{"id":61,"date":"2010-01-18T23:22:21","date_gmt":"2010-01-18T22:22:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/hauptstadtfaelle\/?p=61"},"modified":"2010-01-18T23:25:42","modified_gmt":"2010-01-18T22:25:42","slug":"der-aktuelle-fall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/hauptstadtfaelle\/2010\/01\/18\/der-aktuelle-fall\/","title":{"rendered":"Der Aktuelle Fall"},"content":{"rendered":"<p>In Zukunft wollen wir auf diesem Blog Diskussionen \u00fcber aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts ansto\u00dfen. <strong>Wir starten mit einem der wichtigsten F\u00e4lle des letzten Jahres! <\/strong>Wir werden die Entscheidungen jeweils verlinken und hoffen auf rege Beteiligung!!<\/p>\n<p>Das Hauptstadtf\u00e4lle-Team<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Mit <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/entscheidungen\/rs20091104_1bvr215008.html\">Beschluss vom 4. November 2009<\/a> hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__130.html\">\u00a7 130 Abs. 4 StGB<\/a>, der die Volksverhetzung unter Strafe stellt, mit <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_5.html\">Art. 5 GG<\/a> vereinbar ist, obwohl er ein nichtallgemeines Gesetz sei.<\/p>\n<p>Die TAZ schrieb dazu \u201e<a href=\"https:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/falsches-gesetz-trifft-die-richtigen\/\">Falsches Gesetz trifft die Richtigen<\/a>\u201c, die Welt \u201e<a href=\"https:\/\/debatte.welt.de\/kommentare\/170939\/verbot+von+neonaziaufmaerschen\">Auch wenn diese L\u00f6sung nicht vollends zufriedenstellt, ist sie prinzipiell richtig<\/a>.\u201c<\/p>\n<p>Was haltet Ihr davon?<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a7 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/130.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 130 StGB: Volksverhetzung\">130<\/a> Abs. 4 StGB lautet:<\/p>\n<p>\u201eMit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer \u00f6ffentlich oder in einer Versammlung den \u00f6ffentlichen Frieden in einer die W\u00fcrde der Opfer verletzenden Weise dadurch st\u00f6rt, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willk\u00fcrherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Leits\u00e4tze des Beschlusses lauten:<\/p>\n<p>1. \u00a7 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/130.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 130 StGB: Volksverhetzung\">130<\/a> Abs. 4 StGB ist auch als nichtallgemeines Gesetz mit Art. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/5.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 5 GG\">5<\/a> Abs. 1 und 2 GG vereinbar. Angesichts des sich allgemeinen Kategorien entziehenden Unrechts und des Schreckens, die die nationalsozialistische Herrschaft \u00fcber Europa und weite Teile der Welt gebracht hat, und der als Gegenentwurf hierzu verstandenen Entstehung der Bundesrepublik Deutschland ist Art. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/5.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 5 GG\">5<\/a> Abs. 1 und 2 GG f\u00fcr Bestimmungen, die der propagandistischen Guthei\u00dfung der nationalsozialistischen Gewalt- und Willk\u00fcrherrschaft Grenzen setzen, eine Ausnahme vom Verbot des Sonderrechts f\u00fcr meinungsbezogene Gesetze immanent.<\/p>\n<p>2. Die Offenheit des Art. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/5.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 5 GG\">5<\/a> Abs. 1 und 2 GG f\u00fcr derartige Sonderbestimmungen nimmt den materiellen Gehalt der Meinungsfreiheit nicht zur\u00fcck. Das Grundgesetz rechtfertigt kein allgemeines Verbot der Verbreitung rechtsradikalen oder auch nationalsozialistischen Gedankenguts schon in Bezug auf die geistige Wirkung seines Inhalts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zukunft wollen wir auf diesem Blog Diskussionen \u00fcber aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts ansto\u00dfen. Wir starten mit einem der wichtigsten F\u00e4lle des letzten Jahres! 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