{"id":1268,"date":"2024-09-20T01:21:46","date_gmt":"2024-09-19T23:21:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/?p=1268"},"modified":"2024-09-20T09:36:51","modified_gmt":"2024-09-20T07:36:51","slug":"die-gefaehrliche-flucht-durch-den-darien-gap-herausforderungen-risiken-und-die-notwendigkeit-sicherer-routen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/2024\/09\/20\/die-gefaehrliche-flucht-durch-den-darien-gap-herausforderungen-risiken-und-die-notwendigkeit-sicherer-routen\/","title":{"rendered":"<strong>Die gef\u00e4hrliche Flucht durch den Dari\u00e9n-Gap: Herausforderungen, Risiken und die Notwendigkeit sicherer Routen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit Anbeginn der Zeit ist die Menschheit in Bewegung. Auf der Suche nach neuen wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten und Horizonten gibt es sowohl Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Gewalt oder Katastrophen fliehen m\u00fcssen, als auch solche, die freiwillig migrieren, um bessere Lebensbedingungen zu finden. Beide Ph\u00e4nomene, Flucht und Migration, haben weitreichende Auswirkungen \u2013 sei es politisch, wirtschaftlich, sozial, humanit\u00e4r oder im Bereich der Menschenrechte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Dari\u00e9n-Route: Eine gef\u00e4hrliche Fluchtroute<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr eine Flucht- und Migrationsroute ist die im \u201eDari\u00e9n-Gap\u201c, die von Kolumbien nach Panama f\u00fchrt, welche die einzige Landverbindung zwischen S\u00fcd-und Nordamerika darstellt. Die \u00dcberquerung dauert etwa eine Woche zu Fu\u00df und f\u00fchrt durch ein unwegsames Gel\u00e4nde, in dem es weder Stra\u00dfen noch Nahrungsmittel oder Schutzh\u00fctten gibt. Migranten sind dabei nicht nur den nat\u00fcrlichen Gefahren des Dschungels, sondern auch Kriminellen und wilden Tieren ausgesetzt. Laut den Vereinten Nationen entwickelt sich der Dari\u00e9n-Dschungel zunehmend zu einer zentralen Fl\u00fcchtlingsroute in Richtung USA. Viele Menschen entschlie\u00dfen sich, diese gef\u00e4hrliche Route zu nehmen, weil sie in ihren Herkunftsl\u00e4ndern unter staatlicher Willk\u00fcr, Bandengewalt, Drogenkriminalit\u00e4t, Wirtschaftskrisen und klimatische Ereignisse leiden. Diese Migration findet vor dem Hintergrund versch\u00e4rfter Einreisebeschr\u00e4nkungen in den Ziell\u00e4ndern statt, was die Situation zus\u00e4tzlich erschwert. Laut den Vereinten Nationen und der IOM geh\u00f6ren zu den Haupt-Herkunftsl\u00e4ndern der Migranten Venezuela, von dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/americas.iom.int\/es\/news\/acnur-y-oim-piden-mayor-cooperacion-regional-ante-el-record-de-250000-personas-que-cruzan-pie-la-selva-del-darien\">55% der Migranten stammen, Haiti mit 14% und Ecuador (14%). Zudem gibt es auch Migranten aus Kolumbien, Kuba, Peru, China, Afghanistan und Nepal (<\/a>2022). Die Route birgt zahlreiche Risiken, darunter Menschenrechtsverletzungen, sexuelle Gewalt, Morde und Menschenhandel, zus\u00e4tzlich zu den nat\u00fcrlichen Gefahren des Dschungels. Au\u00dferdem sind dort noch immer Landminen vorhanden, die aus fr\u00fcher bewaffneten Konflikten im Dari\u00e9n-Dschungel stammen. Trotz all dieser Gefahren treibt die Hoffnung auf ein besseres Leben immer mehr Migranten dazu, dieser gef\u00e4hrliche Weg auf sich zu nehmen.<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2023-08\/darien-dschungel-kolumbien-panama-migranten#:~:text=Dari\u00e9n%2DDschungel%20250.000%20Menschen%20nutzten,Norden%20als%20im%20Gesamtjahr%202022\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2023-08\/darien-dschungel-kolumbien-panama-migranten#:~:text=Dari\u00e9n%2DDschungel%20250.000%20Menschen%20nutzten,Norden%20als%20im%20Gesamtjahr%202022\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\/<a href=\"\/\/A469E5D8-E3A7-4691-917B-B2DA406EBF12#_ftn2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[<\/sup><\/a><sup><a href=\"\/\/A469E5D8-E3A7-4691-917B-B2DA406EBF12#_ftn2\" data-type=\"URL\" data-id=\"applewebdata:\/\/A469E5D8-E3A7-4691-917B-B2DA406EBF12#_ftn2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2<\/a><\/sup><a href=\"\/\/A469E5D8-E3A7-4691-917B-B2DA406EBF12#_ftn2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2024\/09\/DWO-AP-Darien-Luecke-js.