{"id":128,"date":"2023-08-25T10:12:55","date_gmt":"2023-08-25T08:12:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/?p=128"},"modified":"2023-08-25T10:22:17","modified_gmt":"2023-08-25T08:22:17","slug":"ein-horoskop-fuer-die-freie-universitaet-berlin-nach-antiken-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/2023\/08\/25\/ein-horoskop-fuer-die-freie-universitaet-berlin-nach-antiken-verfahren\/","title":{"rendered":"Ein Horoskop f\u00fcr die Freie Universit\u00e4t Berlin nach antiken Verfahren"},"content":{"rendered":"\n<p>(For the English version, see previous blog entry)<\/p>\n\n\n\n<p>17. August 2023, <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/zodiac\/team\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mathieu Ossendrijver und das ZODIAC-Team<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Jahr feiert die Freie Universit\u00e4t Berlin ihren <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/75jahre\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/75jahre\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">75. Geburtstag<\/a>. Das Forschungsprojekt <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/zodiac\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/zodiac\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eZODIAC \u2013 Ancient Astral Science in Transformation\u201c<\/a> hat dies als Anlass genommen, um die folgende Frage zu stellen: wie w\u00fcrde ein antiker Astrologe das Geburtshoroskop der Freien Universit\u00e4t Berlin bestimmen und ihre Zukunft deuten? Nicht nur die Antwort auf diese Frage ist interessant, auch die Beantwortung an sich liefert interessante Ergebnisse. Denn indem wir die einzelnen Schritte der Berechnung und der Deutung eines Horoskops nach antiken Verfahren rekonstruieren, werden m\u00f6gliche L\u00fccken in unserem Verst\u00e4ndnis dieser Verfahren erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die horoskopische Astrologie entstand im 5. Jh. in Babylonien. Babylonische Gelehrte f\u00fchrten den Tierkreis mit zw\u00f6lf Zeichen von 30 Grad ein und sie entwickelten eine neue astrologische Lehre, wonach die Zukunft eines Menschen aus den Tierkreispositionen von Mond, Sonne, und der f\u00fcnf Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn), die sie zur Zeit der Geburt einnahmen, abgeleitet werden kann. Die Zusammenstellung dieser Positionen wird als Horoskop bezeichnet. Neu an der horoskopischen Astrologie war auch, dass sie von Privatleuten benutzt wurde, und nicht nur von Herrschern, wie dies in der \u00e4lteren mesopotamischen Astrologie der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die horoskopische Astrologie verbreitete sich von Babylonien aus nach \u00c4gypten und in die griechisch-r\u00f6mische Welt, wo sie sich weiter entwickelte. In griechisch-r\u00f6mischen Horoskopen wird zus\u00e4tzlich zu den Positionen von Mond, Sonne und Planeten auch der sogenannte Aszendent aufgezeichnet. Der Aszendent ist die Position im Tierkreis, entweder als ganzes Zeichen oder genauer bis zum Grad definiert, die zur Zeit der Geburt am \u00f6stlichen Horizont aufgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Positionen von Mond, Sonne, Planeten und Aszendenten wurden nicht beobachtet, sondern berechnet. Das ist schon daran erkennbar, dass an einem beliebigen Tag nicht alle Planeten sichtbar sind. Die Erstellung eines Horoskopes erforderte also umfangreiche mathematische Berechnungen. Um so erstaunlicher ist es, dass die horoskopische Astrologie sich so erfolgreich von Babylonian aus \u00fcber die antike Welt verbreiten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage f\u00fcr die Erstellung eines Horoskops ist das Geburtsdatum. Als Geburtsdatum der Freien Universit\u00e4t Berlin nehmen wir das Gr\u00fcndungsdatum, 4. Dezember 1948. Da ein