{"id":391,"date":"2021-10-28T15:00:00","date_gmt":"2021-10-28T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=391"},"modified":"2023-06-26T10:34:49","modified_gmt":"2023-06-26T08:34:49","slug":"vereinbarkeit-vertagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2021\/10\/28\/vereinbarkeit-vertagt\/","title":{"rendered":"Vereinbarkeit vertagt?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-277 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2021\/10\/iStock-1215304167_COPY-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Oder: Warum es in der Wissenschaft kein Sp\u00e4ter gibt. Die Corona-Krise hat die Benachteiligung von Wissenschaftler*innen mit Familienaufgaben versch\u00e4rft, auch an der Freien Universit\u00e4t. \u201eNat\u00fcrlich betrifft Corona alle, aber glauben Sie, dass es f\u00fcr mich als Mutter keine besondere psychische Herausforderung ist?\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Mit dieser Frage wies Tessa Camenzind in der Podiumsdiskussion \u201e<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2021\/04\/13\/kinder-corona-karriereknick\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kinder, Corona, Karriereknick?<\/a>\u201d am 26. April 2021 auf die besondere Belastung von Wissenschaftlerinnen mit Familienaufgaben in der Pandemie hin. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Postdoc-Phase berichtete von einem massiven Zeitverlust, den sie nicht ausgleichen k\u00f6nne, \u201eweil wir gerade im Postdoc immer auf Zeit-Stellen sind. Es gibt kein Sp\u00e4ter in der Wissenschaft. Ich kann nicht das, was ich jetzt nicht schaffe, in einem Jahr machen, w\u00e4hrend ich mich in ein paar Jahren mit Kolleg*innen vergleichen lassen muss, die jetzt ein Jahr lang ganz viel Zeit hatten.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die Benachteiligung von Wissenschaftler*innen mit Familienaufgaben in der Corona-Krise aufzuzeigen und hochschulpolitische Gegenma\u00dfnahmen zu diskutieren, war Ziel unserer Veranstaltung \u2013 des Teams Zentrale Frauenbeauftragte \u2013 in Kooperation mit Vizepr\u00e4sidentin Verena Blechinger-Talcott. Auf dem Onlinepodium berichteten Studierende und Wissenschaftlerinnen der FU \u00fcber ihren Spagat zwischen Studium, Beruf, Homeschooling und Kitas im Notbetrieb. Sie diskutierten mit dem Pr\u00e4sidenten G\u00fcnter M. Ziegler und Gremienvertreterinnen sowie Jutta Allmendinger, Pr\u00e4sidentin des Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung (WZB), \u00fcber die Auswirkungen des pandemiebedingten Lockdowns auf die Chancengleichheit der Geschlechter in der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gender Publication Gap wird gr\u00f6\u00dfer<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der Veranstaltung pr\u00e4sentierte die Soziologin Allmendinger Erkenntnisse der empirischen Sozialforschung zu Geschlechterasymmetrien in der Wissenschaft vor und nach Ausbruch der Pandemie. Sie warnte vor einem Gender Publication Gap durch den Lockdown: Wie Studien des WZB zeigen, sei die wissenschaftliche Publikationsleistung von Frauen mit Familienaufgaben w\u00e4hrend der Pandemie massiv eingebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor gebe es bundesweit erhebliche Geschlechterasymmetrien in der Wissenschaft, insbesondere was die Besetzung von F\u00fchrungspositionen betrifft. Schul- und Kitaschlie\u00dfungen w\u00e4hrend der Pandemie haben dieses Ungleichgewicht massiv zuungunsten von Wissenschaftlerinnen mit Kindern verst\u00e4rkt. Sie \u00fcbernahmen weitaus mehr Sorgearbeit und hatten weniger Zeit f\u00fcr Forschung als m\u00e4nnliche Wissenschaftler. Die Auswirkungen dieser Unterschiede auf die Karrierewege, so Allmendinger, seien gravierend und bereits jetzt zu sp\u00fcren: Hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen bevorzugten sichere Positionen, f\u00fcr die sie \u00fcberqualifiziert seien, anstatt eine Professur anzustreben. So gebe es pandemiebedingt deutlich mehr Abg\u00e4nge von Frauen aus der Wissenschaft in den wissenschaftsunterst\u00fctzenden Bereich. Allmendinger rechnet mit langfristigen Folgen dieser \u201ehorizontalen Ungerechtigkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordern zahlreiche Gleichstellungsakteur*innen im Wissenschaftsbereich seit Beginn der Pandemie, Hochschulangeh\u00f6rige mit Familienaufgaben wirksam zu entlasten und zu unterst\u00fctzen (vgl. etwa die Zusammenstellung <a href=\"https:\/\/bukof.de\/service\/corona-gleichstellung-und-hochschule-in-der-pandemie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gleichstellung und Hochschule in der Pandemie<\/a> der bukof). Auch die Teilnehmerinnen unserer Podiumsdiskussion machten sehr deutlich, welche Unterst\u00fctzung sie von der Freien Universit\u00e4t erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Welche Unterst\u00fctzung ist n\u00f6tig?