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2024\/09\/DWO-AP-Darien-Luecke-js.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1270\" width=\"838\" height=\"819\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2024\/09\/DWO-AP-Darien-Luecke-js.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2024\/09\/DWO-AP-Darien-Luecke-js-300x293.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2024\/09\/DWO-AP-Darien-Luecke-js-768x751.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 838px) 100vw, 838px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Abbildung&nbsp;1: Migrationsroute im Dari\u00e9n- Dschungel<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Notwendigkeit sicherer Fluchtrouten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammengang warnte die IOM, dass eine Behinderung der regul\u00e4ren Migration nur dazu f\u00fchrt, dass Menschen gef\u00e4hrlichere Wege einschlagen und die Taschen der Schleuser f\u00fcllen. Ebenso betonte das UNHCR, dass restriktive Ma\u00dfnahmen, die Asylhindernisse schaffen und Menschen an Orte zur\u00fcckschicken, an denen ihr Leben in Gefahr ist, dem internationalen Fl\u00fcchtlingsrecht zuwiderlaufen und nicht die richtige Antwort darstellen. Angesichts dieser Warnungen wird deutlich, dass sichere und regulierte Fluchtrouten unverzichtbar sind, um das Leben und die W\u00fcrde von Migranten zu bewahren, die sich t\u00e4glich auf die Suche nach einer besseren Zukunft begeben.<a href=\"https:\/\/www.iom.int\/news\/iom-unhcr-call-stronger-response-americas-half-million-people-cross-darien-jungle\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.iom.int\/news\/iom-unhcr-call-stronger-response-americas-half-million-people-cross-darien-jungle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Solche sicheren Routen w\u00fcrden nicht nur Schutz f\u00fcr Migranten bieten, sondern auch dazu beitragen, kriminelle Netzwerke zu bek\u00e4mpfen, die von ihrer Notlage profitieren. Dies wird oft von Menschenrechtsorganisationen gefordert.<a href=\"https:\/\/www.amnesty.at\/themen\/menschen-auf-der-flucht\/sichere-fluchtrouten-warum-wir-resettlement-fuer-eine-menschenrechtskonforme-asylpolitik-brauchen\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.amnesty.at\/themen\/menschen-auf-der-flucht\/sichere-fluchtrouten-warum-wir-resettlement-fuer-eine-menschenrechtskonforme-asylpolitik-brauchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Es herrscht inzwischen breiter Konsens unter internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, sowie&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM),<a href=\"https:\/\/documents.un.org\/doc\/undoc\/gen\/n18\/451\/99\/pdf\/n1845199.pdf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/documents.un.org\/doc\/undoc\/gen\/n18\/451\/99\/pdf\/n1845199.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;dass solche Ma\u00dfnahmen dazu beitragen k\u00f6nnen, das Ausma\u00df gemischter und irregul\u00e4rer Migration zu verringern und die Wirtschaft in den Ziell\u00e4ndern zu st\u00e4rken.&nbsp;<strong>Doch an was scheitert eine solche sichere Fluchtroute in Dari\u00e9n?<a href=\"https:\/\/mixedmigration.org\/unpicking-the-notion-of-safe-and-legal-routes\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/mixedmigration.org\/unpicking-the-notion-of-safe-and-legal-routes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup><strong>[6]<\/strong><\/sup><\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwischen Gesetz und Realit\u00e4t: Die humanit\u00e4re Herausforderung im Dari\u00e9n-Gap<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die COVID-19-Pandemie hat die Migrationssituation im Dari\u00e9n-Gap dramatisch versch\u00e4rft, als Kolumbien und Panama von einem massiven Anstieg der Migrantenstr\u00f6me \u00fcberrascht wurden.