{"id":5855,"date":"2023-06-13T08:14:49","date_gmt":"2023-06-13T06:14:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/?p=5855"},"modified":"2023-07-14T11:33:06","modified_gmt":"2023-07-14T09:33:06","slug":"ruckblick-publikationsbremse-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2023\/06\/13\/ruckblick-publikationsbremse-pandemie\/","title":{"rendered":"Publikationsbremse Pandemie (1): Empirie"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Banner_Publikationsbremse_3x2-1024x684.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4755 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Banner_Publikationsbremse_3x2-1024x684.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Banner_Publikationsbremse_3x2-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Banner_Publikationsbremse_3x2-768x513.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Banner_Publikationsbremse_3x2.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Welche Folgen hat die Pandemie f\u00fcr die Karrieren von Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Sorgeverantwortung? Wie k\u00f6nnen Hochschulen verhindern, dass Frauen auf dem wissenschaftlichen Karriereweg ausgebremst werden? Diese Fragen diskutierten Gleichstellungsakteurinnen und Expertinnen in unserer Veranstaltung <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2023\/01\/20\/publikationsbremse-pandemie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Publikationsbremse Pandemie<\/a>, die wir nun dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Geschlossene Kitas, Schulen und Hochschulen w\u00e4hrend der Pandemie f\u00fchrten zu Kinderbetreuung, Home-Schooling und digitaler Lehre in den eigenen vier W\u00e4nden. Im Hochschulbereich wurden insbesondere Wissenschaftlerinnen mit Care-Aufgaben durch die Lockdowns in ihrer Arbeit massiv beeintr\u00e4chtigt, da Frauen weiterhin die Hauptlast der Sorgearbeit \u00fcbernehmen \u2013 im Privaten f\u00fcr Kinder und pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige wie auch im Wissenschaftsbetrieb in Betreuung und Lehre. Eingeschr\u00e4nkt waren Forscherinnen besonders in ihren Publikationsaktivit\u00e4ten; dadurch hat sich der bestehende <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/forschung\/gender-publication-gap-2020-groesser-geworden-4086\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gender Publication Gap<\/a> weiter vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-1024x671.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5964\" width=\"512\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-300x197.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-768x503.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-1536x1007.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-2048x1342.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4083_zugeschnitten-1200x786.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Die Podiumsrunde: Sarah Czerny, Lena Eckert, Lena Hipp, Stine Gutjahr, Kathrin Zippel, Svenja Saure, Barbara Fritz, Verena Blechinger-Talcott und Corinna Tomberger (v. l. n. r.), Foto: Merle B\u00fcter<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dieser erste Beitrag widmet sich den empirischen Befunden zum pandemiebedingten Gender Publication Gap. Demn\u00e4chst folgen zwei weitere Beitr\u00e4ge: Good-Practice-Beispiele f\u00fcr Ma\u00dfnahmen stehen im Zentrum des zweiten Teils, den Perspektiven f\u00fcr die Gleichstellungspolitik der Freien Universit\u00e4t gilt der dritte Teil unserer Serie.