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eViele Drittmittelbesch\u00e4ftigte leiden unter kurzen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen; da br\u00e4uchten wir \u00dcberbr\u00fcckungsfinanzierungen oder andere Unterst\u00fctzung\u201c, forderte Anette Simonis, Postdoc und Vertreterin des akademischen Mittelbaus im Kuratorium, \u201edas w\u00e4re der FU als guter Arbeitgeberin sicher m\u00f6glich. Daf\u00fcr k\u00f6nnte man zum Beispiel Gleichstellungsmittel der DFG einsetzen.\u201c Auch Fonds zur Finanzierung studentischer Mitarbeiter*innen, wie es sie an anderen Hochschulen gibt, k\u00f6nnten Nachwuchswissenschaftler*innen die Arbeit erleichtern und dem Gender Publication Gap entgegenwirken. \u201eDie Einrichtung eines Tutorienprogramms\u201c, so Simonis weiter, \u201ew\u00e4re f\u00fcr Studierende und alle Wissenschaftler*innen eine gro\u00dfe Hilfe, das hei\u00dft studentische Hilfskr\u00e4fte, die sowohl in Laboren mitarbeiten, aber auch Literaturrecherchen machen k\u00f6nnen, also den Zeitaufwand reduzieren, sodass wenigstens ein Teil der Forschung weiterhin betrieben werden k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doris Kolesch, Professorin, Projektleiterin in einem Sonderforschungsbereich und Sprecherin des Frauenrats, kritisierte die verbreitete Auffassung, das Arbeiten im Homeoffice verbessere die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie: \u201eIch w\u00e4re vorsichtig mit der Feier des Homeoffice. Ich sehe ganz viele Kolleg*innen, die sagen, dass sie dringend aus ihrer Wohnung rauskommen m\u00f6chten. Manchmal sind private R\u00e4ume nicht nur St\u00fctze, sondern Teil des Problems. F\u00fcr viele ist das die Verhinderung von Arbeit. Hier sollte die FU Mittel f\u00fcr Arbeitsr\u00e4ume in Laufn\u00e4he zur eigenen Wohnung bereitstellen, wo man in Ruhe arbeiten oder sich Zeit schaffen kann.\u201c Die Master-Studierende Sandra Berke erg\u00e4nzte: \u201eIch brauche die r\u00e4umliche Trennung und Ruhe zum Arbeiten. Jede, die ein Kleinkind zuhause hat, wei\u00df, dass es nicht reicht, sich einfach in ein anderes Zimmer zu setzen, um eine Hausarbeit zu schreiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Cynthia Heiner, Postdoc und Projektkoordinatorin, forderte, die Care-Arbeit w\u00e4hrend der Pandemie solle bei Berufungen und F\u00f6rderantr\u00e4gen auf das akademische Alter angerechnet werden, vergleichbar der Elternzeit. \u201eIch schreibe die Corona-Zeit wie die Elternzeit in mein CV. Die FU sollte das anerkennen\u201d, verlangte Heiner.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Burnouts und Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nde bei vielen Besch\u00e4ftigten mit Betreuungsaufgaben waren Thema der Veranstaltung. Die Mehrfachbelastung von Eltern m\u00fcsse nicht nur gew\u00fcrdigt, sondern auch gelindert werden. \u201eWir sollten unsere Beratungsstruktur \u00fcberdenken. Ich finde das Angebot der psychologischen Beratungsstelle super, aber wer Kinder hat, hat auch daf\u00fcr keine Zeit. Asynchrone Beratungs- und Betreuungsangebote sollten deshalb erg\u00e4nzt werden\u201d, schl\u00e4gt Katharina Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Frauenbeauftragte am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Mitglied des Frauenrats, vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskutantinnen wiesen darauf hin, dass eine differenzierte, bedarfsorientierte Perspektive notwendig sei: Nicht alle Betroffenen haben die gleichen Bed\u00fcrfnisse. Trotzdem gehe es nicht um Einzelschicksale, die Vielfalt der Forderungen sei vielmehr Symptom einer strukturellen Krise: \u201eWir sollten flexibel auf die Bedarfe eingehen und proaktiv ein gesellschaftliches Problem nicht weiter individualisieren, das tun wir n\u00e4mlich gerade\u201d, mahnte Doris Kolesch an.