&nbsp;Zwischen 2020 und 2021 stieg die Zahl der Migranten, die die gef\u00e4hrliche Route durch den Dari\u00e9n-Dschungel w\u00e4hlten, stark an, und im Jahr 2022 nahm diese Zahl weiter zu. Dieser pl\u00f6tzliche Anstieg \u00fcberforderte beide L\u00e4nder erheblich, da sie nur unzureichend auf die neuen Herausforderungen vorbereitet waren.<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden L\u00e4ndern verpflichten internationale und nationale Gesetze die Staaten dazu, die Rechte von Migranten zu wahren. Dazu geh\u00f6rt der Zugang zu Asylverfahren, die Gew\u00e4hrleistung von Sicherheit sowie die Bereitstellung von Grundbed\u00fcrfnissen wie Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung. Doch in der Praxis zeigte sich schnell, dass die staatlichen Strukturen diesen Aufgaben nicht gewachsen waren. Die ersten Hilfsma\u00dfnahmen kamen \u00fcberwiegend von lokalen Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die jedoch weder die n\u00f6tigen Ressourcen noch die logistische Vorbereitung hatten, um dem massiven Zustrom gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In Kolumbien mussten beispielsweise Kommunen wie&nbsp;<em>Jurad\u00f3<\/em><a href=\"https:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/Jurad\u00f3\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/Jurad\u00f3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[7]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>improvisieren. Mangels geeigneter Unterk\u00fcnfte wurden Migranten \u00fcber Nacht in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden untergebracht, indem Matratzen in den Lobbys ausgelegt wurden. In einigen F\u00e4llen versuchten lokale Beh\u00f6rden, ihrer Verantwortung auszuweichen, was zu tragischen Vorf\u00e4llen f\u00fchrte. So kenterte im Dezember 2021 ein Boot an der Pazifikk\u00fcste, bei dem zehn Migranten ertranken. Die Leichen blieben \u00fcber eine Woche am Strand liegen, w\u00e4hrend sich zwei lokale Verwaltungen dar\u00fcber stritten, wer f\u00fcr die Bergung zust\u00e4ndig sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die humanit\u00e4re Hilfe leisten, zeigten sich besorgt \u00fcber die begrenzte Zeit, die ihnen zur Verf\u00fcgung steht, um sich um die Migranten zu k\u00fcmmern. Diese erschwert die Erkennung und Behandlung von F\u00e4llen sexueller Gewalt, die Bearbeitung von Asylantr\u00e4gen und die Bewertung des Schutzbedarfs. Internationale NGOs berichteten zudem von Schwierigkeiten, die notwendigen Genehmigungen der panamaischen Regierung zu erhalten, um in den entscheidenden Gebieten des Dari\u00e9n-Gaps t\u00e4tig zu werden. Dies verz\u00f6gerte die Lieferung lebenswichtiger Hilfsg\u00fcter und erschwerte die Koordination der humanit\u00e4ren Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kolumbien stellen sich die Herausforderungen jedoch nicht nur im Dari\u00e9n-Gap, sondern beginnen bereits an den anderen Landesgrenzen. Als Transitland und Knotenpunkt zwischen Mittel- und S\u00fcdamerika ist Kolumbien ein bedeutender Durchgangsort f\u00fcr die Migration sowohl in n\u00f6rdlicher als auch in s\u00fcdlicher Richtung. Viele Migranten, die durch Kolumbien reisen, haben das Ziel, in die Vereinigten Staaten zu gelangen, in der Hoffnung, dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Auf ihrem Weg durchqueren sie L\u00e4nder wie Ecuador und Venezuela, oft ohne g\u00fcltige Papiere. An diesen Grenzen hat Kolumbien ein gut etabliertes Migrationskontrollsystem aufgebaut, das den Transit \u00fcberwacht, die Legalit\u00e4t der mitgef\u00fchrten Dokumente \u00fcberpr\u00fcft und illegale Migranten gegebenenfalls abschiebt. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen, die die Massenmigration mit sich brachte, versch\u00e4rften sich jedoch die diplomatischen Spannungen zwischen Kolumbien und Panama. Panamaische Beh\u00f6rden warfen Kolumbien vor, an den Grenzen zu Venezuela, Ecuador und Peru nicht gen\u00fcgend Kontrollen durchzuf\u00fchren, was es Panama erschwerte, genaue Informationen \u00fcber die Anzahl der Migranten zu erhalten, die beabsichtigen, den Dari\u00e9n-Gap zu durchqueren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Dari\u00e9n-Gap gestaltet sich die Situation chaotisch. Die kolumbianische Seite der Grenze ist von erheblichen Sicherheitsproblemen gepr\u00e4gt, darunter das Vorhandensein illegaler bewaffneter Gruppen, Drogen- und Menschenhandel. Da Kolumbien hier keine Grenz- und Zollkontrollen durchf\u00fchrt, liegt die gesamte Verantwortung f\u00fcr die Sicherung dieser Grenze bei Panama. Dies stellt f\u00fcr Panama ein erhebliches Sicherheitsproblem dar, da es mit den Konsequenzen dieser unkontrollierten Grenze allein gelassen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Panama verfolgt daher eine vorsichtigere Strategie im Umgang mit der Sicherheitslage im Dari\u00e9n-Gap. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die konsequente Ablehnung des Baus der&nbsp;Panamericana<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panamericana\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panamericana\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;durch den Dari\u00e9n. Obwohl die Stra\u00dfe wirtschaftliche Vorteile bringen k\u00f6nnte, w\u00fcrde ihre Errichtung gleichzeitig erhebliche Sicherheitsprobleme verursachen, da sie den Migrantenstrom nach Panama erleichtern w\u00fcrde.&nbsp;&nbsp;Zudem h\u00e4tte der Bau der Stra\u00dfe gravierende Umweltauswirkungen. Der Dari\u00e9n-Dschungel, ein wichtiger Teil der &#8222;gr\u00fcnen Lunge&#8220; des Kontinents, w\u00fcrde durch die Zerst\u00f6rung dieser nat\u00fcrlichen Ressourcen erheblich geschw\u00e4cht, was negative Folgen f\u00fcr die Luftqualit\u00e4t und die Klimaregulierung h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diesen Herausforderungen der irregul\u00e4ren Migration zu begegnen, haben Panama und Kolumbien in der Vergangenheit verschiedene Abkommen zur Grenzsicherung und zur Bek\u00e4mpfung des illegalen Handels geschlossen. Im Jahr 2016 trafen sich beide L\u00e4nder im Rahmen der Binationalen Grenzkommission (COMBIFRON), um gemeinsame Ma\u00dfnahmen gegen kolumbianische Guerillagruppen und den illegalen Handel zu verst\u00e4rken. Wirtschaftliche und energiepolitische Themen wurden ebenfalls regelm\u00e4\u00dfig er\u00f6rtert, insbesondere im Rahmen des Abkommens \u00fcber eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit im Jahr 2013. Im Fr\u00fchjahr 2021 unterzeichneten beide L\u00e4nder ein Abkommen \u00fcber die Zusammenarbeit bei irregul\u00e4ren Migrationsstr\u00f6men, das den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit der Migrationsbeh\u00f6rden vorsieht, um die Grenzsicherheit zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser Bem\u00fchungen bleiben die Herausforderungen in der transnationalen Zusammenarbeit betr\u00e4chtlich. Panama wirft Kolumbien vor, sich zunehmend von diesen sicherheitsrelevanten Themen abzuwenden, was die Probleme f\u00fcr Panama versch\u00e4rft. Insbesondere das Fehlen kolumbianischer Grenzkontrollen im Dari\u00e9n-Gap zwingt Panama dazu, allein mit den Sicherheitsrisiken und den humanit\u00e4ren Herausforderungen umzugehen, die durch den unkontrollierten Migrantenstrom entstehen.