{"id":1086,"date":"2022-04-29T12:59:15","date_gmt":"2022-04-29T10:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/?p=1086"},"modified":"2025-09-06T20:01:12","modified_gmt":"2025-09-06T18:01:12","slug":"academic-freedom-is-highly-valuable-good","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/2022\/04\/29\/academic-freedom-is-highly-valuable-good\/","title":{"rendered":"Academic freedom is a highly valuable and precious commodity"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;<strong>A good sign as to whether there is free speech is, is someone you don&#8217;t like allowed to say something you don&#8217;t like? If that is the case, we have free speech.<\/strong>&#8221; Elon Musk (2022)<\/p>\n<p>I strongly support initiatives that advocate free speech in general and academic freedom in particular. Given that a Marxist student group has recently tried to enact Cancel Culture at the Freie Universit\u00e4t Berlin, this support seems especially important. Cancel Culture is not a new phenomenon and has been observed whenever groups try to silence free speech in a society; the struggle sessions of Maoist China are just one of many examples of cancel culture. Irrespective of its past occurrences, cancel culture is a serious problem and should not be tolerated. It is intimidating faculty, students, and administrative staff alike and is unbecoming of a liberal society.<\/p>\n<div id=\"attachment_1200\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1200\" class=\"size-medium wp-image-1200\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng-300x198.jpg\" alt=\"Cancel culture in Maoist China\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng-300x198.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng-768x506.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng-1536x1013.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/gruenstaeudl\/files\/2022\/04\/ChinaUnderMaoists_li-zhensheng.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1200\" class=\"wp-caption-text\">Cancel culture in Maoist China (Source of image: https:\/\/www.quora.com\/What-is-a-Maoist-struggle-session)<\/p><\/div>\n<p>A valuable initiative that speaks out against cancel culture and supports academic freedom of speech is the <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Netzwerk Wissenschaftsfreiheit<\/a>. My encounter with students trying to enact <a href=\"https:\/\/cancelculture.de\/2022\/04\/14\/april-2022\/#gruenstaeudl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">cancel culture<\/a>\u00a0is documented here: <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/presse\/externe-stellungnahme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/presse\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stellungnahme von Michael Gr\u00fcnst\u00e4udl, PhD, vom 23. Februar 2022<\/p>\n<p><strong>Ein Eichh\u00f6rnchen als Sprengmeister \u2013 \u201eCancel Culture\u201c als Strategie des AStA der Freien Universit\u00e4t Berlin?<\/strong><\/p>\n<p>J\u00fcngste Geschehnisse lassen erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob der Allgemeine Studentenausschuss der Freien Universit\u00e4t Berlin (im Folgenden kurz \u201eAStA\u201c), also eine kleine Gruppe der dort Studierenden, seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommt. Zu den Aufgaben des AStA als Organ der Studierendenschaft z\u00e4hlt es, \u201edie Bereitschaft ihrer Mitglieder zur aktiven Toleranz sowie zum Eintreten f\u00fcr die Grund- und Menschenrechte zu f\u00f6rdern\u201c (\u00a718 Abs. 2 Nr. 4 des Berliner Hochschulgesetzes). Was war geschehen?