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in unserer vorangegangenen Veranstaltung <a href=\"https:\/\/ssl2.cms.fu-berlin.de\/fu-berlin\/sites\/frauenbeauftragte\/PM-kinder_corona_karriereknick\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kinder, Corona, Karriereknick<\/a> 2021 hatte Prof. Jutta Allmendinger, Pr\u00e4sidentin des Wissenschaftszentrums Berlin f\u00fcr Sozialforschung, vor den sp\u00fcrbaren Folgen f\u00fcr Wissenschaftlerinnen und <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/2023\/03\/16\/rueckblick-kinder-corona-karriereknick\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">der drohenden Versch\u00e4rfung der Geschlechterasymmetrien im Hochschulsystem<\/a> gewarnt. Knapp zwei Jahre sp\u00e4ter, im Februar 2023, luden wir erneut zur Diskussion ein, um mittel- und langfristige Auswirkungen auf Karrieren von Wissenschaftlerinnen ebenso wie Good-Practice-Beispiele f\u00fcr Ma\u00dfnahmen und konkrete Perspektiven f\u00fcr die Gleichstellung an der Freien Universit\u00e4t zu er\u00f6rtern. Da uns das Thema f\u00fcr die Gleichstellung an der Freien Universit\u00e4t wie auch in Wissenschaft und Hochschule insgesamt zentral erscheint, dokumentieren wir die Veranstaltung \u2013 nicht zuletzt auf vielfachen Wunsch der Teilnehmenden \u2013 ausf\u00fchrlich in einer dreiteiligen Serie von Blogbeitr\u00e4gen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Eine verlorene Generation von Wissenschaftlerinnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt unseres Podiums machten die Gr\u00fcnderinnen des <a href=\"https:\/\/www.mutterschaft-wissenschaft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Netzwerks Mutterschaft und Wissenschaft<\/a>, Dr. Sarah Czerney und Dr. Lena Eckert. Sie engagieren sich daf\u00fcr, M\u00fctter und andere Personen, die Care-Arbeit leisten, im Wissenschaftsbetrieb zu vernetzen, zu unterst\u00fctzen, zu sensibilisieren und eine Ver\u00e4nderung der universit\u00e4ren Strukturen zu bewirken. F\u00fcr den Sammelband <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/j.ctv2r3365b\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie<\/a>, haben sie, gemeinsam mit Dr. Silke Martin, Erfahrungsberichte, von der Studentin bis zur Rektorin, zusammengetragen. Deren Schilderungen lassen die Autorinnen bef\u00fcrchten, dass eine ganze Generation Frauen und Wissenschaftlerinnen \u2013 vor allem M\u00fctter mitsamt ihrem Wissen \u2013, der Wissenschaft verloren gehen k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Lena Eckert berichtete von durchaus unterschiedlichen Perspektiven in den Erfahrungsberichten: Angebote wie Home-Office und Digitalisierung seien f\u00fcr Menschen mit Kleinkindern zun\u00e4chst eine Erleichterung gewesen und h\u00e4tten mehr Partizipation erm\u00f6glicht. Dennoch stellten die Autorinnen einen R\u00fcckfall in traditionelle Rollenverteilungen fest. Sarah Czerney betonte als st\u00e4rkste beobachtete Tendenz \u201eeine unfassbare \u00dcberlastung, Ersch\u00f6pfung und Isolation, die auch immer noch die Karrieren und die Lebensqualit\u00e4t immens beeintr\u00e4chtigen \u2013 und dies sind eben keine Einzelf\u00e4lle.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4088_zugeschnitten-928x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5966\" width=\"400\" height=\"480\" \/><figcaption>Die Gr\u00fcnderinnen des Netzwerks Mutterschaft und Wissenschaft: Dr. Sarah Czerney und Dr. Lena Eckert, Foto: Merle B\u00fcter<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.uni-paderborn.de\/universitaet\/genderportal\/gender-glossar\/leaky-pipeline\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Leaky Pipeline<\/a>, so bilanzierte Czerney, \u201eist durch die Pandemie noch br\u00fcchiger geworden, als sie ohnehin schon war\u201c. Zur <a href=\"https:\/\/www.uni-paderborn.de\/universitaet\/genderportal\/gender-glossar\/glaeserne-decke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gl\u00e4sernen Decke<\/a> komme f\u00fcr M\u00fctter die sogenannte Maternal Wall hinzu, also die Diskriminierung als Mutter auf dem Arbeitsmarkt, die f\u00fcr viele bereits vor der Pandemie un\u00fcberwindbar gewesen sei. Aufgrund der Erfahrungsberichte sei zu bef\u00fcrchten, dass \u201ejahrzehntelange Gleichstellungserfolge durch die Pandemie zunichte gemacht werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als Antwort auf die in ihren Sammelb\u00e4nden identifizierten Belastungen, strukturellen