griechisch-r\u00f6misches Horoskop zus\u00e4tzlich den Aszendenten erw\u00e4hnt, muss auch die Zeit der Gr\u00fcndung bekannt sein. Die genaue Zeit konnte leider nicht ermittelt werden. Wir haben 11:00 Mitteleurop\u00e4ische Zeit als hypothetische Geburtszeit angenommen, weil wir dies als eine plausible Zeit f\u00fcr den Gr\u00fcndungsakt einsch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da es in der Antike unterschiedliche Verfahren gab um ein Horoskop zu berechnen und zu deuten, mussten wir daraus eine Selektion machen. Wir haben uns entschieden f\u00fcr eine babylonische Variante und eine griechisch-r\u00f6mische Variante.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Horoskop der Freien Universit\u00e4t Berlin nach modernen astronomischen Verfahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Idealfall m\u00fcssten alle Positionen nach antiken Verfahren berechnet werden. Da dies sehr aufwendig w\u00e4re, haben wir uns daf\u00fcr entschieden, die Positionen zuerst mit Standardverfahren der modernen Astronomie zu berechnen. Das Ergebnis ist in der folgenden Tabelle zusammengestellt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Horoskop f\u00fcr die FU Berlin, 4. Dezember 1948 11:00 MEZ<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Mond<\/td><td>26\u00ba Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>Sonne<\/td><td>12\u00ba Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>Merkur<\/td><td>8\u00ba Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>Venus<\/td><td>10\u00ba Skorpion<\/td><\/tr><tr><td>Mars<\/td><td>6\u00ba Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>Jupiter<\/td><td>4\u00ba Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>Saturn<\/td><td>6\u00ba Jungfrau<\/td><\/tr><tr><td>Aszendent<\/td><td>26\u00ba Steinbock<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Die folgende Abbildung zeigt eine Visualisierung des Horoskops (mit Dank an Michael Zellmann-Rohrer):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/zodiacblog\/files\/2023\/08\/Bild1-1-1024x942.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-268\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berechnung des Horoskops nach babylonischen Verfahren am Beispiel von Jupiter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir zeigen jetzt zuerst, wie ein babylonischer Astrologe berechnet haben k\u00f6nnte, dass Jupiter sich am 4. Dezember 1948 in 4\u00ba Steinbock befand. Das wurde in zwei separaten Rechenschritten erreicht:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (1) Berechnung der synodischen Ph\u00e4nomene (Datum und Tierkreisposition). Die synodischen Ph\u00e4nomene Jupiters, die in Babylonien beobachtet und berechnet wurden, sind die Erste Sichtbarkeit, die Erste Station, der Aufgang am Abend, die Zweite Station, und die Letzte Sichtbarkeit. Sie bilden einen Zyklus, der etwa 13 Monate dauert (Fig. 1).<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (2) Berechnung der Tierkreispositionen Jupiters von Tag zu Tag zwischen den synodischen Ph\u00e4nomenen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/zodiacblog\/files\/2023\/08\/Bild2-1-1024x308.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-269\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Fig. 1 Scheinbare Bewegung Jupiters relativ zu den Sternen im Laufe eines synodischen Zyklus. Bis zur Ersten Station und nach der Zweiten Station bewegt sich Jupiter vorw\u00e4rts (von rechts nach links); zwischen Erster und Zweiter Station r\u00fcckw\u00e4rts (von links nach rechts).