<\/p>\n<p>Ohne je ein Wort mit mir gewechselt zu haben, ver\u00f6ffentlichte der AStA am 26. Januar 2022 ein Statement mit unrichtigen Behauptungen gegen mich als Lehrenden an der Freien Universit\u00e4t Berlin und forderte beinahe scharfrichterlich das \u201eStoppen meines Habilitationsprozesses\u201c und dass es mir \u201everunm\u00f6glicht wird, zuk\u00fcnftig weiter im akademischen Rahmen t\u00e4tig zu sein\u201c. Fragt man sich verwundert nach dem Hintergrund des AStA und besucht dessen offizielle Webseite, so sticht sogleich eine eindeutige Symbolik ins Auge<sup>1<\/sup>: im Logo des AStA prangt ein f\u00fcnfzackiger roter Stern, auf seiner Eingangswebseite ist ein gro\u00dfes rotes Eichh\u00f6rnchen abgebildet, welches einen vermeintlichen Sprengstoff-Detonator bedient und laut AStA-Dateinamen die Bezeichnung \u201eSprenghorn\u201c tr\u00e4gt<sup>2<\/sup>. Eine sehr \u00e4hnliche Symbolik wird auch im genannten Statement des AStA verwendet.<\/p>\n<p>Bizarr sind auch die Vorw\u00fcrfe des AStA gegen mich. So wird mir vom AStA eine rechte politische Haltung unterstellt, obwohl ich keiner politischen Partei oder Organisation angeh\u00f6re oder je f\u00fcr eine solche t\u00e4tig war. Ich habe mich auch in Forschung und Lehre noch nie politisch ge\u00e4u\u00dfert. Kurz gesagt: Ich bin eine unpolitische Person, die sich weder von der linken noch von der rechten politischen Seite vereinnahmen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dennoch versucht mir der AStA eine rechte politische Haltung zuzuschieben. Dies einerseits deshalb, weil sich auf meinem Account der Code-Sharing-Plattform GitHub in einem f\u00fcr die Lehre gar nicht vorgesehenen Unterhaltungs-Ordner (betitelt mit \u201eFunScripts\u201c) eine Podcast-Liste befunden habe, die unterschiedliche Themen und Sprecher umfasste. Dass diese Podcast-Liste nicht automatisch mir zugerechnet werden kann, weil auch studentische Mitarbeiter unter meinem Administratornamen darauf Schreibzugriff hatten, wurde ignoriert; ich jedenfalls habe auf GitHub nie politische Inhalte abgespeichert. Vor allem aber ignorierte der AStA, dass ein von ihm besonders kritisierter Youtube-Link sprichw\u00f6rtlich \u201eins Leere\u201c f\u00fchrt \u2013 der angeprangerte Youtube-Channel ist n\u00e4mlich gar nicht funktionst\u00fcchtig<sup>3<\/sup>. Mir aufgrund der blo\u00dfen Existenz eines noch dazu leeren Youtube-Links eine politische Haltung zu unterstellen, ist absurd.<\/p>\n<p>Eine rechte politische Haltung versucht mir der AStA andererseits deshalb zuzuschieben, weil ich als Privatperson die \u201aGemeinsame Erkl\u00e4rung 2018\u2018 unterst\u00fctzt habe. Diese Erkl\u00e4rung ist in Ihrer K\u00fcrze und Schlichtheit \u2013 sie umfasst lediglich zwei S\u00e4tze und kann im Internet leicht nachgelesen werden<sup>4<\/sup> \u2013 ein Aufruf zur Einhaltung der rechtsstaatlichen Ordnung, also meiner Meinung nach nicht politisch. Jemandem auf Grund seines Einstehens f\u00fcr rechtsstaatliche Ordnung eine rechte Gesinnung zu unterstellen, ist absurd. Tausende Akademiker unterschiedlichster Fachrichtungen und insgesamt \u00fcber 165.000 Unterst\u00fctzer aus ganz Deutschland hatten sich dieser Erkl\u00e4rung angeschlossen. Selbst der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat diese Erkl\u00e4rung behandelt. Eine so gro\u00dfe Anzahl von Unterzeichnern repr\u00e4sentiert naturgem\u00e4\u00df unterschiedlichste Motive und Weltanschauungen. Meint der AStA etwa, dass alle 165.000 Unterst\u00fctzer dieser Erkl\u00e4rung eine rechte politische Haltung haben? Es versteht sich eigentlich von selbst, sei aber gerne in Erinnerung gerufen: Wer eine \u00f6ffentliche Erkl\u00e4rung unterzeichnet, unterst\u00fctzt ihre Inhalte, nicht aber Drittpersonen, welche die Erkl\u00e4rung ebenfalls unterzeichneten.