e4dchen im Raum\u201c. Das MINToring-Praktikum hat mir ein anderes Bild gezeigt: Labore voller Frauen, Mentorinnen, die ehrlich ihre Wege geteilt haben, und Gleichaltrige, die genauso neugierig sind wie ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaft sollte nicht von Ausnahmen leben. Es reicht nicht, die \u201eerste Frau\u201c in einem Fach zu feiern und sie gleichzeitig als einzige hinzunehmen. Wirklicher Fortschritt bedeutet, Seite an Seite zu stehen \u2013 nicht um zu beweisen, dass wir dazugeh\u00f6ren, sondern um die Zukunft der Forschung gemeinsam zu gestalten. Dieses Bild nehme ich mit aus dem Praktikum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Maryam Talibi<\/strong>, <strong>Teilnehmerin des MINToring-Praktikums<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Please scroll down for the English version.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/Foto10_MINToring_Logo_WEB_RGB_Zusatz-1-1024x388-1-300x114.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10963\" width=\"300\" height=\"114\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/Foto10_MINToring_Logo_WEB_RGB_Zusatz-1-1024x388-1-300x114.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/Foto10_MINToring_Logo_WEB_RGB_Zusatz-1-1024x388-1-768x291.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/Foto10_MINToring_Logo_WEB_RGB_Zusatz-1-1024x388-1.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-heading\">In eigener Sache: <strong>Von MINToring zu Stick to STEM<\/strong> <\/h3>\n\n\n\n<p>Das Betriebspraktikum f\u00fcr Sch\u00fclerinnen wurde in diesem Jahr letztmalig im Rahmen des MINToring-Programms durchgef\u00fchrt, das nach fast 15 Jahren zum 31. Oktober 2025 endet. An den Start ging das Sch\u00fclerinnenprogramm 2011 auf Initiative des Fachbereichs Physik in Kooperation mit der zentralen Frauenbeauftragten. Ausgeweitet wurde es 2014 auf den Fachbereich Mathematik und Informatik und 2021 auf den Fachbereich Geowissenschaften. Das Betriebspraktikum war Bestandteil eines vielf\u00e4ltigen Jahresprogramms f\u00fcr unterschiedliche Altersgruppen: von Workshops f\u00fcr Sch\u00fclerinnen der Mittelstufe zum&nbsp;Girls\u2019Day&nbsp;bis zu Campustagen und Workshops bei der&nbsp;SommerUNI f\u00fcr Oberstufensch\u00fclerinnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn das MINToring-Programm endet, st\u00e4rkt die Freie Universit\u00e4t weiter die Teilhabe junger Frauen an mathematisch-naturwissenschaftlichen F\u00e4chern. Ihr k\u00fcnftiges Projekt \u201eStick to STEM: Empowerment und Networking f\u00fcr Studentinnen der Physik und Informatik\u201c wird den Fokus auf Studentinnen richten. Das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Martina Erlemann, Professorin f\u00fcr Wissenschafts- und Geschlechtersoziologie in der Physik, startet voraussichtlich Anfang 2026. Neben Studentinnen wird Stick to STEM ebenfalls Sch\u00fclerinnen in der Phase der Studienorientierung adressieren \u2013 daf\u00fcr sollen bew\u00e4hrte Formate des MINToring-Programms fortgef\u00fchrt werden. Daher ist gut m\u00f6glich, dass MINT-interessierte Sch\u00fclerinnen auch 2026 in einem Betriebspraktikum an der Freien Universit\u00e4t Einblicke in die Wissenschaft gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Corinna Tomberger, zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, MINToring-Projektleitung<\/strong><br><strong>Dr. Nelly Mouawad, MINToring-Koordinatorin, Freie Universit\u00e4t Berlin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I Could Picture Myself Studying Here<\/h2>\n\n\n\n<p>From July 7th to July 18<sup>th<\/sup>, 2025 during the MINToring internship at Freie Universit\u00e4t Berlin, I experienced science up close \u2013 in labs, workshops, and conversations with female researchers. University science can seem like a closed world \u2014 selective programs, high costs, or spaces where girls are still rarely present. Yet my experience from the MINToring internship at FU Berlin made an open, practical, and accessible picture of STEM for me.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">It All Starts with Curiosity<\/p>\n\n\n\n<p>Most people imagine men in white lab coats when they think of science, or famous &#8218;geniuses&#8216; who stand out as exceptions. In school, I often notice how boys and girls are seen differently: boys are called talented, while girls are praised for being hardworking. That quiet difference sends a powerful message.<\/p>\n\n\n\n<p>Curious about what science looks like outside the classroom, I joined the MINToring internship at Freie Universit\u00e4t Berlin. Instead of theories on a whiteboard, I found real laboratories, real projects, and scientists \u2014 many of them women \u2014 who showed us that curiosity is enough to take the first step. The internship is not an easy \u201cdrop-in\u201d program. It is structured, challenging, and immersive. Over multiple days, we engaged with real university research projects, participated in workshops, learned from active researchers, and explored how science works at an academic level. We weren\u2019t just watching \u2014 we were learning, analyzing, and asking real questions.