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Schritt 1: Berechnung der synodischen Ph\u00e4nomene<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das letzte synodische Ph\u00e4nomen Jupiters, das sich vor dem 4. Dezember 1948 ereignete, war die Zweite Station. Wir berechnen darum, auf babylonische Art, zuerst eine Tabelle mit Zweiten Stationen, ausgehend von einer fr\u00fcheren Instanz dieses Ph\u00e4nomens. Die Babylonier rechneten in einem Zahlensystem das auf 60 basiert (sexagesimal). Zahlen werden als Sequenzen von Stellen 0\u201359 dargestellt, wobei jede Stelle zu einer nach rechts abnehmenden Potenz von 60 geh\u00f6rt. In \u00dcbersetzungen dient ein Komma als Trennzeichen zwischen den Stellen, mit einer Ausnahme: das Semikolon (;) trennt den Teil der Zahl gr\u00f6sser als 1 vom Teil kleiner als 1. Zum Beispiel 17;5,10 = 17 + 5\/60 + 10\/3600. Der babylonische Kalender der letzten Jahrhunderte v.u.Z. basiert auf der Seleukiden\u00e4ra, wobei Jahr 1 der Seleukiden\u00e4ra = 311\/310 v.u.Z. Die babylonischen Monate werden als r\u00f6mische Ziffer abgek\u00fcrzt. Der 4. Dezember 1948 entspricht dann Tag 2 von Monat IX des Jahres 2259 der Seleukiden\u00e4ra. Die Jahreszahl 2259 w\u00fcrde ein Babylonier als 37,39 schreiben (37 x 60 + 39 = 2259).<\/p>\n\n\n\n<p>Als Anfangswerte f\u00fcr die Tabelle nehmen wir die Zweite Station Jupiters, die Tag 28, Monat VII, Jahr 37,29 (= 2249) der Seleukiden\u00e4ra in 26\u00ba Wassermann stattfand. Diese Werte h\u00e4tte der babylonische Astrologe entweder einem Beobachtungsbericht oder einer existierenden Tabelle entnehmen k\u00f6nnen. Wir berechnen, ausgehend von der Zweiten Station im Jahr 2249, die darauffolgenden Instanzen der Zweiten Station mit einem babylonischen Algorithmus, der als \u201eSystem A\u201c bekannt ist. Auf die Details des Algorithmus k\u00f6nnen wir hier nicht weiter eingehen. Wir beenden die Berechnung mit der Zweiten Station an Tag 10, Monat V des Jahres 2259 der Seleukiden\u00e4ra, was dem 16. August 1948 entspricht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Jahr der Seleukiden\u00e4ra<\/td><td>Monat<\/td><td>Tag<\/td><td>Tierkreisposition<\/td><\/tr><tr><td>37,29 (= 2249)<\/td><td>VII<\/td><td>29<\/td><td>26\u00ba<\/td><td>Wassermann<\/td><\/tr><tr><td>37,30<\/td><td>VIII<\/td><td>17;5,10<\/td><td>2\u00ba<\/td><td>Widder<\/td><\/tr><tr><td>37,31<\/td><td>X<\/td><td>5;10,20<\/td><td>8\u00ba<\/td><td>Stier<\/td><\/tr><tr><td>37,32<\/td><td>X<\/td><td>23;15,30<\/td><td>14\u00ba<\/td><td>Zwillinge<\/td><\/tr><tr><td>37,33<\/td><td>XII<\/td><td>7;10,40<\/td><td>15;50\u00ba<\/td><td>Krebs<\/td><\/tr><tr><td>37,34<\/td><td>XII2<\/td><td>19;15,50<\/td><td>15;50\u00ba<\/td><td>L\u00f6we<\/td><\/tr><tr><td>37,36<\/td><td>I<\/td><td>II 1;21<\/td><td>15;50\u00ba<\/td><td>Jungfrau<\/td><\/tr><tr><td>37,37<\/td><td>III<\/td><td>13;26,10<\/td><td>15;50\u00ba<\/td><td>Waage<\/td><\/tr><tr><td>37,38<\/td><td>III<\/td><td>25;31,20<\/td><td>15;50\u00ba<\/td><td>Skorpion<\/td><\/tr><tr><td>37,39 (= 2259)<\/td><td>V<\/td><td>10;46,30<\/td><td>19\u00ba<\/td><td>Sch\u00fctze<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Zweite Stationen von Jupiter, berechnet mit dem babylonischen Algorithmus \u201eSystem A\u201c<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Jahr der Seleukiden\u00e4ra<\/td><td>Monat<\/td><td>Tag<\/td><td>Geschwindigkeit [\u00ba\/Tag]<\/td><td>Position im Tierkreis<\/td><\/tr><tr><td>37,39 (= 2259)<\/td><td>V<\/td><td>10<\/td><td>0;8,10<\/td><td>19\u00ba<\/td><td>Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>V<\/td><td>11<\/td><td>0;8,10<\/td><td>19;8,10\u00ba<\/td><td>Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>V<\/td><td>12<\/td><td>0;8,10<\/td><td>19;16,20\u00ba<\/td><td>Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>V<\/td><td>13<\/td><td>0;8,10<\/td><td>19;24,30\u00ba<\/td><td>Sch\u00fctze<\/td><\/tr><tr><td>und so weiter<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>VIII<\/td><td>29<\/td><td>0;8,10<\/td><td>3;50,10\u00ba<\/td><td>Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>VIII<\/td><td>30<\/td><td>0;8,10<\/td><td>3;58,20\u00ba<\/td><td>Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>37,39<\/td><td>IX<\/td><td>1<\/td><td>0;8,10<\/td><td>4;6,30\u00ba<\/td><td>Steinbock<\/td><\/tr><tr><td>37,39 (= 2259)<\/td><td>IX<\/td><td>2<\/td><td>0;8,10<\/td><td>4;14,40\u00ba<\/td><td>Steinbock<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>T\u00e4gliche Positionen von Jupiter bis zum 4. Dezember 1948, berechnet mit einem babylonischen Algorithmus.