<\/p>\n<p>Worum geht es in diesem Fall wirklich? Ist das Vorgehen des AStA nicht bereits der Versuch, <a href=\"https:\/\/cancelculture.de\/2022\/04\/14\/april-2022\/#gruenstaeudl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cancel Culture<\/a> an der Freien Universit\u00e4t Berlin zu etablieren? Zu \u201aCancel Culture\u2018 z\u00e4hlen Versuche, Wissenschaftlern durch Unterstellungen, gepaart mit Forderungen von Lehr- oder Sprechverboten, eine diskreditierende politische Haltung zuzusprechen, um diesen Personen dann \u201edas Recht zu reden abzusprechen oder institutionell zu entziehen\u201c<sup>5<\/sup>. Vor dem Hintergrund eigener Weltanschauung und politischer Ziele und mit aktivistischen Ma\u00dfnahmen wird dann beansprucht, \u201efestlegen zu k\u00f6nnen, welche Fragestellungen, Themen und Argumente verwerflich sind. Damit wird der Versuch unternommen, Forschung und Lehre weltanschaulich zu normieren und politisch zu instrumentalisieren. Wer nicht mitspielt, muss damit rechnen, diskreditiert zu werden\u201c<sup>6<\/sup>. Das <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/dokumentation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V.<\/a> dokumentiert die seit Jahren anwachsende Zahl von Angriffen auf die Freiheit von Forschung und Lehre im deutschsprachigen Raum und weist in diesem Zusammenhang bereits auf den AStA der Freien Universit\u00e4t Berlin hin<sup>5<\/sup>.<\/p>\n<p>Ob es einer Gruppierung, die sich selbst mit einem vermeintlichen Sprengstoff-Detonator kennzeichnet, gelingt, die Freiheit von Forschung und Lehre an einer Universit\u00e4t einzuschr\u00e4nken und Gesinnungstests zu etablieren, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von der Reaktion ihrer Entscheidungstr\u00e4ger ab. F\u00fcr die Freie Universit\u00e4t Berlin wird die Durchf\u00fchrung und der Ausgang meines k\u00fcrzlich eingeleiteten Habilitationsverfahrens gewiss ein Gradmesser zuk\u00fcnftiger Entwicklungen sein.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch viele positive studentische Initiativen an der Freien Universit\u00e4t Berlin. So wurde mir im Jahr 2017 von der Fachschaftsinitative Biologie der Preis f\u00fcr gute Lehre verliehen. In der Laudatio zu meiner Preisverleihung wurde ich als herzlicher und geradliniger Dozent beschrieben. Mit den Leitbegriffen der Freien Universit\u00e4t Berlin \u2013 Veritas, Iustitia und Libertas \u2013 habe ich mich daher seit jeher gut identifizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hochachtungsvoll, Michael Gr\u00fcnst\u00e4udl, PhD<br \/>\nBerlin, am 23. Februar 2022<\/p>\n<p>Quellen (Stand 23. Februar 2022):<br \/>\n<sup>1<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223153411\/https:\/\/astafu.de\/<br \/>\n<sup>2<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223153406im_\/https:\/\/astafu.de\/themes\/astafu\/images\/sprenghorn.png<br \/>\n<sup>3<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223155431\/https:\/\/www.youtube.com\/feeds\/videos.xml?channel_id=UCZ8uFo1RKSgEg-od3Yu10Pw<br \/>\n<sup>4<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223155231\/https:\/\/www.erklaerung2018.de\/<br \/>\n<sup>5<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223154827\/https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/dokumentation\/<br \/>\n<sup>6<\/sup> https:\/\/web.archive.org\/web\/20220223154755\/https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/ueber-uns\/manifest\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;A good sign as to whether there is free speech is, is someone you don&#8217;t like allowed to say something you don&#8217;t like? 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