{"id":1875,"date":"2022-04-19T11:45:20","date_gmt":"2022-04-19T09:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=1875"},"modified":"2022-05-04T18:21:48","modified_gmt":"2022-05-04T16:21:48","slug":"in-der-schule-fand-ich-physik-langweilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/04\/19\/in-der-schule-fand-ich-physik-langweilig\/","title":{"rendered":"\u201eIn der Schule fand ich Physik langweilig\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-1024x684.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1759\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-1024x684.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1-768x513.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_3-3x2-1.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Christiane Koch, Professorin f\u00fcr Theoretische Physik an der Freien Universit\u00e4t, berichtet im Interview \u00fcber ihren Weg in die Physik und die Wissenschaft. Anhaltende Freude an der Arbeit und internationale Kooperationen kennzeichnen ihn ebenso wie Durststrecken und erfahrene Unterst\u00fctzung, u.a. durch das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.profil-programm.de\/\" target=\"_blank\">ProFiL-Programm<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Nach dem Studium an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin und der University of Texas in Austin promovierte die Physikerin am Fritz-Haber-Institut in Berlin. F\u00fcr ihre Dissertation erhielt sie die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.mpg.de\/preise\/otto-hahn-medaille\" target=\"_blank\">Otto-Hahn-Medaille<\/a> der Max-Planck-Gesellschaft. Als junge Wissenschaftlerin wirkte sie an Forschungsprojekten in Deutschland, Israel und Frankreich mit. 2010 folgte sie einem Ruf an die Universit\u00e4t Kassel, seit 2019 leitet sie die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.physik.fu-berlin.de\/einrichtungen\/ag\/ag-koch\/index.html\" target=\"_blank\">Arbeitsgruppe Quantendynamik und -kontrolle<\/a> am Fachbereich Physik der Freien Universit\u00e4t. Als Mentorin f\u00fcr Graduiertenschulen unterst\u00fctzt sie Nachwuchswissenschaftler*innen in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Die Faszination begleitet mich seit fast 30 Jahren.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Was begeistert Sie an Ihrem Fach?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute begeistert mich die Idee, mit mathematischen Methoden Wirklichkeit beschreiben und sie dadurch besser verstehen zu k\u00f6nnen. Diese Faszination begleitet mich seit fast 30 Jahren. Au\u00dferdem wird es in meinem Fach nie langweilig. Ich kann immer wieder \u00fcber neue Fragen nachdenken und dabei Neues entdecken. Nicht zuletzt finde ich es toll, dass man mit Menschen aus aller Welt zusammenarbeitet und \u00fcber Konferenzbesuche und Forschungsaufenthalte auch sehr viel von der Welt sieht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/chrFU-845x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1882\" width=\"423\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/chrFU-845x1024.jpg 845w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/chrFU-248x300.jpg 248w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/chrFU-768x931.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/chrFU.jpg 896w\" sizes=\"auto, (max-width: 423px) 85vw, 423px\" \/><figcaption>Foto: David Au\u00dferhofer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wann wurde Ihr Interesse f\u00fcr Ihr Fach geweckt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das war kurz vor dem Abitur, vorher fand ich Physik total langweilig. Wenn es m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte ich Physik abgew\u00e4hlt! Aber in der DDR waren s\u00e4mtliche Naturwissenschaften von der Mittelstufe bis zum Abitur f\u00fcr alle verpflichtend. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst in der 10. Klasse wurde es ein bisschen besser, da kam Optik dran. In der 11., 12. Klasse gab es dann ein paar Wochen zu Quantenmechanik. Das fand ich pl\u00f6tzlich sehr spannend. Parallel dazu ging es im Chemieunterricht um den Aufbau des Atoms, die Elektronenh\u00fclle, das sind im Prinzip alles physikalische Modelle. Sp\u00e4ter am Leibniz Kolleg habe ich verstanden, dass sich mein Interesse an der mathematischen Beschreibung molekularer Prozesse am besten in einem Physik-Studium vertiefen l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<p>Zuvor hatte ich mich f\u00fcr ein Dolmetscherstudium an der Universit\u00e4t Leipzig beworben. F\u00fcr die Aufnahmepr\u00fcfung musste ich ein Rollenspiel \u00fcbersetzen, in dem ein wohlhabender Mann einer alleinerziehenden Frau mit vier Kindern kurz vor der W\u00e4hrungsunion anbietet zu heiraten, damit er einen gr\u00f6\u00dferen Teil seiner DDR-Mark eins zu eins in D-Mark umtauschen kann. Hinterher k\u00f6nnten sie sich ja wieder scheiden lassen und das Geld aufteilen. Diese Pr\u00fcfung war f\u00fcr mich ein Schl\u00fcsselmoment: Ich war emp\u00f6rt und fragte mich, ob eine Dolmetscherin \u00fcbersetzen muss, was auch immer die Leute ihr auftragen. Das wollte ich nicht! Daraufhin habe ich beschlossen, mich umzusehen. Es war ja Wendezeit, pl\u00f6tzlich war alles m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-left is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Das Wichtigste ist die Motivation!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Wer oder was hat Ihre Entscheidung, ein mathematisch-naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen und abzuschlie\u00dfen, best\u00e4rkt und gef\u00f6rdert?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Interessenspektrum war sehr breit \u2013 von Philosophie und Politikwissenschaften bis Physik und Chemie. Daher besuchte ich das Leibniz Kolleg in T\u00fcbingen. Das warb mit der Frage \u201eAbitur? Was nun?\u201c. Das traf genau auf mich zu. Die Schnupperkurse am Kolleg waren entscheidend, um in Richtung Naturwissenschaften zu gehen. Der letzte Baustein war ein Betreuer in der theoretischen Chemie. Er hat mich best\u00e4rkt, mit meinem Interesse an theoretischer Modellbildung unbedingt Physik zu studieren und nicht Chemie, weil der Theorieanteil im Physikstudium viel gr\u00f6\u00dfer sei. Bis dahin war Physik f\u00fcr mich etwas sehr Abgehobenes, das nur Genies k\u00f6nnen. Er aber sagte: \u201eNein, das Wichtigste ist die Motivation!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein entscheidender Punkt nach dem Studium war meine Zeit in Israel w\u00e4hrend der Doktorarbeit. Zu meinem Mentor vor Ort hatte ich ein sehr pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis, das viel offenere und leidenschaftlichere Diskussionen erm\u00f6glichte, als das hierzulande meistens der Fall ist. Das war auf jeden Fall ausschlaggebend daf\u00fcr, dass ich auch nach der Promotion in der Wissenschaft geblieben bin.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Dann kann ich es auch versuchen mit der akademischen Karriere.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Was waren die wichtigsten Stationen auf Ihrem Weg zur Professur?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die doppelte Anbindung in Berlin und Jerusalem war f\u00fcr meine Laufbahn sehr wichtig. Nach meiner Diplomarbeit hatte ich mich erfolgreich f\u00fcr eine Promotion am Fritz-Haber-Institut in Berlin beworben. Ein Drittel dieser Zeit war ich de facto in Jerusalem. Die Entscheidung f\u00fcr die Promotion war auch darin begr\u00fcndet, dass sie der notwendige n\u00e4chste Schritt einer wissenschaftlichen Ausbildung ist, die international anerkannt ist. Nach der Promotion war f\u00fcr mich weniger wichtig, wie ich meine Karriere optimieren kann, sondern wichtiger, was mir Spa\u00df macht und was mich interessiert. Ich wollte gerne noch einmal l\u00e4ngere Zeit im Ausland leben. Mit meiner Lebensgef\u00e4hrtin bin ich dann zwei Jahre nach Paris gegangen. Im Anschluss war ich ein weiteres Jahr in Jerusalem. Vorher hatte ich mich bereits f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/foerderung\/programme\/einzelfoerderung\/emmy_noether\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Emmy Noether-Programm<\/a> der DFG beworben, mit dem ich schlie\u00dflich als Leitung einer Nachwuchsgruppe im April 2006 an die FU kam. In der Postdoc-Phase war mir klar geworden, dass ich so viele Ideen habe, die ich gar nicht alle alleine bearbeiten kann, und ich dachte, dann kann ich es auch versuchen mit der akademischen Karriere.