{"id":1960,"date":"2022-04-27T09:00:00","date_gmt":"2022-04-27T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=1960"},"modified":"2023-06-26T12:37:17","modified_gmt":"2023-06-26T10:37:17","slug":"mintoring-erreicht-das-projekt-seine-ziele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/04\/27\/mintoring-erreicht-das-projekt-seine-ziele\/","title":{"rendered":"MINToring: Erreicht das Programm seine Ziele?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_2-3x2-1-1024x684.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1758 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_2-3x2-1-1024x684.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_2-3x2-1-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_2-3x2-1-768x513.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/04\/Frauen_MINT-Faecher_2-3x2-1.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Derzeit findet eine Evaluation des <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/projekte\/mintoring\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MINToring-Programms<\/a> statt. Wir betrachten, z\u00e4hlen, befragen, werten aus, analysieren und evaluieren schlie\u00dflich, was bisher geleistet wurde. Teilnehmerinnen und Beteiligte berichten von ihren Erfahrungen in diesem F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Sch\u00fclerinnen in MINT-F\u00e4chern. Welche Ziele verfolgt das Programm und wie k\u00f6nnen sie \u00fcberpr\u00fcft werden?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>In vielen MINT-F\u00e4chern an der FU sind Frauen noch immer unterrepr\u00e4sentiert \u2013 dies gilt f\u00fcr Studentinnen wie auch f\u00fcr Wissenschaftlerinnen (siehe <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/04\/12\/wie-weiblich-ist-mint-an-der-fu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wie weiblich ist MINT an der FU?<\/a>). Das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/mintoring\/index.html\" target=\"_blank\">MINToring-Programm<\/a> bietet ein Schnupper-Angebot in Geowissenschaften, Informatik und Physik, um Sch\u00fclerinnen zu ermutigen, sich f\u00fcr diese F\u00e4cher zu entscheiden. F\u00fcr das Programm kooperiert das Team Zentrale Frauenbeauftragte mit den beteiligten Fachbereichen. Initiiert wurde es 2011 am Fachbereich Physik, 2014 kam die Informatik hinzu, 2021 die Geowissenschaften. Aktuell wird das Programm ebenso wie dessen Evaluation als zus\u00e4tzliche gleichstellungsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahme im Rahmen des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/projekttraeger.dlr.de\/de\/foerderung\/foerderangebote-und-programme\/das-professorinnenprogramm-iii-des-bundes-und-der-laender\" target=\"_blank\">Professorinnenprogramms III<\/a> finanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Erreicht das MINToring-Programm tats\u00e4chlich, was es bezweckt? Und was kann verbessert werden? Mit diesen Fragen befasst sich die Evaluation, die das MINToring-Programm seit Mai 2021 \u00fcber einen Zeitraum von zwei Jahren evaluiert. Wir bewerten das Programm f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und fragen nach deren Zufriedenheit und ihrer wahrgenommenen Selbstwirksamkeit. K\u00f6nnen sie sich ein MINT-Studium vorstellen? Au\u00dferdem betrachten wir Organisation, Durchf\u00fchrung und Kooperationen des Programm. Was l\u00e4uft gut, wo hapert es?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evaluation einer Gleichstellungsma\u00dfnahme soll \u00fcberpr\u00fcfen, ob die angestrebten Ziele tats\u00e4chlich erreicht werden. Denn nur, wenn eine Ma\u00dfnahme sich als wirksam erweist, macht es Sinn, sie l\u00e4ngerfristig durchzuf\u00fchren. Dar\u00fcber hinaus bietet eine differenzierte Evaluation die M\u00f6glichkeit, bei Bedarf nachzusteuern und eine Ma\u00dfnahme anzupassen. Programmbezogene Ma\u00dfnahmen haben oft den Nachteil, dass sie aufgrund ihrer begrenzten Laufzeit bereits zu Ende gehen, wenn das Programm sich etabliert hat. H\u00e4ufig fehlen Ressourcen f\u00fcr Evaluation und Qualit\u00e4tsentwicklung. F\u00fcr Gleichstellungsma\u00dfnahmen, die auf strukturelle Ver\u00e4nderungen abzielen, braucht es jedoch einen langen Atem und entsprechende Laufzeiten. Das MINToring-Programm hat den Vorteil, dass es sich bereits \u00fcber einen langen Zeitraum an der FU etablieren konnte \u2013 zumindest in Physik und Informatik. Allerdings war diese Laufzeit keineswegs von Vornherein abgesichert, so dass die Finanzierung immer wieder neu sichergestellt werden musste und das Personal aufgrund befristeter Vertr\u00e4ge \u00fcber die Jahre wiederholt wechselte. Stabile finanzielle und personelle Ressourcen in ausreichendem Umfang bilden jedoch wichtige Erfolgsfaktoren f\u00fcr eine nachhaltige Qualit\u00e4tsentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschlechtergerechtigkeit in MINT zu realisieren, ist definitiv eine l\u00e4ngerfristige gleichstellungspolitische Aufgabe, auch wenn die FU im bundesdeutschen Vergleich relativ gut abschneidet. Die aktuellen Zahlen zeigen auch an der FU weiterhin eine vertikale und horizontale Geschlechtersegregation. In vielen MINT-F\u00e4chern sind Frauen bereits zu Beginn der wissenschaftlichen Laufbahn, in der Statusgruppe der Studierenden, deutlich unterrepr\u00e4sentiert. Daher sind Ma\u00dfnahmen zur Studentinnengewinnung erforderlich, um einer Geschlechtersegregation entgegenzuwirken \u2013 in Informatik und Physik, aber auch in Geowissenschaften und Mathematik, wie unsere <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/04\/12\/wie-weiblich-ist-mint-an-der-fu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Datenanalyse<\/a> zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was bietet das MINToring-Programm konkret? Es erm\u00f6glicht Sch\u00fclerinnen ab der 7. Klasse Einblicke in die F\u00e4cher Geowissenschaften, Informatik und Physik. Ein vielseitiges Angebot im Labor, am Computer, im H\u00f6rsaal, auf dem FU-Campus oder digital bietet den Sch\u00fclerinnen Raum, sich in einer ungezwungenen Atmosph\u00e4re auszuprobieren, zu experimentieren, zu programmieren und viele Fragen zu stellen. Der Einblick in den Wissenschaftsalltag durch ein Betriebspraktikum an der FU ist ein besonderer Erfahrungsgewinn f\u00fcr die Teilnehmerinnen. Ziel des MINToring-Programms ist, dass Sch\u00fclerinnen sich selbstwirksam in den immer noch m\u00e4nnlich konnotierten F\u00e4chern erleben, ihr Interesse an MINT soll gest\u00e4rkt und Geschlechterstereotype sollen abgebaut werden. Ob diese Ziele tats\u00e4chlich erreicht werden, \u00fcberpr\u00fcft die Evaluation.<\/p>\n\n\n\n<p>Das MINToring-Programm betrifft nicht nur die teilnehmenden Sch\u00fclerinnen, sondern auch die Programmbeteiligten in den Fachbereichen, die z.B. das Betriebspraktikum anleiten. Schlie\u00dflich soll das Programm auch Impulse zur Reflexion der jeweiligen Fachkultur setzen. Denn eine geschlechtsspezifische Fachkultur reproduziert Geschlechterstereotype, die Studierende w\u00e4hrend ihres Studiums pr\u00e4gen. Um diese Mechanismen in Frage zu stellen, ist eine gute Einbindung des Programm in die Fachbereiche erforderlich. Die Evaluation fragt dar\u00fcber hinaus nach Herausforderungen und Problemen, um die Programmsteuerung zu optimieren. Durchgef\u00fchrt wird die Programmevaluation von Esto Mader, Soziolog*in, und Lara Sikorski, Masterstudentin der Bildungswissenschaft, unter Leitung von Dr. Corinna Tomberger, Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten und Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte. Ein Beirat ber\u00e4t und begleitet die Evaluation; ihm geh\u00f6ren Expertinnen in Evaluation, Gleichstellung in MINT und feministischer Fachkulturforschung ebenso an wie Professorinnen der beteiligten F\u00e4cher.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Vorteile verschiedener Erhebungsmethoden zu nutzen, werden qualitative und quantitative Forschung kombiniert. W\u00e4hrend quantitative Betrachtungen und Erhebungen einen Eindruck \u00fcber Zahlen, Verh\u00e4ltnisse und statistische Zusammenh\u00e4nge vermitteln, k\u00f6nnen Menschen dar\u00fcber hinaus von ihren Erfahrungen berichten und subjektive Interpretationen geben. Alle Teilnehmerinnen sind seit 2021 eingeladen, das Programm im Rahmen einer quantitativen Onlinebefragung zu beurteilen. Eine Dokumentenanalyse wertet Daten und Informationen zur Situation der beteiligten F\u00e4cher ebenso aus wie die Programmlaufzeit der letzten Jahre. F\u00fcr 2022 sind zus\u00e4tzlich Leitfadeninterviews mit Sch\u00fclerinnen und Programmbeteiligten vorgesehen, um verschiedene Perspektiven auf das Programm zu erkunden. Der abschlie\u00dfende Evaluationsbericht soll die Wirksamkeit des Programms bewerten und Hinweise f\u00fcr dessen Anpassung bzw. Weiterentwicklung geben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Esto Mader, Mitarbeiterin Programmevaluation MINToring, Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lara Sikorski, Studentische Mitarbeiterin Programmevaluation MINToring, Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Corinna Tomberger, Leitung Programmevaluation MINToring, Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten und Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit findet eine Evaluation des MINToring-Programms statt. Wir betrachten, z\u00e4hlen, befragen, werten aus, analysieren und evaluieren schlie\u00dflich, was bisher geleistet wurde. Teilnehmerinnen und Beteiligte berichten von ihren Erfahrungen in diesem F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Sch\u00fclerinnen in MINT-F\u00e4chern. 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