{"id":166,"date":"2020-06-26T11:47:00","date_gmt":"2020-06-26T09:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/?p=166"},"modified":"2020-07-12T11:48:27","modified_gmt":"2020-07-12T09:48:27","slug":"studierende-online-motivieren-und-begleiten-gedanken-zu-einem-webinar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/2020\/06\/26\/studierende-online-motivieren-und-begleiten-gedanken-zu-einem-webinar\/","title":{"rendered":"Studierende online motivieren und begleiten \u2013 Gedanken zu einem Webinar"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem ich gut in das kreative Sommersemester 2020 gestartet bin, wollte ich mich intensiver damit besch\u00e4ftigen, wie im virtuellen Raum eine positive Lernatmosph\u00e4re gestaltet werden kann und wie Studierende auch in asynchronen Lehr- und Lernformaten aktiviert und begleitet werden k\u00f6nnen. Hierzu besuchte ich ein Webinar, das vom SUPPORT f\u00fcr die Lehre der Freien Universit\u00e4t angeboten wurde, zum Thema &#8218;Studierende online motivieren und begleiten&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, die sich mir hier nat\u00fcrlich zun\u00e4chst stellte, war, was \u00fcberhaupt aus der On-Campus-Lehre in den virtuellen Raum \u00fcbertragbar ist. Dabei stellte ich f\u00fcr mich fest, dass ich Live-Sitzungen zwar durchaus in \u00e4hnlicher Weise f\u00fcr Austausch und Diskussion nutzte, aber dass ich diesen Live-Sitzungen viel mehr &#8218;Sinn&#8216; geben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte nicht einfach jede Woche eine synchrone Sitzung durchf\u00fchren, in der ich Impulsvortr\u00e4ge gebe und wir dann in der Runde mit den Studierenden zum Austausch \u00fcber Texte \u00fcbergehen, die zuvor durchzuarbeiten waren. \u00dcberhaupt ist das eine Form des Lehrens, die mir selbst gar nicht so zusagt. Nat\u00fcrlich sehe ich den Nutzen im m\u00fcndlichen Austausch \u00fcber Prim\u00e4r- oder Sekund\u00e4rtexte; und ich halte dies sogar f\u00fcr einen Kernaspekt des Studiums. Dies aber eins-zu-eins in den virtuellen Raum \u00fcbertragen zu wollen, halte ich f\u00fcr eine Verschwendung des Potenzials, das Lehre und Lernen im virtuellen Raum bietet.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das Potenzial des Lehrens und Lernens im virtuellen Raum sollte nicht verschwendet werden, indem man auf Biegen und Brechen versucht, das \u00fcbliche oder &#8217;normale&#8216; Pr\u00e4senzstudium auf dem Campus einer Universit\u00e4t durch w\u00f6chentliche 90-min\u00fctige Live-Sitzungen zu \u00fcbertragen.<\/p><cite>Meine Meinung<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Also versuchte ich, den synchronen Live-Sitzungen jeweils einen &#8218;Sinn&#8216; zu geben, und \u2013 zugegeben \u2013 bei manchen Lehrveranstaltungen empfand ich es als \u00fcberhaupt nicht notwenig, eine Live-Session zu durchzuf\u00fchren, wie ich es sonst in einem Unterrichtsraum tun w\u00fcrde. Dies war schlichtweg nicht der Ansatz, den ich in diesem Semester verfolgte \u2013 wie ich \u00fcberhaupt meinen Unterricht selten so gestalte, dass ich wie ein Theaterschauspieler auf einer B\u00fchne etwas pr\u00e4sentiere und die Studierenden nur zuschauen und konsumieren. Ich sehe Studierende nicht als blo\u00dfe Konsumenten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Studierende sind f\u00fcr mich nicht blo\u00dfe Konsumierende, denen man Inhalte pr\u00e4sentiert als w\u00e4re man ein Schauspieler auf einer Theaterb\u00fchne. <\/p><cite>Meine Meinung<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich finde, Studierende sollten die M\u00f6glichkeit haben, ihr Studium mitzugestalten, das hei\u00dft in Lehrveranstaltungen nicht nur &#8218;aktiv&#8216; Arbeitsauftr\u00e4ge vollf\u00fchren, um im Campus Management die aktive Teilnahme best\u00e4tigt zu bekommen und sp\u00e4ter die Modulpr\u00fcfung erfolgreich zu absolvieren; nein, es bedeutet, die Lehrveranstaltung mit ihnen zu designen, sich auf die Studierenden einzulassen und mit der Erfahrung, die man als Lehrender hat, Kurse zu schaffen, die verschiedene Denkans\u00e4tze er\u00f6ffnen und kritisches Reflektieren erm\u00f6glichen, ohne auf eine bestimmte &#8218;Wahrheit&#8216; oder