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Finding a Role Model<\/p>\n\n\n\n<p>During the internship, we were not just visitors at the university \u2014 we were participants. Each day was different: we joined workshops, learned about ongoing research projects, and got a real taste of what it means to study and work in STEM at a university. One of the most memorable moments for me was meeting a PhD student in bioinformatics: Rim Moussa comes from Lebanon and spoke openly about her path into research. Hearing her story was inspiring, not only because she is a woman in science, but also because she had moved to Germany and built her career here as an immigrant. For me, that was like a promise: I can follow this path too \u2014 as a woman and as an immigrant. <\/p>\n\n\n\n<p>She admitted something that surprised many of us: she wasn\u2019t the kind of student who always wanted to memorize everything or study all night. Instead, she said that what carried her forward was curiosity and passion. That honesty made a huge impression on me. Suddenly, bioinformatics \u2014 a field none of us had seriously thought about before \u2014 felt less intimidating and more exciting. When we later asked the group how they felt about the subject, almost everyone said the same thing: the way Rim Moussa explained it made us curious, and made it seem like yet another science field to consider for the future. For me, that moment captured what MINToring is all about. It\u2019s not only about learning science, but about seeing scientists as real people with real stories. It\u2019s about finding role models who make you think: If she can do it, maybe I can too.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Impressions of the Atmosphere at Freie Universit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>What impressed me most during the internship was not only what we learned, but how we were treated. From the very beginning, I felt that we were taken seriously \u2014 not just as school students on a visit, but as potential future scientists. The atmosphere at the university was welcoming and encouraging. In the labs, no question felt too \u201csmall.\u201d The mentors really listened to us, and their patience made it easier to open up and be curious. It felt different from school, where sometimes only the most confident voices get attention. Here, everyone had space to ask, to try, and even to make mistakes.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10928\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-1024x768.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-768x576.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-2048x1536.png 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2025\/09\/mintoring_praktikum_physlab-1200x900.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Im Experimentierlabor PhysLab testen die Sch\u00fclerinnen, wie ein Flaschenzug beim Tauziehen einen un\u00fcberwindbaren Vorteil verschaffen kann. \/ In the PhysLab the students test how a pulley can provide a huge advantage in a tug-of-war.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Walking through the campus and sitting in lecture halls also gave me a taste of what student life at FU might be like. It made the idea of studying at a university feel much more real and reachable. For me, this was one of the most motivating parts of the program: I could picture myself here in the future, not as a visitor, but as a student.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Science Is Also Female<\/p>\n\n\n\n<p>We subconsciously see science as something that mostly belongs to men. These biases grow from early stages in our life. In school, I\u2019ve noticed these small but telling patterns: teachers often turned toward the boys when explaining difficult topics, and classmates were quick to call boys \u201ctalented\u201d while girls were described as \u201chardworking.\u201d Those subtle differences shape how we see ourselves. A boy who gets stuck on a physics problem may shrug it off, thinking, \u201cIt\u2019s just a hard question.\u201d A girl in the same position might internalize the struggle: \u201cMaybe I\u2019m not a science person.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>During my MINToring internship, we saw that there are many paths into science, and that scientists aren\u2019t just men in lab coats\u2014they\u2019re also women who are smart, curious, funny, confident, and imperfect.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">What I Took Away<\/p>\n\n\n\n<p>I never doubted that I could belong in science. What I doubted was whether I would have to do it alone, as \u201cthe only girl in the room.\u201d The MINToring internship gave me a different picture: laboratories full of women, mentors who shared their stories honestly, and peers who were just as curious as I am.<\/p>\n\n\n\n<p>Science should not be about exceptions. It should not celebrate the \u201cfirst woman\u201d in a field while quietly accepting her as the only one. True progress means standing shoulder to shoulder \u2014 not proving that we belong, but shaping the future of research as one of many. That is the vision I carry forward from this experience.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Maryam Talibi, participant of the MINToring-Intership<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das MINToring-Programm der FU bietet Sch\u00fclerinnen ab der 10. Klasse j\u00e4hrlich ein zweiw\u00f6chiges Betriebspraktikum an. W\u00e4hrend der Sommerferien besuchen die Sch\u00fclerinnen Workshops in Informatik, Physik, Mathematik und Geowissenschaften, programmieren und experimentieren zusammen mit Wissenschaftler*innen. Maryam Talibi (3. v. l.) hat das Praktikum absolviert und berichtet dar\u00fcber \u2013 auf Deutsch und Englisch.<\/p>\n","protected":false},"author":6410,"featured_media":10926,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[603],"tags":[423731,301208,437421],"class_list":["post-10905","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vorgestellt","tag-mintoring","tag-frauenfoerderung","tag-schuelerinnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6410"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10905"}],"version-history":[{"count":59,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11024,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10905\/revisions\/11024"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10926"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}