{"id":2159,"date":"2022-05-13T09:00:00","date_gmt":"2022-05-13T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=2159"},"modified":"2024-08-27T10:23:10","modified_gmt":"2024-08-27T08:23:10","slug":"wie-der-girlsday-mir-den-berufsweg-wies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2022\/05\/13\/wie-der-girlsday-mir-den-berufsweg-wies\/","title":{"rendered":"\u201eWie der Girls&#8217;Day mir den  Berufsweg wies\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"567\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2024\/08\/Kompetenzz_21831_gd_logo_cmyk-scr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9337 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2024\/08\/Kompetenzz_21831_gd_logo_cmyk-scr.jpg 850w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2024\/08\/Kompetenzz_21831_gd_logo_cmyk-scr-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2024\/08\/Kompetenzz_21831_gd_logo_cmyk-scr-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Selma Tabak-Balks, ehemalige studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte, berichtet \u00fcber die Rolle des M\u00e4dchen-Zukunftstags f\u00fcr ihren beruflichen Werdegang. Bis 2018  organisierte sie den Girls\u2019Day an der FU. Heute arbeitet sie bei der IG Metall. Sch\u00fclerinnenf\u00f6rderung und MINT-Berufsorientierung sind ihr nach wie vor eine Herzensangelegenheit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Der Girls\u2019Day kann Berufswahl und Berufsweg beeinflussen \u2013 nicht nur durch die Teilnahme an den Workshops w\u00e4hrend dieses einen Aktionstages im Jahr. Auch die Mitarbeit hinter den Kulissen des Girls\u2019Days \u2013 in diesem Fall an der Freien Universit\u00e4t \u2013 kann den Berufsweg pr\u00e4gen. So war es bei mir. 2014 wurde ich studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t. Dieses Team organisiert und koordiniert zentral den Girls\u2019Day an der FU in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachbereichen und Instituten und vor allem mit den <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/frauenbeauftragte\/ueber-uns\/df\/index.html\" target=\"_blank\">dezentralen Frauenbeauftragten<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u00dcber 1.000 Sch\u00fclerinnen kamen 2015 zum Girls\u2019Day an die Freie Universit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst musste unsere Girls\u2019Day-Website zielgruppengerecht gestaltet werden. Die Sch\u00fclerinnen sollten schlie\u00dflich \u00fcber diese Website Workshops ausw\u00e4hlen, die ihrem Interesse entsprechenden, und den Weg zum jeweiligen Fachbereich finden. Daf\u00fcr war unter anderem das Team Zentrale Frauenbeauftragte zust\u00e4ndig. Und ich als studentische Mitarbeiterin war Teil dieses Teams. Die zentrale Frauenbeauftragte Mechthild Koreuber \u00fcbertrug mir 2015 nahezu die volle Verantwortung f\u00fcr die Organisation des Girls\u2019Day. Dies war f\u00fcr eine studentische Mitarbeiterin, die nebenbei ihren Master in Geisteswissenschaften machte, nicht selbstverst\u00e4ndlich. Zudem erhielt ich die volle Unterst\u00fctzung des Teams. Dies war f\u00fcr mich im ersten Moment zwar eine gro\u00dfe Herausforderung, wurde aber auch zu einem gro\u00dfen Erfolg: 2015 kamen bereits \u00fcber 1.100 Sch\u00fclerinnen zum Girls\u2019Day an die FU. Dies war einer der gr\u00f6\u00dften Girls\u2019Day bundesweit &#8211; und damals eine reine Pr\u00e4senzveranstaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war f\u00fcr mich immer wieder \u00fcberraschend zu sehen, wer und vor allem wie viele Personen hinter den Kulissen mitarbeiteten, was f\u00fcr spannende und interessante Workshops den Sch\u00fcler*innen angeboten wurden und schlie\u00dflich wie begeistert und zufrieden die Sch\u00fclerinnen den Campus nach diesem Tag verlie\u00dfen. Mit diesem Angebot in den MINT-F\u00e4chern konnten