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meinem Wechsel an die FU habe ich relativ schnell am ProFiL-Programm teilgenommen, einem Mentoring-Programm f\u00fcr Wissenschaftlerinnen. Das war extrem hilfreich, um meine weitere Laufbahn strategisch anzugehen. Aufgrund von ProFiL habe ich mich sehr viel fr\u00fcher auf Professuren beworben, als ich es sonst gemacht h\u00e4tte. Die Empfehlung war: \u201eLieber zu fr\u00fch als zu sp\u00e4t!\u201c Man sammelt so auch Erfahrungen, man erh\u00e4lt ja niemals gleich bei der ersten Bewerbung einen Ruf. Bereits 2008 wurde ich zum ersten Mal zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen, 2009 gleich mehrmals. Anfang 2010, noch vor Ablauf der Emmy Noether-Gruppe, erhielt ich drei Rufe, unter anderem den nach Kassel, den ich angenommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Welche Phasen Ihrer Laufbahn haben Sie als besonders herausfordernd erlebt und was hat Ihnen geholfen, die Herausforderung zu bew\u00e4ltigen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als besonders herausfordernd empfand ich die Zeit kurz vor der Zwischenevaluation des Emmy Noether-Programms. Nach zwei Jahren gab es eine echte Durststrecke, da ging es \u00fcberhaupt nicht vorw\u00e4rts. Da habe ich zum ersten Mal einen existenziellen Druck gesp\u00fcrt. Geholfen hat mir in dieser Zeit der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich kooperiert habe, einschlie\u00dflich des Mentors aus Jerusalem. Die haben mir vermittelt, dass sie sch\u00e4tzen, was ich tue. Das fachliche Feedback der Community, dass es in die richtige Richtung geht, war wichtig. Au\u00dferdem braucht man die psychologischen Ressourcen, so etwas durchzustehen. Ich hatte immer Unterst\u00fctzung durch meine Lebensgef\u00e4hrtin. Wenn das nicht hundertprozentig klar ist, dann wird es sehr schwer.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Kolleginnen, die 10, 15 Jahre \u00e4lter sind, hatten es ungleich schwerer.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Inwiefern hat Ihr Geschlecht in Ihrer Laufbahn eine Rolle gespielt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das hat nat\u00fcrlich eine Rolle gespielt, allein schon dadurch, dass Physik ein absolutes M\u00e4nnerfach ist. Die Minderheitenposition als Frau hat Vor- und Nachteile. Dadurch war ich sehr exponiert. Das hatte den Vorteil, dass ich schneller wahrgenommen wurde. In meinem Studium habe ich tats\u00e4chlich nur einen Professor erlebt, der offen frauenfeindlich und sexistisch war. Wir waren f\u00fcnf Frauen unter ungef\u00e4hr 40 Studierenden. Nach dem Vordiplom war nur noch die H\u00e4lfte der Studierenden \u00fcbrig, was in der Physik ganz typisch ist, aber immer noch die f\u00fcnf Frauen. Sie haben sp\u00e4ter auch alle ihr Diplom abgeschlossen. Offensichtlich hatten sich das alle sehr gut \u00fcberlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hindernisse nehme ich jetzt erst wahr, in den letzten Jahren, dieses Ph\u00e4nomen der \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.uni-paderborn.de\/universitaet\/genderportal\/gender-glossar\/glaeserne-decke\/\" target=\"_blank\">Gl\u00e4sernen Decke<\/a>\u201c. Gerade wenn es um die h\u00f6heren Positionen geht, gibt es nach wie vor Strukturen, die den Aufstieg von Frauen behindern. Auf dem Weg zur Professur braucht man enormes Durchhalteverm\u00f6gen, es gibt gro\u00dfe Durststrecken, man braucht Unterst\u00fctzung. Mittlerweile gibt es auch sehr viel Unterst\u00fctzung. Kolleginnen, die 10, 15 Jahre \u00e4lter sind, hatten es ungleich schwerer. Der Max-Planck-Direktor, in dessen Abteilung ich t\u00e4tig war, hat talentierte Frauen, darunter auch mich, in jeder Hinsicht unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Man muss sich durchbei\u00dfen, wenn man wirklich h\u00f6here Ambitionen hat.