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3069987\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3069987\" target=\"_blank\"><sup>[9]<\/sup><\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/resrep54473.7\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/resrep54473.7\" target=\"_blank\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Die Situation &#8222;hat sich trotz der Verhandlungen mit Kolumbien nicht verbessert, sondern verschlechtert (&#8230;)&#8220; Es wurde keine Einigung erzielt, es wurden keine Informationen ausgetauscht und es wurden keine Schritte unternommen, die Panama bei der Bew\u00e4ltigung des irregul\u00e4ren Zustroms, der in den letzten Tagen erheblich zugenommen hat, helfen konnte\u201c<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/apnews.com\/world-news\/general-news-3a451927c37a56384eef433739aeebee\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/apnews.com\/world-news\/general-news-3a451927c37a56384eef433739aeebee\" target=\"_blank\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;(Samira Gozaine ,2023)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hindernisse f\u00fcr sichere Fluchtrouten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel wird die schwierige staatliche Zusammenarbeit zwischen den betroffenen L\u00e4ndern beleuchtet. Die Schaffung einer sicheren Fluchtroute im Dari\u00e9n-Gap gestaltet sich aus mehreren Gr\u00fcnden als herausfordernd:<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst ist das Gebiet unzug\u00e4nglich: Der Dari\u00e9n-Dschungel ist ein dicht bewaldetes und sumpfiges Terrain, in dem es kaum Stra\u00dfen gibt. Die wenigen vorhandenen Wege sind gef\u00e4hrlich und schwer passierbar, was logistische Herausforderungen bei der Schaffung und Erhaltung sicherer Routen mit sich bringt. Zudem ist die Region von Drogenkartellen, Schmugglern und bewaffneten Gruppen kontrolliert, die die Situation weiter komplizieren. Weder Panama noch Kolumbien haben derzeit eine effektive Kontrolle \u00fcber das Gebiet, was zu einem Mangel an staatlicher Pr\u00e4senz und damit zu Unsicherheit und fehlender Infrastruktur f\u00fchrt. Panama, das kein Milit\u00e4r hat, hat Kolumbien um Hilfe gebeten, da es \u00fcber eine gut ausger\u00fcstete Armee verf\u00fcgt. Doch Kolumbien argumentiert, dass es nicht m\u00f6glich sei, den Dari\u00e9n Gap milit\u00e4risch zu sichern. Das Territorium sei extrem schwierig, dicht bewaldet und voller H\u00fcgel, was eine milit\u00e4rische Sicherung nahezu unm\u00f6glich mache.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Faktor ist der \u00f6kologische Wert des Dari\u00e9n-Dschungels, der als eine der letzten gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Regenwaldregionen der Welt gilt. Gro\u00dfe Eingriffe, wie der Bau sicherer Routen, k\u00f6nnten erhebliche Umweltsch\u00e4den verursachen und das empfindliche \u00d6kosystem gef\u00e4hrden. Deshalb lehnen viele Umweltsch\u00fctzer und indigene Gemeinschaften gr\u00f6\u00dfere Infrastruktureingriffe ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich erfordert die Schaffung sicherer Routen erhebliche finanzielle Ressourcen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Panama und Kolumbien. Panama betont, dass es die Migration kontrolliert, geordnet und sicher gestalten m\u00f6chte, und verhandelt mit Kolumbien \u00fcber die M\u00f6glichkeit, parallele Routen, etwa \u00fcber den Seeweg, zu etablieren. Doch daf\u00fcr m\u00fcssten alle Beteiligten zusammenarbeiten. Bisher sind diese Verhandlungen jedoch ergebnislos geblieben, was die Umsetzung solcher Projekte zus\u00e4tzlich erschwert.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/migration-durch-den-darien-gap-zwischen-kolumbien-und-panama-der-wald-der-leben-zerstoert-a-5277dd06-6060-4562-b975-b3a6556d2aaf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/migration-durch-den-darien-gap-zwischen-kolumbien-und-panama-der-wald-der-leben-zerstoert-a-5277dd06-6060-4562-b975-b3a6556d2aaf\" target=\"_blank\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>250.000 Menschen nutzten seit Jahresbeginn gef\u00e4hrliche Migrationsroute<\/em>. (2023).