wir das Berufswahlspektrum der Sch\u00fcler*innen \u2013 jenseits der Geschlechterklischees \u2013 erweitern und sichtbar machen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-225x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2177\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Vorbereitung-GirlsDay-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><figcaption>Giveaways f\u00fcr den Girls&#8217;Day 2015 in Pr\u00e4senz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte hier nur einige meiner Aufgabenbereiche nennen, da diese T\u00e4tigkeit sehr vielseitig war.&nbsp; Zu den Aufgaben z\u00e4hlten \u00d6ffentlichkeitsarbeit sowie die Betreuung der Girls\u2019Day-Anmeldeplattform, die Beratung von Sch\u00fcler*innen und deren Eltern, die Organisation und Durchf\u00fchrung von Schulungen, die Organisation des Workshopangebots, verteilt \u00fcber viele Fachbereiche, sowie die gesamte Evaluation. Besonders hervorheben m\u00f6chte ich die verschiedenen Kompetenzen und Erfahrungen, die ich bewusst und unbewusst erworben habe. Ich sammelte Erfahrungen in den Bereichen Gleichstellungsarbeit und Diversity, Projekt- und Veranstaltungsmanagement, Budgetverwaltung, zielgruppengerechte Kommunikation, Gremienarbeit. Und ich lernte Hochschulstrukturen sowie Hochschulsteuerungsinstrumente kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich entwickelte ein hohes Verantwortungsbewusstsein, systematisches, analytisches Denken und methodisches Arbeiten sowie Flexibilit\u00e4t, Belastbarkeit, Kreativit\u00e4t, Kommunikations- und Teamf\u00e4higkeit. F\u00fcr all das bin ich sehr dankbar, da ich diese Eigenschaften w\u00e4hrend meines Studiums in keinem Kombifachbereich h\u00e4tte lernen oder erwerben k\u00f6nnen.&nbsp; Ich bewegte mich mit der Arbeit f\u00fcr den Girls\u2019Day in einem ganz anderen, bisher nicht anvisiertem&nbsp;Berufsfeld. Gerade deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, neben dem Studium berufliche Erfahrungen zu sammeln, die das eigene Berufsspektrum erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mein Arbeitsschwerpunkt wurde sozusagen ein ganzj\u00e4hriger Girls\u2019Day<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Organisation des Girls\u2019Day erwarb ich Kompetenzen, die mich nahtlos zur n\u00e4chsten Stelle gef\u00fchrt haben und zwar zu einem Ausbildungszentrum eines Energie- und Automatisierungstechnikkonzerns. Hier stellt sich gleich die Frage, was macht eine Geisteswissenschaftlerin in einem Automatisierungskonzern? Ich wurde Projektleiterin des vom Land Berlin gef\u00f6rderten Projektes \u201e<a href=\"https:\/\/www.girlsatec.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>girlsatec<\/em><\/a> \u2013 junge Frauen erobern technische Berufe\u201c. Das Projekt zielt darauf ab, das Spektrum der Berufswahl f\u00fcr junge Frauen zu erweitern und ihr Interesse f\u00fcr gewerblich-technische Berufe zu wecken. Gleichzeitig beabsichtigt das Projekt, die beruflichen Chancen und Perspektiven f\u00fcr junge Frauen in diesem Bereich aufzuzeigen. Ein zentrales Element sind hierbei Praxisangebote zur Erprobung technischen Arbeitens.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"217\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Portr\u00e4tfoto_2017-11_BEW.Tabak-8387-3-300x217.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2174\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Portr\u00e4tfoto_2017-11_BEW.Tabak-8387-3-300x217.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Portr\u00e4tfoto_2017-11_BEW.Tabak-8387-3-1024x740.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Portr\u00e4tfoto_2017-11_BEW.Tabak-8387-3-768x555.