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Was ist auf dem Weg in die Forschung und zu einer Professur wichtig? Sehen Sie hier Besonderheiten f\u00fcr die MINT-F\u00e4cher?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die MINT-F\u00e4cher sind in jedem Fall finanziell sehr viel besser ausgestattet. Ich glaube, daher ist eine wissenschaftliche Laufbahn in dem Bereich sehr viel leichter als in den Sozial- und Geisteswissenschaften, wenn man sich einmal daf\u00fcr entschieden hat. Dagegen sch\u00e4tze ich die Anfangsh\u00fcrde in MINT als sehr viel h\u00f6her ein. Abstraktes und mathematisches Denken muss man wirklich m\u00f6gen. F\u00fcr Mathematik, Informatik, Ingenieurwissenschaften, auch Chemie, ist es das A und O.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg in die Forschung sind zwei Dinge wichtig. Die spezielle Art des Denkens, sich die Welt verst\u00e4ndlich zu machen, muss einem liegen. Ob das so ist, findet man tats\u00e4chlich erst im Laufe des Studiums heraus. Das zweite ist Durchhalteverm\u00f6gen. Das lernt man ja im Studium, weil es in diesen F\u00e4chern schon w\u00e4hrenddessen Durststrecken gibt. Ich hatte mal ein Gespr\u00e4ch mit einer Frauenbeauftragten, die meinte: \u201eIch will den Frauen nicht immer sagen, dass sie sich durchbei\u00dfen m\u00fcssen.\u201c Aber man muss sich durchbei\u00dfen, wenn man wirklich h\u00f6here Ambitionen hat. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Professur, das gilt in der Industrie vielleicht sogar noch mehr.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Wissenschaft gelingt nicht als Einzelperson, man braucht Unterst\u00fctzung.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Was w\u00fcrden Sie jungen Frauen empfehlen, die sich f\u00fcr eine wissenschaftliche Laufbahn in Ihrem Fach interessieren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Frage kann ich so allgemein nicht beantworten. Aber was ich im Umgang mit Promovierenden inzwischen wahrnehme, ist ein unglaublicher Optimierungsdruck. Der st\u00fcrzt Menschen in Krisen, weil sie das Gef\u00fchl haben zu scheitern, wenn sie nicht alles perfekt machen. Ich denke es ist sinnvoller, Schritt f\u00fcr Schritt zu denken und dabei immer einen Plan B parat zu haben. Nat\u00fcrlich sollte man nicht nur das machen, was Spa\u00df macht und worauf man Lust hat. Ein paar Kriterien sollten gut passen, aber es muss nicht auf das Maximum hin optimiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Naturwissenschaften sollte man international vernetzt sein, am besten durch l\u00e4ngere Auslandsaufenthalte. Wenn das nicht geht, ist es kein Ausschlusskriterium, aber es macht das Leben deutlich komplizierter. Meine Betreuerin des Labors in Frankreich beispielsweise war zu dieser Zeit Koordinatorin eines europ\u00e4ischen Netzwerkes, das hat mir ganz viele T\u00fcren ge\u00f6ffnet. Noch ein ganz wichtiger Punkt ist die passende Betreuung oder Arbeitsgruppe. Die Chemie muss stimmen. Man braucht das Gef\u00fchl, mit der Betreuerin oder dem Betreuer gut reden zu k\u00f6nnen. Wissenschaft gelingt nicht als Einzelperson und auch nicht im K\u00e4mmerlein. Man braucht die Unterst\u00fctzung durch die Mentor*innen, vor allem in der Anfangszeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Die Fragen stellte<\/strong> <strong>Dr. Corinna Tomberger, Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten und Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong>; <strong>Mitarbeit: Angelina Uhl, studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christiane Koch, Professorin f\u00fcr Theoretische Physik an der Freien Universit\u00e4t, berichtet im Interview \u00fcber ihren Weg in die Physik und die Wissenschaft. 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