&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2023-08\/darien-dschungel-kolumbien-panama-migranten#:~:text=Dari%C3%A9n%2DDschungel%20250.000%20Menschen%20nutzten,Norden%20als%20im%20Gesamtjahr%202022\">https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2023-08\/darien-dschungel-kolumbien-panama-migranten#:~:text=Dari\u00e9n%2DDschungel%20250.000%20Menschen%20nutzten,Norden%20als%20im%20Gesamtjahr%202022<\/a><\/li><li><em>Abbildung 1: Darien-Dschungel: Die gr\u00fcne Migrationsroute der H\u00f6lle<\/em>. (o.&nbsp;J.).&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/imgres?imgurl=https:\/\/img.welt.de\/img\/politik\/ausland\/mobile248558972\/4502505827-ci102l-w1024\/DWO-AP-Darien-Luecke-js.jpg&amp;tbnid=NX4H6b58EK-dRM&amp;vet=1&amp;imgrefurl=https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus248558988\/Darien-Dschungel-Die-gruene-Migrationsroute-der-Hoelle.html&amp;docid=Aujy-lfRxYBjQM&amp;w=1024&amp;h=1001&amp;source=sh\/x\/im\/m5\/1&amp;kgs=69c83223fce299b4&amp;shem=abme,trie\">https:\/\/www.google.com\/imgres?https:\/\/img.welt.de\/img\/politik\/ausland\/mobile248558972\/4502505827-ci102l-w1024\/DWO-AP-Darien-Luecke-js.jpg<\/a> <\/li><li>Ab\u00e9, N. (2021).&nbsp;<em>Der Wald, der Leben zerst\u00f6rt<\/em>. Spiegel.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/migration-durch-den-darien-gap-zwischen-kolumbien-und-panama-der-wald-der-leben-zerstoert-a-5277dd06-6060-4562-b975-b3a6556d2aaf\">https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/migration-durch-den-darien-gap-zwischen-kolumbien-und-panama-der-wald-der-leben-zerstoert-a-5277dd06-6060-4562-b975-b3a6556d2aaf<\/a><\/li><li>Crisp, J. (2022).&nbsp;<em>Unpicking the notion of \u2018safe and legal\u2019 routes<\/em>. Mixed Migration Center.&nbsp;<a href=\"https:\/\/mixedmigration.org\/unpicking-the-notion-of-safe-and-legal-routes\/\">https:\/\/mixedmigration.org\/unpicking-the-notion-of-safe-and-legal-routes\/<\/a><\/li><li><em>IOM, UNHCR Call for Stronger Response in the Americas as Half a Million People Cross the Darien Jungle<\/em>. (2023). IOM Migration.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.iom.int\/news\/iom-unhcr-call-stronger-response-americas-half-million-people-cross-darien-jungle\">https:\/\/www.iom.int\/news\/iom-unhcr-call-stronger-response-americas-half-million-people-cross-darien-jungle<\/a><\/li><li>Lozano, E., &amp; Cabello, E. (2017).&nbsp;<em>Las Diferencias En Seguridad Cooperativa Entre Colombia Y Panam\u00e1 Sobre La Regi\u00f3n Del Tap\u00f3n Del Dari\u00e9n<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3069987\">https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3069987<\/a><\/li><li>M\u00fcller, W., &amp; Didiane Avokpo, K. (2023).&nbsp;<em>Der \u201eDari\u00e9n -Gap\u201c<\/em>. Bundestag.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/970346\/7afe2776fb9cbab003013e1242407292\/Der-Dari%C3%A9n-Gap-.pdf\">https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/970346\/7afe2776fb9cbab003013e1242407292\/Der-Dari\u00e9n-Gap-.pdf<\/a><\/li><li><em>Panam\u00e1 reprocha a Colombia por su falta de colaboraci\u00f3n ante cifras r\u00e9cord de migrantes en el Dari\u00e9n<\/em>. (2023). ASSOCIATED PRESS.&nbsp;<a href=\"https:\/\/apnews.com\/world-news\/general-news-3a451927c37a56384eef433739aeebee\">https:\/\/apnews.com\/world-news\/general-news-3a451927c37a56384eef433739aeebee<\/a><\/li><li><em>State Responses. In Bottleneck of the Americas: Crime and Migration in the Dari\u00e9n Gap<\/em>.&nbsp;(2023). International Crisis Group.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/resrep54473.7\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/resrep54473.7<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Anbeginn der Zeit ist die Menschheit in Bewegung. 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