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4sident G\u00fcnter M. Ziegler bedankte sich bei den Podiumsteilnehmerinnen f\u00fcr die eindr\u00fcckliche Schilderung ihrer Situation. Die zu beobachtende Retraditionalisierung \u2013 \u201edass in der Krise die Frauen, ihre Karrieren und ihre M\u00f6glichkeiten leiden\u201c \u2013 versteht er als Ansto\u00df f\u00fcr notwendige Ver\u00e4nderungen im System: \u201eEs darf gar nicht wieder normal werden wie vor Corona.\u201c Der Pr\u00e4sident kritisierte damit auch das Idealbild einer linearen Wissenschaftskarriere, in der familienbedingte Belastungen nicht vorgesehen sind. Gender Care Gap und Gender Time Gap m\u00fcssten in Zukunft eingerechnet werden, um Chancengleichheit herzustellen. Er betonte, dass die Unterst\u00fctzung von Nachwuchswissenschaftler*innen mit Familienaufgaben angesichts der pandemiebedingten Benachteiligungen ein wichtiges Anliegen der FU sei: \u201eUnser Interesse muss sein zu unterst\u00fctzen und zu erm\u00f6glichen, was geht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zeit zu handeln!<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der Veranstaltung war nicht nur, die aktuellen Herausforderungen und Bedarfe aufzuzeigen, sondern auch, L\u00f6sungsans\u00e4tze aufzuzeigen und zu diskutieren. Die Diskussion erbrachte eine F\u00fclle an Vorschl\u00e4gen f\u00fcr kurz- und langfristige Ma\u00dfnahmen, um pandemiebedingte Benachteiligungen auszugleichen und Familiengerechtigkeit zu f\u00f6rdern. Anregungen f\u00fcr die konkrete Ausgestaltung k\u00f6nnen Good-Practice-Beispiele anderer Hochschulen geben. So hat die Universit\u00e4t Duisburg-Essen einen <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/de\/covid-19\/diversitaet-gleichstellung_chancengleichheitsfonds.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chancengleichheitsfonds f\u00fcr Studierende und Lehrende mit Care-Aufgaben<\/a> eingerichtet. Die Universit\u00e4t zu K\u00f6ln hat mit <a href=\"https:\/\/verwaltung.uni-koeln.de\/forschungsmanagement\/content\/grossprojekte\/bundes___landesgefoerderte_projekte___stiftungen\/professorinnenprogramme\/kopf_frei\/index_ger.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kopf frei!<\/a> ein Programm aufgelegt, das Mittel zur Finanzierung einer Lehrvertretung oder einer Hilfskraft bietet, um Postdoc-Wissenschaftlerinnen und Juniorprofessorinnen mit Familienaufgaben von Aufgaben in der Lehre oder der akademischen Selbstverwaltung zu entlasten bzw. sie in ihrer Forschung zu unterst\u00fctzen. Die Humboldt-Universit\u00e4t, Partnerin der FU im Exzellenzverbund Berlin University Alliance (BUA), hat bereits 2019 einen <a href=\"https:\/\/www.familienbuero.hu-berlin.de\/de\/familienfonds\/familienfonds-der-humboldt-universitaet-zu-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Familienfonds<\/a> eingerichtet, der j\u00e4hrlich Mittel zur Verf\u00fcgung stellt, um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf bzw. wissenschaftlicher Karriere mit Familienaufgaben zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmen, die einen Nachteilsausgleich f\u00fcr Universit\u00e4tsangeh\u00f6rige mit Familienaufgaben einfordern, sind an der FU sp\u00e4testens seit unserer Veranstaltung im April un\u00fcberh\u00f6rbar. Im Nachgang dazu erarbeitete die Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Gleichstellung, Verena Blechinger-Talcott, in Kooperation mit dem Team Zentrale Frauenbeauftragte eine Ma\u00dfnahmenliste, die dem Pr\u00e4sidium vorgelegt wurde. Dennoch sind auf zentraler Ebene bislang keine Ma\u00dfnahmen zum pandemiebedingten Nachteilsausgleich f\u00fcr Wissenschaftler*innen mit Familienaufgaben auf den Weg gebracht worden, nicht zuletzt aufgrund haushaltsrechtlicher Bedenken. Noch nicht entschieden hat das Pr\u00e4sidium \u00fcber den Vorschlag, einen Fonds f\u00fcr Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Familienaufgaben \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.hu-berlin.de\/de\/einrichtungen-organisation\/leitung\/praesidialbereich\/pb3\/chancen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Berliner Chancengleichheitsprogramm<\/a> zu beantragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Exzellent ohne Nachteilsausgleich?