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2022\/05\/Portr\u00e4tfoto_2017-11_BEW.Tabak-8387-3.jpg 1134w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption>Selma Tabak-Balks, 2014-2018 studentische <br>Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<br>Foto: privat<br><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ich setzte also Sch\u00fclerinnenf\u00f6rderung und Berufsorientierung im MINT-Bereich, vor allem im gewerblich-technischen Bereich, fort. Mein Arbeitsschwerpunkt wurde sozusagen ein ganzj\u00e4hriger Girls\u2019Day. Dabei lag der Fokus auf der dualen Berufsausbildung in der Metall- und Elektroindustrie. Sehr froh war und bin ich, dass ich meine Erfahrungen aus der Arbeit an der FU, insbesondere im MINT-Bereich, nun auch im gewerblich-technischen Bereich nutzen konnte, da Frauen hier noch st\u00e4rker unterrepr\u00e4sentiert sind. Der Alltag in einer Werkstatt oder in einer Produktionshalle ist um einiges anders als der an der Hochschule und in der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei <em>girlsatec<\/em> organisierte ich neben den mehrmals im Jahr stattfindenden Technik-Camps auch Schulbesuche, Berufsorientierungsangebote, Seminare sowie Angebote f\u00fcr Eltern, Lehrkr\u00e4fte und gewerblich-technische Unternehmen. Zudem betreute ich die <em>girlsatec<\/em>-Botschafterinnen und bot f\u00fcr sie Workshops, Seminare und Coaching an. Diese Botschafterinnen sind die tragende S\u00e4ule des Projektes. Das Projekt beruht auf der Annahme, dass es jungen Frauen oft an weiblichen Vorbildern im Bereich der Metall- und Elektrobranche fehlt. Die <em>girlsatec<\/em>-Botschafterinnen \u2013 selbst Auszubildende oder ausgelernte Fachkr\u00e4fte in der Metall- und Elektrobranche \u2013 wollen diese Vorbilder f\u00fcr Sch\u00fclerinnen sein. Ihre Berichte von positiven Erfahrungen oder Entscheidungshilfen sollen anderen jungen Frauen die Entscheidungsm\u00f6glichkeit bieten, die auch unsere Botschafterinnen hatten, sowie die Klischees \u00fcber Frauen und Technik aufbrechen. Sie sind \u00fcberzeugt von ihrer Berufswahl und m\u00f6chten diese Begeisterung an andere weitergeben. Es ist toll, diese Frauen von der Ausbildung bis zur Entwicklung als Ausbilderinnen, Ingenieurinnen, Technikerinnen oder Qualit\u00e4tsmanagerinnen zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6ten, programmieren und Solarflieger bauen wurden auch Teil meiner Agenda, und ich gab dieses Wissen an Sch\u00fclerinnen weiter, obwohl ich das nicht studiert habe. Das Projekt wurde 2019 vom Verein Innovative Berufsbildung mit dem <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wbv.de\/hermann-schmidt-preis\/die-preistraeger.html\" target=\"_blank\">Hermann-Schmidt-Preis<\/a> ausgezeichnet. Insbesondere der ehrenamtliche und herausragende Einsatz der <em>girlsatec<\/em>-Botschafterinnen wurde als beispielhaft hervorgehoben und trug ma\u00dfgeblich dazu bei, dass <em>girlsatec<\/em> diesen Preis erhielt. Abschlie\u00dfend kann ich sagen, dass bei mir eins zum anderen f\u00fchrte. &nbsp;Das Thema Frauenf\u00f6rderung \u2013 vor allem Sch\u00fclerinnenf\u00f6rderung und MINT-Berufsorientierung \u2013 wurde zu meinem Beruf und bleibt weiterhin eine Herzensangelegenheit f\u00fcr mich. Ohne die Girls\u2019Day-Organisation im Team Zentrale Frauenbeauftragte w\u00e4re ich nicht da, wo ich heute bin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Selma Tabak-Balks, ehemalige studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte, Projektsekret\u00e4rin\/Mentorencoach Transferprojekt &#8222;Weiterbildungsmentor*innen&#8220; bei der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen<\/strong> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selma Tabak-Balks, ehemalige studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte, berichtet \u00fcber die Rolle des M\u00e4dchen-Zukunftstags f\u00fcr ihren beruflichen Werdegang. Bis 2018 organisierte sie den Girls\u2019Day an der FU. Heute arbeitet sie bei der IG Metall. 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