Benachteiligungen und Karriereblockern von Wissenschaftlerinnen mit Sorgeverantwortung, haben Sarah Czerny und Lena Eckert das <a href=\"https:\/\/www.mutterschaft-wissenschaft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft<\/a> gegr\u00fcndet. Dessen Ziel es ist, M\u00fctter und Personen, die Care-Arbeit leisten, im Wissenschaftsbetrieb zu vernetzen, zu unterst\u00fctzen, zu sensibilisieren und eine Ver\u00e4nderung der universit\u00e4ren Strukturen zu bewirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Komplexe Perspektiven auf Daten und deren Interpretation<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Lena Hipp, Leiterin der <a href=\"https:\/\/www.wzb.eu\/de\/forschung\/dynamiken-sozialer-ungleichheiten\/arbeit-und-fuersorge\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Forschungsgruppe Arbeit und F\u00fcrsorge am Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung<\/a>, unter anderem beteiligt an einer Studie zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen in Berlin, widmete sich empirischen Daten und den Herausforderungen ihrer Interpretation. Bezugnehmend auf den Veranstaltungstitel, erkl\u00e4rte sie, die Pandemie sei keine Publikationsbremse per se gewesen. \u201eUm jetzt in dieser Fahrzeugmetaphorik zu bleiben, stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, ob die Pandemie ein Gaspedal f\u00fcr den Gender Publication Gap gewesen sein k\u00f6nnte.\u201c Zwar sei es theoretisch m\u00f6glich, den Gender Publication Gap anhand von Daten verschiedener Jahre zu vergleichen. \u201eWenn wir beispielsweise wissen, wie viele Artikel Wissenschaftler*innen 2018 und 2019 auf Server hochgeladen haben, dann vergleichen wir das nochmal f\u00fcr die Jahre 2019 und 2020, und daraus erkennen wir diese Unterschiede\u201c, erl\u00e4uterte Hipp. Da der Prozess einer wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung oftmals l\u00e4nger als ein Jahr dauern k\u00f6nne, gebe es jedoch ein methodisches Problem. \u201eDie Problematik des Gender Publication Gaps ist so eigentlich sehr schwer abzubilden\u201c, schlussfolgerte Hipp.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5967\" width=\"512\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-300x199.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-768x510.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-1536x1020.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-2048x1360.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4093_zugeschnitten-1200x797.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Professorin Lena Hipp erkl\u00e4rte verschiedene Methoden zur Berechnung des Gender Publication Gaps, Foto: Merle B\u00fcter<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Bei der Forschung zu Covid-19 sei das methodisch anders, da es hier einen Anhaltspunkt gebe, wann die Wissenschaftler*innen mit der Forschung und dem Publizieren angefangen haben. In diesem Forschungsfeld ist in fast allen Disziplinen ein Gender Publication Gap deutlich ersichtlich. Aufgrund der bestehenden Geschlechterverh\u00e4ltnisse und der daraus resultierenden traditionellen Rollenverteilungen \u2013 auch in der Wissenschaft \u2013 warf Hipp die Frage auf, ob \u201eFrauen sich vielleicht einfach nicht so sehr f\u00fcr die Covid-Forschung interessierten.\u201c Anhand der Ver\u00f6ffentlichungszahlen und der Geschlechterverteilung lasse sich die vermehrte Care-Arbeit im Privaten nicht zweifelsfrei als Grund f\u00fcr den vergr\u00f6\u00dferten Gender Publication Gap identifizieren. \u201eEs ist nicht so eindeutig; man muss das l\u00e4ngerfristig beobachten\u201c, so ihr Fazit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Kitas zu \u2013 Produktivit\u00e4t von Eltern runter<\/p>\n\n\n\n<p>Qualitative Befunde zu Wissenschaftler*innen zeichnen ein anderes Bild. \u201eDiese Befragungsdaten, sprechen eindeutig daf\u00fcr, dass Personen mit Sorgeverpflichtungen ganz sch\u00f6n eingeschr\u00e4nkt waren in der Zeit, die ihnen zur Verf\u00fcgung