eine Reihe von Fakten hinzuarbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund tat ich mich mit den Methoden, die uns im Webinar &#8218;Studierende online motivieren und begleiten&#8216; geboten wurden, schwer, auch weil sie vor allem auf das Motivieren in synchronen Live-Sitzungen abzielten. Ich empfand meine eigenen Live-Sitzungen aber als <em>purposeful <\/em>genug, auch weil ich eher zu wenige als zu viele angesetzt hatte \u2013 jeweils mit konkreten Arbeitsauftr\u00e4gen verbunden und eingebettet in den Ablauf der jeweiligen Lehrveranstaltung. Dies war vor allem in der sprachpraktischen \u00dcbung &#8218;\u00dcbersetzen aus dem Arabischen und ins Arabische&#8216; im Masterstudiengang Arabistik der Fall, wo die Live-Sessions jeweils dazu dienten, die \u00dcbersetzungen zu diskutieren. Die Frage der Motivation stellte sich aus meiner Perspektive hier gar nicht; Tools wie <em>Mentimeter <\/em>konnte ich hier nicht anwenden. <\/p>\n\n\n\n<p>In andere Kursen, zum Beispiel im Seminar &#8218;Araber und Orient in Hollywood&#8216; im Bachelorstudiengang &#8218;Geschichte und Kultur des Vorderen Orients, Schwerpunkt Arabistik&#8216;, waren eher sprechstundenartige Live-Sitzungen n\u00f6tig; der Austausch fand intensiv und ausf\u00fchrlich in schriftlicher Form im Diskussionsforum in Blackboard statt. Auch hier stellte sich die Frage der Motivation nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch denke ich, dass Tools wie <em>Mentimeter <\/em>oder <em>Pingo <\/em>eine gute M\u00f6glichkeit sein k\u00f6nne, \u00fcberhaupt eine Session \u2013 egal ob on-campus oder online \u2013 abwechslungsreicher zu gestalten. Gerade bei Einf\u00fchrungskursen kann ich mir gut vorstellen, dass das Erstellen einer Word-Cloud mit hilfe von <em>Mentimeter <\/em>praktisch sein kann, um Vorwissen zu sammeln. Ich denke, dass ich dies einmal im n\u00e4chsten Semester testen werde.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sessions kleinteilig zu designen, hilft dabei, sich den Mehrwert von Formen der aktiven Teilnahme f\u00fcr die Studierenden zu vergegenw\u00e4rtigen. <\/p><cite>Meine Meinung<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon kann es durchaus sinnvoll sein, eine Session kleinteilig zu sezieren und zu designen \u2013 fast schon wie ein Drehbuch, wobei nat\u00fcrlich Spielraum f\u00fcr Spontaneit\u00e4t gelassen werden sollte. Sich mehr Gedanken \u00fcber den Ablauf einer einzelnen Session zu machen, hilft aber auch, den Sitzungen und ihren Einzelteilen einen <em>Sinn <\/em>zu geben, etwa was das Erlangen von Kompetenzen oder das Vermitteln von Inhalten angeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiner Meinung nach muss es einem als Lehrender gelingen, den Studierenden den Mehrwert in Formen der aktiven Teilnahme, Aufgaben oder \u00fcberhaupt in der Teilnahme an Live-Sitzungen zu vermitteln. Wenn einem dieser Mehrwert selbst nicht klar ist, sollte man \u00fcberlegen, ob bestimmte Arten des Lehrens oder bestimmten Aufgaben \u00fcberhaupt sinnvoll sind oder ob sie nur dazu dienen, dass man f\u00fcr sich selbst behaupten kann, man w\u00fcrde &#8218;lehren&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil werde mich in Zukunft noch intensiver damit besch\u00e4ftigen, wie ich Studierenden in meinen Kursen begreifbar machen kann, was &#8218;Studieren&#8216; \u00fcberhaupt bedeutet und was aus den verschiedenen Aufgaben f\u00fcr sich mitnehmen. Das sind durchaus &#8217;simple&#8216; Erkenntnisse wie dass es eine schier unsch\u00e4tzbare Kompetenz ist, ein Thema in einem eng abgesteckten Rahmen von 3000 oder 6000 W\u00f6rtern reflektiert zu betrachten und \u00fcberzeugend zu argumentieren; \u00e4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Wissens- oder Zeitmanagement.  <\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich gut in das kreative Sommersemester 2020 gestartet bin, wollte ich mich intensiver damit besch\u00e4ftigen, wie im virtuellen Raum eine positive Lernatmosph\u00e4re gestaltet werden kann und wie Studierende auch in asynchronen Lehr- und Lernformaten aktiviert und begleitet werden k\u00f6nnen. 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