<\/p>\n\n\n\n<p>Der bis dato fehlende Ausgleich pandemiebedingter Benachteiligungen bedroht nicht nur die Karrierewege der betroffenen Wissenschaftler*innen. Auch die Universit\u00e4t selbst setzt sich damit der Gefahr aus, hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchs zu verlieren. Im Interesse ihres Status als forschungsstarke Exzellenzuniversit\u00e4t sollte der FU daran gelegen sein, alles daf\u00fcr zu tun, \u201edie besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen (\u2026) zu gewinnen, sie optimal zu unterst\u00fctzen und am Standort zu halten\u201c. Mit diesen Worten beschreibt die BUA ihr Ziel <a href=\"https:\/\/www.berlin-university-alliance.de\/commitments\/promoting-talent\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Promoting Talents<\/em><\/a>, das insbesondere Diversit\u00e4ts- und Gleichstellungsaspekte zu ber\u00fccksichtigen beansprucht. Dar\u00fcber hinaus droht die FU, durch ihre Unt\u00e4tigkeit ihre \u00fcber Jahrzehnte f\u00fchrende Position im Bereich Chancengleichheit zu verspielen \u2013 dies liefe den ausdr\u00fccklichen Zielsetzungen der BUA im Feld <a href=\"https:\/\/www.berlin-university-alliance.de\/commitments\/diversity\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Diversity and Gender Equality<\/em><\/a><em> <\/em>zuwider.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob der Exzellenzverbund BUA und mit ihm die Freie Universit\u00e4t die selbst gesteckten Ziele erreichen, wird sp\u00e4testens mit dessen erster Evaluation relevant werden. Eine \u00fcberzeugende Strategie, pandemiebedingte Benachteiligungen wirksam auszugleichen, k\u00f6nnte ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Bewertung der Exzellenzkriterien Personalentwicklung und Chancengleichheit sein (vgl. <a href=\"https:\/\/www.gwk-bonn.de\/fileadmin\/Redaktion\/Dokumente\/Papers\/Verwaltungsvereinbarung-Exzellenzstrategie-2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verwaltungsvereinbarung Exzellenzstrategie<\/a>, \u00a74, 3b). Die F\u00f6rderung der BUA l\u00e4uft seit bald zwei Jahren; die regelm\u00e4\u00dfige Evaluation durch ein unabh\u00e4ngiges Expert*innengremium, von deren Ausgang die dauerhafte F\u00f6rderung abh\u00e4ngt, findet alle sieben Jahre statt. Hat die FU den Ehrgeiz, zu diesem Zeitpunkt eine angemessene Strategie zum pandemiebezogenen Nachteilsausgleich vorweisen zu k\u00f6nnen? Dann w\u00e4re es h\u00f6chste Zeit, dass Jutta Allmendingers eindringliche Forderung \u201e<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2021\/23\/frauen-wissenschaft-corona-krise-familie-karriere-gleichstellung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gebt den Frauen Forschungszeit<\/a>\u201c endlich Geh\u00f6r findet. Denn auch in der Exzellenz \u2013 so lie\u00dfe sich das pr\u00e4gnante Eingangszitat einer unserer Podiumsteilnehmerinnen variieren \u2013 gibt es kein Sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nina Lawrenz, Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten, Dr. Corinna Tomberger, Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mitarbeit: <strong>Helena Raspe, studentische Mitarbeiterin im Team Zentrale Frauenbeauftragte<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Warum es in der Wissenschaft kein Sp\u00e4ter gibt. Die Corona-Krise hat die Benachteiligung von Wissenschaftler*innen mit Familienaufgaben versch\u00e4rft, auch an der Freien Universit\u00e4t. \u201eNat\u00fcrlich betrifft Corona alle, aber glauben Sie, dass es f\u00fcr mich als Mutter keine besondere psychische Herausforderung ist?\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":3850,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[424297],"tags":[430258,1797,237832,2478,437124],"class_list":["post-391","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-positionen","tag-vereinbarkeit","tag-familie","tag-pandemie","tag-exzellenz","tag-wissenschaftlerinnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3850"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=391"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6178,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions\/6178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}