{"id":95,"date":"2010-05-05T15:41:00","date_gmt":"2010-05-05T14:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/hauptstadtfaelle\/?p=95"},"modified":"2010-05-29T09:58:42","modified_gmt":"2010-05-29T08:58:42","slug":"der-aktuelle-fall-42010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/hauptstadtfaelle\/2010\/05\/05\/der-aktuelle-fall-42010\/","title":{"rendered":"Der Aktuelle Fall (4\/2010)"},"content":{"rendered":"<p>Mit Beschluss vom 19. April 2010 (<a href=\"https:\/\/bundesverwaltungsgericht.de\/enid\/6a0cab60da642297ec604ef9461dbc41,56c9e8617a092d0942566572774720323020462031332e3039093a095f7472636964092d093133303335\/Spezialseiten\/Verwandte_Dokumente_ax.html\">BVerwG 20 F 13.09<\/a>) entschied das BVerwG \u00fcber die Freigabe von Akten des Bundesnachrichtendienstes, die Adolf Eichmann betreffen.<\/p>\n<p>Das Bundeskanzleramt als oberste Dienstbeh\u00f6rde verweigerte einer Journalistin Einsichtnahme in die Akten, da sie u.a. Dokumente betr\u00e4fen, die von einem ausl\u00e4ndischen Nachrichtendienst stammten, der einer Ver\u00f6ffentlichung nicht zugestimmt habe. Eine Geheimhaltung sei aus au\u00dfenpolitischen Gr\u00fcnden, insbesondere der Nahost-Politik, erforderlich. Daneben betr\u00e4fen die Akten eine bestimmte nachrichtendienstliche Operation, die zum Schutz damaliger Informanten weiter geheim gehalten werden m\u00fcsse. Au\u00dferdem enthielten sie pers\u00f6nliche Daten einer Vielzahl von Personen, die ebenfalls gesch\u00fctzt werden m\u00fcssten. Eine auch nur teilweise Offenlegung durch Schw\u00e4rzung der betreffenden Passagen komme deshalb nicht in Betracht; sie verstie\u00dfe zudem gegen archivarische Grunds\u00e4tze und bedeutete angesichts eines Aktenumfangs von ca. 3.400 Seiten einen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Verwaltungsaufwand.<\/p>\n<p>Die Antragstellerin beantragte daraufhin, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Sperrerkl\u00e4rung zu \u00fcberpr\u00fcfen. F\u00fcr diese \u00dcberpr\u00fcfung ist nach \u00a7 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/99.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 99 VwGO [Vorlage- und Auskunftspflicht der Beh&ouml;rden; In-Camera-Verfahren]\">99<\/a> Abs. 2 i.V.m. \u00a7 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/189.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 189 VwGO [Fachsenate f&uuml;r In-Camera-Verfahren]\">189<\/a> VwGO der Fachsenat des BVerwG zust\u00e4ndig, dem in einem gesonderten sog. in-camera-Verfahren Einsicht in die Akten zu gew\u00e4hren ist.<\/p>\n<p>Er entschied, dass der Sperrvermerk rechtswidrig sei. So seien allgemeine Hinweise auf au\u00dfenpolitische Implikationen nicht ausreichend, Informanten- und Pers\u00f6nlichkeitsschutz k\u00f6nnten keine vollst\u00e4ndige Aktensperrung rechtfertigen. Au\u00dferdem rechtfertigten es archivarische Grunds\u00e4tze es ebenso wenig wie ein hoher Verwaltungsaufwand, Archivunterlagen insgesamt zur\u00fcckzuhalten, wenn sie nur in Teilen geheimhaltungsbed\u00fcrftig seien. Damit hat das Bundeskanzleramt neu \u00fcber die Offenlegung zu entscheiden.<\/p>\n<p>Was haltet Ihr davon?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Beschluss vom 19. April 2010 (BVerwG 20 F 13.09) entschied das BVerwG \u00fcber die Freigabe von Akten des Bundesnachrichtendienstes, die Adolf Eichmann betreffen. Das Bundeskanzleramt als oberste Dienstbeh\u00f6rde verweigerte einer Journalistin Einsichtnahme in die Akten, da sie u.a. Dokumente betr\u00e4fen, die von einem ausl\u00e4ndischen Nachrichtendienst stammten, der einer Ver\u00f6ffentlichung nicht zugestimmt habe. 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