stand\u201c, erl\u00e4uterte Hipp. F\u00fcr Wissenschaftler wie auch Wissenschaftlerinnen sei erkennbar, dass die Belastungen f\u00fcr Eltern besonders hoch waren. Wenn M\u00e4nner zuhause Care-Arbeit \u00fcbernommen haben, wirkte sich das negativ auf ihre Forschungsproduktivit\u00e4t aus. Da Frauen in der Regel mehr Sorgearbeit \u00fcbernehmen, lasse sich daraus eine h\u00f6here Belastung von M\u00fcttern in den Lockdowns ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachweisbare Effekte der Lockdowns auf die Produktivit\u00e4t veranschaulichte Hipp am Beispiel ihrer <a href=\"https:\/\/ubp.uni-bamberg.de\/jfr\/index.php\/jfr\/article\/view\/697\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie zur Produktivit\u00e4t von Softwareentwickler*innen auf der Plattform Github<\/a>. Mithilfe der Daten der Vergangenheit entwickelte sie gemeinsam mit Markus Konrad ein Forecast, das hei\u00dft ein Vorhersagemodell, das geschlechterdifferenzierte Prognosen zur zuk\u00fcnftigen Produktivit\u00e4t der Developer*innen erm\u00f6glichte. Anhand der tats\u00e4chlichen Daten lie\u00df sich feststellen, dass die Zahlen der online gestellten Softwareentwicklungen auf GitHub in den meisten L\u00e4ndern \u201etotal in die H\u00f6he gegangen sind und zwar deutlich h\u00f6her als das, was ich erwartet h\u00e4tte basierend auf meinem Forecast.\u201c Wie sich zeigte, war die Produktivit\u00e4tsrate von lockdownbedingten Schlie\u00dfzeiten von Schulen, Kitas und Arbeitsst\u00e4tten abh\u00e4ngig. Ein wichtiger Befund sei, dass ein Anstieg bei Frauen nur stattgefunden habe, wenn die Arbeitsst\u00e4tten geschlossen und die Kitas offen waren. Abschlie\u00dfend erkl\u00e4rte Hipp, dass \u201edas Wissenschaftssystem einfach extrem prek\u00e4r und instabil ist und so wie es sich in der Pandemie abzeichnete, eben zum allergr\u00f6\u00dften Teil von Frauen und von Wissenschaftlerinnen getragen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wertsch\u00e4tzung in Worten \u2013 nicht in Taten<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.geo.fu-berlin.de\/geol\/fachrichtungen\/geophy\/AG_Seismik\/Mitarbeiter\/Wimis\/GUTJAHR_STINE\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dr. Stine Gutjahr<\/a>, Mitglied im Akademischen Senat der FU und erfahrene Frauenbeauftragte am Fachbereich Geowissenschaften, berichtete aus ihrer Perspektive als Vertreterin und Ansprechperson f\u00fcr Wissenschaftlerinnen. Gutjahr wies darauf hin, dass \u201ewissenschaftlich Arbeitende die Ad-hoc-Umstellung auf Onlinelehre trotz der Kinderbetreuung gewuppt haben.\u201c Auch wenn das Pr\u00e4sidium in mehreren E-Mails anerkannt habe, wie schwer diese Zeit f\u00fcr den Nachwuchs gewesen sei, und seinen Dank aussprach, wurde Wertsch\u00e4tzung \u201enur in Worten, aber nicht in Taten ausgedr\u00fcckt.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-1024x760.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5968\" width=\"512\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-1024x760.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-300x223.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-768x570.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-1536x1140.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-2048x1520.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/06\/IMG_4094_zugeschnitten-1200x891.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption>Dr. Stine Gutjahr verdeutlichte die Belastungen der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen w\u00e4hrend der Pandemie an der FU, Foto: Merle B\u00fcter<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In den Hintergrund sei die Diskussion um pandemiebedingte Einschr\u00e4nkungen und daraus resultierende \u00dcberlastungen aufgrund der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/prdahlem\/aktuelle_infos\/20211105_neues_Hochschulgesetz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Debatte \u00fcber die Auswirkungen des novellierten Berliner Hochschulgesetzes<\/a> getreten. Wissenschaftlerinnen und Lehrkr\u00e4fte f\u00fcr besondere Aufgaben mahnten in einem <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/prdahlem\/aktuelle_infos\/offener-Brief-WiMi.