{"id":18,"date":"2016-09-14T00:38:14","date_gmt":"2016-09-13T22:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/?p=18"},"modified":"2016-10-05T19:09:20","modified_gmt":"2016-10-05T17:09:20","slug":"flucht-in-die-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/2016\/09\/14\/flucht-in-die-freiheit\/","title":{"rendered":"Flucht in die Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19 alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/migration\/files\/2016\/09\/flucht-aus-der-ddr-150x150.jpg\" alt=\"flucht-aus-der-ddr\" width=\"252\" height=\"252\" \/><br \/>\nDIE FLUCHT IN DIE FREIHEIT<\/p>\n<p>Freiheit ist wahrlich ein gro\u00dfes Wort und ein wertvolles Gut, das es zu wahren lohnt und das wir Europ\u00e4erInnen seit der franz\u00f6sischen Revolution zu einem unserer Leitmotive gemacht haben. Und so sind wir Menschen daf\u00fcr auch immer wieder in den Krieg gezogen, um unsere Freiheit oder die befreundeter Staaten vermeintlich zu sch\u00fctzen und zu bewahren. Dass solche Kriege eigentlich immer auf Kosten anderer V\u00f6lker und deren Freiheit gingen, zeigt allein die grausame Kolonialgeschichte. Was ist eigentlich Freiheit? Was bedeutet sie? So universell die Besch\u00e4ftigung mit dem Thema Freiheit auch sein mag, so unterschiedlich und individuell fallen die Antworten aus. <!--more--><\/p>\n<p>Dennoch, die Frage nach der individuellen Freiheit ist ein universelles, existentialistisches Problem der Menschheit, das uns alle besch\u00e4ftigt. Was ein jeder darunter versteht, ist sehr individuell. Ob und in welchem Grad man sie ausleben kann, h\u00e4ngt meist jedoch nicht nur vom Individuum ab, sondern allzu oft auch von den \u00e4u\u00dferen Lebensumst\u00e4nden, dem sozialen Umfeld, der Familie und nicht zu letzt von der Gesellschaft, bzw. dem Staat, in die, bzw. den man Heimat nennt. Der Drang, sich selbst zu verwirklichen, nach seinem pers\u00f6nlichen Gl\u00fcck und dem damit verbundenen individuellen Freiheitsbegriff zu streben, wohnt uns dennoch allen inne. Seine Rolle in der Gesellschaft selbst bestimmen k\u00f6nnen \u2013 das ist Freiheit.<\/p>\n<p>Angesichts der aktuellen Fl\u00fcchtlingsdebatte gewinnen der Begriff Freiheit und das Verst\u00e4ndnis davon an Brisanz. So steht das Streben nach Freiheit und Migration, bzw. Flucht auch in unmittelbarer Beziehung zueinander. Das Bed\u00fcrfnis, sein Leben in Freiheit nach eigenen Vorstellungen und in Sicherheit zu f\u00fchren ist ein nat\u00fcrliches, ebenso wie das meist bereits durch die Geburt oder Kindheit festgelegte Gef\u00fchl der Dazugeh\u00f6rigkeit zu einer Gemeinschaft. Die Entscheidung, diese Gemeinschaft, also seine Wurzeln zu verlassen, ist daher keine leichte, allzu oft keine freiwillige und steht im unmittelbaren Zusammenhang mit den \u00e4u\u00dferen Lebensumst\u00e4nden. Wenn einem die Freiheit genommen wird, ein Mensch sich eingeengt, verzweifelt oder gar verfolgt f\u00fchlt, sucht er seinen Weg in die Freiheit. Neben \u00f6konomischen und idealistischen Faktoren spielen oft Krieg, Verfolgung oder auch Naturkatastrophen eine ausschlaggebende Rolle bei dem Entschluss, seinen Lebensmittelpunkt in eine andere Stadt, ein anderes Land oder gar einen Kontinent zu verschieben.<\/p>\n<p>Sie nehmen tausende von Kilometern unter \u00e4u\u00dferst unsicheren und prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen mit dem Ziel, ein Leben in Freiheit f\u00fchren zu k\u00f6nnen, auf sich, um dann zusammengedr\u00e4ngt auf engstem Raum bei oftmals bedenklichen hygienischen Umst\u00e4nden mit hunderten anderen Geflohenen in den Notunterk\u00fcnften auf Asyl und ein menschenw\u00fcrdiges\u00a0 Leben zu hoffen. Die revolution\u00e4ren Werte \u201aFreiheit\u2019, Gleichheit\u2019, \u201aBr\u00fcderlichkeit\u2019 gelten offenbar nicht f\u00fcr alle Menschen und manche\u00a0 scheinen gleicher zu sein als andere.<\/p>\n<p>Der Weg in die Freiheit ist ein steiniger, doch braucht der Mensch sie, um Mensch zu sein. Freiheit, wenn auch nicht vollkommen und eingeschr\u00e4nkt, scheint f\u00fcr uns Europ\u00e4erInnen, zumindest f\u00fcr j\u00fcngere Generationen, selbstverst\u00e4ndlich geworden zu sein. Sicher danken wir es unseren Gro\u00dfeltern, den 68ern, dass sie sich f\u00fcr mehr Gleichberechtigung und Freiheit eingesetzt haben, doch wird es uns doch erst so richtig mit der aktuellen Debatte vor Augen gef\u00fchrt, dass sie ganz und gar nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, auch wenn wir, die Generation Y sie in Deutschland manches Mal im \u00dcberschuss erleben und vor lauter Optionen und Freiheiten nicht mehr ein noch aus wissen. Und dennoch oder gerade deshalb ist es so wichtig, die Errungenschaften unserer Vorfahren zu bewahren und die Ereignisse stets mit einer kritischen Distanz zu betrachten, um auch den Schutzbed\u00fcrftigen und Neuank\u00f6mmlingen in unserer Kultur ein Leben in Freiheit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE FLUCHT IN DIE FREIHEIT Freiheit ist wahrlich ein gro\u00dfes Wort und ein wertvolles Gut, das es zu wahren lohnt und das wir Europ\u00e4erInnen seit der franz\u00f6sischen Revolution zu einem unserer Leitmotive gemacht haben. 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