{"id":1781,"date":"2022-04-12T16:30:00","date_gmt":"2022-04-12T14:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=1781"},"modified":"2023-06-26T12:32:48","modified_gmt":"2023-06-26T10:32:48","slug":"wie-weiblich-ist-mint-an-der-fu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/04\/12\/wie-weiblich-ist-mint-an-der-fu\/","title":{"rendered":"Wie weiblich ist MINT an der FU?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-1024x684.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1759 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-1024x684.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-768x513.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Frauen sind in MINT-F\u00e4chern noch immer unterrepr\u00e4sentiert, doch zeigen sich zwischen den einzelnen F\u00e4chern gro\u00dfe Unterschiede. Besonders Informatik und Physik sind m\u00e4nnlich dominiert. Die FU hingegen hat in diesen F\u00e4chern Studentinnen hinzugewinnen k\u00f6nnen und schneidet auch im Bundesvergleich gut ab. Komplexer ist die Bilanz f\u00fcr die unbefristeten Professuren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Geschlechterstereotype spielen eine bedeutende Rolle bei der Studien- und Berufswahl von jungen Erwachsenen. Ob F\u00e4higkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) oder ein entsprechendes Studium, beides wird nach wie vor eher Jungen und M\u00e4nnern<a href=\"#_ftn1\">[1, s.u.]<\/a> zugetraut und die entsprechenden Berufe werden mehrheitlich von diesen ausge\u00fcbt. Frauen dagegen sind unter den Studierenden in den MINT-F\u00e4chern unterrepr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend sie z.B. in p\u00e4dagogischen und geisteswissenschaftlichen F\u00e4chern \u00fcberproportional vertreten sind. Deutschlandweit n\u00e4hert sich in einigen MINT-F\u00e4chern die Geschlechterverteilung der Studierenden (sehr) langsam einem ausgewogenen Verh\u00e4ltnis, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts deutlich machen. Doch welche Entwicklungen zeigen sich an der Freien Universit\u00e4t? Wie sieht die Geschlechterverteilung bei Studierenden in den MINT-F\u00e4chern aus? Wie hoch ist der Frauenanteil an MINT-Wissenschaftler*innen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wer studiert was?<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst zur Situation von Studierenden an der FU: Das MINT-Studienangebot der FU umfasst Biologie, Chemie, Pharmazie, Geowissenschaften, Mathematik, Informatik und Physik. &nbsp;Eine Unterrepr\u00e4sentanz von Frauen weisen vorrangig die vier letztgenannten F\u00e4cher auf, wie die Grafik weiter unten veranschaulicht. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass technische F\u00e4cher mit besonders niedrigem Frauenanteil wie Maschinenbau und Elektrotechnik an der FU nicht angeboten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am geringsten ist der Frauenanteil an der FU mit etwas mehr als einem Viertel in Informatik <a href=\"#_ftn2\">[2, s.u.]<\/a> sowie mit rund einem Drittel in Physik. In Mathematik und Geowissenschaften sind gut 40 Prozent der Studierenden weiblich. Im Fach Chemie ist die Geschlechterverteilung ann\u00e4hernd ausgewogen. Biologie und Pharmazie studieren demgegen\u00fcber mehrheitlich Frauen. Dieser Vergleich verdeutlicht, dass auch die MINT-F\u00e4cher unterschiedlich vergeschlechtlicht sind: Frauen sind keineswegs in allen MINT-F\u00e4chern unterrepr\u00e4sentiert; besonders viele Frauen entscheiden sich f\u00fcr jene Naturwissenschaften, die zu den Lebenswissenschaften z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die skizzierte Geschlechterverteilung w\u00fcrde sich vermutlich zuungunsten von Frauen ver\u00e4ndern, wenn nur jene Studierenden einbezogen w\u00fcrden, deren Studium origin\u00e4r auf einen MINT-Beruf ausgerichtet ist, nicht aber auf eine entsprechende Lehramtsausbildung. Denn in MINT-Lehramtsstudieng\u00e4ngen ist der Frauenanteil in der Regel h\u00f6her als in MINT-Studieng\u00e4ngen ohne Lehramtsoption. Da die universit\u00e4tseigene Hochschulstatistik keine entsprechend differenzierten Daten enth\u00e4lt, kann dieser Unterschied f\u00fcr die FU nicht n\u00e4her bestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-1024x724.