{"id":1469,"date":"2015-12-22T16:14:52","date_gmt":"2015-12-22T14:14:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/jfkpol\/?p=1469"},"modified":"2015-12-22T16:14:52","modified_gmt":"2015-12-22T14:14:52","slug":"the-donald-eine-amerikanische-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/jfkpol\/2015\/12\/22\/the-donald-eine-amerikanische-tradition\/","title":{"rendered":"\u201eThe Donald\u201c \u2013 eine amerikanische Tradition"},"content":{"rendered":"<h2>Sein Kapital: die Angst der wei\u00dfen, armen M\u00e4nner.<\/h2>\n<p><em>von Thomas Greven<\/em><\/p>\n<p>Die Welt schaut gebannt auf Donald Trump, der den amerikanischen Vorwahlkampf mit seinen Provokationen beherrscht. Was w\u00e4re, wenn der selbsterkl\u00e4rte Milliard\u00e4r tats\u00e4chlich ins Wei\u00dfe Haus einziehen k\u00f6nnte? W\u00fcrde Muslimen die Einreise in die USA schlicht verwehrt, wie er gro\u00dfspurig ank\u00fcndigt? Noch ist selbstverst\u00e4ndlich nichts entschieden; vielleicht findet sich unter den immer noch zahlreichen Republikanischen Kandidaten noch ein \u201eAnti-Trump\u201c, der die Unterst\u00fctzer der anderen auf sich vereinigen kann. Oder das Partei-Establishment fasst auf dem Parteitag in die Verfahrenstrickkiste. Und ohnehin: Den Demokraten werden gr\u00f6\u00dfere Chancen auf den Gewinn der Pr\u00e4sidentschaft vorhergesagt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist Trump ohnehin nur die gegenw\u00e4rtige \u2013 wenn auch besonders besorgniserregende \u2013 Form eines Ph\u00e4nomens, das die USA schon seit langer Zeit pr\u00e4gt. Warum gibt es in den USA keinen Sozialismus, war eine klassische Frage der Amerikanistik. Und 2004 fragte der Publizist Thomas Frank in seinem Bestseller \u201eWhat\u2019s the matter with Kansas?\u201c, warum insbesondere wei\u00dfe Amerikaner ohne College-Abschluss beziehungsweise solche mit geringen Einkommen so oft gegen ihre eigenen \u00f6konomischen Interessen abstimmen. Die klassischen Antworten wie die vom amerikanischen Traum des individuellen Aufstiegs entbehren heute zunehmend ihrer materiellen Grundlage oder sind unterkomplex wie Franks Verweis auf \u201efalsches Bewusstsein\u201c. Doch die massenhafte Zustimmung f\u00fcr Donald Trump \u2013 zumindest an der Republikanischen Basis (41 Prozent gegen\u00fcber 14 Prozent f\u00fcr seinen n\u00e4chsten Verfolger, Ted Cruz) \u2013 scheint der klassischen Konstellation zu entsprechen: Was haben die fast ausschlie\u00dflich wei\u00dfen, \u00fcberwiegend nicht wohlhabenden Republikaner von einem egozentrischen Gesch\u00e4ftsmann und TV-Star zu erwarten, welcher sich vor allem durch drastische verbale Sch\u00fcsse aus der H\u00fcfte auszeichnet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/Die Welt schaut gebannt auf Donald Trump, der den amerikanischen Vorwahlkampf mit seinen Provokationen beherrscht. Was w\u00e4re, wenn der selbsterkl\u00e4rte Milliard\u00e4r tats\u00e4chlich ins Wei\u00dfe Haus einziehen k\u00f6nnte? W\u00fcrde Muslimen die Einreise in die USA schlicht verwehrt, wie er gro\u00dfspurig ank\u00fcndigt? Noch ist selbstverst\u00e4ndlich nichts entschieden; vielleicht findet sich unter den immer noch zahlreichen Republikanischen Kandidaten noch ein \u201eAnti-Trump\u201c, der die Unterst\u00fctzer der anderen auf sich vereinigen kann. Oder das Partei-Establishment fasst auf dem Parteitag in die Verfahrenstrickkiste. Und ohnehin: Den Demokraten werden gr\u00f6\u00dfere Chancen auf den Gewinn der Pr\u00e4sidentschaft vorhergesagt.  Tats\u00e4chlich ist Trump ohnehin nur die gegenw\u00e4rtige \u2013 wenn auch besonders besorgniserregende \u2013 Form eines Ph\u00e4nomens, das die USA schon seit langer Zeit pr\u00e4gt. Warum gibt es in den USA keinen Sozialismus, war eine klassische Frage der Amerikanistik. Und 2004 fragte der Publizist Thomas Frank in seinem Bestseller \u201eWhat\u2019s the matter with Kansas?\u201c, warum insbesondere wei\u00dfe Amerikaner ohne College-Abschluss beziehungsweise solche mit geringen Einkommen so oft gegen ihre eigenen \u00f6konomischen Interessen abstimmen. Die klassischen Antworten wie die vom amerikanischen Traum des individuellen Aufstiegs entbehren heute zunehmend ihrer materiellen Grundlage oder sind unterkomplex wie Franks Verweis auf \u201efalsches Bewusstsein\u201c. Doch die massenhafte Zustimmung f\u00fcr Donald Trump \u2013 zumindest an der Republikanischen Basis (41 Prozent gegen\u00fcber 14 Prozent f\u00fcr seinen n\u00e4chsten Verfolger, Ted Cruz) \u2013 scheint der klassischen Konstellation zu entsprechen: Was haben die fast ausschlie\u00dflich wei\u00dfen, \u00fcberwiegend nicht wohlhabenden Republikaner von einem egozentrischen Gesch\u00e4ftsmann und TV-Star zu erwarten, welcher sich vor allem durch drastische verbale Sch\u00fcsse aus der H\u00fcfte auszeichnet?\">Weiterlesen bei IPG-Journal.de<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein Kapital: die Angst der wei\u00dfen, armen M\u00e4nner. von Thomas Greven Die Welt schaut gebannt auf Donald Trump, der den amerikanischen Vorwahlkampf mit seinen Provokationen beherrscht. Was w\u00e4re, wenn der selbsterkl\u00e4rte Milliard\u00e4r tats\u00e4chlich ins Wei\u00dfe Haus einziehen k\u00f6nnte? 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