{"id":175,"date":"2016-11-27T11:52:34","date_gmt":"2016-11-27T10:52:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/kolblog\/?p=175"},"modified":"2017-06-02T01:57:12","modified_gmt":"2017-06-01T23:57:12","slug":"vanessa_arnhold2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/kolblog\/vanessa_arnhold2\/","title":{"rendered":"Das Scheitern des Plebiszits: Die Rolle der Medien"},"content":{"rendered":"<p><em>Von: Vanessa Arnhold (Masterstudiengang Interdisziplin\u00e4re Lateinamerikastudien, 4. Semester)<\/em><\/p>\n<p>Medien k\u00f6nnen solche Mechanismen unterst\u00fctzen und verbreiten, in dem sie neue gesellschaftliche Werte und Forderungen reflektieren. Diese St\u00e4rke kann als Gut genutzt werden, um beispielsweise die friedliche Koexistenz zu bewerben. Dar\u00fcber hinaus beschr\u00e4nkt sich die Berichterstattung der Medien nicht nur auf die Pr\u00e4sentation von Fakten, anstatt dessen formt sie Parameter zur Interpretation von Fakten und l\u00e4sst Raum f\u00fcr spaltende politische Themen (<a href=\"https:\/\/www.ictj.org\/sites\/default\/files\/ICTJ-Briefing-Media-T.J.-2016.pdf\">Hodzic\/Tolbert 2016: 1-2<\/a>). Im Zeitalter sogenannter <em>Fake-News<\/em> fungieren vor allem Foren und soziale Netzwerke als Katalysatoren, um bei der Meinungsbildung \u201ebehilflich\u201c zu sein. \u00dcberschriften treten dann als Tr\u00e4ger von Ideologien auf. Auf diese Art und Weise stellen die Medien ein wichtiges Instrument im Prozess des sozialen Wandels dar, da der gr\u00f6\u00dfte Teil der Informationen, die die B\u00fcrgerInnen erhalten, durch die Medien gefiltert und bereitgestellt wird. Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich in Kolumbien ein klares <em>Framing<\/em> der Nachrichten ausmachen. So wird durch die Verwendung bestimmter Wortwahl, Phrasen und Bilder ein konkretes Bild der Kontroverse gezeichnet. Dementsprechend erfolgt eine klare Abgrenzung von \u201eHelden\u201c und \u201eMonstern\u201c (<a href=\"https:\/\/www.ictj.org\/sites\/default\/files\/ICTJ-Briefing-Media-T.J.-2016.pdf\">Hodzic\/Tolbert 2016: 3-6, 9-14<\/a>).<\/p>\n<p><em>Whether from social networks, online communities, blogs or even semi-institutional and online media forums spaces, dynamics of opinion among netizens strengthen public debates because the contributions of users offer a deliberative potential as well as discursive diversity. These interactions also reveal social contradictions and break up institutionalized monopolies of public opinion promoted through traditional channels<\/em> (<a href=\"https:\/\/alaic.org\/journal\/index.php\/jlacr\/article\/view\/108\/99\">Monta\u00f1a\/Gonz\u00e1lez\/Ariza 2012: 88<\/a>).<\/p>\n<p>Neben der publizierten Nachricht stellten die kolumbianischen Tageszeitungen ein dazugeh\u00f6riges Diskussionsforum bereit. Durch diese Art der politischen Partizipation entsteht eine noch recht neue Zirkulation von Ideen, die AkteurInnen treten dabei in direkten Kontakt. Aufgrund der KommentatorInnen werden Meinungen \u201eko-produziert\u201c. Auf der anderen Seite existieren in manchen Foren bestimmte Richtlinien, die eine freie Meinungs\u00e4u\u00dferung unterbinden. Durch diese Zensur wird gezwungenerma\u00dfen die Meinung der publizierten Nachrichten untermauert und es lassen sich keine \u201eAusrei\u00dfer\u201c-Kommentare finden. Einen solchen Kontrollmechanismus in interaktiven R\u00e4umen haben Monta\u00f1a et. al. in ihrer Arbeit nur bei einer von drei analysierten kolumbianischen Zeitungen finden k\u00f6nnen. Bei den anderen KommentatorInnen lassen sich unterschiedliche Partizipationsm\u00f6glichkeiten ausmachen. So gibt es zum Beispiel VerfasserInnen mit einer Art Monopolstellung, sogenannte <em>micro leaders<\/em>, die in einem Forum 25% aller Beitr\u00e4ge ausmachen. Die Hauptthemen in der kolumbianischen Presse und den sozialen Medien generell waren ab 2012 der Waffenstillstand, die Friedensverhandlungen (<a href=\"https:\/\/alaic.org\/journal\/index.php\/jlacr\/article\/view\/108\/99\">Monta\u00f1a\/Gonz\u00e1lez\/Ariza 2012: 90-92, 100-109<\/a>) und zuletzt auch Empfehlungen f\u00fcr die Abstimmung im Oktober 2016.<\/p>\n<p>Das Szenario, durch das Zeichnen eines bestimmten Bildes gezielt eine Meinung zu formen, kann nat\u00fcrlich auch in das Gegenteil umschlagen. Wochen vor dem entscheidenden Plebiszit zeichnete sich durch die Berichterstattung der Medien ein positiver Ausgang der Abstimmung ab. Die Zeichen in den Medien und sozialen Netzwerken standen auf <em>S\u00ed<\/em>. Aufgrund dessen ist es m\u00f6glich, dass am 2. Oktober zahlreiche Wahlberechtigte, die f\u00fcr ein <em>S\u00ed<\/em> gestimmt h\u00e4tten, die Notwendigkeit des W\u00e4hlens in Frage stellten. Auf der anderen Seite war die Motivation im <em>No<\/em>-Lager durch solche Nachrichten h\u00f6her ihre Stimme abzugeben. Dar\u00fcber hinaus herrscht in Kolumbien keine Meldepflicht. Wahllokale befinden sich daher oftmals kilometerweit vom Wohnort entfernt. Eine Reise zur Stimmabgabe w\u00e4re daher kostenintensiv und insbesondere f\u00fcr Teile der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung finanziell nicht tragbar, die zus\u00e4tzlich noch einen Verdienstausfall f\u00fcr den Zeitraum zu beklagen h\u00e4tte. Abgesehen von einer eh schon schwierigen Anreise stellt das Wetter einen weiteren Aspekt dar. Durch ein Unwetter, welches in weiten Teilen Kolumbiens w\u00fctete, Stra\u00dfen unpassierbar machte, ersparten sich viele KolumbianerInnen den Weg ins Wahllokal. Weiterhin wird dar\u00fcber diskutiert, ob man bei der <em>No<\/em>-Kampagne von Manipulation sprechen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von: Vanessa Arnhold (Masterstudiengang Interdisziplin\u00e4re Lateinamerikastudien, 4. Semester) Medien k\u00f6nnen solche Mechanismen unterst\u00fctzen und verbreiten, in dem sie neue gesellschaftliche Werte und Forderungen reflektieren. Diese St\u00e4rke kann als Gut genutzt werden, um beispielsweise die friedliche Koexistenz zu bewerben. 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