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1815\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-1024x724.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-300x212.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-768x543.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-1536x1085.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-2048x1447.png 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-Studierende2-1200x848.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im zeitlichen Verlauf l\u00e4sst sich von 2015 bis 2020 eine leicht abnehmende Geschlechtersegregation feststellen. W\u00e4hrend die F\u00e4cher mit den niedrigsten Frauenanteilen, Informatik und Physik, \u00fcber diesen Zeitraum einen deutlichen Zuwachs an Frauen zeigen, verringerte sich der Frauenanteil in den lebenswissenschaftlichen F\u00e4chern Biologie und Pharmazie. In der Grafik wird der Abstand zwischen den F\u00e4chern mit extremen Werten daher im Verlauf kleiner. Seit 2011 bzw. 2014 setzt sich die FU mit dem Sch\u00fclerinnen-Programm <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/projekte\/mintoring\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MINToring<\/a> aktiv daf\u00fcr ein, weibliche Studieninteressierte f\u00fcr Physik und Informatik zu gewinnen. Dieses Angebot k\u00f6nnte zu der gestiegenen Zahl weiblicher Studierender in den beiden F\u00e4chern beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Frauenanteile an der FU besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, lohnt sich ein Blick auf die bundesweiten Zahlen. Wie steht die FU im bundesweiten Vergleich da? F\u00fcr 2020 zeigt sich ein durchwachsenes Bild: In einigen F\u00e4chern liegt die FU unter, in anderen \u00fcber dem Bundesdurchschnitt (vgl. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bildung-Forschung-Kultur\/Hochschulen\/Tabellen\/studierende-mint-faechern.html\" target=\"_blank\">Statistisches Bundesamt 2021: Studierende in MINT-F\u00e4chern<\/a>). In Informatik, Physik und Chemie sind die Frauenanteile an der FU etwas h\u00f6her als der Bundesdurchschnitt. Am besten schneidet die Informatik ab mit 6,1 Prozentpunkte \u00fcber dem Durchschnitt; Physik und Chemie liegen mit 3,5 bzw. 3,9 Prozentpunkten ebenfalls deutlich dar\u00fcber. Im bundesweiten Vergleich \u00fcberdurchschnittlich, n\u00e4mlich 3,2 Prozentpunkte h\u00f6her, ist der Frauenanteil au\u00dferdem in der Biologie; die Pharmazie liegt im Durchschnitt. Nachholbedarf besteht vor allem in Mathematik und Geowissenschaften mit 6 bzw. 4,4 Prozentpunkten unter dem Bundesdurchschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Professorinnen in den MINT-F\u00e4chern: positive Bilanz unter Vorbehalt<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/universitaet\/media\/gleichstellungskonzept-2021.pdf#page=12\" target=\"_blank\">Gleichstellungskonzept 2021-2026<\/a> zeigt, weist die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigtenstruktur der FU insgesamt eine erhebliche vertikale Geschlechtersegregation zuungunsten von Frauen auf, d.h. je h\u00f6her die Qualifikationsstufe, desto geringer der Frauenanteil. Am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt ist die ungleiche Geschlechterverteilung bei den unbefristeten Professor*innen, deren Frauenanteil f\u00fcr die FU 2020 insgesamt 36 Prozent betr\u00e4gt. Auch wenn dieser Wert von der 50-Prozent-Marke noch weit entfernt ist, bildet er einen Spitzenwert gegen\u00fcber dem Bundesdurchschnitt von rund 24 Prozent (vgl. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bildung-Forschung-Kultur\/Hochschulen\/Publikationen\/Downloads-Hochschulen\/personal-hochschulen-2110440207004.html\" target=\"_blank\">Statistisches Bundesamt 2021, Fachserie 11, Reihe 4.4 &#8211; 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sieht nun die Situation in den MINT-F\u00e4chern der FU aus? Hier liegt der durchschnittliche Frauenanteil an unbefristeten Professor*innen deutlich niedriger als an der FU insgesamt, 2020 bei rund 27 Prozent. Dennoch steht die FU auch in den MINT-F\u00e4chern besser da als ihr F\u00e4cherspektrum im Bundesdurchschnitt mit rund 19 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Frauenanteil unter Professor*innen ist im Wissenschaftsbereich nicht allein zentraler Indikator f\u00fcr die Repr\u00e4sentanz von Frauen in F\u00fchrungspositionen. Dar\u00fcber hinaus haben Professorinnen eine Vorbildfunktion f\u00fcr Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen; als weibliche Role Models k\u00f6nnen sie Frauen zu einer Laufbahn in ihrem jeweiligen Fach ermutigen. Aus gleichstellungspolitischer Perspektive ist auf lange Sicht ein Frauenanteil von mindestens 50 Prozent anzustreben. Bei der Festlegung konkreter Zielquoten ist dem <a href=\"https:\/\/www.uni-paderborn.de\/universitaet\/genderportal\/gender-glossar\/kaskadenmodell\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kaskadenmodell<\/a> folgend jedoch der Frauenanteil auf der darunter liegenden Qualifikationsstufe zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"728\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-1024x728.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1812\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-1024x728.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-300x213.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-768x546.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-1536x1091.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-2048x1455.png 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauenanteile-unter-unbefristeten-Professorinnnen2-1200x853.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie die obige Grafik zeigt, kommt die Biologie der 50-Prozent-Marke mit einem Frauenanteil von gut 45 Prozent unter unbefristeten Professor*innen am n\u00e4chsten. \u00dcberraschenderweise ist gerade in jenen F\u00e4chern mit besonders niedrigem Studentinnenanteil, Informatik und Physik, ein relativ hoher Frauenanteil unter den unbefristeten Professor*innen verglichen mit den Studierenden festzustellen. Mehr noch, die Informatik weist nahezu durchg\u00e4ngig einen h\u00f6heren Frauenanteil unter den Professor*innen als unter den Studierenden auf. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die Mathematik, in der ein einstelliger Professorinnenanteil einem Frauenanteil von rund 40 Prozent unter den Studierenden gegen\u00fcbersteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zeitlichen Verlauf wird sichtbar, dass der Frauenanteil unter unbefristeten Professor*innen in der Mehrzahl der MINT-F\u00e4cher \u00fcber die letzten Jahre gestiegen ist. F\u00fcr Physik, Informatik, Geowissenschaften und Biologie ist eine deutliche Steigerung festzustellen; in der Chemie hat sich der Frauenanteil wenig ver\u00e4ndert. Demgegen\u00fcber zeigen Pharmazie und Mathematik einen Abw\u00e4rtstrend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Jede Berufung z\u00e4hlt<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings relativiert sich diese Dynamik, wenn nicht die Frauenanteile in Prozent, sondern die absoluten Zahlen betrachtet werden. Da alle F\u00e4cher eine relativ geringe Gesamtzahl an Professuren aufweisen (zwischen 7 und 19 je Fach, siehe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Tabelle-1_unbefristete-Profs-an-der-FU-2015_2020.pdf\" target=\"_blank\">Tabelle<\/a> mit absoluten Zahlen), wirken sich bereits kleine Ver\u00e4nderungen erheblich auf die Prozentanteile aus. So hat in absoluten Zahlen nur die Physik seit 2015 mit einem Zuwachs von drei mehrere Professorinnen hinzugewinnen k\u00f6nnen. F\u00fcr alle anderen F\u00e4cher ist f\u00fcr den Zeitraum 2015 bis 2020 ein Zugewinn bzw. Verlust von maximal einer Professorin zu verzeichnen. Der Blick auf die absoluten Zahlen unterstreicht somit, dass jede einzelne Berufung z\u00e4hlt, wenn es darum geht, den Frauenanteil an unbefristeten Professuren zu steigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vergleich mit bundesweiten Daten (vgl. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bildung-Forschung-Kultur\/Hochschulen\/Publikationen\/Downloads-Hochschulen\/personal-hochschulen-2110440207004.html\" target=\"_blank\">Statistisches Bundesamt 2021, Fachserie 11, Reihe 4.4 &#8211; 2020<\/a>) zeigt ein \u00fcberwiegend positives Bild: Die FU liegt mit ihren Frauenanteilen unter unbefristeten Professor*innen in fast allen MINT-F\u00e4chern \u00fcber dem Bundesdurchschnitt. Besonders gut schneidet die Informatik ab, gegen\u00fcber dem bundesweiten Frauenanteil von 13 Prozent liegt die FU mit rund 38 Prozent fast dreimal so hoch. Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt (\u00d8) haben auch Biologie (FU: 45 %, \u00d8: 26&nbsp;%), Geowissenschaften (FU: 31&nbsp;%, \u00d8: 21&nbsp;%) und Physik (FU: 24&nbsp;%, \u00d8: 12&nbsp;%) eine beachtliche Bilanz vorzuweisen. Chemie und Pharmazie liegen jeweils um die 5&nbsp;Prozentpunkte \u00fcber dem Durchschnitt. Lediglich in der Mathematik f\u00e4llt die FU weit hinter den Bundesdurchschnitt zur\u00fcck: Bundesweit verzeichnen die Hochschulen durchschnittlich einen Frauenanteil von 18 Prozent, also dreimal h\u00f6her als an der FU.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt gesehen ergibt sich f\u00fcr die FU, zumal im bundesweiten Vergleich, eine weitgehend positive Bilanz. Sie sollte jedoch kein Anlass sein, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben, insbesondere was die Frauenanteile an unbefristeten Professuren betrifft. Auf dieser Statusebene kann sich eine positive Entwicklung schnell wieder umkehren, wenn dem Weggang oder der Emeritierung einer Professorin keine weibliche Kollegin nachfolgt. Konsequente Frauenf\u00f6rderung bleibt daher eine zentrale Aufgabe, um Geschlechtergerechtigkeit in den MINT-F\u00e4chern zu verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Esto Mader, Mitarbeiterin <strong>Programmevaluation MINToring<\/strong>, Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lara Sikorski, Studentische Mitarbeiterin <strong>Programmevaluation MINToring<\/strong>, Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Corinna Tomberger, Leitung <strong>Programmevaluation MINToring<\/strong>, Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten und Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> In diesem Beitrag werden statistische Auswertungen betrachtet, die auf bin\u00e4ren Daten (Frauen\/M\u00e4nner) basieren, um die vergeschlechtlichte Segregation darzustellen. Geschlecht (und Zweigeschlechtlichkeit) sind als soziale Konstruktionen zu verstehen. Der Arbeitsmarkt ist gepr\u00e4gt von einer vergeschlechtlichten Ungleichverteilung von Berufen und T\u00e4tigkeitsfeldern (horizontale Geschlechtersegregation) sowie Positionen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen (vertikale Geschlechtersegregation). M\u00e4nner und Frauen haben daher ungleich verteilte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, was sich z.B. in einem geringeren Einkommen von Frauen manifestiert.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[2]<\/a> Der Frauenanteil in der Bioinformatik ist i.d.R. erheblich h\u00f6her als in der Informatik (2018: Informatik 24,7 %, Bioinformatik 42,1 %). Da uns entsprechend differenzierte Daten nur bis 2018 vorliegen, kann diese Unterscheidung in der Auswertung nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen sind in MINT-F\u00e4chern noch immer unterrepr\u00e4sentiert, doch zeigen sich zwischen den einzelnen F\u00e4chern gro\u00dfe Unterschiede. Besonders Informatik und Physik sind m\u00e4nnlich dominiert. Die FU hingegen hat in diesen F\u00e4chern Studentinnen hinzugewinnen k\u00f6nnen und schneidet auch im Bundesvergleich gut ab. 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