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">offenen Brief<\/a> an das Pr\u00e4sidium, das Thema d\u00fcrfe nicht vergessen werden d\u00fcrfe, da die Situation f\u00fcr Lehrende akut sei. Versch\u00e4rft wurde die Doppelbelastung von Pandemie und Online-Lehre durch die Unsicherheit \u00fcber die Bedingungen zur Verl\u00e4ngerung befristeter Vertr\u00e4ge. \u201eHier haben sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen allein gelassen gef\u00fchlt und da wurde von Seite des Pr\u00e4sidiums ung\u00fcnstig kommuniziert.\u201c Auf den Karrierewegen des wissenschaftlichen Nachwuchses herrsche ein extremer Zeitdruck. Es m\u00fcsse sichtbar gemacht werden, dass Kolleg*innen ohne zus\u00e4tzliche Belastung durch Kinderbetreuung produktiver sein konnten als solche mit Belastungen und dass dies ein strukturelles Problem sei und kein individuelles. Zuk\u00fcnftig, so Gutjahr, seien Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Nachwuchswissenschaftlerinnen wichtig, da diese besonders hart getroffen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Appell schlug Stine Gutjahr den Bogen zur Frage nach geeigneten Ma\u00dfnahmen, um den Benachteiligungen von Wissenschaftlerinnen mit Care-Aufgaben entgegenzuwirken. Diesem Thema widmet sich der kommende zweite Teil unserer Veranstaltungsdokumentation. Darin stellen wir einen \u00dcberblick \u00fcber vorhandene Ma\u00dfnahmen von Prof. Kathrin Zippel, Einstein-Professorin f\u00fcr Soziologie mit Schwerpunkt Gender Studies an der FU, vor und geben mit Svenja Saure, Gleichstellungsreferentin an der Universit\u00e4t Hamburg, einen Einblick in den <a href=\"https:\/\/www.uni-hamburg.de\/gleichstellung\/foerderungen\/close-the-gap-fonds.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Close-the-Gap-Fonds<\/a> der Hamburger Hochschulen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4734\" width=\"543\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-724x1024.jpg 724w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-768x1086.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-1448x2048.jpg 1448w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1-1200x1697.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/files\/2023\/01\/Publikationsbremse_A4_WEB-1.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 85vw, 543px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Merle B\u00fcter, Referentin im Team Zentrale Frauenbeauftragte der Freien Universit\u00e4t<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Folgen hat die Pandemie f\u00fcr die Karrieren von Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Sorgeverantwortung? Wie k\u00f6nnen Hochschulen verhindern, dass Frauen auf dem wissenschaftlichen Karriereweg ausgebremst werden? Diese Fragen diskutierten Gleichstellungsakteurinnen und Expertinnen in unserer Veranstaltung Publikationsbremse Pandemie, die wir nun dokumentieren.<\/p>\n","protected":false},"author":7120,"featured_media":4755,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[603,424297],"tags":[430258,1797,237832,433454,437124,437406],"class_list":["post-5855","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vorgestellt","category-positionen","tag-vereinbarkeit","tag-familie","tag-pandemie","tag-gleichstellungspolitik","tag-wissenschaftlerinnen","tag-postdoktorandinnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7120"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5855"}],"version-history":[{"count":69,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5855\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6453,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5855\/revisions\/6453"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/frauenbeauftragte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}