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Berechnung endet an Tag 2, Monat IX, Jahr 37,39 (= 2259) der Seleukiden\u00e4ra, was dem 4. Dezember 1948 entspricht, mit dem Ergebnis: Jupiter war in 4\u00ba Steinbock. Auf \u00e4hnliche Art und Weise h\u00e4tte der babylonische Astrologe die Positionen von Mond, Sonne, und der anderen vier Planeten berechnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Horoskop der Freien Universit\u00e4t Berlin auf einer babylonischen Tontafel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie w\u00fcrde das Horoskop aussehen und welche Daten w\u00fcrde es enthalten? Die folgende Abbildung zeigt eine synthetische babylonische Tontafel mit dem Horoskop der Freien Universit\u00e4t Berlin, von Alessia Pilloni nach babylonischen Beispielen angefertigt und beschrieben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/zodiacblog\/files\/2023\/08\/Bild3-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-270\" width=\"260\" height=\"331\" \/><figcaption><em>Tontafel mit Horoskop der Freien Universit\u00e4t Berlin in babylonischer Keilschrift (Alessia Pilloni)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Hier folgt, f\u00fcr die Interessierten, die Transliteration der Tontafel:<\/p>\n\n\n\n<p>MU.37.39.KAM ITI.GAN 2<\/p>\n\n\n\n<p>E\u2082.DUB.BA \u0160AR\u2082 <sup>URU<\/sup><em>Ber-li-in<\/em><sup>KI<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><em>a-lid ina si-ma-ni-\u0161u<\/em><em>\u2082<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>sin ina<\/em> 26 MA\u0160\u2082<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u0161ama\u0161<\/em><em>\u2082 ina<\/em> 12 PA<\/p>\n\n\n\n<p>MUL\u2082.BABBAR <em>ina<\/em> 4 MA\u0160\u2082<\/p>\n\n\n\n<p><em>dil-bat ina<\/em> 10 GIR\u2082<\/p>\n\n\n\n<p>GU\u2084.UD <em>ina<\/em> 7 PA<\/p>\n\n\n\n<p>GENNA <em>ina<\/em> 6 ABSIN<\/p>\n\n\n\n<p>AN <em>ina<\/em> 5 MA\u0160\u2082<\/p>\n\n\n\n<p><em>ina<\/em> E\u2082 <em>ni-\u1e63ir-tu<\/em><em>\u2084 \u0161a<\/em><em>\u2082<\/em> AN<\/p>\n\n\n\n<p>E\u2082.DUB.BA <em>a-lid<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Und hier folgt die \u00dcbersetzung:<\/p>\n\n\n\n<p>Jahr 2259, Monat IX, Tag 2,<\/p>\n\n\n\n<p>die Universit\u00e4t zu Berlin<\/p>\n\n\n\n<p>wurde geboren. Zu diesem Zeitpunkt war<\/p>\n\n\n\n<p>der Mond in 27\u00b0 Steinbock,<\/p>\n\n\n\n<p>die Sonne in 12\u00b0 Sch\u00fctze,<\/p>\n\n\n\n<p>Jupiter in 4\u00b0 Steinbock,<\/p>\n\n\n\n<p>Venus in 10\u00b0 Skorpion,<\/p>\n\n\n\n<p>Merkur in 7\u00b0 Sch\u00fctze,<\/p>\n\n\n\n<p>Saturn in 6\u00b0 Jungfrau,<\/p>\n\n\n\n<p>Mars in 5\u00b0 Steinbock.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Haus des Geheimnisses des Mars<\/p>\n\n\n\n<p>wurde die Universit\u00e4t geboren.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutung des Horoskops nach babylonischen Verfahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie w\u00fcrde ein babylonischer Astrologe das Horoskop deuten? Die Regeln, wonach die zukunft des Neugeborenen aus dem Horoskop abgeleitet wurde sind nur fragmentarisch bekannt. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass die Vorhersagungen nur selten auf dem Horoskop geschrieben wurden. F\u00fcr bestimmte Konfigurationen von Planeten und Tierkreiszeichen, aber nicht f\u00fcr alle, die im Horoskop der FU auftreten, gibt es Sammeltafeln mit Vorhersageregeln. Es folgen einige Zitate aus solchen Tafeln, zusammengestellt von Marvin Schreiber. Die einzelnen Vorhersagungen sind zum Teil widerspr\u00fcchlich. Wie ein babylonischer Astrologe daraus eine Gesamtdeutung des Horoskops ableiten w\u00fcrde ist nicht wirklich klar.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mond, Mars, Jupiter in Steinbock<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRegion des Steinbocks: er wird arm, erkranken, sterben\u201c. Diese Regel aus einer Sammlung von Todesvorhersagungen verspricht nicht viel gutes, aber sie ist g\u00fcnstiger als die meisten anderen, wie z.B. \u201eRegion der Zwillinge: Tod im Gef\u00e4ngnis\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jupiter ist sichtbar, Mars unsichtbar<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Horoskop erw\u00e4hnt nicht, ob ein Planet sichtbar oder unsichtbar war. Babylonischen Astrologen konnten aber auch diesen Aspekt ber\u00fccksichtigen. Am 4. Dezember 1948 war Jupiter nachts sichtbar, w\u00e4hrend Mars unsichtbar war, weil dieses Datum zwischen Letzter und Erster Sichtbarkeit ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ein Kind geboren wird, Jupiter aufgeht und Mars untergeht: diesem Mann wird es gut gehen, er wird den Untergang seines Gegners erleben.\u201c Diese Regel verspricht gutes f\u00fcr die Freie Universit\u00e4t, schlechtes f\u00fcr ihren \u201eGegner\u201c, der noch zu identifizieren w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mars in seinem Haus des Geheimnisses<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jeden Planeten galt ein Tierkreiszeichen als \u201eHaus des Geheimnisses\u201c, ein Konzept, das etwa der \u201eErh\u00f6hung\u201c (Exaltation) in der griechisch-r\u00f6mischen Astrologie entspricht. Es ist anzunehmen, dass die Pr\u00e4senz von Mars in seinem \u201eHaus des Geheimnisses\u201c Steinbock die Wirkung dieses ung\u00fcnstigen Planeten verst\u00e4rkt, aber wie sich das auswirken k\u00f6nnte ist unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Saturn, Mond, Jupiter und Mars im Trigon (Stier \u2013 Jungfrau \u2013 Steinbock)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Trigonalaspekt (Trigon = Dreieck von Tierkreiszeichen) spielte eine wichtige Rolle in der babylonischer Astrologie. Drei Planeten und der Mond befinden sich im Trigon Stier \u2013 Jungfrau \u2013 Steinbock. Entsprechende Vorhersagen sind nicht \u00fcberliefert, aber wahrscheinlich w\u00e4ren diese g\u00fcnstig f\u00fcr das Neugeborene.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/zodiacblog\/files\/2023\/08\/Bild4-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-272\" \/><figcaption><em>Mond, Mars, Jupiter und Saturn im Trigon Stier \u2013Jungfrau \u2013 Steinbock<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/zodiacblog\/files\/2023\/08\/Bild5-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-273\" \/><figcaption><em>Diagramm zum Trigonalaspekt auf einer babylonischen Tontafel (ca. 200 v.u.Z)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Deutung des Horoskops nach griechisch-r\u00f6mischen Verfahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Regeln, wonach in der griechisch-r\u00f6mischen Welt ein Horoskop gedeutet wurde, sind vergleichsweise gut bekannt aus astrologischen Handb\u00fcchern, wie denjenigen von Vettius Valens (ca. 120\u2013175 u.Z.), Firmicus Maternus (300\u2013337 u.Z.), Hephaistion von Theben (5. Jh. u.Z). Die folgenden auf die Gr\u00fcndung der FU zutreffenden Regeln hat Michael Zellmann-Rohrer aus solchen Handb\u00fcchern entnommen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mars in seiner Erh\u00f6hung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mars im Zeichen seiner Erh\u00f6hung, dem Steinbock: \u201eDiplomatie angesichts schwieriger Umst\u00e4nde; Teilhabe an der Affinit\u00e4t des Mars zu feiner Kleidung und Wein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Konjunktionen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Jupiter, Mars, und Mond in Konjunktion: \u201ekluge, mutige Staatsdiener mit vielen Freunden, die aus bescheidenen Anf\u00e4ngen zu gro\u00dfen Dingen aufsteigen, Vertrauen gewinnen und dann ihre Aufgaben \u00fcbernehmen. Sie erleiden m\u00f6glicherweise Verluste, erholen sich aber dank g\u00f6ttlicher oder unerwarteter Hilfe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jupiter und Mars in Konjunktion: \u201eEhre wird nur durch harte Arbeit erlangt\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jupiter und Mond in Konjunktion: \u201eangesehene \u00c4mter, Entdeckung von Sch\u00e4tzen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonne und Merkur in Konjunktion: \u201eFlexibilit\u00e4t, Menschenverstand, Urteilsverm\u00f6gen f\u00fcr Karriere im \u00f6ffentlichen Leben, Liebe zur Sch\u00f6nheit, Wohlt\u00e4tigkeit, Einweihung in g\u00f6ttliche Lehren, Ausdauer von Widrigkeiten\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Saturn und Merkur im Quadrataspekt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Quadrataspekt betrifft Zeichen, die um 90 Grad voneinander getrennt sind. Er hat in der griechisch-r\u00f6mischen Astrologie im Allgemeinen einen negativen Charakter, in diesem Fall: \u201eer wird mit Verwaltungspflichten und Angriffen von Neidern belastet sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aszendent in Steinbock<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZuneigung zu Freunden, Klugheit, Gl\u00fcck, reichliche Ressourcen, Kenntnis der Geheimnisse heiliger Riten und fremder Lebensweisen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die 12 \u00d6rter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Tierkreiszeichen des Aszendenten wurde als 1. Ort bezeichnet, in diesem Fall Steinbock. Von dort aus wurden die anderen 11 Ort gez\u00e4hlt. Damit verkn\u00fcpft war eine Lehre mit eigenen Vorhersageregeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Mond, Mars, Jupiter im 1. Ort: \u201eeine sehr gl\u00fcckliche Karriere, wohlverdiente Fortschritte vor Geschwistern, Ruhm, Tugend und gute Laune. Fortschritt durch brillante Kampagnen, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Erwerb von gro\u00dfem Eigentum, das sp\u00e4ter in Staatskasse \u00fcbergeht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Merkur im 12. Ort: \u201eIntelligenz\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Saturn im 9. Ort: \u201eber\u00fchmte Zauberer, Wahrsager, Astrologen, ber\u00fchmte Philosophen, die oft ihre Haare lang wachsen lassen, Traumdeuter.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(For the English version, see previous blog entry) 17. August 2023, Mathieu Ossendrijver und das ZODIAC-Team In diesem Jahr feiert die Freie Universit\u00e4t Berlin ihren 75. Geburtstag. Das Forschungsprojekt \u201eZODIAC \u2013 Ancient Astral Science in Transformation\u201c hat dies als Anlass genommen, um die folgende Frage zu stellen: wie w\u00fcrde ein antiker Astrologe das Geburtshoroskop der &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/2023\/08\/25\/ein-horoskop-fuer-die-freie-universitaet-berlin-nach-antiken-verfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEin Horoskop f\u00fcr die Freie Universit\u00e4t Berlin nach antiken Verfahren\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1825,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1825"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions\/130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/knowtheancients\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}